#214 – Lara Katscher, Werner Sobek AG - Das 1x1 der Bauphysik

Shownotes

Jedes Gebäude, das wir heute planen, ist der Bestand von morgen. Doch noch immer werden Gebäude geplant, als ob Klimawandel, Ressourcenknappheit und zirkuläres Bauen Sonderthemen wären – und nicht die Grundlage einer jeden Planung.

Lara Katscher, seit 2025 Vorständin der Werner Sobek AG, verantwortet dort die Bereiche Bauphysik, Nachhaltigkeit und Technische Gebäudeausrüstung. Das Unternehmen begleitet komplexe Bauprojekte von der Energiebilanzierung bis zur simulationsgestützten Klimaanpassung. Katscher begann 2016 als Werkstudentin und schaffte den Weg in den Vorstand in knapp zehn Jahren.

Ihr Ansatz: Nachhaltigkeit beginnt nicht beim Zertifikat, sondern beim Entwurf. Kompakte Gebäudevolumen, optimierte Fassadentransparenz, Low-Tech-Strategien dort wo möglich und Technik nur dort, wo sie wirklich nötig ist. Ihre Beobachtung: Während der Fokus lange auf Energieeffizienz lag, rücken heute Materialwahl, Grauemissionen und Rückbaufähigkeit in den Mittelpunkt. Gebäude als temporäre Rohstofflager zu denken, ist für sie kein Zukunftsszenario, sondern dringende Gegenwart.

Ein Gespräch über adaptive Fassaden, klimaresiliente Planung, die Rolle der Bauphysik im Zeitalter des Klimawandels und warum integrale Planung von Anfang an der einzige Weg zu wirklich nachhaltigen Gebäuden ist.

Werbepartner: www.uretek.de

Werner Sobek AG https://www.wernersobek.com/de/

Heinze ArchitekTOUR PROJECTS26 https://architektour.heinze.de/

BauNetz Campus Alumni-Podcast: https://www.baunetz-campus.de/podcasts

Transkript anzeigen

00:00:00: Jetzt ändert sich natürlich das Verständnis zur Nachhaltigkeit glücklicherweise und notwendigerweise weg von der reinen Energieeffizienz und vom Energiebedarf, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit auf andere Themen wie die Materialwahl.

00:00:12: Und da spielt natürlich die Bauphysik eine große Rolle.

00:00:14: Architekturfunk.

00:00:19: Der Heinzer

00:00:20: Podcast Da sind wir wieder mit einer neuen Architek-Turfunk Folge Die Zwei Hundert Vierzehn am Fünfundzwanzigsten Juni zwanzig sechsundzwanzrig präsentiert von Uretec In der letzten Episode, ich habe ja mit Sarah Bart und Leon Faust von der Schweizer Initiative Countdown-Zwanzig-Dreißig gesprochen.

00:00:39: Und ich bin immer noch total fasziniert davon was man mit Eigenengagement einer geballten Ladung an Kompetenz und Kreativität so alles auf die Beine stellen kann!

00:00:48: Wir von Heinze unterstützen eure Initiativen immer gerne beispielsweise im Rahmen unserer Veranstaltungen bei der Heinze Architektur ProjectSixundzwanzig.

00:00:57: hier haben wir in diesem Monat gleich mehrfach Menschen und Initiativen präsentiert, die sich für den Gebäude erhalt also gegen Abriss stark machen.

00:01:06: Und im September und Oktober wird es noch weitere Veranstaltungen in diesem Format geben eine davon in Basel und vier an unterschiedlichen Standorten in Deutschland.

00:01:17: Also wenn ihr ein Thema für uns habt meldet euch gerne.

00:01:21: wir würden uns freuen Wenn wir gemeinsam etwas auf die Beine stellen können.

00:01:26: Ja und dann gibt es ja auch noch das Klimafestival für die Bauwände, dass in diesem Jahr am achtzehnten und neunzehnte November wie gewohnt in der Station in Berlin stattfindet.

00:01:34: Mit dabei sind siebenundzwanzig Verbände, Initiativen, Vereine und Stiftungen mit denen wir gemeinsam das Festivalprogramm gestalten.

00:01:42: Die Infos dazu findet ihr wie immer in den Shownotes.

00:01:46: So, und jetzt kommt ein knallhatter Themenwechsel.

00:01:49: Denn ich spreche heute in Frankfurt im Rahmen der Veranstaltungen Gebäude der Zukunft mit Lara Kacca, Vorstehenden bei den Werner Sobeck AG über Achtung!

00:02:00: Jetzt alle Schöngeisterinnen festhalten Bauphysik- und technische Gebäudausrüstung total abgefahren oder?

00:02:08: Hallo Lara!

00:02:09: Hi Klaus

00:02:10: Du hast als Werkstudentin, bei der Werner Sobek AG begonnen hat es zuvor schon Bachelor in Bauingenieurwesen und während des Masters schon im Unternehmen gearbeitet.

00:02:22: Und hast du es jetzt innerhalb von neun Jahren in den Vorstand geschafft?

00:02:26: War das geplant?

00:02:29: Nein, das war natürlich so nicht geplant!

00:02:30: Ich habe damals also tatsächlich ist es im April sind es zehn Jahre die ich dann bei WernerSobek tätig bin dort als Werkstätin begonnen wie Du ja auch schon gesagt hast und in dem Bereich Bauphysik und Nachhaltigkeit gearbeitet.

00:02:42: Und fühle mich im Unternehmen sehr wohl, mit dem Unternehmen sehr verbunden und dann hat das alles deutlich schneller geklappt bzw natürlich hatte mir solche Ziele nie gesetzt – Mit dem Aufstieg in den Vorstand und freue mich sehr dass ich jetzt in dieser Rolle des Unternehmens weiter vorantreiben

00:02:57: kann.".

00:02:58: Du hast es ja schon gesagt du bist eben unter anderem auch für die Baufysik zuständig aus meiner Sicht als Architekt eher ein bisschen trockener langweiliger Bereich, was fasziniert dich daran?

00:03:10: Also allgemein finde ich das Bauwesen natürlich eine wahnsinnig interessante Branche dadurch dass wir Großteil unserer Zeit in gebauten Räumen verbringen und die Bauphysik als solcher ist eine sehr facettenreiche Leistungsbereich.

00:03:21: Also da spielen Themen mit rein wie thermischer Komfort, Wärmeschutz, akustischer Komfor.

00:03:25: Und von daher wird das eigentlich nie langweilig.

00:03:27: man hat immer neue Fragestellungen mit denen man sich befassen kann, die wie du richtig sagst manchmal auch sehr technisch werden bzw natürlich auch ein gewisses physikalisches Grundverständnis erfordern und ich glaube das weiß.

00:03:37: Man kann jeder gut nachvollziehen, entweder man mochte in der Schule Physik oder man mochte es nicht.

00:03:42: Ich war einer der wenigen oder eine derjenigen die es tatsächlich damit etwas anfangen konnte und von daher ist das für mich ein sehr spannender Leistungsbereich mit dem man natürlich aber auch viel ... Die Planung sehr wesentlich mit beeinflussen kann.

00:03:55: wenn es dann eben um die Themen Komfort geht ob das jetzt der akustische oder der thermische Komfort ist und natürlich auch die Energieeffizienz von den Gebäuden

00:04:04: Welche Rolle spielt die Bauphysik in Verbindung mit diesen ganzen Nachhaltigkeitsthemen, die ja immer mehr an den Vordergrund rücken in der Gebäudeplanung?

00:04:14: Eine recht wichtige.

00:04:16: was sich jetzt in den letzten Jahren oder zunehmend ändert.

00:04:19: oder geändert hat, ist das über die letzten Jahre.

00:04:22: mit den Energieeinsparverordnungen wurden immer nach und nach die Effizienzgebäude Anforderung erhöht.

00:04:27: Das heißt, die Anforderungen an die Energieeffizienzen bzw.

00:04:30: einen Energiebedarf des Gebäudes was natürlich sehr stark mit der Bauphysik zusammenhängt durch die Energiebilanzierung, die wir durchführen.

00:04:38: Und da war der Trend immer weiter zu von Effiziens gebohrte fünfundfünfzig zu einem Effizient Gebäude vierzig oder gar eine Unterschreitung oder größtenteils rein baufysikalische Fragestellungen.

00:04:49: Jetzt ändert sich natürlich das Verständnis zur Nachhaltigkeit glücklicherweise und notwendiger Weise weg von der reinen Energieeffizienz und von dem Energiebedarf, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit auf andere Themen wie die Materialwahl.

00:05:03: Und auch da spielt natürlich die Bauphysik eine große Rolle wenn es um die Auswahl von beispielsweise Dämmstoffen oder die Konstruktion zum Beispiel Geschossdecken als solche angeht.

00:05:12: Da spielt natürlich die Bauphysik auch eine große Rolle, wenn es darum geht, die Konstruktion als solche zu wählen und die Materialien auszuwählen.

00:05:18: Von daher werden das vor vielen Jahren oder vor einigen Jahren der größte Einsatzbereich in der Bauphisik im Wesentlichen auf den Energiebedarf und auf die Energiebilanzierung nach achtzehn fünf nur neun Gelenk war, spielt jetzt viel mehr eine Rolle tatsächlich in Bezug auf die eingesetzten Materialien und dahin gehend auch zu beraten im Rahmen der bauphysikalischen Beratungstätigkeiten.

00:05:42: Stellt euch vor, ihr könntet Setzungen an Gebäuden beheben und Fundamente zum Beispiel für Aufstockungen einfach ertüchtigen.

00:05:49: Ohne Bagger, ohne große Baustelle, ohne Nutzungsunterbrechung!

00:05:55: Das ist URETEC – Deutschlands Nummer eins für minimalinvasive Baugrundverstärkung mit Expansionsharzen, Immobilien bewahren, wirtschaftlich und nachhaltig.

00:06:06: Mehr erfahrt Ihr unter www.uretec.

00:06:10: DE-Werbung.

00:06:16: Du bist aber auch für die Gebäudetechnik, also für die TGA mit zuständig oder es gibt viele Berührungspunkte, Überschneidungspunkte.

00:06:23: Lällst du fest dass sich die Gebäusetechnika reduziert im Zusammenhang mit dieser ganzen Thematik ums einfache Bauen?

00:06:32: Sehr unterschiedlich.

00:06:33: Natürlich gibt es dann auch unterschiedliche Anforderungskonzepte von den Nutzern und von den Auftraggebern, grundsätzlich ist natürlich unser Anspruch bzw.

00:06:42: auch unsere Herangehensweise die Projekte eine ideale Lösung für das Projekt als solches zu finden.

00:06:47: also es gibt keine Lösung die auf alle Gebäude übergestülpt werden kann.

00:06:51: Und da ist natürlich der Schulterschluss bzw.

00:06:53: die Zusammenarbeit zwischen der Bauphysik und der TGA eine ganz entscheidende, das heißt am Anfang beziehungsweise beginnt mit dem Architekturentwurf dann die Festlegung von beispielsweise Fensterflächenanteilen von den thermischen Eigenschaften in der Gebäudehülle hin zu passiven Strategien wie Verschattungselemente, Nutzung von Tageslicht

00:07:11: etc.,

00:07:12: und damit zusammen mit der Tga-Planung ein auf des Gebäudes abgestimmtes Konzept zu entwickeln.

00:07:18: war es im Idealfall die Technik nur dort.

00:07:20: einsetzt, wo sie möglich ist.

00:07:22: Und das resultiert ... Wo sie

00:07:24: nötig ist?

00:07:24: Wo sie

00:07:25: Nötig is, sorry!

00:07:27: Mögliche ist sie überall, wo es nötige ist und das resultieren bei den ein oder anderen Projekten natürlich in einem deutlich größeren Low-Tech Ansatz als bei anderen aber das ist immer sehr abhängig auch von der Nutzeranforderung.

00:07:39: wenn man sich Museen anguckt wo beispielsweise eine hohe Klimatisierung erforderlich ist beziehungsweise für die Exponate explizite Anforderungen gelten dann ist es natürlich deutlich schwieriger dort Low-Tech Ansatz umzusetzen, als es jetzt bei Bürogebäuden oder Wohngebäude der Fall ist wo man auf natürliche Lüftungskonzepte oder andere Low-tech Ansätze zurückgreifen kann.

00:08:00: Bemerkst du vielleicht dort eine Veränderung dass der Klimawandel im weitesten Sinne einen Einfluss hat?

00:08:06: Auf die Bauphysik oder auf die technische Gebäudeausrüstung?

00:08:10: Ja insofern schon mit der Frage was man denn überhaupt als Planungsgrundlage verwendet also Basis für die klassischen Heizkühlers.

00:08:18: Berechnungen oder auch die Energiebilanzierung sind generische Wetterdatensätze, die man dort beispielsweise zur Hunde legt bzw.

00:08:25: bei einer Energiebilantierung wird ja jedes Gebäude auch fiktiv tatsächlich nur in Potsdam verortet ohne dass der tatsächliche Projektstandort berücksichtigt wird.

00:08:33: und sobald wieder auf simulationsgestützte Lösungsansätze beziehungsweise Planungsbegleitung zurückgreifen ist dann natürlich immer eine große Frage welche Klimadatensätze man da tatsächlich zugrunde legt mit den unterschiedlichen Zukunftswetter-Szenarien, wo es ja auch unterschiedlichste Datensätze gibt.

00:08:50: Und das ist eigentlich eine der Hauptthemen die wir natürlich da mit berücksichtigen müssen und es nicht auf einem aktuellen Klimadatensatz die Simulationen aufzubauen sondern tatsächlich auch zukünftige Szenarier zu berücksichtigten um eben dem Klimawandel Rechnung zu tragen und dass das Gebäude langfristig funktioniert und sich an die Bedingungen anpasst so dass es auch in fünfzig bis hundert Jahren grundsätzlich noch funktionieren kann.

00:09:14: Und andere Punkte sind natürlich auch grundsätzlich deutlich robustere Planungen.

00:09:18: Jetzt mal abseits von dem Energiebedarf, sodass man da auch für stark regende Ereignisse oder Ähnliches gewappnet ist und die Planung da entsprechend darauf auslegt.

00:09:27: Ich glaube, man merkt ja auch dass viele statistische Daten einfach nicht mehr passen oder nicht mehr zutreffen weil die extremen Wetterereignisse sich potenzieren immer stärker zu nehmen.

00:09:38: also im Prinzip ist ja eigentlich auch eine vermutlich eine grundlegende Resilienz einfach gefordert.

00:09:44: Ja, absolut.

00:09:45: Die resiliente Planung ist enorm wichtig.

00:09:47: Ein Beispiel wäre zum Beispiel das hat mir im Rahmen auch von einem Forschungsprojekt betrachtet wo es um die Klimaanpassung geht und dann dort einfach relativ einfache Beispiele herausgearbeitet haben wie beispielsweise die Anordnung von Steckdosen in Keller geschossen dass man sie eben nicht in Bodennähe anordnet wo's dann im Falle von Überflutungen tatsächlich suboptimal verortet sind sondern dass man die dort dann zb höher an der Wand verortete und somit auch solchen zukünftigen Wetter Szenarien dagegen gewappnet zu sein.

00:10:15: Ich glaube, das ist jetzt ein ganz einfaches Beispiel.

00:10:18: was gibt es denn so für weitere baufysikalische Faktoren die eine ökologische Performance eines Gebäudes besonders entscheidend beeinflusst?

00:10:28: Ja, es ist natürlich insofern der Wärmeschutz zum einen Bezug auf die Energieeffizienz also durch den hohen Wärmschutz kann man natürlich den Energiebedarf reduzieren aber andererseits natürlich auch im Bezug bzw.

00:10:41: den Materialeinsatz, grundsätzlich sollte der praktisch optimierten Wärmeschutz insofern reduzierte Energiebedarf beziehungsweise gleichzeitig aber auch natürlich ein reduziertem Materialeinsatz also dort das Mittel zu finden was praktisch die Balance zwischen diesen beiden Themen sicherstellt.

00:10:58: Dann ist es natürlich gleichermaßen auch in Bezug auf den Schallschutzen-Thema, der ja wesentlich die Boden und Deckenaufbauten oft mit beeinflusst bzw.

00:11:05: Auch die Trennwände und die Aufbaute und somit auch einen großen Einfluss auf die ökologische Qualität beziehungsweise die öko- logischen Einflüsse des Gebäudes hat.

00:11:14: was wenn man sich das ökobilanziell betrachtet bzw.

00:11:17: Natürlich auch im Bezug darauf wenn man über Konstruktionen spricht die Recycling und Rückbaufähigkeit des Gebaudes weitere Themen Wenn man jetzt mal so drüber nachdenkt was es natürlich sind auch Tageslicht und Komfortthemen, die letztendlich die Planung beeinflussen.

00:11:32: Und somit dann auch den langfristigen Betrieb das Gebäudes sicherstellen.

00:11:35: ganz wichtig ist natürlich bei all diesen Themen oder ob das jetzt baufysikalische Themen sind oder andere weitige Planungsthemen die Flexibilität des Gebäudes zu berücksichtigen.

00:11:46: Das heißt kann man es möglicherweise flexibel umnutzen.

00:11:49: gibt's da andere Nutzungs-Szenarien, die man mit berücksichtigt weil ein Gebäude nachhaltig, wenn es natürlich auch eine langfristig genutzt wird und nicht in zehn bis fünfzehn Jahren plötzlich der Nutzung vielleicht nicht mehr gerecht wird.

00:12:02: Und dann leer steht.

00:12:03: Wie entscheidend sind denn jetzt beispielsweise für den Energiebedarf die Gebäude Formen und die Gebärde Orientierung?

00:12:10: Ist das so eines der ersten Themen?

00:12:12: Ja, der Entwurf von vorneherein natürlich.

00:12:14: Von der Architektur Seite ist die wichtigste Grundvoraussetzung für letztendlichen nachhaltiges energieeffizientes und ökologisches Design aus energie- bzw.

00:12:23: baufysikalischer Sicht eine kompakte Gebäudevolumen sehr vorteilhaft und wichtig um somit die Transmissionswärmeverluste weitestgehend zu reduzieren.

00:12:33: was auch noch ein weiterer wichtiger Aspekt vom architektonischen Entwurf ist es grundsätzlich die Transparenz der Fassade beziehungsweise die Fassada als solche, um dort optimierte Lösungen zwischen Tageslichtverfügbarkeit aber auch Termischenkomfort und Energiebedarf des Gebäudes sicherzustellen.

00:12:50: Das heißt diese ganz verglassten Gebäude haben natürlich eine fantastische Tageslicht verfügbarkeitssinn.

00:12:55: dann aber auf die Energieeffizienz machen sie dann dort natürlich Abstriche und da gilt es ein für das Gebäudee auch wieder individuell gesehen eine optimierte Balance zwischen diesen Faktoren zu finden.

00:13:07: Wenn wir jetzt von Neubauten sprechen, dann haben ja Materialien und Konstruktion aus ökologischer Sicht einen hohen Impact auf die Energiebilanz des Gebäudes.

00:13:17: Auf den Grauer, den Anteil der grauen Energie aber eben auch auf den Lebenszyklus bezogen.

00:13:22: Wie wichtig ist es hier, die richtigen Materialien oder den richtigen material Mix zu finden?

00:13:27: Wir nahmen wichtig, weil die grauen Emission natürlich auch ein Großteil vor allem wenn wir jetzt über klimaneutrale Energiekonzepte sprechen wo wir uns ja deutlich mehr in die Richtung bewegen oder was deutlich üblicher als als Standard ist dann machen natürlich die graue Emission den Großteil der Emissionen das Gebäude aus.

00:13:44: von daher ist die Konstruktion als solches die Konstruktionswahl zu Beginn der Planung also wenn es eben beispielhaft die Deckensysteme sind.

00:13:51: Also vor allem auch die Wahl des Tragwerks eine enorm wichtiger Grundstein für eine nachhaltige Gebäudeplan.

00:13:57: Und was man aber natürlich da auch mit berücksichtigen muss, ist nicht nur das Material als solches und dessen ökologischer Fußabdruck sondern natürlich Rückbaufähigkeit und die Nutzungsdauer der Materialien, mögliche Austauschzyklen was dann natürlich vor allem auch in Richtung der TGA Komponenten ein wichtiges Thema ist.

00:14:15: Wenn eine Deckensystem täuscht man seltener aus im Verlauf eines Gebäudes.

00:14:19: aber von daher sind die Themen natürlich enorm wichtige vor allem weil ja eben das Ziel ist eine möglichst lange Nutzungstau des Gebäudes zu ermöglichen und über den Gebäudebetrieb hinweg möglichst wenig Emissionen anfallen sollten.

00:14:33: Und da spielt natürlich einander durch die Konstruktion die größte Rolle.

00:14:48: Kopf zerbrechen?

00:14:49: Nein, ganz im Gegenteil.

00:14:50: Es ist natürlich schön, dass immer mehr Projekte in der Umsetzung sehen die solche Baustoffe anwenden und wir auch selber solche Bausteufe anwänden können.

00:14:59: es pürgt natürlich ein bisschen mehr komplexere Themen in der Planung also vor allem auch baufysikalisch.

00:15:04: bezüglich feuchteschutz muss man deutlich detaillierter und tiefer in die Planung teilweise einsteigen als bei einer konventionellen massivbauweise ist.

00:15:13: aber alles sind losbare Themen, die wir uns gerne widmen und für die wir gerne eine Lösung finden.

00:15:18: Ich könnte mir vorstellen dass es für euch ja auch eine integrale Planung enorm wichtig ist und ihr natürlich da auch einen guten Hebel habt wenn ihr für viele Planungsgewerke beauftragt sind dort zum optimalen Ergebnis auch zu kommen?

00:15:33: Ja absolut!

00:15:33: Die integrale Planung ist der wichtigste Bestandteil nahezu oder die wichtigste Basis für die Umsetzung von einem nachhaltigen Gebäude, weil man so etwas letztendlich nur im Schulterschluss und in der Zusammenarbeit hinbekommt.

00:15:46: Das heißt, der Tragwerksplaner sollte natürlich nicht für sich alleine das optimale Tragwerk auswählen, sondern das muss mit dem Bauphysiker abgestimmt sein.

00:15:53: Da spielt die Architektur natürlich mit rein – da Brandschutz unterschiedliche Planungsdisziplinen, die allein bei den Deckenaufbau mitwirken oder bei den Fassadenkonstruktionen oder dann auch beim Technikkonzept.

00:16:05: Und es ist wichtig, dass sie in den Frühen leistet.

00:16:07: Fasen gemeinsam anzugehen und da lieber auch mal ein oder zwei Varianten.

00:16:10: Mehr zu betrachten um dann eine letztendlich richtige Entscheidungen bzw.

00:16:15: vor allem eine Entscheidung basierend auf allen notwendigen Informationen treffen zu können.

00:16:19: oder den Auftraggeber, dass wir denen eben in die Lage versetzen, das er dann eine informierte Entscheidung treffen kann?

00:16:25: Ist es eigentlich nur mit den gängigen digitalen Werkzeugensimulationen Modellen und so weiter möglich?

00:16:33: also ist die Grundlage für alles was ihr tut eine BIM-Planung

00:16:37: Nicht für alles was wir tun, man kann natürlich bzw.

00:16:40: muss etwas unterscheiden.

00:16:41: grundsätzlich Simulationen als Werkzeuge wenden wir sehr häufig an weil sich dadurch das Gebäude als solches also vor allem wenn man sich den Energiebedarf beispielsweise anguckt viel genauer abbilden lässt unter Berücksichtigung eben was wir vorhin schon kurz angesprochen hatten die der Wetterdatensätze oder der standard spezifischen Wetter datensätze aber auch interne Lasten beziehungsweise nutzungsspezifische Bedarfe.

00:17:03: von daher ist das ein wichtiges Tool um das gebäude realistischer abzubilden wie es in den normalen Berechnungsmethoden, die in den... die Normen oder VDIs vorgesehen sind, abzubilden.

00:17:13: Bezüglich BIM wird auch in sehr vielen Projekten von uns mittlerweile angewandt bzw.

00:17:18: viel öfter als Standard vorausgesetzt was ja grundsätzlich ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist und es im Wesentlichen ein tul- oder ein wichtiges tul dafür tatsächlich auch im Modell die unterschiedlichen Disziplinen aufeinander abzustimmen und dann aber vor allem eine wichtige Basis um später das Gebäude richtig dokumentiert zu haben beispielsweise auch noch mal Gebäuderessourcenpässe abzuleiten bzw.

00:17:40: die Eigenschaften des Gebäudes ordentlich zu dokumentieren, weil wir alle kennen die Thematik Bestandsgebäuden das oft auch die Rückbaukonzepte von Bestandsgebäuden oder auch die Umnutzungskonzepte die wahnsinnig große Hürde haben erst einmal herauszufinden was in diesen Gebäuden eigentlich verbaut ist beziehungsweise wie das Gebäuder eigentlich aufgebaut ist und wie die Konstruktion aussehen was für Eigenschaftene die einzelnen Materialien oder Bauteile haben.

00:18:04: Was das angeht, sind wir sicherlich noch ganz am Anfang und auch des Thema kreislaufgerechtes Bauen oder auch Design von disassembly was du eben schon angesprochen hast.

00:18:15: Das sind glaube ich noch einige Wege zu gehen.

00:18:17: trotzdem vielleicht nochmal abschließend so der Blick in die Zukunft.

00:18:21: welche Technologien oder auch welche Strategien siehst Du persönlich eigentlich derzeit als besonders relevant an für die Umsetzung klimaneutraler Gebäude?

00:18:32: Gibt es da eine Entwicklung, wo du sagst ja genau da müssten wir eigentlich hinkommen um in den kommenden zehn, zwanzig Jahren wirklich einen großen Schritt voran zu kommen?

00:18:43: Also eine einzelne Antwort auf die Frage gibt das nicht.

00:18:45: Ich glaube sind viele einzelne Bestandteile, die dir dazu führen und vielleicht kurz an die Frage von davor noch anzuknüpfen ein enorm wichtiger Bestandteil, wo wir deutlich mehr Fokus drauf legen müssen und aber auch werden als Blick in die Zukunft ist auf jeden Fall dass Zirkuläre bauen um die Gebäude wirklich als Rohstofflager zu betrachten, wo sie einfach temporär in gewisser Weise gelagert werden und man sie dann danach weiter verwenden kann.

00:19:07: Das ist ein wichtiger Bestandteil oder bzw auch um auf davor nochmal anzuknüpfen eben tatsächlich die Geb säude der Zukunft sind also die gebäude die wir jetzt planen ist der bestand der zukunft.

00:19:18: das müssen wir uns immer im blick behalten dass man damit dann auch entsprechend weiß an was man isst und weiss was man damit anzufangen hat.

00:19:25: Ein weitere punkt sind für mich adaptive Gebäude hüllen, dass sich die Gebäuden grundsätzlich oder auch in der Fassadengestaltung an ihre Umgebung anpassen können.

00:19:35: Dass wir da deutlich weiter weg von diesen starren Designs oder starren Lösungen.

00:19:40: Willkommen wenn wir sie aktuell manchmal vorsehen.

00:19:42: Was bedeutet das denn kreat adaptive Gebäudelhüllen?

00:19:45: Ein Beispiel dafür wären beispielsweise Elektrochromegläser, die sich praktisch ihren oder dieselber... bzw.

00:19:51: auf Knopfdruck regulieren, wie viel Licht die Lichttransmissionen beziehungsweise damit natürlich auch der Energie, die in das Gebäude einfällt was teilweise auch schon in Flugzeugen zum Einsatz kommt und es gibt natürlich auch schon einige gebaute Beispiele aber was aktuell natürlich aus Kostengründen noch eher seltener zum Einsatz Kommt dann weitere.

00:20:10: Das sind jetzt nicht wirklich Technologien oder Strategien.

00:20:12: Aber was wir jetzt schon erwarten würden für den nächsten zehn Jahre oder in der Zukunft, dass natürlich solche Themen wie Ökobilanzierung und Rückbaukonzepte ganz klassischer Teil eines Planungsprozesses werden.

00:20:25: Und das nicht mehr als eine besondere Leistung, die gegebenenfalls im Zusammenhang mit einer Förderung oder mit einer Zertifizierung zum Einsatz kommen, sondern dass eben tatsächlich diese Themen ein ganz klassischer Planungsbestandteil, wie es die Energiebilanzierung nach acht, fünf, neun, neuen auch ist, werden und dann eh somit auch standardmäßig in die Entscheidungsfindungen bei den Gebäuden werden.

00:20:46: Vielleicht abschließend noch mal die Frage, wobei ich muss nochmal kurz zu diesem Thema adaptive Fassaden eingehen als ich glaube ein Architekt würde jetzt eher an eine Fassadenegrünung denken oder umständen das vielleicht im Winter, dann eben die Sonne besser durchschalten.

00:21:01: Wenn es nicht immer grüne Fassade ist und im Sommer, wenn vielleicht das natürlichen Sonnenschutz gibt, eben durch die Begrünung, denkt ihr auch in diese Richtung?

00:21:11: oder kann man sagen, dass ihr dort, ich sag mal so technisch

00:21:15: ... Nein, das geht natürlich in beide Richtungen.

00:21:18: Das von dir benannte Beispiel ist ein sehr gutes Beispiel.

00:21:20: was wir auch schon mit vielen Projekten, mit begrünten Fassaden zum Einsatz kommen wo man natürlich auch im Sommer natürlich auch Tageslicht einbußen in gewisser Weise hat aber natürlich auch wahnsinnig positive Effekte eben durch die zusätzliche Kühlung, durch die grüne Fassade und im Winter dann eben die Verschattung wo man ja tatsächlich die Sonne auch ins Gebäude lassen möchte.

00:21:39: Dann kein Thema ist.

00:21:40: von daher sind es genau solche Themen die ich unter diesem Begriff zusammenfassen würde also Fassaden, die sich der Umgebung durchaus anpassen können beziehungsweise eben auf die klimatischen Bedingungen optimal reagieren können so wie man es benötigt.

00:21:53: Vielleicht abschließend gibt es einen Tipp den du hast an alle Planerinnen und Planer Architektinnen und Architekten was sie bei der Gebäudeplanung im Entwurf aus baufysikalischer Sicht und vielleicht auch aus nachhaltiger ökologischer Sicht unbedingt beachten soll?

00:22:10: Gibt's so ein Standardfehler wo du jedes mal denkst boah ey nicht schon wieder

00:22:14: Bei den Deckenkonstruktionen bitte nicht die Bauphysik vergessen.

00:22:18: Bei den

00:22:18: Spannweiten, oder?

00:22:20: Ja bzw.

00:22:20: bei den Aufbauten wenn dann später die akustischen Anforderungen um die Ecke kommen ist das ein klassisches Thema was oft vielleicht nicht von vorne rein mit betrachtet wird wobei das in den letzten Jahren auch schon viel besser geworden ist.

00:22:33: Nein tatsächlich einen Thema gibt es nicht unbedingt dass dir.

00:22:36: der Haupt Tipp oder was ich mitgeben kann, ist eigentlich von Anfang an das gesamte Planungsteam einzubeziehen und sich nicht zu denken dass man jetzt aktuell ist es erstmal in Ordnung wenn man zum Beispiel nur mit der Architektur und der Tragwärtsplanung startet sondern von vornherein alle Disziplinen mit ins Boot holen.

00:22:52: Weil wir mal anfangen das Projekt natürlich die größten Stellschrauben hat ob das jetzt Nachhaltigkeits grundsätzlich Nachhaltigkeit Anforderungen oder Zielwerte sind Nutzer spezifische Anforderungen, die umzusetzen.

00:23:04: Das ist am Anfang hat man die größten Stellschrauben, um all das in die richtige Wege zu leiten und das kriegt man eben nur im gesamten Planungsthemen.

00:23:10: von daher ist der Tipp eigentlich nur insofern dass man es von Anfang an gemeinsam angeht alle mit einbezieht und dann lässt sich das auch deutlich effizienter gemeinsam abarbeiten als wenn man eben einzelne Disziplinen erst zu einem späteren und dann vielleicht auch zu späten Zeitpunkt hinzu zieht.

00:23:26: Das was man am Anfang sparen kann in der Planung, das kann man hinterher eigentlich nicht mehr aufholen.

00:23:31: Deswegen... Kann man

00:23:32: schon aber wird intensiv und vielleicht auch kostenspielig.

00:23:35: Ja

00:23:35: deswegen idealerweise eine integrale Planung von Anbeginn an.

00:23:41: Vielen herzlichen Dank Lara Kacca von der Werner Soberg AG.

00:23:44: Danke schön!

00:23:45: Danke dir

00:23:46: Diese Episode wurde euch präsentiert von URITEC.

00:23:49: Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst uns gerne eine positive Bewertung da!

00:23:53: Empfehlt uns euren Kolleginnen, Freundinnen und Familienmitglieder rinnen und abonniert gerne unseren Kanal damit ihr keine Folge mehr verpasst.

00:24:01: In der nächsten Ausgabe, die am siebzehnten Juli erscheint, spreche ich mit Florian Waller vom Benish-Architekten über die Josef Schwarzschule in Heilbronn.

00:24:09: ein spannendes Projekt das es wirklich in sich hat und wir freuen uns natürlich wenn ihr dann auch wieder mit rein hört.

00:24:16: Der Architektur-Funk ist eine Produktion der Heinze GmbH.

00:24:19: So und zum allerletzten Abschluss verkünde ich noch die zu Beginn genannten Veranstaltungsdaten der Heinzer ArchitekTour Projects XXV für September und Oktober.

00:24:31: Wir sind am dritten Neunten bei euch in Düsseldorf, am zehnten neunten Bei euch in Hamburg, am siebzehnten Neuntern bei Eichen Basel, am vierundzwanzigneunten Am vierzehnten, zehnten bei euch in Minger.

00:24:48: Allerdings findet ihr wie immer in den Shownotes.

00:24:50: Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

00:24:52: Tschüss!

00:24:54: Architektur.

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