#217 – Jan Tröber, TSSB Architekten - Carolabrücke 3.0 - der Gewinnerentwurf!
Shownotes
Wenige Minuten zuvor war noch eine Straßenbahn drübergefahren. Dann, mitten in der Nacht, stürzt ein Teil der Carola-Brücke in die Elbe. Zwei Jahre später steht fest, wer Dresdens Hauptverkehrsachse neu bauen darf.
Jan Tröber, Partner bei TSSB Architekten in Dresden, hat gemeinsam mit dem spanischen Ingenieurbüro FHECOR und dem Landschaftsarchitekturbüro UKL den Wettbewerb um die neue Carola-Brücke gewonnen – nur wenige hundert Meter vom eigenen Büro entfernt, wo Tröber den Einsturz am 11. September 2024 hautnah miterlebte. Entstanden ist "Carola-Brücke 3.0": eine leichte Bogenkonstruktion aus Stahl und Sandstein, die Elemente der historischen Vorgängerbauten verbindet und erstmals seit 1895 wieder mit Bögen durch die Dresdner Altstadtkulisse spannt.
Der Weg dorthin: ein vierstufiges Auswahlverfahren mit Fachexpertengremium, einer Bürgerabstimmung mit 26.000 Teilnehmenden, einem Begleitgremium aus Politik und Verbänden und einem klaren Votum des Stadtrats mit 39 zu 31 Stimmen. Tröbers Team punktete vor allem bei der Bevölkerung, wo eigene Kommunikationsarbeit – Visualisierungen, Erklärfilme, eine eigene Website – eine zentrale Rolle spielte. Ziel: eine Brücke, die 140 Jahre halten soll, mit Baubeginn 2028.
Ein Gespräch über die Grenze zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyismus im Wettbewerbsverfahren, die Rolle von Bürgerbeteiligung bei Stadtratsentscheidungen, ingenieurtechnische Baukunst bei 120 Metern Spannweite und die Frage, wie eine Stadt einen Symbolverlust in eine bessere Zukunft verwandelt.
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00:00:00: morgens auf dem Weg zur Arbeit, schaute ich von der Nachbarbrücke rüber und sah dort eine komische Situation.
00:00:06: Es lag ein Teil der Brücke im Wasser und es kam mir so vor wie im Photoshop irgendwie was falsch gemachtes war irgendwie irreal bis sich dann begriffen habe die ist wirklich eingebrochen.
00:00:16: also
00:00:16: da hattest du auch noch keine nachrichten und nix wusste es von nichts.
00:00:19: nee
00:00:19: da hatte ich noch irgendwie überhaupt gar kein gefühlte.
00:00:21: kann das jetzt echt sein?
00:00:22: was passiert da?
00:00:23: Das war völlig surreal.
00:00:24: Architekturfunk Der Heinzer Podcast Seid gegrüßt hier im Architektur-Funk Episode twohundertsebzehn am zehnten September zwanzig sechsundzwanzig.
00:00:39: Ich bin Klaus Fühner und heute geht es um folgendes Ereignis, genau vor einer Woche also am dritten neunten ist über die Wettbewerbsentscheidung über den Neubau der Karola Brücke in Dresden im Stadtrat abgestimmt worden und den Zuschlag haben FECOR ein spanisches Ingenieurbüro gemeinsam mit TSSB-Architekten erhalten.
00:01:01: Jan Tröber von TSSB ist heute zu Gast im Architekturfunk und wir sprechen mit dem glücklichen Gewinner über alles Wissenswerte rund um die Brücke mitten in Dresden, bei der ein Einstotz glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen ist.
00:01:16: Hallo Jan und Glückwunsch zum Wettbewerbsgewinn!
00:01:19: Hallo Klaus ja vielen Dank dass ich heute hier sein darf.
00:01:22: Die Brücke
00:01:24: Elften September, zwanzig-vierundzwanzig eingestürzt.
00:01:28: Nein, eleven mitten in der Nacht.
00:01:30: Wenige Minuten zuvor ist noch eine Straßenbahn über die Brücke gefahren.
00:01:34: Wie hast du das Ereignis mitbekommen?
00:01:37: Wann hast du davon erfahren?
00:01:39: und wie ich weiß befindet sich ja euer Büro im unmittelbare Nähe zur Brücke also keine hundert Meter von der Nordseite entfernt.
00:01:46: Tatsächlich
00:01:47: war es so morgens auf dem Weg zur Arbeit.
00:01:49: Schaute ich von der Nachbarbrücke rüber und sah dort Eine komische Situation, es lag ein Teil der Brücke im Wasser und das kam mir so vor wie im Photoshop irgendwie was falsch gemacht.
00:02:00: Es war irgendwie irreal bis ich dann begriffen habe die ist wirklich eingebrochen also...
00:02:04: Da hattest du auch noch keine Nachrichten und nix wusste es von nichts?
00:02:07: Nee da hatte ich noch irgendwie überhaupt gar kein Gefühl kann dass jetzt echt sein was passiert da!
00:02:12: Das war völlig surreal und das ging mir tatsächlich die nächsten Tage immer noch so als ich dort vorbei fuhr weil's einfach so ein Bild war dass es nicht gibt.
00:02:20: Also da kam ich nicht so schnell hinterher mit meinen Seegewohnheiten, dass diese dann wirklich annahmen.
00:02:26: Das ist so und das bleibt jetzt erstmal so.
00:02:29: Und dann war ja die Brücke natürlich sofort diese Verbindung gekappt.
00:02:33: Die Brücke gesperrt.
00:02:34: Welche Rolle spielt denn die Brücken in der Stadt für die Infrastruktur?
00:02:38: Für die Verkehrsanbindung?
00:02:40: Ja,
00:02:41: das ist tatsächlich die Hauptachse durch die Stadt Dresden also vierspurig geht sie einmal quer durch die Stadtturch.
00:02:47: Da ist auch die Haupt Trasse für die Tram, die dort rübergeht.
00:02:52: Das ist tatsächlich sehr relevant.
00:02:54: Jetzt ist sie weg schon eine ganze Weile.
00:02:56: überraschenderweise geht es immer noch in der Stadt.
00:02:59: man merkt also Man findet auch andere wege aber das ist immer ein bisschen abhängig davon aus welcher Richtung man kommt.
00:03:04: Also Kollegen die zur Arbeit kommen zu uns da gibt es manche Die aus dem südwesten kommen die schon sehr jammern dass es lange dauert die tram nicht fährt.
00:03:13: Da merkt man schon deutlich Einschränkung.
00:03:16: Und dann hattest du ja auch berichtet, dass bei dem Abriss der Brücke – das hat ja einen Moment gedauert bis sie dann komplett abgerissen wurde.
00:03:23: Aber bei dem Abriss haben wir euch im Büro eben aufgrund der Nähe die Tische gewackelt.
00:03:28: Tatsächlich so!
00:03:29: Ich dachte komisch gibt's heute ein Erdbeben?
00:03:31: Die Tische wackelten….
00:03:33: Dann schaute ich raus über die Brücke sah' ich ah, der letzte Brückenzug wurde gerade abgebrochen und ist runtergefallen.
00:03:39: Da merkt man wie der Sandboden trägt über vier-fünfhundert Meter dass das dann bis zum haus kommt.
00:03:44: tatsächlich und vibriert alles
00:03:46: unglaublich.
00:03:47: genau da merkt man eben die nähe einfach unser büro.
00:03:50: wir sind also direkt betroffen von dem einsturz.
00:03:53: deshalb war auch so ein bisschen naheliegend natürlich, dass wir uns darum kümmern wollen.
00:03:59: also die entscheidung stand dann schon fest.
00:04:02: also war es zu dem zeitpunkt schon klar, dass es einen wettbewerb geben wird.
00:04:06: Das ging nicht so schnell.
00:04:07: Also tatsächlich war der Prozess so, die war eingestürzt.
00:04:10: es war ja nur einer von drei Brückentzügen eingesturzt.
00:04:12: man wusste gar nicht so genau was bedeutet das für die letzten zwei Brückenzüge.
00:04:16: kann man die noch nutzen oder nicht?
00:04:18: Es brauchte einige Untersuchungen um festzustellen es wird eigentlich keiner sein da bestätigt dass man dann auch rüberfahren kann.
00:04:25: Auch hat er einsturzt die anderen Züge mit beschädigt und das braucht ein paar Monate glaube ich bis entschieden wurde Die muss komplett weg, das wird nix.
00:04:34: Und dann war aber klar dass ihr da mitmacht?
00:04:37: Nee so früh war es noch nicht, wir waren nicht ganz klar wie der Prozess ablaufen wird, dass überhaupt irgendein Verfahren stattfinden wird.
00:04:43: Als sie dann weg war haben wir schon gedacht naja da wird ja dann wahrscheinlich was Neues entstehen müssen und ich hab mir gesagt du wirst dich doch jeden Tag ärgern nachher wenn da eine hässliche Brücke steht und du hättest dich einfach drum kümmern müssen damit zu machen.
00:04:57: Das war so der Anfang und dann habe ich drüber nachgedacht wie man das machen kann.
00:05:01: Jetzt seid ihr ja ein Architekturbüro für Partner.
00:05:06: Ihr kennt euch aus dem Studium, die anderen drei sind glaube ich in Berlin am Berliner Standort.
00:05:10: Du bist in Dresden und dann gibt es auch noch einen kleineren Standort in Hamburg.
00:05:15: Genau.
00:05:15: Ihr seid Hochbauarchitekten macht natürlich viele Wohnungsbau-Hotels Typisch Hochbauprojekte Kitas Geschäftshäuser
00:05:23: usw.,
00:05:24: aber Brücken gehören jetzt nicht so zum Standard Repertoire.
00:05:28: was hat euch da gekickt zu sagen?
00:05:31: Können wir auch?
00:05:32: Mich haben tatsächlich Brücken schon immer fasziniert.
00:05:34: Ganz früher als junger Student wollte ich auch mal bei Calatrava arbeiten, das war also immer auch schon so eine Passion für die Leidenschaft dieser konstruktiven Ausformung von Architektur und ich habe einen Freund der sehr tief im Brückenbau drinsteckt mit dem hab' ich mich sehr viel über Brücken unterhalten, der mehr Brücken für die Bahn dort bearbeitet.
00:05:54: Daher war ich schon immer an dem Thema sehr nah dran Und habe eben gesagt, natürlich ist eine Brücke auch Ausdruck von architektonischer Gestaltung neben der ingenieursmäßigen Ausform.
00:06:05: und da bedarf es Architekten.
00:06:06: Das kam zum Glück auch raus bei der Ausschreibung nachher, bei der Auslobung für den Wettbewerb das auch Architekten erforderlich sind.
00:06:13: Es war also gefordert dass Architekte dabei sind Landschaftsarchitekten dann noch gewisse Fachplanungen für andere Sachen, für eine fernwärme Leitung die durchgeführt wird oder auch für die Straßenbahn.
00:06:25: Und genau in dem Zusammenhang habe ich mich auch abgeholt gefühlt gesagt na klar, das ist wichtig für die Stadt.
00:06:31: Die darf jetzt nicht nur Ingenieursmäßig irgendwie darüber gehen sondern dass es wirklich eine Brücke im Zentrum der Stadt, die gerade vor der Altstadt Kulisse Dresdens schon eine gewisse Besonderheit ist.
00:06:44: Das heißt alle Anbietenden haben sich Partner gesucht.
00:06:48: Es war immer eine Kombination glaube ich aus Ingenieurbüros Architekten und Landschaftsarchitekten.
00:06:55: Ihr
00:06:56: habt den Wettbewerb zusammen mit FECOR gemacht.
00:07:00: und mit welchem Landschaftsaarchitekturbüro?
00:07:02: Das ist ein Landschaftsearchitektorbüro aus Dresden, UKL Ulrich Krüger-Landschafts Architekten großes eines der größten in Dresde die auch schon sehr lange dabei sind sich sehr gut auskennen in der Stadt gerade auch im Bereich der Elbe und so weiter.
00:07:14: Die sind also da auch ganz versiert.
00:07:17: Also das war einfach, aber wie seid ihr zu Fekor gekommen?
00:07:21: Das ist ja jetzt ein Büro, dass man erstmal so in Deutschland nicht kennt oder vielleicht auch als Architekt nicht unbedingt einem was sagt.
00:07:27: Genau!
00:07:28: Das war tatsächlich eine sehr lustige Geschichte dazu.
00:07:31: ich habe mich darum gekümmert und alle großen Ingenieurbüros in Deutschland angeschrieben gefragt, ob die Lust haben mit uns das gemeinsam zu machen.
00:07:39: Viele hatten schon Partner oder noch kein Interesse.
00:07:41: dann bin ich im Bauherren im Auto unterwegs gewesen.
00:07:44: wir haben erzählt von früher dass wir beide mal in Madrid gearbeitet haben und er erzählte ihm auch, dass ich eigentlich gerne die Karola Brücke planen würde aber bisher alle Ingenieurbüros in Deutschland besetzt waren.
00:07:56: Und dann meinte er guckt doch Mal in Madrid gibt es ein hervorragendes Brückeningenieur Büro Fekor, selbst Mike Schleich von Schleichberger Mann und Partner hat bei denen mal als junger Ingenieur angefangen zu lernen.
00:08:08: Die haben also schon gewisses Renommee weltweit.
00:08:11: tatsächlich ich habe dort Kontakt aufgenommen die waren gleich Feuer und Flamme.
00:08:15: Ich war dann auch dort bei den wir haben getroffen dadurch dass ich Spanisch spreche aber auch die Kommunikation recht leicht.
00:08:21: Also das passt sehr gut.
00:08:23: und auch jetzt auf der Arbeitsebene ein hervorragendes Zusammenarbeiten.
00:08:28: Wie teilt man sich das auf?
00:08:30: Die Leistungen?
00:08:31: Ja, tatsächlich interessant.
00:08:32: Tatsächlich entwerfen wir parallel.
00:08:35: also haben am Anfang bei der Brücke mehrere Brücken entworfen wahrscheinlich zwanzig die man sich angeschaut hat geguckt hat was ist daran gut was geht was nicht?
00:08:43: was muss man engineersmäßig machen?
00:08:46: was ist gestalterisch wichtig?
00:08:48: und dann hat man sozusagen die Qualitäten zusammengesucht.
00:08:51: was geht dort?
00:08:52: was geht nicht?
00:08:53: wie leicht muss sie im Bereich sein?
00:08:55: was geht?
00:08:55: sind die Bögen zu dick?
00:08:57: sind es ausreichend bürgen?
00:08:59: Wie ist das gesamte Niveau?
00:09:00: Also, das sind alles so Themen die man sich zusammengesucht hat.
00:09:04: Die Materialität spielt also ganz viel gestalterisch Architektonisches was schon im Vorfeld eine Rolle spielt mit rein.
00:09:12: Euer Beitrag heißt Karola Brücke drei Punkt null.
00:09:17: Das heißt es ist die dritte Brücke die an dieser Stelle errichtet wird.
00:09:23: Die erste Karola-Brücke ist von eighteenhundert fünfundneunzig benannt nach Königin Karola von Sachsen, eine Gründerzeit barockbrücke die am siebten Mai nineteenhundertfünfundvierzig von der Wehrmacht gesprengt wurde.
00:09:44: DDR-Bau, der Ende der Sechzigerjahre Anfang der Siebziger entstanden ist.
00:09:48: Eine Spannbetonbrücke mit drei Strecken wie du schon gesagt hast und die stand sogar unter Denkmalschutz.
00:09:55: Ist das richtig?
00:09:56: Ja genau also das ist interessant dass diese Unterdenkmalschutzstand die es Ingenieursmäßig eine Besonderheit gewesen zu dieser Zeit Ende der sechzigen Anfang der siebzig war sie mit ihrer spannweite hundertzwanzig Meter mit einer sehr schlanken Konstruktion tatsächlich ingenieurmäßig ganz weit vorne.
00:10:14: Daher ist die auch bekannt in Brückeningenieurkreisen, also diese Brücke sehr bekannt gewesen.
00:10:19: Einfach aus ihrer Zeit heraus Spannbeton so weit spannend in der Dimension.
00:10:25: Da erkannten natürlich die Ingenieure, die Brücken-Ingenieurer Fekor kannten sie alle.
00:10:29: Also das war allengängig was die Besonderheit war von dieser Brücke.
00:10:35: So und eure Brücke Karola-Brücke drei Punkt Null ist jetzt die, die hoffentlich dann auch gebaut wird?
00:10:42: Was sind denn Features, die Vorzüge eures Konzeptes.
00:10:48: Also tatsächlich wir haben uns sehr lange die Geschichte angeschaut der Vorgängerbrücken.
00:10:53: Haben geschaut dass die erste Karola Brücke eine Brücke mit Bögen war.
00:10:57: Die hatte in hauptspannweiten Stahl-Brückenteilen.
00:11:01: dann hat mir die zweite Karola brücke.
00:11:04: die hatte eben deutlich größere Spannweite mit hundertzwanzig Meter und war wesentlich leichter filigraner Und wir haben tatsächlich eine Mischung daraus gemacht.
00:11:13: Wir haben also eine Brücke, die Bögen hat mit einem angenehmen Rhythmus, die aber trotzdem sehr leicht und filigran ist.
00:11:22: Und wir übernommen die Kombination von dem Sandstein den die Vorlandbrücken der ersten Carola-Brücke hat mit dem Stahl, den wir jetzt verwenden für die großen Spannweiten bis zu hundertzwanzig Meter damit man das hinbekommt, also eine leichte Bogenbrücke sozusagen als Kombination zu den Vorgängerbrücken.
00:11:41: Das war so eine der Kernideen wie wir rangegangen sind.
00:11:46: deshalb haben wir auch einen Brückenpfeiler zusätzlich gemacht im Vergleich zu der jetzt letzten eingestürzten Brücke, damit sich die Bögen besser widerspiegeln wie sie die historische Brücke vorher hatte.
00:11:59: und trotzdem bleibt sie sehr leicht in der Gesamtwirkung keine steinerne Brücke sondern eine transparente Brücke, durch die man auch die Altstadt Silhouette der Stadt Bresken gut sehen kann.
00:12:09: Hat sich denn im Auslobungstext inhaltlich auch etwas verändert?
00:12:14: Also gab es neue Anforderungen vielleicht, die die Brücken vorher noch nicht erfüllt haben oder erfüllen mussten?
00:12:21: Ja das war natürlich die Idee!
00:12:22: Man hätte jetzt sagen können wir bauen die einfach wieder auf so wie sie vorher waren.
00:12:26: Das wäre bestimmt das Einfachste und Schnellste gewesen.
00:12:29: Jetzt hat man aber die ganzen Defizite Die die alte Brücke hatte.
00:12:33: Die wollte man natürlich nicht wieder haben.
00:12:35: Deshalb diese dreizügige Brücke, die es gab.
00:12:38: Da fächerten die Dreizüge am Ende auf einem Land immer auf.
00:12:41: Das nahm immer sehr viel Stadtraum in Anspruch.
00:12:44: Das ist im heute städtebaulichen innerstädtischen Lagen oft kompliziert.
00:12:48: Deshalb wollte man also diese Situation nicht wiederhaben.
00:12:52: Dann gab's auch sehr enge Situation... Fahrrad, Fußgänger, Straßenbahnen.
00:12:57: Da gab es tatsächlich so Situationen vor der Dresden Asonagoge die einfach super eng war, zwei Fünfzig mussten Fahrrad und Fußgänger nebeneinander vorbei.
00:13:04: das wollte man alles nicht wieder haben.
00:13:06: von daher hat man sich eben entschieden ein Wettbewerbsverfahren oder einen VGV Verfahren mit mehrfach Beauftragung zu machen wo man also auch qualifizierte andere Entwürfe bekommt die diese Defizite nicht haben und neue Qualitäten hinzufügen.
00:13:23: Jetzt sind ja quasi seit dem Einsturz zwei Jahre vergangen, also quasi morgen.
00:13:29: Also einen Tag nach Podcastveröffentlichung sind es exakt zwei Jahre.
00:13:34: Seit er ist einiges passiert.
00:13:36: von außen wirkt das aber immer so als würde nix so richtig vorangehen und dauert alles viel zu lange.
00:13:44: dabei musste auch erst mal die Schadensursache ermittelt werden vermutlich auch polizeilich und dann auch erstmal entschieden werden ob überhaupt ein Erhalt möglich ist oder einen Teil Neubau, oder ob eben ein komplett Abriss mit einem Neubao entstehen muss.
00:14:01: Und das hat im Prinzip jetzt auch diese Zeit gekostet.
00:14:04: – ich will es einmal kurz zusammenfassen.
00:14:07: vor einem Jahr also im September XXV gab wurde dann das VGV Verfahren gestartet.
00:14:12: Es haben sich zwölf Parteien, zwölfe Anbietende beteiligt und davon wurden dann vier in einer Mehrfachbeauftragung im Dezember, twenty-fünfzig ins Rennen geschickt.
00:14:25: Und die Abgabe der Entwürfe war im Mai sechsundzwanzig also vor gar nicht allzu langer Zeit.
00:14:34: und bereits im März gab es aber einen Bürger Dialog.
00:14:37: Also eine öffentliche Veranstaltung zu der wahrscheinlich jeder Dresdner jede Dresdenerin eingeladen war im Prinzip die Ideen anschauen oder ihre Ideen einbringen, Fragen stellen und so weiter.
00:14:52: Mich würde interessieren warum hat der Stadtrat überhaupt die Bürgerinnen und Bürger mit eingebunden?
00:15:00: Ich glaube die Antwort ist relativ einfach.
00:15:02: es ist eben eine sehr präsente Stelle in der Stadt.
00:15:06: Dresden ist auch dafür bekannt dass die Bürger gerne ihre Stadt mögen sind interessiert dran an der städtebaulichen Entwicklung, an der Gestaltung der Stadt.
00:15:15: Das heißt das liegt sehr vielen Dresdnern am Herzen und ich denke dass man gleich die Leute von Anfang an mitnehmen wollte.
00:15:23: Man wollte nicht nachher irgendwie erklären müssen warum ist das Ganze so sondern eben die Leute mitnehmen auf dem Weg?
00:15:29: Und deshalb hat man sich für dieses besondere Verfahren entschieden, dass also eine Art vierstufige Entscheidung hervorruft wo unter anderem dieser Bürger Votum auch eine Rolle spielt.
00:15:40: genau Da kommen wir jetzt drauf.
00:15:42: Also im Mai war Entwurfsabgabe und im Juni hat dann ein Fachcremium, das erklären wir vielleicht gleich wer das ist oder wie sich das zusammensetzt knapp einen anderen Entwurf favorisiert und diesen dem Stadtrat zur Beauftragung empfohlen Und ich glaube dass es jetzt so die Stelle wo man einfach mal erklären müssen welche Kremien und Beiräte Instanzen quasi alle dort mit im Rennen waren.
00:16:11: Also ich sage es nur einmal kurz runter, also es gibt natürlich den Stadtrat der im Prinzip entscheidet, der auslobt und dann später auch natürlich den Wettbewerbsgewinner festlegt oder bestimmt.
00:16:21: Es gab einen Fachexpertenrat, das war jetzt der quasi ein anderes Büro knapp muss man sagen favorisiert hat, dann gab es Karola Vote hieß das also tatsächlich eine Bürgerbefragung wo jeder Bürger jede Bürgerin auch für ihren Lieblingsentwurf stimmen konnte.
00:16:40: Das ganze Verfahren hatte keinen Einfluss sondern es war eigentlich nur eine repräsentative Erhebung
00:16:45: wenn man so möchte.
00:16:46: Ich denke
00:16:46: es hat schon Einfluß gehabt.
00:16:48: Das ist tatsächlich sowas, was so ein Stimmungsbild wieder gibt und damit schon Einfluss hat.
00:16:52: Genau,
00:16:53: das politische Einfluß.
00:16:54: aber jetzt es kein Entscheidungskremium gewesen oder diese Entscheidung aus dieser Bürgerbeteiligung hatte keine Gewichtung dann in der Abstimmung zum Beispiel mit dem Stadtrat oder so?
00:17:06: Genau da muss man vielleicht wissen dass alle dieser vier Gremien keine Entscheidung hatte, nur der letzte Stadtrat
00:17:13: durfte entscheiden.
00:17:14: Genau das vierte Cremium, das müssen wir noch kurz ergänzen ist das Begleitcremium.
00:17:19: und jetzt musst du mal kurz erklären, Stadtrat glaube ich kann jeder nachvollziehen was das ist oder wer da drin sitzt.
00:17:25: Karola Wode, Bürgerbeteiligung ist auch klar.
00:17:28: aber was ist dieses Fachexperten-Cremium?
00:17:34: Ich fände es vielleicht mal so von der Abfolge erläutern auch wie stattgefunden hat.
00:17:38: Wir haben also Ende Mai abgegeben unseren Entwurf, der wurde dann von Fachexperten beurteilt.
00:17:44: die hatten dafür ich glaube ein zwei Wochen Zeit.
00:17:47: das sind tatsächlich Brückeningenieure gewesen Architekten Denkmalschützer die alle zu diesen Fachthemen die man bei einer Brücke hat Stellung nehmen konnten, da war die Idee damit dass man dies macht bevor man also die Bürger wählen lässt.
00:18:00: Dass man den Bürgern auch noch mit an die Hand geben kann.
00:18:04: was sagten der Fachexperte in seiner Einschätzung?
00:18:07: Das ist nicht nur so in den luftleeren Raum oder das sieht hübsch aus oder was ist denn das?
00:18:11: was ist daran gut oder nicht sondern es sollte schon eine gewisse Qualifikation mitgeben wo der Bürger also auch versteht aha das bedeutet vielleicht das oder das hat Einfluss darauf.
00:18:21: danach kam Karola vote.
00:18:23: Das war eine relativ aufwendig gestaltete Bürgerabstimmung über eine App oder einen Computer.
00:18:29: Konnte man dort wählen und zwar nicht nur der gefällt mir gut, sondern da gab es richtig Themenbereiche.
00:18:35: Ja ich habe gelesen neun Kriterien die dort
00:18:40: im
00:18:40: fünf Stufen und dann hat sich daraus quasi so eine persönliche Rangfolge ergeben?
00:18:46: Genau.
00:18:46: also sie wollten nicht dass man einfach nur sagt das ist jetzt der beste und das der Schlechteste, sondern sie wollten dass die Leute ein bisschen einsteigen dass die also gucken, was gefällt mir verkehrlich.
00:18:55: Was gefällt mehr gestalterisch?
00:18:56: Was gefellt mehr materialmäßig?
00:18:58: Wie finde ich die städtebauliche Einbindung?
00:19:00: alle diese Themen wurden als erläutert.
00:19:02: dazu konnte man immer abstimmen und im Ergebnis konnte man auch noch sagen welchen man dann vorne sieht.
00:19:08: nach dieser Abstimmung so das also gar nicht so einfach war es mal relativ kompliziert und erstaunlicherweise haben ja sechsundzwanzig tausend Leute gemacht was schon eine ganze Menge ist wenn man weiß dass man sich da bestimmt eine halbe Stunde mit beschäftigen musste.
00:19:21: Das ist also nicht der schnelle Klick, mit dem man dort zum Ergebnis kommt sondern schon ein bisschen einsteigen muss.
00:19:28: Und dann kommen wir zu den Dritten.
00:19:29: das ist das Begleitgremium.
00:19:31: Das ist eine Mischung aus Politik und wie haben Sie es immer gesagt Stakeholder oder Verbände?
00:19:38: Das heißt aus jeder Fraktion in Dresden, das sind neun, ist eine Person dabei gewesen.
00:19:43: Dann sind das Vereine im Naturschutzverbände, BUND, NABU, der ADFC, ADAC.
00:19:51: Aber auch so was wie Handelsverband, Ingenieurkammer, Architektenkammer.
00:19:56: Das habe ich noch nicht vergessen.
00:19:57: IHK, genau das waren alles Leute die sagen für uns ist diese Brücke wichtig in der Stadt.
00:20:03: deshalb möchten wir gerne mit entscheiden darüber und die wurden angehört dazu Und begleiten tatsächlich jetzt auch noch im weiteren Planungsprozess Die Themen, die eine Rolle spielen Und die haben dann auch eine Empfehlung abgegeben an die Stadträter.
00:20:20: Die Stadträte waren nicht gebunden, an keinen der Vorgängerauswahl sondern konnten frei entscheiden und damit ihre eigene Gewichtung machen.
00:20:28: Tatsächlich war es jetzt ja so.
00:20:30: wir waren bei den Fachexperten auf Platz zwei knapp gewählt, wo sehr viel Gutes gesagt wurde.
00:20:37: und eben in dem Fachexpertengremium hieß es dann bei uns Wir wären etwas zu dominant in der Gestaltung sie wäre Ja, eine dominante Brücke.
00:20:46: Jetzt haben die Bürger dann gewählt.
00:20:48: da waren wir ganz vorne dran mit achtunddreißig Prozent gegenüber den zweit platzierten damit zweiunddreißig Prozent dort war und zum Beispiel die jungen Leute unter fünfundzwanzig waren jetzt tatsächlich bei fünfzig Prozent.
00:21:00: das war also ein sehr hoher Zuspruch.
00:21:02: Die haben also gebotet haben gesagt diese dominante brücke man könnte auch sagen markant der gestaltung die gefällt uns eigentlich die sehen wir schon im vordergrund.
00:21:11: Dann gab es bei dem Begleitgremium Ein ganz knappes Rennen, wo wir zweiter wieder waren, vierzehn zu zwölf Stimmen war das Ganze.
00:21:20: Das war auch eine sehr heiße Phase, wo es darum ging ... Ah!
00:21:23: Da wurde ein Thema der Genehmigungsfähigkeit Risiken aufgezeigt.
00:21:27: Das ist irgendwie ein langwieriges Thema gewesen und... Aber
00:21:31: jetzt müssen Sie mal fragen?
00:21:33: Das Bürgervoting wurde vorher veröffentlicht und das Begleitkremium hat später
00:21:39: quasi
00:21:40: seine Empfehlung ausgesprochen Alles hintereinander.
00:21:44: Erst Fachexperten, dann Bürger, dann Begleitgremium und dann Stadtrat.
00:21:49: Und im Begleittegremium genau ging es darum welche Risiken haben die denn dass man die schnell errichten kann?
00:21:54: Das war also ein großes Thema.
00:21:55: was dort aufkam da ging's dann hin und her so das ist eine ganz knappe Entscheidung für anderes Büro auf Platz eins gab uns auf Platz zwei und dann letztendlich im Stadtrat wiederum ein ganz deutliches Votum für uns mit neununddreißig zu einund dreißig Stimmen die dann gesagt haben, die Brücke wird's.
00:22:12: Okay das war die Entscheidung letzter Woche am dritten neunten.
00:22:15: wie lang ging die Party in der Nacht?
00:22:18: Also ich hab dir um die dreiundzwanzig Uhr geschrieben und du hast mir um zweiunddreißig geantwortet.
00:22:23: Ja
00:22:24: das ginge eine Weile aber die Party war nicht so groß.
00:22:26: wir haben uns gar nicht getraut eine große Party vorzubereiten.
00:22:29: erst mal waren wir sehr erschöpft von dem langen Prozess.
00:22:31: das gingen eben noch bis in die nacht auch diese ganzen Stadtratsbeschlüsse zwanzig uhr.
00:22:38: Dass wir jetzt gesagt haben, für so eine Entscheidung braucht es auch eine gebührende Party die ausreichend vorbereitet ist.
00:22:43: Und deshalb werden wir genau zum zweiten Jahrestag jetzt des Brückeneinsturzes den Aufbruch für eine neue Brücke mit einer Gebühren dann feiern wollen.
00:22:54: Ihr habt auch alle Hebel in Bewegung gesetzt um euren Entwurf im Prinzip bekannt zu machen also ihr habt auch stark Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht informiert, habt eine eigene Internetseite installiert.
00:23:11: Und Tagesaktuell fast kann man sagen darüber berichtet haben andere aber auch gemacht.
00:23:16: Aber trotzdem im Nachhinein wie wichtig war diese Bewerbung und Öffentlichkeitskommunikation deiner Meinung nach jetzt für die Stadtratentscheidung?
00:23:30: Genau, das fängt vielleicht ein bisschen früher an.
00:23:31: Wir hatten erzählt es gab den Bürger-Dialog im März.
00:23:35: der Bürger Dialog war ja ein Format wo wir gefragt wurden als Planer Teams alle vier Könnt ihr den Bürgern schon etwas zeigen um in den Dialog zu treten?
00:23:45: wie soll die Brücke werden?
00:23:47: Jetzt gab es bei den Teams sehr unterschiedliche Haltung dazu.
00:23:50: Es gab also einen Team gesagt haben gesagt wir zeigen gar nichts.
00:23:53: Es gab ein anderes team und er hat gesagt so ein bisschen was.
00:23:56: Wir haben alles gezeigt.
00:23:58: Wir waren relativ weit zu dem Zeitpunkt schon.
00:24:03: Man muss wissen, wir haben begonnen.
00:24:04: am siebzehnten und zwölften also kurz vor Weihnachten haben wir den Zuschlag bekommen.
00:24:08: Wir hatten schon die ersten Skizzenentwürfe vor Weihnachten.
00:24:12: Also tatsächlich im Januar schon richtig was worüber wir diskutieren konnten entwickeln konnten so dass wir im März in der Lage waren schon ziemlich viel zu zeigen.
00:24:20: Wir hatte also schon Visualisierung.
00:24:23: Wir hat also schon sehr viele Aussage kräftiges Material über das man diskutieren konnte.
00:24:29: Das war gut, weil wir dann mit den Bürgern tatsächlich schon mal in den Dialog kommen.
00:24:32: Was gefällt euch?
00:24:33: Was nicht?
00:24:34: Was es euch wichtig.
00:24:35: interessant war für uns gerade bei dem Bürgerdialog dass das Thema Fahrradanbindung von den Elbwiesen hochgewichtet worden werden also die Möglichkeiten mit zu Klebepunkten.
00:24:45: konnten die nochmal sagen was ist mir wichtig?
00:24:48: Fußgänger Fahrrad Anbindung ÖPNV.
00:24:51: was sind da also die wichtigen Punkte?
00:24:52: daraufhin haben wir noch einmal nachgeschärft sage ich jetzt mal so dieses Thema der Verbindung und weiterentwickelt.
00:24:58: Das heißt, der Prozess der Gestaltung beziehungsweise der Umgang mit der Bevölkerung fand schon relativ früh statt.
00:25:05: Deshalb hatten wir da auch sehr viel Material.
00:25:08: Gerade zum Abgabe im Mai konnten wir dann auch schon sehr viel zeigen von der Brücke wie sieht die aus?
00:25:13: Von unten, von oben, von der Seite in einem Film usw.
00:25:17: dargestellt.
00:25:18: das hat also sehr gut geholfen im ganzen Prozess und wir durften bis dahin eigentlich nicht viel zeigen.
00:25:26: Tatsächlich war das so, dass wir bis zur Abgabe glaube ich und im Zeitraum der Fachexperten nichts weiter in die Öffentlichkeit geben durften als das was wir zum Begleitkremium oder zum Bürgerdialog gezeigt hatten.
00:25:39: Und danach wurde gesagt danach könnt ihr noch mehr zeigen.
00:25:43: also weil wir haben gesagt wir haben ja so viel Material.
00:25:46: es wäre ja schade darum wenn die Bevölkerung nichts davon sieht von dem was wir gemacht haben denn das was man Karola Vote, so wie ich die App sehen konnte waren im Prinzip immer nur Bildchen.
00:25:58: Nenn ich es jetzt mal so von den Planen aber das ist natürlich alles relativ klein.
00:26:02: also ein Video konnten wir dort nicht einbinden.
00:26:05: Von daher war es uns wichtig dass wir auch diese Themen transportieren können haben also eine Art Erklärfilm gemacht dazu damit die Leute auch mitgenommen werden und verstehen warum haben sie das so gemacht?
00:26:17: Und ich finde diese Kommunikation, die Leute aufzuklären darüber wie funktioniert das und was sind denn eigentlich die Themen?
00:26:23: Das lässt sich nicht so einfach oft nur an einem Plan abbilden.
00:26:27: Gerade Nichtfach-Leute verstehen vielleicht gar nicht.
00:26:30: von daher finde ich eine Aufklärungsarbeit extrem wichtig.
00:26:32: Ja und das war schon etwas...
00:26:34: Das war aber möglich quasi nach dem Bürgerdialog und bevor oder nachdem die Entwürfe abgegeben
00:26:41: waren.
00:26:41: Genau also nach dem Fachexpertenkreum, nach dem die gesagt haben wir sehen da vorne Genau, das hat dazu geführt.
00:26:46: Danach durften alle was zeigen.
00:26:48: Jetzt haben die alle mitbekommen auch unsere Mitbewerber dass es schon ganz gut ist wenn man was zeigt.
00:26:54: Die haben also dann ganz kräftig nachgeschärft.
00:26:56: plötzlich gab's überall Filme.
00:26:58: Das andere Büro hat eine Webseite gehabt.
00:27:00: da sind wir noch gar nicht drauf gekommen dass man sowas machen kann aber das hat sich dann ich nennt mal so ein bisschen auch einen Wettbewerb in der Kommunikation nach außen stattgefunden.
00:27:09: Es wurden noch neue Renderings erstellt mit tollster Nachtbeleuchtung.
00:27:16: Ist das für dich legitim?
00:27:17: Also es ist ein ungewöhnliches Verfahren, dass die Entwürfe alle schon im Vorfeld bekannt sind bevor der Stadtrat abstimmt.
00:27:25: Das ist ja nicht gang und gäbe bei VGV-Verfahren und dass man dann quasi in so einem Wettbewerb sich begibt auch als Büro.
00:27:33: da ist er dann eigentlich so die Grenze zwischen ich sage jetzt mal den Anführungsstrichen legitimer Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit für den eigenen Auftrag verschwommen.
00:27:42: Ja, das könnte man so sehen.
00:27:43: daher alle vier Büros das für ihren Beitrag machen konnten, ist ja jetzt keiner benachteiligt in dem Sinne.
00:27:50: Und was mir wichtig war, das habe ich gemerkt dass eben die Entwürfe sonst nicht erklärt worden.
00:27:56: es gab ja keinen der den Entwurf erklärt hat wenn man es nicht selbst macht.
00:27:59: Es gab dann vielleicht eine Presse die was erzählt hat von einem Teil vom Entwurf aber gar nicht begriffen hat was da noch stattfindet.
00:28:06: Also deshalb finde ich sehr legitim eigentlich zu erläutern wie funktioniert denn?
00:28:11: Die Brücke Was sind denn das?
00:28:12: gerade das Thema Fahrradanbindung?
00:28:15: Wurde gar nicht gesehen groß von manchen.
00:28:17: Das war schön, da waren wir mit dem ADFC rausgearbeitet haben dass wir eigentlich die besten Anbindungen haben von den Elbwiesen.
00:28:25: Das ist für den Normalbetrachter manchmal dann die Rampensituation verstehen und so weiter schwer nachvollziehbar.
00:28:32: Genau, von da haben wir gemerkt ist es wichtig dass nicht irgendjemand anderes den Entwurf erklärt.
00:28:36: Sondern wir selbst.
00:28:37: das ist schon besonders wichtig auch weil sich dann Vereine gegründet haben die dann besonders für einen Entwurf waren denen die besonders hochgehalten haben und dann alle schlechte bei den anderen gesucht haben aber gar nicht aufgezeigt haben.
00:28:51: was sind denn eigentlich die guten Seiten?
00:28:52: Und ich finde man muss schon die guten seiten des eigenen entwurfs auch erklären dürfen.
00:28:57: Deshalb, man könnte jetzt das Lobby-Arbeit nennen.
00:28:59: Das wäre immer so als würden wir was erzählen, was es nicht gäbe oder was Nichtbestandteil wäre?
00:29:04: Ich finde im Wesentlichen auch eine Art Aufklärungsarbeit dass die Leute den Entwurf verstehen.
00:29:09: Ja und es ist auch nochmal ne neue Komponente vielleicht eben Unternehmensmarketing oder Büromarketing.
00:29:17: normalerweise sieht man ja immer nur Projekte wenn sie Fertiggestellt sind beziehungsweise dann die Wettbewerbsergebnisse, aber im Verfahren in die Kommunikation zu gehen ist für mich zumindest neu gewesen.
00:29:30: Aber ich wollte noch mal auf einen anderen Punkt kurz eingehen.
00:29:33: ihr habt ja dieses Bürgervoting Karola Vote auch für euch entschieden.
00:29:38: glaubst du dass der Stadtrat sich auch aus politischen Gründen für euer Konzept entschieden hat?
00:29:45: Einfach so mit dem Hintergedanken boah jetzt haben da Tausend Menschen, sich beteiligt.
00:29:50: Achtunddreißig Prozent davon haben euren Entwurf favorisiert entgegen dem Experten-Gremium also den Fachgremium und dem Begleitgremien.
00:30:01: Also den Empfehlungen der Fachexperten wenn man so will.
00:30:05: Und trotzdem haben sie sich quasi dem Bürgerentscheid angeschlossen.
00:30:10: Ich glaube dass das Einfluss gehabt hat denn auch verständlich.
00:30:13: die Stadträte sind ja von der Bevölkerung gewählt.
00:30:16: Grundsätzlich sind das ja die Vertreter der Bevölkerung, kann man schon so sehen.
00:30:22: Also wenn sie wieder gewählt werden sollten dann sollten Sie im besten Fall natürlich auch das was die Bevölkerung möchte auch transportieren.
00:30:30: von daher denke ich schon dass es einen Zusammenhang gibt.
00:30:33: deshalb bin ich auch tatsächlich froh dass das in dem fall zusammen passt sonst hätte sich wieder die Bevölkerungen so gefühlt als würden sie in der politik nicht gehört werden und das wäre wiederum auch schade denn da sehe ich auch schon Politiker als Vertreter genau der Bevölkerung.
00:30:48: Tolle Sache, dass das alles so stattgefunden hat!
00:30:51: Ich weiß wir haben vor gut zwei Wochen telefoniert und haben uns für heute verabredet wenn denn die Entscheidung positiv ausgeht.
00:31:00: insofern bin ich super froh, dass alles geklappt hat und wie uns hier heute treffen konnten.
00:31:05: Wie geht es denn nun weiter?
00:31:06: Was sind die nächsten Schritte?
00:31:09: wann soll gebaut werden?
00:31:12: wird die Brücke fertiggestellt sein nach der heutigen Planung?
00:31:15: Genau, es geht jetzt eigentlich sofort weiter.
00:31:17: Wir sind also schon in den nächsten Terminen verabredet mit der Stadt in der weiteren Planung.
00:31:22: Genau wir müssen ja jetzt in die weiteren Planungsstufen einsteigen.
00:31:26: auch eine genehmigungsfähige Brücke sozusagen fertig planen.
00:31:29: das ist ja jetzt so ein wenn man gesagt drei Sattel vor Anwurf da ist schon viel gemacht worden aber natürlich noch nicht alles abgestimmt.
00:31:36: und dann Geht zweite Ausführungsplanung, Ausschreibungen.
00:31:39: Gedacht ist dass der Baubeginn achtundzwanzig beginnt damit man dreißig, einundreißig spätestens die Brücke zur Nutzung hat.
00:31:48: das ist ein sportlicher Schiene.
00:31:51: ich weiß ganz oft wird gesagt bei den chinesen geht es ja alles viel schneller.
00:31:55: leider sieht man ja oft immer nur den zeitraum wenn gebaut wird und so weiter.
00:31:58: da wird bei uns auch sehr schnell gehen Das ganze davor oft tatsächlich Planung usw.
00:32:03: Es braucht auch ein bisschen Ja, Abstimmung.
00:32:06: Das sind so viele Stakeholder.
00:32:07: Wir haben ja nicht nur eine Brücke wo nur irgendwie eine Verkehrsart drüber geht.
00:32:11: es gehen hier alle Verkehrsarten rüber.
00:32:13: wir haben ne Tram mit Oberleitung Wir haben auch noch eine Fernwärmetrasse, wir haben eine Trinkwasser-Trasse.
00:32:18: da geht also einiges drüber.
00:32:20: das muss schon passend angeordnet werden und im besten Fall soll die auch länger halten als die Vorgängerbrücke.
00:32:27: Also wir reden über einen Bauwerk.
00:32:28: Zielgröße sind bei uns hundvierzig Jahre dass diese halten sollen Von daher will das schon wohl überlegt sein und daher ist es für uns umso wichtiger, dass also auch nicht irgendeine Brücke da steht.
00:32:38: Denn für diesen Zeitraum sollte man sich schon Zeit genommen haben.
00:32:41: Deshalb bin ich auch ein bisschen dankbar dafür, dass die sich im Stadtrat entschieden haben dafür eine Mehrfachbeauftragung zu machen mit qualifizierten Vorschlägen, die also nicht nur in Striche oder Ideen haben.
00:32:52: Die sind alle statisch berechnet worden – die Brücken!
00:32:55: Alle vier Beiträger.
00:32:57: Das ist auch ein wesentliches Teil, wir reden über eine Brücke mit hundertzwanzig Meter Spannweite.
00:33:02: das macht man nicht mal eben so.
00:33:04: da gibt es dann auch wiederum nicht so viele Büros die das dann können?
00:33:07: Das ist Ingenieursbaukunst!
00:33:08: Das darf man nicht vergessen.
00:33:09: Dann danke ich dir ganz herzlich für das Gespräch an und ich wünsche dir und euch natürlich alles Gute für das Projekt und auf dass die Dresdnerinnen und Dresden bald ...fertige neue Brücke erhalten, die dann hoffentlich auch... ...hundertvierzig Jahre hast du gesagt hält.
00:33:27: Ich habe irgendwo gelesen, die sollte... ...Hundertvierzig Millionen kosten.
00:33:31: Das wäre dann jedes Jahr eine Minde, ne?
00:33:35: Aber ich habe auch irgendwo gelesend das es wahrscheinlich ein bisschen teurer werden könnte.
00:33:39: Also bisher in unserer Kostenberechnung sind wir drin in diesem Rahmen etwas günstiger.
00:33:44: Man kennt ja, wenn man an die Tankstelle geht, da ändern sich die Dieselpreise auch jeden Tag.
00:33:48: Damit ist das genau so schwer vorherzusehen wie die Stahlpreise sich entwickeln.
00:33:52: Genau!
00:33:53: Das kommt dann immer darauf an ob du vor zwölf oder nach zwölff planst.
00:33:58: Und das war der Architekturfunk.
00:34:00: ich danke euch ganz herzlich fürs Zuhören und Ich möchte euch schon gleich mal die Folge der kommenden Woche ans Herz legen.
00:34:07: Die erscheint nämlich schon am siebzehnten neunten und dort spreche ich mit Professor Dr.
00:34:13: Martina Baum von der Uni Stuttgart, der Architekturschoralistin Amber Saja und dem Architekten- und Fotografen Wilfried Dächau über Stuttgard – und ob die Stadt sich eigentlich noch immer selbst abreißt!
00:34:28: Ich freue mich wenn ihr wieder mit dabei seid und wenn euch unser Kanal gefällt dann aktiviert die Glocke und teilt eure Begeisterung gerne mit uns und allen die ihr kennt.
00:34:38: Danke und tschüss!
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