#216 – Dr. Max von Bredow, MvB Baukultur – Besser bauen, besser leben
Shownotes
Dr. Max von Bredow, Immobilienentwickler und Unternehmer, verbindet mit seinem Unternehmen „MvB Baukultur“ wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte des Bauens. Der promovierte Maschinenbauer kam über seinen Schwiegervater zur Projektentwicklung und entwickelte daraus ein Geschäftsmodell, das Baukultur nicht als Zusatz versteht, sondern als Grundlage. Von Bredow setzt auf Nutzungsmischung statt Monofunktion: Wohnen, Arbeiten, Gastronomie, Pflege, Co-Working – alles unter einem Dach, alles im selben Quartier. Seine Winkelbauerhöfe in Holzkirchen zeigen, wie weit das gedacht werden kann: Inklusionscafé, Geothermie, Holzbauweise, Caritas-Tagespflege, Lastenfahrräder und ein Stellplatzschlüssel von 0,7. 80 Wohneinheiten, zwei noch verfügbar. Seine Lieblingsfrage: "Wann hast du das letzte Mal jemand zufällig in deinem Wohnzimmer kennengelernt?" Die Antwort erklärt alles und warum die Qualität der Zwischenräume über das Gelingen eines Quartiers entscheidet. Ein Gespräch über Bürgerbeteiligung als Planungsinstrument, soziale Bodennutzung, den Quartiersverein als Partyverantwortlichen und die Frage, warum besser bauen immer auch besser leben bedeutet.
Max von Bredow Baukultur https://www.mvb-baukultur.de/
Baukulturtag MvB https://www.baukulturtag-mvb.de/
Heinze https://www.heinze.de/
Heinze ArchitekTOUR PROJECTS26 https://architektour.heinze.de/
Transkript anzeigen
00:00:00: Eine Lieblingsfrage habe ich, wann hast du das letzte Mal jemand zufällig in deinem Wohnzimmer kennengelernt?
00:00:06: Er natürlich noch nie.
00:00:07: Weil da ist ja deine Wohnungstür dazwischen und die ist zu!
00:00:09: Du lernst erst jemand Zufälle kennen wenn du deine Wohnung verlässt und deswegen ist diese Qualität der Begegnungsräume oder Zwischenräume einfach so immens wichtig für das soziale Leben.
00:00:27: Ihr hört den Architekturfunk, die Episode twohundertsechzehn.
00:00:31: Und heute spreche ich mit einem Immobilienentwickler der sehr erfolgreich unterwegs ist weil er im Gegensatz zu vielen Akteuren am Markt den Menschen ins Zentrum seiner Ideen stellt und dem die öffentlichen Räume und gemeinschaftlichen Aktivitäten ebenso wichtig sind wie der individuelle Wohnraum selbst.
00:00:51: Dr.
00:00:51: Max von Bredo herzlich willkommen im Architektorfunk!
00:00:55: Danke für die Einladung.
00:00:57: Du bist über Umwege in die Projektentwicklung gekommen, hast eigentlich Maschinenbau studiert und auch im Maschinnenbau promoviert.
00:01:04: Was war das Thema deiner Dissertation?
00:01:07: Bewertung der Wirtschaftlichkeit und des Risikos von Wertschöpfungskonfigurationen in der Automobilindustrie.
00:01:14: Okay, gibt es da Parallelen vielleicht in dein jetziges Geschäft?
00:01:19: Ja, gibt es tatsächlich weil wir als Immobilienprojekt Entwickler ja auch sehr viele Partner haben Lieferanten haben und das wird alles über Verträge geregelt.
00:01:30: Also wir haben Architekten, wir haben Planer Wir haben Handwerker Und es läuft viel über Verträge und in der Dissertation ging's auch darum wie man klug diese Verträge gestalten kann damit auch Risiko auf eine gerechte Art und Weise verteilt wird.
00:01:46: Wie bist du zum Bauen gekommen?
00:01:48: zur Immobilienentwicklung?
00:01:50: Die Wahrheit ist wahrscheinlich so über meine Frau.
00:01:53: Mein Schwiegervater hat die Quest-Immobilien gehabt, der hat ursprünglich ein Unternehmen gehabt – die Wärndl-Büro-Möbelfabrik hat sie dann verkauft und hat dann Family Office gegründet.
00:02:03: Und ein Teil davon war die Questimmobilien.
00:02:07: Mit der Questimmobilen hat er Gebäude saniert und gebaut.
00:02:12: Das hat mich dann fasziniert und da bin ich mit eingestiegen.
00:02:16: Hast du nach dem Studium, nach der Promotion auch in deinem Beruf gearbeitet?
00:02:21: Nein.
00:02:22: Also ich habe an der TU München promoviert und das ist so... Du schreibst jetzt nicht nur an deiner Doktorarbeit.
00:02:29: Du machst relativ viele Industrieprojekte also du gehst raus in die freie Wirtschaft berätst Unternehmen.
00:02:35: Ich hab viel im Bereich Produktionsmanagement Fabrikplanung gemacht.
00:02:38: Das heißt wir haben Fabriken optimiert Wir haben Produktionsabläufe ... optimiert.
00:02:43: und ja da würde ich schon sagen, dass ich auch als Doktorand wirklich berufstätig war.
00:02:49: Und danach bist du aber dann direkt ins Unternehmen eingestiegen?
00:02:52: Ich glaube, das war im Jahr zwei Tausendzehn.
00:02:55: Was
00:02:56: waren so die größten Herausforderungen oder die größte Hürde für dich... Oder gab es die gar nicht?
00:03:02: Doch die größt hürde ist, dass sich natürlich erstmal fachfremd war.
00:03:05: Also ich muss mich ja in alles rein abdeiten und mir das selber erarbeiten.
00:03:09: Das hat mir aber gleichzeitig viel Spaß gemacht, Ich bin ein ganz guter Autodidakt, dass ich mir das dann in selbe erschließe.
00:03:15: Und ich lerne einfach auch wahnsinnig viel darüber, dass sich einfach Fragen stelle.
00:03:20: Das habe ich mir schon immer so angewöhnt Auch in meiner Zeit als Doktorand wenn wir Unternehmen beraten haben.
00:03:26: jeder Produktionsprozess ist ja anders Man kann nicht alles wissen.
00:03:29: also fragt mal einfach und übers fragen kann man finde ich sehr schnell und sehr effizient lernen, man darf nur keine Angst davor haben eine Frage zu stellen.
00:03:39: Und was war für dich so die größte Würde?
00:03:41: Wie größte Herausforderung?
00:03:43: Ich habe gar keine Ahnung gehabt am Anfang.
00:03:44: ja ich wusste nicht mal was die Hauer Irrsinn und was eine Leistungsphase ist und was ein Leistungsverzeichnis ist.
00:03:49: also fängst einfach komplett bei null an.
00:03:54: gehört auch ein bisschen Mut dazu?
00:03:56: Ja
00:03:56: da gehört Mut dazu das stimmt.
00:03:59: Und du weißt natürlich auch nicht so gut, ob du jetzt richtig entscheidest.
00:04:03: Du hast ja einfach null Erfahrung und das Projekt in Bayern war eines meiner ersten Projekte und... Das ist ein Grundstück, das waren sixty-fünf tausend Quadratmeter direkt anschließend an einen Kloster, einen Augustiner Gauhernspift und da prägst du natürlich den ganzen Ort.
00:04:19: Und dann habe ich mir schon manchmal gedacht, ist es jetzt richtig was ich hier eigentlich mache?
00:04:23: Ich hab mich sehr viel auf meine Intuition verlassen und auf mein Gefühl und das war auch goldrichtig!
00:04:28: Du hast auch relativ schnell dann den Firmennamen geändert von Quest Immobilien zu Quest Baukultur, dem du dann in den Geschäfteanteile übernommen hast und die Geschäftsführung eingestiegen bist.
00:04:41: Warum war dir das wichtig, die Baukultur im Firmenahmen zum Ausdruck zu bringen?
00:04:46: Also erst dieses Quest Immobilen ist ja irgendwie nichts sagen des sperriges Wortes – da kommt aus meiner Sicht gar nix drüber!
00:04:55: Und das Thema Baukulture fand ich... schon immer faszinierend mit den Aspekten Ökonomie, Ökologie, Soziales.
00:05:05: Gute Gestaltung und Prozessqualität.
00:05:07: Damit bin ich irgendwie total in Resonanz getreten und hab mir gedacht ja genau das ist es, das muss man machen und habe dann entschieden dass wir das mit in den Namen aufnehmen um da auch einfach ein Signal nach außen zu setzen.
00:05:19: Seit twenty-zweiundzwanzig heißt das Unternehmen Max von Bredo Baukultur und du hast ja einen Namen dadurch gemacht, dass du eben auch baukulturelle Belange als Teil deiner Projektentwicklung oder auch als Teil seines Geschäftsmodells annimmst.
00:05:36: Und umsetzt.
00:05:37: was sind denn die Prinzipien einer guten Baukultur?
00:05:41: Die Aspekte, die ich gerade genannt habe und es sind ja konkurrierende Ziele also zum Beispiel Ökonomie, Ökologie ist oft Konkurrierendes Ziel, weil Ökologie kostet heutzutage meistens einfach Geld.
00:05:55: Und das Spannende ist dass wir versuchen alle fünf Aspekte möglichst gut zu erfüllen also wir konzentrieren uns nicht auf einen den möglichst gutzumachen sondern alle fünf möglichst gut erfülle.
00:06:06: und da muss natürlich Kompromisse eingehen und muss schauen wo kann ich mit was möglichst viel erreichen?
00:06:13: und du musst natürlich alles parallel und gleichzeitig auf dem Radar haben.
00:06:17: Und du musst es natürlich auch ins Planungsteam rein tragen und in dein eigenes Team reintragen, dass das wirklich jeder versteht.
00:06:24: Und wir haben auch eine Baukulturmatrix anhand der wir jedes Projekt bewerten.
00:06:29: Also, wir schauen uns nicht nur an ist das Projekt im Budget?
00:06:31: Ist es ein Projekt in Zeitplan sondern auch wie gut erfüllen wird die Projekte... ...die Aspekte der Baukultur in diesem Projekt und da versuchen wir uns natürlich auch von Projekt zu Projekt zu verbessern.
00:06:41: Hier
00:06:42: sitzen wir jetzt in deinen Büroräumen in der alten Spinnerei Kolbamoor, ein echt großes Industrie-Areal.
00:06:50: Ehemaliges industriell.
00:06:52: Ich weiß gar nicht wie groß es ist.
00:06:53: Hundertauszigtausend Quadratmeter?
00:06:55: Hundertaufzigtaußen
00:06:56: Quadratmetern das ihr entwickelt habt.
00:06:59: ich glaube noch mit der Quest hat es begonnen und... Alleine hier stehen zahlreiche Gebäude, Bestandsgebäude die unter Denkmalschutz stehen.
00:07:08: Es gibt aber auch jede Menge Flächen wo auch Neubauten entstehen noch entstehen aber eben auch in der Vergangenheit entstanden sind.
00:07:16: Aber das was den Charakter dieses Viertels ausmacht ist eigentlich diese Nutzungsvielfalt.
00:07:22: Vielleicht kannst du dazu einfach mal wissen was erläutern oder erklären wie das hier entstanden und gewachsen ist.
00:07:29: Ganz Kölbermoor ist ja durch diese Baumwollspinnerei entstanden.
00:07:32: Also hier war zuerst eine Fabrik und dann hat man Menschen für die Fabrike gebraucht, hat dann Werksiedlungen gebaut um hier Menschen anzusiedeln, um den auch ein bezahlbares Zuhause zu geben.
00:07:43: Auch diese alte Werksedlung ist sehr spannend weil sie wirklich gut gemacht ist.
00:07:46: das haben die damals schon wirklich einfach klug durchdacht.
00:07:50: Und die Baumwollen Spinnerei ist aber niedergegangen und wurde geschlossen.
00:07:56: Also man kann nicht mal sagen in einem schlechten Zustand, das war eine Ruine.
00:07:59: Und es ist natürlich für den Platz sehr schwierig wenn der Grund warum ich eigentlich existiere des Herz einer Ruine ist.
00:08:06: Das war furchtbar und zwar auch die ganze Stadt in keinem guten Zustand.
00:08:11: Und damals hat dann mein Schwiegervater, der Klaus Werndl zusammen mit seinem Bruder das Areal gekauft und haben hier angefangen ein Konzept zu entwickeln und zu sanieren.
00:08:20: Die haben jetzt eine Studie in Auftrag gegeben wie viel Büroraum in Kolbermoor gebraucht wird und dann kam raus also null Quadratmeter Büroraum braucht man in Kolbenmoor.
00:08:31: Erstaunlich, dass jetzt Zechtausende Quadratmeter
00:08:35: genutzt
00:08:35: sind.
00:08:36: Wir haben ja hier alles!
00:08:37: Also wir haben Büros, wir haben Dienstleistungen und Physiotherapeutinnen, die du dir überhaupt vorstellen kannst... Wir haben Start-ups, wir so Softwareunternehmen also quer durch die Bank und wir haben das mal überschlagen.
00:08:51: Wir habe heute mehr Arbeitsplätze in der alten Spinnerei als damals zur Zeit von der Fabrik Und gleichzeitig leben hier natürlich auch viele Menschen.
00:08:59: Genau!
00:08:59: Das Schöne ist, bei dieser Durchmischung die du angesprochen hast... Hier ist immer was los.
00:09:03: Also hier ist unter der Woche tagsüber etwas los weil hier Menschen arbeiten und hier ist aber auch morgens und abends oder am Wochenende etwas los.
00:09:09: Weil hier Menschen leben und das macht dieses Quartier.
00:09:12: Weil es auch einen
00:09:12: Kulturengastronomie-Angebot gibt?
00:09:14: Ja, also Gastronomie spielt eine riesengroße Rolle.
00:09:17: Da haben wir vorne den Italiener, den Giuseppe.
00:09:19: Der war von Anfang an da und da treffen sich einfach alle.
00:09:23: Also der Giusepe weiß alles was hier im Quartiere los ist Wenn du wissen willst, wenn du die neusten News brauchst.
00:09:29: Der Griecher
00:09:29: aus der Lindenstraße.
00:09:30: Genau!
00:09:31: Also er weiß alles und es war auch am Anfang so.
00:09:34: in Rosenheim gibt's das Herbstfest also ist so das große Volksfest hier und dann hat er während dem Herbst fest hat er zugemacht und Urlaub gemacht und dann haben die Einzelhändler aus dem Quartier gesagt des geht nicht du darfst nicht zumachen weil wenn du zumachst dann kommen viel weniger Leute und da machen wir weniger Umsatz.
00:09:49: jetzt hat er sowieso immer die ganze Zeit offen aber da merkt man sehr gut wie das alles zusammen hängt eine des Anderen befruchtet und auch Menschen dann hierher zieht in dieses Stadtgebiet.
00:10:02: Kannst du ein Rezept nennen oder?
00:10:05: Idee, wie man das schafft eben diese Vielfalt hierher zu bringen.
00:10:09: Wenn am Anfang gar nichts da ist und jetzt also man kann sich das natürlich nur vorstellen wenn man hier mal so ein bisschen übers Areal gelaufen ist aber wie viele Unternehmen hier sich angesiedelt haben?
00:10:19: Wie viele Wohnungen hier entstanden sind und was das einfach für einen Hotspot plötzlich war.
00:10:23: Ein neues Zentrum vielleicht oder ein altes neues Zentum für Kölbermore geworden ist.
00:10:28: Ja ich sage immer eine Erreiterung des Zentrums, das eigentliche ursprüngliche Stadtzentrum.
00:10:33: Das ist ja direkt neben uns.
00:10:34: Wir sagen immer Missionen mischen.
00:10:37: Also diese Mischung ist total wichtig, dass ich nicht reines Wohnen habe, also in der Schlafstadt und auch nicht reine Gewerbe hab'.
00:10:43: Ich folge immer so gerne diesem Bild einer richtigen Stadt.
00:10:47: Du brauchst es dir ja nur vorstellen eine lebendige Stadt ob das jetzt in Deutschland ist oder in Spanien oder Italien oder wo auch immer Frankreich.
00:10:55: Ich bin auch einer der dann im Urlaub das so analysiert.
00:10:58: warum funktioniert jetzt dieser Ort?
00:11:00: Warum ist jetzt gerade hier viel los?
00:11:03: Weil wir können über Städtebau und Architektur die Voraussetzungen schaffen, dass Menschen sich begegnen.
00:11:10: Dass es ein gutes Miteinander ist und das da Lebendigkeit ist.
00:11:13: Das ja auch der Leitsatz unseres Unternehmens besser bauen, besser leben.
00:11:17: Also eine Wohnung mit vier Wänden bauen – das können ganz viele!
00:11:20: Die Frage ist nur was ist mein Beitrag für ein besseres Leben?
00:11:23: Und wie funktioniert das?
00:11:27: Ich habe eine Lieblingsfrage.
00:11:32: in deinem Wohnzimmer kennengelernt.
00:11:34: Ja natürlich noch nie, weil da ist ja deine Wohnungstöder zwischen und die ist zu!
00:11:38: Du lernst erst jemanden zufällig kennen wenn du deine Wohnung verlässt also im Treppenhaus oder dann im Zwischenraum zwischen Gebäuden.
00:11:46: Und wir kennen das, du gehst aus deiner Wohnung raus, gehst ins Treppen Haus des Treppenhauses furchtbar, du willst schnell weiter du gehest raus Dann ist da irgendwie so ein furchbarer Spielplatz eine blaue Schraube mit einem gelben Pferd drauf und dann gehst du einfach schnell weiter und willst dann nicht bleiben.
00:12:00: dann lernst du natürlich auch nicht deine Nachbarn kennen.
00:12:02: Ist völlig klar.
00:12:03: und deswegen ist diese Qualität der Begegnungsräume, der Zwischenräume die es einfach so immens wichtig für das soziale Leben weil nur da lernen wir andere kennen, nur da bauen wir Verbindungen auf und dafür ist auch Gastronomie so wichtig egal ob das Giuseppe in Kröbermoor ist oder dass das Klostercafé in Bayern ist.
00:12:21: Da verweilen ja dann die Leute und da sieht man ah der der der und lernt jemand Neues Kennen.
00:12:27: Es gibt ein weiteres Projekt, ihr habt ja eine Vielzahl von Projekten mittlerweile schon realisiert.
00:12:32: Die Winkelbauerhöfe und dort werbt ihr mit dem Slogan Sie kaufen keine Wohnung sie kaufen das Leben dass sie gerne hätten.
00:12:41: Das ist sehr selbstbewusst aber wenn man darüber nachdenkt trifft es auch genau.
00:12:47: also die Projektentwicklung über den eigentlichen Wohnraum hinaus zu betreiben Dort eine Aufenthaltsqualität auch in den Zwischenräumen oder in den Übergängen zu schaffen, ist ein Aspekt, den leider viele in der Branche nicht auf dem Schirm haben.
00:13:06: Ja es ist ein absolut mutiges Projekt auch weil wir sagen immer mit jedem Quartier einen Schritt weitergehen und das noch besser machen.
00:13:15: Und jetzt haben wir bei den Winkelbauer-Höfen einen Inklusionscafé Co-Working Space, wir haben Yoga-Raum.
00:13:22: Wir haben Gästezimmer und Tagespflege.
00:13:24: Wir sind betreute Seniorenwohnen.
00:13:25: Wir hatten eine Fahrradwerkstatt, Karsharing, Bikesharing, Lastenfahrräder.
00:13:30: Das ist alles in Holz gebaut.
00:13:32: Gemeinschaftsgarten, Gartenlaube... Wir haben an die Geothermie angeschlossen, wir hatten ein Fotobolteig auf dem Dach.
00:13:38: Also du hast da einfach alles drin, was dir gerne hättest?
00:13:43: Was ich gerne hätte, weil ich baue es immer so, dass ich sage, da würde ich auch gerne leben!
00:13:47: Und die Kunden geben uns recht.
00:13:49: Also wir hatten achtzehn Wohneinheiten und das ist ja jetzt wirklich nicht die allerleichteste Phase gerade in der Immobilienbranche, und wir haben noch zwei Wohnungen übrig nach einem Jahr Vertrieb.
00:13:58: Und das Projekt muss man vielleicht noch kurz dazu sagen falls es eine Interessent oder ein Interessentin für die letzten beiden Wohnungen gibt?
00:14:04: Das Projekt ist in Holzkirchen
00:14:07: bei München.
00:14:07: In HolzkIRCHEN und haben in Holzkirchen auch S-Bahn Anschluss.
00:14:11: also da lohnt sich das auch wirklich mit dem Mobilitätskonzept zu arbeiten.
00:14:15: Der Stellplatzschlüssel ist auf Nullkommersiven-Stellplätze reduziert, also es hat nicht mal jede Wohnung einen eigenen Stellplatz und das wird super gut angenommen.
00:14:24: Und die Menschen sagen wir kaufen die Wohnung genau deswegen, genau wegen diesem Quartierskonzept weil wir genau das wollen, weil wir mit anderen in Gemeinschaft bewusst zusammenleben wollen.
00:14:36: Das freut uns natürlich, weil wenn du sowas startest und machst dann weißt ja auch nicht so ganz genau ob das funktioniert.
00:14:43: Aber das ist wirklich brutal gut angenommen und das ist jetzt auch so unser Prototyp für die nächsten Quartiere, die wir bauen.
00:14:51: Schafft ihr es jetzt beispielsweise bei diesem Projekt?
00:14:53: Bei den Winkelbauerhöfen auch einen Generationsübergreifen des Wohn- oder Lebensangebot zu bieten?
00:15:00: also wie steuert ihr das dass eben nicht nur Familie mit Kindern dort einziehen sondern vielleicht auch was für Senioren dabei ist, was für Singles dabei ist ,was für Pärchen dabei ist?
00:15:09: Also da gibt's zwei Aspekte.
00:15:11: der eine Aspekt sind mal die Wohnungsgrößen.
00:15:14: Also wir haben auch ein und zwei Zimmer-Appartments, wir haben drei und vier Zimmer ist ja klar mit einer Familie brauchst du eher die vierzimmer Wohnung.
00:15:21: eine kleine Familie älteres Ehepaar nimmt die drei Zimmerwohnungen junge Menschen eher Zweizimmerwohnung oder auch mal einmal Einzimmer-Apartment Und dadurch kriegst du automatisch schonmal ne gute Mischung.
00:15:32: Dann haben wir fürs Quartiersmanagement und für das betreutes Seniorenwohnen haben wir die Karitas mit im Quartier.
00:15:40: Also du kannst dich bewusst im betreuten Seniorenwohnen mit einbuchen und kannst dort Pflegeleistungen dazu buchen.
00:15:48: Und es ist aber so, wenn du im Quartier lebst, zeige ich mal in einer anfangsstrichen normalen Wohnung dann kannst du bei der Karretas natürlich auch anfragen und sagen du ich habe jetzt hier noch... Ich brauche da ein bisschen Unterstützung.
00:16:00: wäre das möglich?
00:16:01: Und es wird in den allermeisten Fällen gut möglich sein, weil die ja eh schon im Quartier sind und da eh schon ihre Station haben.
00:16:07: Und wir schätzen auch viele Leute, weil sie wissen ich kann sehr, sehr lange in diesem Quartiere wohnen bleiben wenn ich älter werde.
00:16:14: Ich muss dann nicht irgendwie umziehen ins Seniorenwohnheim oder in einen anderen Stadtteil sondern ich kann hier bleiben und das ist für viele Menschen total viel wert.
00:16:23: Was sich überall gefunden habe ist dass ihr immer Beteiligungsveranstaltungen initiiert um die Bevölkerung auch mit zu beteiligen, natürlich auch um Interesse zu wecken aber auch eine maximal mögliche Verzahnung herzustellen.
00:16:40: Wie sind deine Erfahrungen aus diesen Veranstaltungen?
00:16:43: Ich habe gelesen teilweise dass die Säle immer ausgebucht sind, dass da zweieinhalb bis zweihundertfünfzig Leute dann vor Ort sind und natürlich alle super interessiert sind.
00:16:52: Gelingt es die Leute da abzuholen an dem Punkt für die Sache zu begeistern?
00:16:57: Ja, auf jeden Fall.
00:16:58: Also Bürgerbeteiligung habe ich gelernt das erste Mal von Michael Pelzer.
00:17:02: der war Bürgermeister in Bayern.
00:17:04: Bürgerbetteiligung war für ihn ein Riesenthema und im Ganzweiern ein Riesenthema.
00:17:09: Und deswegen war es klar dass wir in Bayern dann für den Klosteranger zum Beispiel für die Mehrgenerationen wohnen auch eine Bürgerbedeiligung machen.
00:17:16: Für uns Projektentwickler ist Bürgerbesteiligung erst mal anstrengend weil wir öffnen uns.
00:17:23: ja.
00:17:24: also Ich gehe dahin als Max van Breedow Stell mich vorne hin und sag, ich bin's.
00:17:30: Wir bauen das jetzt!
00:17:31: Und ich will eure Gedanken dazu hören und eure Ideen... ...und ich gebe dadurch ja massiv an Kontrolle ab.
00:17:39: Aber da kann ja alles kommen.
00:17:40: Ich kann es nicht kontrollieren was da passiert.
00:17:42: Erlebst
00:17:43: du das auch?
00:17:43: Also erlebst du auch massive Kritik oder Anfallnungen?
00:17:46: Welken.
00:17:47: Das gibt´s.
00:17:48: manchmal aber ist es so dass die ganz große Mehrheit der Menschen das ja total gut findet.
00:17:54: Die sagen, hey wir finden es mega, dass da einer kommt und dass wir mitreden dürfen und dass er sich auch vorstellt als unser Nachbar und dass ich den anreden kann und mit dem darüber diskutieren kann und der mich nicht nur informiert sondern wirklich da integriert in diesen Planungsprozess.
00:18:12: Und wenn da einer dabei ist, der sich jetzt irgendwie aufführt Dann kommen neunundneinzig Prozent der anderen, nämlich und sagen hey übrigens ich bin da anderer Meinung.
00:18:22: Ich finde es total gut dass wir das zu machen und ich bin dankbar für das dieser Prozess so gestartet wurde.
00:18:27: also das reguliert sich dann von selber und ist auch immer ein ganz schönes Erlebnis muss man sagen.
00:18:34: Und klar manche Leute haben auch so ein bisschen Vorurteile die sagen jetzt kommt davon Bredo Immobilien Projekt Entwickler und wenn sie mich persönlich kennenlernen und abends noch einen Bier mit mir trinken dann merken die das ich auch nur ein Mensch bin und dass man mit mir ganz normal reden kann.
00:18:49: Und das ich natürlich auch auf alle Rücksicht nehme, auf alle Interessen und Ängste.
00:18:54: Es gibt ja auch immer viele Ängsten die verbunden sind.
00:18:57: wenn wir einen Quartier bauen ist er dann immer größer.
00:18:59: es gibt mehr Verkehr wird die Nachbarschaft verschattet sehe ich die Berge nicht mehr.
00:19:05: was passiert jetzt mit der Wiese?
00:19:06: wird komplett zubetoniert.
00:19:08: also du kannst dir relativ schnell in deinem Kopf totales Negativszenario zusammenbrauen Und es ist auch ganz klar, dass dann die Menschen plötzlich Angst haben.
00:19:20: Und da ist es viel besser in Dialog zu gehen und darüber zu reden und so sagen okay welche Ängste hast du wirklich?
00:19:26: Was ist dir wichtig?
00:19:27: Wie können wir das lösen?
00:19:28: Natürlich ist es nicht so, dass du alle Wünsche aus der Bürgerbeteiligung erfüllen kannst – das geht auch nicht!
00:19:34: Du kannst auch nicht jedem komplett seine Ängsten nehmen aber du kommst schon ein richtig gutes Schritt voran.
00:19:40: Wir gehen ja damit im Ansatz hin, dass wir sagen hey wir selber sind nicht die Schlausten und unsere Architekten auch nicht.
00:19:46: Wir sind jetzt nicht diejenigen, die so wissen wie es am besten geht und ziehen dann das weiße Tuch weg sondern wir wollen von euch was über eure Bedürfnisse und euren Ort lernen.
00:19:56: Und in jeder Bürgerbeteiligung kommen so ein zwei drei Sachen wo du dir denkst wow cool da wären wir irgendwie selber gar nicht so drauf gekommen.
00:20:04: und man wird es auch gemacht.
00:20:06: also zum Beispiel ist Bad Fallenbacher Wohnzimmer im Tannenhof in Bad FallENBACH.
00:20:09: Das war ganz klar ein Ergebnis der Bürgerbedeiligung.
00:20:12: Ohne die Bürgerbeteiligung hätte es das Ding nicht gegeben.
00:20:15: Das ist ein Gemeinschaftsraum für den Ort, oder was ist das genau?
00:20:19: Es ist ein gemeinschaftsraum in diesem Quartier der komplett von uns ausgestattet ist mit Möbeln, Küche, Almond und Rang.
00:20:26: Und er ist nicht nur für die Menschen im Quartiere sondern auch für alle Waffenwacher, Bürgerinnen und Bürger – und sie können ihn nutzen!
00:20:34: War Idee aus der Bürgerbetteiligung weil die Menschen gesagt haben.
00:20:37: wir brauchen einen konsumfreien Ort.
00:20:39: Wir wollen nicht immer nur ins Café oder Wirtschaftshaus gehen und dann da Kapotino trinken und Kuchen essen, weil für manche das sozusagen auf Dauer auch zu teuer ist.
00:20:49: Und du kannst da auch nicht jede Veranstaltung machen.
00:20:51: Dadurch wurde das geboren!
00:20:53: Und wir hatten letztes Jahr zwei Hundert vierzehn Veranstaltungen im Bad Fallenbacher Wohnzimmer.
00:20:59: Also es hat mich selber dann irgendwie völlig vom Hocker gehauen, ich sag mega dass das so funktioniert wenn du so einen Raum zur Verfügung stellst wie die Menschen sich den dann aneignen und nutzen und da was draus machen weil wir hatten schon auch eine große Diskussion dann im Gemeinderat ob's das braucht oder ob das dann jemand benutzt oder ob der nur leer steht und die Menschen haben das voll gut angenommen Und wir haben jetzt schon viel mehr Buchungen als letztes Jahr.
00:21:24: Also es ist voll die Erfolgsgeschichte!
00:21:26: Was
00:21:26: du den Menschen gibst, ist ja so eine Art neue Identität auch für den Ort... ...für das Quartier und für das Ortszentrum oftmals.
00:21:36: Dein Geschäft ist es ja, die Wohneinheiten zu verkaufen.
00:21:41: Gibt es einen Punkt wo du sagst bis hierher begleite ich das?
00:21:44: Dann bin ich aber raus oder findet diese Form der Beteiligung vielleicht auf anderer Ebene oder auf anderer Art und Weise auch dauerhaft statt.
00:21:53: Also über den Fertigstellungstermin hinaus?
00:21:57: Ja, also wir machen ja die Hausverwaltung.
00:22:00: Wir kümmern uns dann weiter um die Gebäude weil mir das einfach wichtig ist.
00:22:04: wenn ich so eine Idee habe wie Nader Bethe anlegen oder was alles machen, dann will ich ja dass es in Zukunft auch ordentlich ausschaut und scheitest und dass das dann auch gut läuft.
00:22:15: Und es ist genau dieser Gedanke des besser bauen besser leben.
00:22:18: Wir wollen ja positiven Einfluss auf das Leben der Menschen in dem Quartier nehmen und dazu müssen wir natürlich vor Ort bleiben.
00:22:25: Und Hausverwaltung reicht dafür nicht, dass das Haus Verwaltung ist was sehr deutsches.
00:22:31: es gibt dann einen Verwaltungsbeirat und er prüft die Nebenkostenabrechnung Und dann schaut, ob alles genau abgerechnet ist.
00:22:39: Also als ich im Studentenwohnheim Grund habe, da gab es ja so ein Partyverantwortlichen.
00:22:43: Der hat gesagt heute Nachmittag gutes Wetter grillen und wer bringt das mit?
00:22:48: Dann haben wir uns alle getroffen!
00:22:50: Ich sage immer, wer ist der Party verantwortliche in dem Quartier
00:22:54: eigentlich?!
00:22:55: Das wie IG-recht gibt es nicht her, da wird nur einen Verwaltungsbeis abgewählt.
00:22:59: Deswegen gründen wir jetzt in allen Quartieren einen Quartiersverein.
00:23:04: Da kannst du dann aus dem Verein raus Leute wählen.
00:23:07: Also, du gibst ihnen eine Rolle und diese Rolle ist legitimiert weil er ja gewählt wurde.
00:23:12: also Du kannst sagen der kümmert sich um Außenanlagen Das ist der Carsharing verantwortliche.
00:23:18: das ist der Verantwortlich für den Co-Working Space Der ist verantwortlich für die Lastenfahrräder, der ist verantwürdig für ein Gemeinschaftsgarten.
00:23:25: Und so bindest du die Leute in dieses Quartier ein Gibst ihn eine Rolle, gibt sie eine Verantwortung Die managen dann ihr Quartier auch selber total gut.
00:23:37: Das ist mega und es funktioniert mit diesen Vereinen wirklich gut, das ist ein bisschen ein Aufwand aber das is'n total gutes Tool um da wirklich Leben reinzubringen und die Menschen in Verantwortung zu bringen... ...und einen Quartiert zu schaffen, dass gut läuft!
00:23:55: Ja und vielleicht eine Akzeptanz unter den Bewohnerinnen und Bewohnern
00:23:59: eher klar.
00:24:00: Und die müssen ja auch lernen so, dass das ihr Quartier ist und ihr Gebäude ist, dass es ihnen gehört und dass sie entscheiden was da jetzt passiert.
00:24:10: Das ist ja nicht mehr der Max von Bredo, der dann da entscheidet was da passiert sondern die müssen sich das aneignen, was das dann auch wirklich ihres isst und dass Sie das bespielen und das Sie entscheiden was hier passiert.
00:24:21: Und Sie legen auf die Regeln fürs Zusammenleben fest!
00:24:23: Es ganz entscheidend diese Aneignung der Räume und des Quartiers Total wichtig, dass das wirklich so meins ist.
00:24:32: Das funktioniert natürlich im Verkauf, im Eigentum besser als wenn es eine Kapitalanlage ist und die Wohnung vermietet wird aber nichtsdestotrotz bietet es ja auch die Möglichkeit dann eben für die Mieter dort mitzuwirken und ihr Umfeld mitzugestalten.
00:24:47: Ja, das ist der Vorteil an dem Verein weil ich kann im Verein sowohl Mietern als auch Eigentümer haben.
00:24:52: Und ja, die Eigentümer sind total wertvoll weil es auch deren Eigentum ist.
00:24:57: Es ist aber auch gut wenn der ein oder andere Eigentüm vermietet und man einfach mal einen Mieter mit dran hat.
00:25:03: Das tut der ganzen Sache auch total gut und dadurch ergibt sich eigentlich so eine ganz lebendige Mischung, die dem Ganzenquartier guttut und es ist wichtig dass die Leute sagen hey das mein Quartier so und es ist mir nicht egal was passiert, sondern mir ist das total wichtig wie das hier aussieht.
00:25:22: Wie wir zusammenleben?
00:25:23: Wie wird den Gemeinschaftsgarten bewirtschaften?
00:25:26: Wie wir mit den Lastenfahrrädern umgehen weil das macht am Ende einen riesengroßen Unterschied.
00:25:32: Die
00:25:33: Käuferstruktur Ist die eher regional oder sind es auch viele, sag ich jetzt einfach mal in klassiker Familien aus München raus gehen und dann eben im Umland Holzkirchen oder hier in Kolbarmor sich dann quasi ein Wohneigentum zulegen.
00:25:50: Sehr regional, wir bieten auch immer für die jeweiligen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, in der wir bauen einen Vorverkäufszeitraum an.
00:25:59: Also wenn ich jetzt in HolzkIRCHEN baue dürfen vier Wochen lang nur Holzkirchner Bürgerinnen- und Bürger eine Wohnung reservieren also die haben das erste Zugriffrecht weil wir sagen Wenn wir vor Ort bauen, bauen wir für die Menschen vor Ort Alles was die dann sozusagen in Anführungsstrichen übrig bleibt, das ist ja oft noch eine ganze Menge.
00:26:19: Da kann man jeder drauf zugreifen aber die bedienen wir mal als erstes.
00:26:23: Dadurch dass wir in den Quartieren Wohnungen haben und vom Wohnungsmix her so aufgestellt sind, dass wir eher kleinere Einheiten haben gibt es schon immer einen Anteil an Familien.
00:26:36: Aber das ist nicht das also jetzt so.
00:26:38: Familie mit zwei oder drei Kindern Das ist immer der kleiner Teil muss man sagen Weil für die gibt es total viele Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Rheinhäuser.
00:26:49: Wo die reingehen, die brauchen nicht unbedingt das Quartier?
00:26:51: Der Wohnraum ist ja nicht für jeden unbedingt erschwinglich.
00:26:56: Die Immobilienpreise sind relativ hoch – nicht nur in München oder natürlich auch ganz besonders im Umland.
00:27:03: Was gibt es dort für Wege- oder Möglichkeiten vielleicht doch zu vergünstigtem Wohnraum zu kommen?
00:27:10: Also was im Münchner Umland ja ganz stark genutzt wird, ist die soziale Bodennutzung.
00:27:15: Das heißt es werden planungsinnozierte Gewinne abgeschöpft.
00:27:19: also wenn sozusagen der Stempel drauf kommt auf den Bebauungsplan dann entsteht ja ein Wert und von diesem Wert zu Wachs muss ein Teil abgegeben werden.
00:27:28: Und da gibt's jetzt unterschiedliche Möglichkeiten damit umzugehen.
00:27:32: Wir haben zum Beispiel in Holzkirchen an die Gemeinde HolzkIRCHEN für günstige Wohnungen verkauft und die MAK-Gemeinde Holzkirchen hat sie im kommunalen Wohnraumförderprogramm finanziert, also die kriegen dann noch eine Förderung.
00:27:44: Und dadurch können diese Wohnungen sehr kostengünstig an ihre Bürger vermieten.
00:27:49: In der Gemeinde Wörze und auch in meiner Heimatgemeinde in Tuntenhausen machen wir das so dass es ein... Einheimischen Modell für Wohnungen gibt.
00:27:58: Das heißt, einheimische Können zu vergünstigten Konditionen eine Wohnung kaufen und dadurch bringe ich die auch in Wohnrägen tun.
00:28:06: Und es funktioniert ehrlich gesagt total gut und wird auch sehr, sehr gut angenommen.
00:28:12: Es schafft dann einfach eine gute Durchmischung in dem Quartier weil da jeder seinen Platz findet.
00:28:17: Was treibt dich denn persönlich an?
00:28:19: Was hat für dich den größten Anreiz?
00:28:23: Ich könnte mir vorstellen das ist einfach Wunderschönes Gefühl.
00:28:26: der Erfüllung ist, wenn man das schafft so ein Quartier zu entwickeln und zu etablieren.
00:28:31: Wo die Menschen sich treffen und wohl fühlen... Das ist ja fast nicht zu toppen!
00:28:36: Ja, also es ist total cool weil du siehst was du gemacht hast.
00:28:41: Bauen ist ja so befriedigend, weil das entsteht ja dann wirklich, das manifestiert sich ja dann dieses Gebäude und alles.
00:28:47: Also das macht mir total Spaß an dem Job.
00:28:50: Ich bin so'n unverbesserlicher Weltverbesserer.
00:28:55: Ich sage immer, das muss doch besser gehen.
00:28:58: Es muss doch schöner gehen und es muss doch irgendwie besser für die Menschen gehen.
00:29:01: Das ist mein Antrieb, dass ich die Welt des Bauens und des Wohnen und des Zusammenlebens einfach verbessere... ...und auch zeige, dass es auch anders geht.
00:29:10: Dass man auch andere Wege geben kann.
00:29:12: Und ich bin so angelegt, ich brauche Challenges!
00:29:15: Ich brauche einfach Herausforderungen.
00:29:17: Also einfach das zu machen, was du schon immer gemacht hast, das ist nicht mein Ding.
00:29:22: Da wird es mir zu langweilig werden.
00:29:23: Ich überlege immer, was können wir jetzt noch anders machen?
00:29:25: Was können wir besser
00:29:26: machen?".
00:29:27: Das ist irgendwie so ein Urantrieb in mir, den ich einfach brauche und das ist total gut wo ich da jetzt gelandet bin weil dann kann ich es voll ausleben und das macht mir total Freude auch wenn es natürlich viele Situationen gibt wo's echt anstrengend ist.
00:29:43: Weil du, das ist ja ein Kampf dadurch.
00:29:47: Durchs komplette Baurechten mit allen Gutachten bist du einen Bebauungsplan bekommen.
00:29:53: In Ostermünchen braucht man sogar einen Geruchskutachten weil der Bauernhof daneben ist.
00:29:57: dann planst du das dann baust du das anerkannte Regeln in der Technik dann brauchst du so eine Q&G Zertifizierung damit die Leute den günstigen Kristallinen bekommen.
00:30:05: Finanzierungen Du kämpfst dich durch so viele Sachen durch wo ich mir manchmal denke hey ich will doch einfach nur richtig richtig cooles Quartier bauen.
00:30:13: Warum muss ich denn diesen ganzen anderen Quark aus dem Raum auch machen?
00:30:16: Aber da habe ich das Glück, dass wir ein mega gutes Team haben.
00:30:19: Und irgendwie ist es bei uns dann auch so, wenn's irgendwie schwierig wird, dann denken wir alle ja und jetzt erst recht.
00:30:25: Irgendwie muss das funktionieren!
00:30:26: Ja, ich glaube, das ist die richtige Einstellung.
00:30:29: So, jetzt müssen wir aber noch über das Baukultur-Magazin sprechen und auch über den Baukulturtag, den du initiierst.
00:30:37: Das Magazin ist eine Zeitschrift, die ... Ich weiß gar nicht wie oft... Einmal im Jahr erscheint, ist wunderschön gemacht und aufbereitet.
00:30:47: Übrigens alles was so an Grafikbüchern zu den einzelnen Entwicklungsprojekten usw.
00:30:53: ihr erstellt das Magazin zeigt eigentlich auch genau dass worüber wir jetzt gesprochen haben nämlich sehr nahbare Lebens- und Erfahrungsgeschichten also es kommt auch sehr über diese persönliche Schiene einem baulichen oder architektonischen Kontext.
00:31:14: Wie kam es zu dieser Idee?
00:31:16: Also Baukulturmagazin und Baukulturtag sind so meine beiden Herzensprojekte, die ich verfolge.
00:31:22: Und das kam so dass wir werden viel gefragt von Bürgermeistern, Gemeinderäten, Grundstückseigentümern, Bauherren, die sagen hey guck mal wir haben da das Grundstuck was können man da machen oder wie könnte man das lösen.
00:31:37: Grundstück oder Projekt ist was für uns, wir suchen uns schon ganz genau aus.
00:31:41: Und ich habe dann total oft den Leuten gesagt ja schau doch mal in die Gemeinde oder dahin da haben sie das und das gebaut.
00:31:47: das würde dir bestimmt helfen wenn du das mal anguckst.
00:31:49: und dann hab' ich immer festgestellt die kennen das alles überhaupt gar nicht.
00:31:52: also die haben gar keine Vorstellung was es schon alles gibt und was man alles machen kann.
00:31:56: und dann werden total oft Projekte zerredet und irgendjemand sagt Ja das funktioniert ja nie das kann man doch so nicht machen.
00:32:04: dabei gibt's es schon an einem anderen Ort und die Idee Von Baukulturmagazin und Baukulturtag ist es, die Geschichten von guten und gelungenen Projekten zu erzählen, die schon realisiert wurden.
00:32:17: Also alles was du da siehst ist schon realiziert, ist ambitioniert, ist mutig – und kannst du dir selber als Vorbild nehmen!
00:32:24: Und du kannst auch mit den Leuten darüber sprechen wie sie das eigentlich gemacht haben….
00:32:31: Ja, da war die Bürgermeisterin aus Niederwärm.
00:32:33: Die hat da die neue Ortsmitte gemacht – ich glaube sie hat zwanzig Grundstücke zusammengekauft oder irgendwie sowas so eine absurde Anzahl um diese Ortsmittel zu schaffen.
00:32:42: und du denkst dir erstmal ja Gott das will denn diese ganzen Flussstücke wenn du damit jedem Eigentümer reden musst bis du das zamm kriegst?
00:32:48: Die meisten würden es gar nicht anfangen!
00:32:49: Und die steht aber auf der Bühne und die hat es gemacht und durchgezogen und die hatte dieses mega gute Ergebnis erreicht.
00:32:56: Und alle anderen Bürgermeister, die dann natürlich da drin sitzen und Gemeinderäte, die denken sich ja klar.
00:33:01: Wenn die das schafft, dann schaffen wir es doch auch!
00:33:04: Das ist genau das was wir erreichen wollen.
00:33:06: oder wenn jemand mehr Generationen gemacht hat, in Holzquartiere gebaut hat, Leben gebaut hat also alles was irgendwie Mut und Ambition verlangt Der steht dann vor dir auf der Bühne und sagt, wie er es gemacht hat.
00:33:21: Dann denkst du dir ja klar warum machen wir das eigentlich nicht?
00:33:24: Und das ist einfach ein ganz gutes Instrument und eine extrem starke Message um Menschen dazu zu bringen einfach mutige Sachen anzumachen.
00:33:35: Der Baukulturtag findet in diesem Jahr am zwanzigsten September statt.
00:33:40: kannst du schon was zum Line absagen?
00:33:43: wer wird dort mitwirken?
00:33:45: Wir haben wieder total spannende Ortsmitten, wir haben wieder Bürgermeister.
00:33:51: Wir haben Wiederarchitekten und Bauherden.
00:33:54: Das ist eine total coole Mischung.
00:33:56: Wir sind wieder Panels und auch ein eigenes Panel für Bürgemeister wo es um soziale Bodennutzung geht.
00:34:03: Wir hatten einen Panel für junge Architekten die alte Gebäude saniert haben.
00:34:09: also wieder eine total bunte Mischungen mit richtig coolen Leuten für jeden immer irgendwas dabei und es ist wie so ein Befehl, du hast auch total viel Auswahl.
00:34:20: Und du lernst total viele Leute kennen.
00:34:22: wir haben wieder eine Messe mit über zwanzig Messepartnern das heißt bei uns Freunde der Baukultur die da ausstellen von denen du was lernen kannst.
00:34:29: also du kannst soviel Connections aufbauen und sovielelernen und so einen extrem guten Tag haben.
00:34:35: Das ist eine Veranstaltung.
00:34:36: die hat extrem gute positive Energie.
00:34:40: Da gehen am Abend alle raus und sagen wo war das cool?
00:34:43: danke Das war inspirierend.
00:34:45: Jetzt habe ich wieder so richtig Bock und Mut, was bin zu packen?
00:34:48: Die Veranstaltung findet in München statt und wie kommt man an?
00:34:52: Tickets?
00:34:53: über unsere Webseite www.baukulturtag-mvb.de.
00:34:57: Da kannst du dir Tickets kaufen, geht ganz einfach online buchen und dann zum Baukulturtag kommen und den Tag genießen.
00:35:04: Super!
00:35:04: Vielen vielen herzlichen Dank für das Gespräch.
00:35:07: Max von Bredo und weiterhin viel Erfolg und viele gute Identitätsstiftende Projekte.
00:35:13: Danke schön!
00:35:15: Wenn
00:35:15: dir die Episode gefallen hat, dann schenke uns deinen Herz oder fünf Sterne, abonniere den Kanal, erzähle Freund und Kollegen davon und hinterlasse uns auch gerne einen Kommentar.
00:35:25: Wir freuen uns über Lob-und Anregungen.
00:35:28: Ich möchte dir auch noch... eine Veranstaltungsreihe von uns ans Herz legen, die womöglich auch in deiner Nähe stattfindet.
00:35:34: Die Heinze Architektur Projects-Sixundzwanzig.
00:35:37: Dort kannst du dich über aktuelle Projekte in einem ganz neuen Ausstellungs- und Präsentationsformat informieren.
00:35:44: Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den Länderarchitektenkammern an den jeweiligen Orten statt und ist natürlich kostenlos.
00:35:54: Die Termine sind am dritten neunten in Düsseldorf, am zehnten neunte in Hamburg, am siebzehnten Neunten im Basel, am vierundzwanzigneunten den Leipzig und am vierzehnten Zehnten in München.
00:36:07: Den
00:36:07: Anmeldeling
00:36:08: findest du natürlich ebenfalls in den Shownauts.
00:36:11: Danke!
00:36:12: Und bis denn kürze Architektur.
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