#211 – Igor Brncic, OLIV Architekten: Stadt kann mehr!

Shownotes

Die Anzahl der Warenhäuser hat sich auf ein Drittel dezimiert. Mehrere Zehntausend Menschen haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren. Was tun mit diesen Immobilien, die seit 150 Jahren unsere Innenstädte prägen?

Igor Brncic, Architekt und Gesellschafter bei OLIV Architekten, berät umfassend zur Revitalisierung innerstädtischer Handelsimmobilien. Das 1999 gegründete Büro mit 50 Mitarbeitenden entwickelt Konzepte für eine zukunftsfähige Nutzung – von baurechtlichen Studien bis zur Begleitung von Investoren und Entwicklern. Entstanden sind Projekte wie die Umfunktionierung des ehemaligen Kaufhauses in der Stuttgarter Königstraße für die Landesbank Baden-Württemberg, das Büro, Kultur und Gastronomie unter einem Dach vereint.

Brncic setzt auf funktionale Vermischung statt Monofunktion: "Das Gebäude muss zur Stadt werden." Seine Beobachtung als Architekt – nach der Industrialisierung hat die Digitalisierung das Konzept des Kaufhauses obsolet gemacht. Während Menschen früher in Einkaufszentren gingen, um zu sehen und gesehen zu werden, findet Begegnung heute wieder in der Stadt statt. Die Herausforderung: Wie entstehen öffentliche Räume, die angenommen werden? Wie verwebt man wohnen, arbeiten und Freizeit, ohne dass Bauherren und Nutzer fremdeln?

Ein Gespräch über den Niedergang des stationären Handels, die Rückkehr zur kleinteiligen Stadt, künstliche Intelligenz im Entwurfsprozess und die Sehnsucht nach realem Begegnungskonsum in Zeiten der Digitalisierung.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Jetzt hat nach der Industrialisierung die Digitalisierung Einzug gehalten.

00:00:04: D.h.,

00:00:05: die Menschen sind am Handy geendet und kaufen digital ein mit einem Fingerwisch, damit ist das Konzept des Kaufhauses obsolet geworden.

00:00:27: Mein Name ist Klaus Fühner.

00:00:28: und bevor wir in das Gespräch mit Igor Brinszic von Olivarchitekten einsteigen, hier noch ein wichtiger Veranstaltungshinweis.

00:00:36: Die Heinze Architektur Projects XXVI findet in diesem Jahr an insgesamt acht Stundenorten statt und die ersten drei dieser Veranstaltung möchte ich euch hier wärmstens ans Herz legen!

00:00:48: Am neunten Juni sind wir in Frankfurt am siebzehnten Juni im Stuttgart und am fünfundzwanzigsten Juni in Berlin.

00:00:57: Einige von euch kennen vielleicht schon das neue Konzept der Veranstaltung, die größtenteils auch in Kooperation mit den Länderarchitekten kann man stattfindet und Architektinnen, Architekten, Partnerinnen und Partnern eine Bühne gibt.

00:01:10: Und miteinander vernetzt!

00:01:12: Ihr könnt dort spannende Projekte, tolle technische Lösungen und total nette Menschen kennenlernen.

00:01:17: Den Link zur Veranstaltung stellen wir natürlich hiermit in die Show-Notes.

00:01:21: Kleiner Spoiler für erste Veranstalten am neunten Juni in Frankfurt.

00:01:26: Dr.

00:01:26: Matthias Alexander von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird zu Gast sein.

00:01:30: mit seinem Artikel, so sehen die besten Bauten Deutschlands aus hat er harte Kritik an der Jury des Dammpreises den primierten Projekten, aber auch an dem allgemeinen ästhetischen Grundverständnis der Fachwelt insgesamt genommen.

00:01:47: Der Artikel hat in der Presse und in den sozialen Medien große Wellen geschlagen und einen Sturm der Entrüstung ausgelöst – auch Peter Caciola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseums des Damm wird Nachmittag mit dabei sein und Position beziehen.

00:02:05: Ich werde das Gespräch moderieren und freue mich riesig, wenn ihr auch mit dabei seid und mitdiskutiert!

00:02:12: Stadt kann mehr – neues Leben für den Leerstand ist der Titel dieser Episode.

00:02:17: Und jetzt geht's los!

00:02:22: gibt es seit nineteenhundertneunzig und beschäftigt fünfzig Mitarbeitende.

00:02:27: Und ein Tätigkeitsschwerpunkt liegt unter anderem in der Revitalisierung, Neuprogrammierung von innerstädtischen Handelsimmobilien hin zu einer zukunftsfähigen Nutzung.

00:02:37: Was aber auch eine große Herausforderung darstellt in Zeiten – wir wissen das alle, indem nichts stetiger ist als der Wandel!

00:02:43: Wie wir alle wissen, ist der stationäre Handel extrem unter Druck in diesen Zeiten.

00:02:48: In den letzten Jahren.

00:02:50: die Anzahl der Warenhäuser hat sich in diesem Jahrtausend auf ein Drittel dezimiert und mehrere Zehntausend Menschen haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren.

00:02:59: Und auch nach der dritten Insolvenz von Galeria Kastat Kaufhof schreitet das Warnhaussterben weiter voran.

00:03:06: Was tun mit diesen Immobilien, die seit hundertfünfzig Jahren unsere Innenstädte prägen?

00:03:10: Oliw berät dazu umfassend, er arbeitet Konzepte und baurechtliche Studien.

00:03:15: Und begleitet Investoren, Entwickler und Eigentümer.

00:03:19: Igor Brintit ist Architekt- und Gesellschaft dabei.

00:03:22: Oliwarchitekten seit vierzehn Jahren im Unternehmen.

00:03:25: Mit ihm spreche ich heute über Digitalisierung den Niedergang des stationären Handels und über Gebäude für die Zukunft.

00:03:33: Hallo Igor!

00:03:34: Hallo Klaus.

00:03:35: Ja wir wollen darüber reden wie sich Städte, insbesondere die Innenstädte sinnvoll transformieren lassen und um dahin zu kommen müssen wir aber auch noch mal eine Stufe vorher beginnen.

00:03:46: Nämlich bei der Ursache für diesen Wandel der zunehmenden Technologisierung unserer Gesellschaft denn die wirkt ja auch immer mehr von dem virtuellen Raum in den realen Raum ein.

00:03:58: In unsere Stadtgestaltung, in den öffentlichen und privaten Raumbedarf.

00:04:04: Und das in sich verändernde öffentliche und private Raumbedürfnis kann man so sagen.

00:04:10: Wo würdest du denn sagen, Igor?

00:04:13: Können wir den Einfluss dieser Technisierung die Konsequenz aus unserer zunehmenden Digitalisierung schon heute in den Städten erleben?

00:04:25: Naja jetzt hast du es ja schon vorweggenommen.

00:04:28: das ist der Niedergang der Kaufhauskultur oder Kaufhäuser selbst als Struktur.

00:04:33: Den wenigsten wird's bewusst sein.

00:04:36: Das möchte ich ein bisschen darüber erzählen.

00:04:39: Und bevor ich vielleicht über die Niedergangsspreche, wie du es so schön formulierst aus der Tatsache entspricht, würde ich gerne den Schritt zurückmachen in die Entstehung des Kaufhauses.

00:04:49: Des Kaufhauses entstanden zu Beginn des letzten Jahrhunderts also zu Beginnes zwanzigsten Jahrhunders Ende des neunzehnten Jahrhunder mit dem Kaufhaus Lafayette ist.

00:04:59: damals der Begründer dieser Idee war ein Kaufhaus anbieten zu wollen Und es war zu einer Zeit, als die Industrialisierung grassierte und in Leuten ging's damals schlecht.

00:05:09: Die haben, sagen wir mal, in diesen Industrien gearbeitet und da wollte das Kaufhaus damals die schöne heile Welt vermitteln und kam auf dieses Konzept okay?

00:05:21: Wir bieten jetzt ein Kaufhaus an und da gibt´s alle Güter dieser Welt und ich erzeuge diesen Schein und versorge die Menschen mit diesen Sehnsüchten.

00:05:29: Es geht also um Sehensüchte!

00:05:31: Zu der Zeit war aber die Stadt selbst Die Stadt, von der wir denken wie sie sein sollte.

00:05:38: Sie war aufgeteilt in ganz verschiedene kleine Einheiten Nutzer, eine Infrastruktur die hochvernetzt war und eine funktionale lebendige Stadt.

00:05:48: Und in dieser Melange hat sich das Kaufhaus entwickelt und wurde im Zuge der Jahrzehnte später vor allem dann in den fünftiger-sechziger Jahren zu der Struktur wie wir sie heute kennen.

00:05:58: Man hat diese ganzen kleinen Substrukturen aufgesogen.

00:06:03: Übrig geblieben sind diese großen Superblocks.

00:06:07: Die haben dann über den letzten vergangenen sechs Jahrzehnten gewirkt, das ist das was wir kennen.

00:06:13: Jetzt hat aber nach der Industrialisierung die Digitalisierung Einzug gehalten.

00:06:18: Das heißt die Menschen sind am Handy geendet und kaufen digital ein mit einem Fingerwisch und damit ist das Konzept des Kaufhauses obsolet geworden.

00:06:29: also dieser Zusammenhang ist ganz interessant.

00:06:31: und es gibt einen anderen Aspekt.

00:06:33: Früher gab es eine Begegnungskultur in diesen Einkaufszentren.

00:06:38: Die haben tatsächlich als eine Art Ersatzreligion die damaligen Werte verschoben zu diesem Konsumzeitalter, man ist in die Kaufhäuser gegangen um zu sehen und gesehen zu werden.

00:06:53: Das war nicht mehr der Kirche, das war das Einkaufszentrum.

00:06:56: Es sind also zwei parallele Entwicklungen, die in einer Gesellschaft geschehen sind So und auch das hat sich verändert.

00:07:04: Das mache ich heute nicht mehr, denn ich bewege mich im Netz an diesen Social Media Plattformen aber auch in Orten die eine ganz andere Substanz haben also an Orten, die Geschehnisse oder Erlebnisse hervorbringen.

00:07:20: Das ist das Kaufhaus nicht mehr es ist sehr statisch Und das heißt Ich kaufe anders ein ich konsumiere anders.

00:07:27: Aber Die Begegnungen Sich Ist Auch Anders geworden Jetzt sich verändert Und das finde ich dort nicht mehr, sondern es finde ich in der Stadt.

00:07:34: Also ist eine rückläufige Entwicklung von der Stadt zum Superblock zurück wieder zur Stadt und das ist das was ich beobachte als Architekt.

00:07:44: Aber die Herausforderung besteht ja jetzt darin wie da öffentliche Räume stattfinden zu lassen also Begegnungsorte die angenommen werden.

00:07:53: Also auch die Entstehung der Kaufhäuser hat ja in der Gesellschaft ne Veränderung vorgenommen.

00:08:00: Also die Wochenmärkte haben vielleicht dann tatsächlich nur noch wöchentlich stattgefunden, nicht mehr täglich.

00:08:06: Die Einzelhandelsgeschäfte in den Quartieren hatten vielleicht zusehends Probleme ihre Waren zu verkaufen weil diese Sogwirkung der Kaufhäuser eben in quasi die Geschäftsgrundlage genommen hat.

00:08:21: Die Frage ist jetzt hinterlassen?

00:08:24: Diese Leerstände Spuren, weil die Gesellschaft dort nicht mehr zusammenkommt um gesehen zu werden.

00:08:30: Um einzukaufen.

00:08:32: was stellt ein attraktives Angebot da also?

00:08:35: Was ist der was könnte der nächste Schritt sein um wieder zu mehr Leben und Begegnung Identität Aufenthaltsqualität usw.

00:08:44: in den Innenstecken zu kommen?

00:08:47: Tatsächlich wird es ideal eine Kleinteiligkeit zu erzeugen in diesen Gebäuden.

00:08:53: Bevor ich aber darüber spreche, muss sich über die Aufteilung der Struktur der Städte an sich sprechen.

00:09:00: In den letzten Jahrzehnten auch gleichzeitig mit der Entwicklung der Einkaufszentren hat sich die Stadt dahingehend gewandelt dass ich heute Viertel habe in denen ich schlafe, Vierteln habe in dem ich arbeite oder weggehe also meine Freizeit verbringe.

00:09:15: Das war zu Beginn des letzten Jahrhundertes eben genau anders.

00:09:19: herum fand überall alles gleichzeitig statt.

00:09:22: Es ist also natürlich gewachsen, ungerichtet und es ist einfach entstanden.

00:09:26: Und damit ist Lebendigkeit entstanden weil Reibung entstanden ist auch.

00:09:32: Damit diese Reibungen verbessert wird oder nicht verbessert sondern unterbunden wird, damit man in Ruhe schlafen kann, damit das Gewerbe sich freienfalten kann

00:09:40: etc.,

00:09:41: hat man das aufgelöst.

00:09:44: So, damit hat sich die Stadt in Cluster aufgeteilt.

00:09:48: Also das Wohnen, dass Arbeiten, was auch immer die Freizeit darstellt selbst die Naturräume und die Parks sind immer fokussiert auf einem bestimmten Bereich Und das läuft dem Gedanken der Stadt zuwider.

00:10:04: und aus dieser Haltung heraus so wie wir die letzten Jahrzehnte gewirkt haben haben sich auch die Gebäude herausgebildet.

00:10:11: Das heißt ich habe heute ein Arbeitsgebäude, also eine Bürogebäudee in dem nur produziert wird.

00:10:18: Das sind Gebilde die zwanzigtausend dreißig vierzig tausend Quadratmeter groß sind und nur diese einer einem Zweck dienlich sind.

00:10:26: Was passiert nach siebzehn Uhr?

00:10:28: Nach achtzehn Ur ist das Gebäude leer.

00:10:31: es verweist.

00:10:32: Das heisst es wurde Jahrzehnte im Kauf genommen und jetzt fängt es an sich zurück zu bilden weil wir immer mehr begreifen dass wir die Stadt benötigen als Lebensform, weil sie unserem Wesen entspricht.

00:10:47: Jetzt leite ich quasi von der Stadt auf die Gebäudefunktion über nämlich das das Gebäudeselbst wie ich es immer so gerne sage in meinen Vorträgen und Artikeln.

00:10:58: Es muss zur Stadt werden also muss sich alle Funktionen zusammenfügen damit das Geb säude selbst wieder flexibel lebendig wird oder zur Stadt selbst besser gesagt als eben einer Monofunkktion noch zu dienen.

00:11:16: Dieser Prozess ist ungemein schwierig, denn ich habe es in den Köpfen festgesetzt seit vielen, vielen Jahrzehnten.

00:11:24: Heutige Eigentümer und Bauherren haben Schwierigkeiten damit, wenn ich jetzt zum Beispiel ein Beispiel herausgreife wie kann ich dann heute einen Nutzer, einen Büronutzer dessen Akzeptanz erwarten im Aufzug mit Kindern an seine Tage zu fahren?

00:11:40: wenn oben auf dem Dach eine Kindertagesstätte zum Beispiel verortet wird.

00:11:44: Oder, wenn im gleichen Gebäude gewohnt wird?

00:11:46: Da geht es also um wirtschaftliche Interessen.

00:11:48: Da geht's um die Sortenreinheit der Funktionen.

00:11:52: Das heißt, wir Menschen sind heute gar nicht mehr bereit uns untereinander auszutauschen oder uns gegenseitig zu akzeptieren.

00:12:00: Ein weiteres Beispiel des Wunderbar-Trifts ist

00:12:02: z.B.,

00:12:03: ein Wohngebäude im Erdgeschoss eine Gastronomie fortzusehen – das möchten wir heute nicht mehr!

00:12:08: Wir möchten in Ruhe schlafen können.

00:12:11: In Wahrheit ist es fantastisch, wenn unten ein Café stattfindet und ich kann das Angebot nutzen.

00:12:16: Es gibt eine Lebendigkeit, es gibt eine Urbanität die dann entsteht aber wir fürchten uns davor.

00:12:21: Glaubst du dass das eher ein Problem ist der Bauherren?

00:12:26: Der Entwickler?

00:12:27: Die sagen diese gemischten Funktionen wie du sagst Kinder im Aufzug zusammen mit dem Büro angestellten usw.. die das nicht möchten oder das als problematisch anerkennen.

00:12:40: Oder glaubst du, dass es wirklich ein gesellschaftliches Problem ist?

00:12:43: Die

00:12:43: Bauernschaften oder die Eigentümer reflektieren immer die Bedürfnisse der Gesellschaft.

00:12:49: Ich nehme jetzt wahr, daß die Bereitschaft dazu da ist anders zu denken weil sie feststellen, dass die Gesellschaft mittlerweile bereit dazu ist und die Akzeptanz höher ist also eben noch vor vielleicht fünf Jahren oder zehn Jahren.

00:13:04: Sie treibt auch natürlich den Druck des wirtschaftlichen Umstandes, nämlich heutzutage wird ein Bürogebäude nichts ohne Weiteres verwertet.

00:13:15: Was mache ich denn da?

00:13:17: Das heißt wohnen ist heute eine fantastische Antwort auf solche Fragestellungen.

00:13:21: Wir haben einen Bedarf an Wohnraum und Sie haben auch verstanden dass ein noch so fantastisch gestaltetes Bürogebäude das leer steht keinen Wert mehr haben wird.

00:13:32: So was sind dann die Mittel?

00:13:34: also wird jetzt schon drüber nachgedacht wie ich Funktionen vermische, Vermänge.

00:13:38: Ob das jetzt gewerbliche Produktion sind zum Beispiel oder ganz artfremde Nutzungen aber eben auch wohnen und das alles in einem Haus.

00:13:47: Das sind Konzepte und Entwürfe an denen wir vielerorts arbeiten mittlerweile Und ich nehme wahr A da gibt es einen Umdenken.

00:13:56: Es hat also nochmal mit der Wirtschaftsfrage zu tun.

00:13:59: Also was mache ich mit dem Gebäude?

00:14:01: Wenn es denn Gefahr läuft leerzustehen aber eben auch mit der Akzeptanz, der Nutzer die sich verändert.

00:14:07: Findet da auch eine Abwertung der Immobilien statt?

00:14:10: Also im Sinne von Rendite...

00:14:12: Ja ganz eindeutig!

00:14:14: Jetzt muss ich unterscheiden.

00:14:15: Ich bin Architekt in erster Linie Aber wir bedienen Bauherrnschaften Die natürlich mit ihrem Objekt diese Rendite erzielen müssen und ich kenne den Umstand der Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit.

00:14:29: Und insofern gibt es einen Unterschied, sich einen Wunsch zu haben wie ein Gebäude aufgebaut werden sollte oder welcher Rendite es am Ende erzielen muss und soll.

00:14:40: Oder wenn ich natürlich gar sogar soziale Zwänge habe, wenn ich Wohnen, Büro in einem habe und plötzlich Verantwortung übernehmen muss für die Bewohner des Gebäudes Also soziale Verantwortung nehmen muss und damit vielleicht nicht mehr so ganz frei bin in der Handlungsfähigkeit als Eigentümer, der das Gebäude unter dem Ständen veräußern muss oder möchte.

00:15:02: Entsbricht das Angebot mit den Ideen die du eben genannt hast also dass wir wieder stärker in eine gemischte Nutzung von Immobilien angehen spiegelt es auch tatsächlich den Bedarf der Gesellschaft wider.

00:15:17: ich habe oft den Eindruck, dass wir extrem vereinsamen aufgrund der Digitalisierung, dass sich einfach vieles in den digitalen Raum verlagert und vielleicht auch so ein Stück weit eine Ratlosigkeit herrscht gegenüber dem was man eben als öffentliche Räume, als Begegnungsräume anbieten

00:15:39: sollte.

00:15:40: Also ich würde so antworten das der Umstand, dass wir uns in dieser digitalen Welt bewegen nicht gleich bedeutend ist, dass es auch dort enden muss.

00:15:49: Also mit anderen Worten, ich hoffe dass es sich rückläufig verhalten wird.

00:15:54: Dass wir verstehen werden was wir im Grunde genommen benötigen nämlich uns selbst.

00:15:58: also wir brauchen uns Menschen gegenseitig.

00:16:01: so ist dieses Wesen Mensch aufgebaut und das die Fragestellung ob ein Gebäude diese Vermischungen aufweisen muss würde ich ganz klar mit ja beantworten.

00:16:12: Das ist meine Beobachtung als Architekt der auch der Fragesteller verpflichtet ist soziale Aspekte oder sociologische Aspechte besser gesagt, wahrzunehmen und auch zu verarbeiten in seiner Arbeit.

00:16:23: Das heißt wie als Architekten ich sehe den Anspruch oder die Anforderung dieses Angebot zu schaffen an eine Gesellschaft in der Hoffnung dass sie angenommen wird und positiv verwertet wird.

00:16:35: Ich glaube so tief daran das wir das benötigen Dass wir uns danach sehnen also diese Sehnsucht nach wie ich es in einer Begegnungskonsum und die nur auf realer Basis stattfinden kann.

00:16:47: Ein zweiter Aspekt ist auch der Mobilität, also diese Clusterbildung die ich vorher beschrieben habe in Städten.

00:16:53: Das Wohnen und das Arbeiten zehn Kilometer voneinander entfernt erfordert Mobilität.

00:16:59: Das heißt ich verliere viel Zeit und es ist auch mühsam.

00:17:02: ein Großteil der europäischen oder weltweite Städte sind verstopft durch den Pendelverkehr.

00:17:08: Das möchte ich doch gar nicht so und wenn ich die Wege kurz halten kann dann hab' ich auch da eine Verbesserung wenn diese Funktionen sich ineinander verweben, um einander zu tun haben.

00:17:21: Was mir auffällt ist dass gerade in den letzten Jahren sehr viel ähnliche Gebäudestrukturen entsteht also so eine gewisse Gleichförmigkeit und eine gewissen Monotonie in der Architektursprache existiert.

00:17:37: Also ich sehe das immer auch als großes Problem für die kulturelle Identität für die Identifikation mit dem Raum, aber trotzdem findet es überall statt.

00:17:47: Und vielleicht auch häufig eben durch Entwicklungsprojekte oder einer Bauherrnstruktur, die nicht unbedingt aus dem Ort oder aus der Umgebung raus her ihre Motivation zieht.

00:18:02: Findest du das kritisch?

00:18:04: Äußerst!

00:18:06: Also ein klares Ja.

00:18:07: Das hat einmal mit diesen wirtschaftlichen Sachzwängen eine Immobilie zu tun.

00:18:12: Bauen ist heutzutage enorm kostspielig, die Grundstücke sind sehr sehr teuer geworden.

00:18:18: also das heißt die Preise bewegen sich in Regionen die es schwer machen das Gebäude am Ende oder die Immobilien gewinn bringen zu verwerten.

00:18:27: Das ist ganz einfach gerechnet.

00:18:29: und natürlich sind wir viel mit Investoren unterwegs und sprechen darüber d.h.

00:18:34: sind wirtschaftliche Zwänge die dazu führen heutzutage vorher sie war zu bauen.

00:18:39: Baupreise sind oder Materialpreise sind enorm teuer.

00:18:43: irgendwie muss das da draußen kompensiert werden.

00:18:46: und dann gibt es auch noch einen Umstand der explizit in Deutschland eine Schwierigkeit ist, nämlich die Vielzahl der Regularien also den Normen, die zu bestimmten Architekturen auch führt.

00:18:58: so am Ende geht es auch darum, dass wir natürlich nicht nur in unserem Land hier in Deutschland sondern das ist ein weltweites Phänomen die Identitäten verlieren.

00:19:09: Weil auch da die Globalisierung auch an unserem Anspruchstenken und unser visuellen Vielfalt sich auch niederschlägt.

00:19:16: Das heißt sie werden versorgt mit den immer gleichen Bildern.

00:19:19: Es sind die gleichen Großhandelsketten, die in allen Ländern heutzutage zugange sind.

00:19:24: Und so ist euch die Architektur, die gleicht sich an Genauso wie die Mode, genauso wie die Musik oder auch die Produkte, die wir kaufen.

00:19:32: Es gleicht sich also alles an.

00:19:34: Das ist ein Thema der Globalisierung.

00:19:36: Manchmal habe ich den Eindruck dass die zunehmende Digitalisierung und der Konsum digitaler Angebote so ein Stück weit auch den realen Raum obsolet machen oder überflüssig machen.

00:19:48: Siehst du da eine Gefahr?

00:19:50: verliert der reale Raum an Bedeutung?

00:19:53: Im Moment ja.

00:19:55: Auch das würde ich so bejahen, das beobachte ich ganz stark.

00:19:58: Das ist ein ganz einfach messbar.

00:20:00: Nehmen wir mal als Beispiel einen jungen Menschen also eine junge Generation im Alter um die fünfundzwanzig.

00:20:06: wie viele Stunden verbringt dieser Mensch im Schnitt auf Social Media oder in digitalen Räumen?

00:20:11: besser gesagt und da gibt es eine stunden Anzahl betrifft uns Erwachsene oder die ältere generation auch Vielleicht noch einmal anderen Maße.

00:20:21: Aber ich sehe, ich kann nachvollziehen dass der digitale Raum an Bedeutung gewinnt und weniger der reale Raum.

00:20:30: also es entsteht ein Missverhältnis.

00:20:32: um wie vieles das weiß ich nicht aber ist wahrnehmbar und messbar so?

00:20:37: das heißt ja der digitalen Raum die virtuelle Welt der Schein nimmt zu während des physische das echte die echten Konflikte die echte Reibungen die tatsächlichen realen Emotionen und die Interaktion zwischen Menschen nehmen ab, tatsächlich.

00:20:56: Du hast mal in einem Artikel geschrieben künstliche Intelligenz demokratisiert, Design – was meinst du damit?

00:21:03: Das bedeutet für mich dass heute jeder vermeintlich in der Lage ist, Design zu schaffen, Design zur gestalten oder auch zu bewerten denn wir sind dem permanent ausgesetzt.

00:21:15: Zum einen zum anderen gibt es da draußen fantastische Tools, Werkzeuge die ich benutzen kann um vermeintlich Design zu generieren auf ganz schnelle und einfache Art und Weise.

00:21:28: Und mir werden Algorithmen vorgelegt derer ich mich bediene und in Handumdrehen etwas generiere was vermeintliche ein Design darstellt ob das jetzt im Produktdesign ist oder selbst Musik oder eben auch Architektur und es kann mittlerweile fast jeder da draußen schaffen.

00:21:47: Das

00:21:47: wirkt aber auch die Gefahr, dass eben die eigenen intrinsischen Fähigkeiten wie Kreativität immer mehr in den Hintergrund oder immer mehr verkümmern weil wir einfach mit diesen Tools plötzlich ganz andere Möglichkeiten nutzen können.

00:22:03: Wie macht ihr das bei euch im Büro?

00:22:05: Also wie kommt KI zum Einsatz?

00:22:09: Kommt es zum Einsatz?

00:22:11: Also wir benutzen KI tatsächlich sehr, sehr umfangreich und wir erzielen fantastische Ergebnisse.

00:22:16: Immer unter der Prämisse dass die Gedankenentstehung vorher stattfindet.

00:22:22: ich versuche meine jungen Teams dahingehend auszubilden Die Bewegrunde eines Ortes eine Aufgabenstellung der betreffenden Zielperson also des Auftraggebers zu begreifen all diese abstrakten Synapsen zusammenzuführen zu einem Ideenentwurf, den man belasten kann und den man in der Regel auch gut erklären kann.

00:22:45: Das heißt ich arbeite dagegen an.

00:22:46: Vor einigen Wochen habe ich einen Vortrag an der Hochschule Kubock gehalten und ich wurde liebenswärterweise durchgeführt durch die Lehrräume und ich war aufmerksam auf Handskizzen.

00:22:59: also sie haben noch sehr viel manuell gearbeitet sozusagen analog Und das hatten wir dann thematisiert und im Vortrag hatte ich da einen ganz interessanten Austausch mit dem Dekan, aber auch der Studentenschaft.

00:23:12: Weil ich den Verlust der Ideenfindung der Eigenkreativität bemängelt habe und es tatsächlich in diesem Vortag auf sehr fruchtbaren Bodengefallen ist weil der Versuch dort unternommen wird genau das zu fördern.

00:23:26: die KI sorgt dafür dass diese Eigenkriativität erodiert Wir aber vermeintlich der Auffassung sind, weil diese Menge an Daten vorhanden ist und wir sie nur noch zusammenbauen.

00:23:38: Zusammenstecken das Gleichbedeutendsten mit Kreativität – Mitnichten!

00:23:42: Ich sage ganz klar Nein.

00:23:44: Es kann ein fantastisches Werkzeug sein Aber es muss aus dem menschlichen Geist heraus entspringen.

00:23:50: Das ist für mich wahre Kreatilität Und die verändert sich gerade in allen kulturellen Lebensbereichen Dass die Kunst ist, die Musik, die Architektur das Design.

00:24:01: Die Städte unser Lebensweise hat also erheblichen Einfluss auf alles.

00:24:06: Ich möchte noch einmal zurückkommen zum Thema Handel beziehungsweise Ausgestaltung der Innenstädte und auch auf das Thema wer eben diese Gebäude nun gestaltet und verändert.

00:24:18: Du hattest ja eben schon gesagt dass natürlich dieser Nutzungsmix der Neue der sicherlich das gesellschaftliche Miteinander erheblich fördert, weil einfach eine Nutzungsvielfalt da ist und keine Mononutzung mehr existiert bringt natürlich auch eine veränderte Vermietungslage rendite Lage mit sich.

00:24:39: Ist das den Investoren bewusst?

00:24:41: Also findet da eine Art Konsolidierung am Markt statt oder wie wird damit umgegangen?

00:24:46: Den Vermietern und den Eigentümern ist es sehr wohlbewusst.

00:24:50: Aber ich würde fast sagen, es herrscht eben dieses Umdenken.

00:24:52: das was wir glaube ich vorher auch mit anderen gesprochen haben dass eine Bereitschaft dazu besteht.

00:24:57: Ich nehme jetzt mal ein Beispiel Wir haben einen Stuttgart in der Königstraße für die Landesbahn Baden-Württemberg Ein ehemaliges Kaufhaus umfunktioniert.

00:25:05: Es befindet sich jetzt im Bau Und wird dann hoffentlich in ca.

00:25:08: zwei Jahren fertiggestellt werden Und jetzt zieht dort der Baden-Württembergische Landtag ein.

00:25:15: Die Besonderheit daran ist, dass sich in Erdgeschossflächen Kultur und Gastronomie Nutzungen befinden sollen... ...und als aber gern gesehen wird!

00:25:22: Denn warum?

00:25:23: Ich habe die Möglichkeit als Büronutzer in dem Fall das Gebäude auch anderweitig zu nutzen.

00:25:28: Also die Wege sind kurz, ich habe ein Gastronomieangebot das mein Leben bereichert also suche ich das Restaurant auf.

00:25:34: es werden andere Menschen das Restaurant besuchen oder auch die anderen kulturellen Einrichtungen dort und schon entsteht eben diese Lebendigkeit.

00:25:42: trotzdem immer.

00:25:42: alle wünschen, auch wenn wir versuchen die Funktionen voneinander zu trennen um sie gut verarbeiten zu können.

00:25:49: Aber der Wunsch wird immer mehr.

00:25:51: Du sprichst von dem K-Stadtsport in Stuttgart

00:25:54: und vom

00:25:55: Schlossgarten?

00:25:57: Ich glaube dieses Projekt hat ja auch eine öffentliche begehbare Dachlandschaft mit vorgesehen.

00:26:05: Wie funktioniert das eben in der Praxis?

00:26:07: also einfach nur die Vorstellung ein privater Gebäudekomplex.

00:26:11: Bisher wurde der Abends zugeschlossen und dann war dicht.

00:26:14: Dann kam keiner mehr rein, geschweige denn rauf aufs Dach.

00:26:17: Wenn das nun zu einem öffentlichen Raum wird erfordert es ja auch ganz andere Sicherheitsanforderungen, Regularien usw.

00:26:25: Also das krasseste Beispiel was mir dazu einfällt ist der Grüne Bunker in Hamburg über einen Drehkreuz quasi begangen werden kann, mit Taschenkontrolle und Spinden.

00:26:34: Und man darf kein Glas und mögliche Wurfgegenstände mit raufnehmen

00:26:39: usw.,

00:26:39: also ein stark kontrollierter und dann doch irgendwie auch extrem eingeschränkter und damit unattraktiver Raum.

00:26:46: Also wie wird das geregelt?

00:26:49: Also tatsächlich muss ich einräumen... Ob das jetzt tatsächlich stattfinden wird in dieser Konstellation der zukünftigen Nutzer bleibt abzuwarten.

00:26:57: Wir hatten viel darüber gesprochen mit der Bauherrschaft und verschiedene Konzepte angeboten, aber ja ist es tatsächlich ein echtes Problem.

00:27:05: wie verknüpft man Öffentlichkeit mit diesen Gebäuden?

00:27:08: Wie trägt man die Verantwortlichkeit, die man dann für die Besucher hat?

00:27:12: Wie rechnet sich das alles?

00:27:14: Und wie führt sich das alles zusammen?

00:27:16: Das ist eine sehr, sehr schwierige Aufgabe.

00:27:18: Ich sehe allerdings dass die auch da die Bereitschaft immer mehr zunimmt das zuzulassen.

00:27:24: Das fängt ja immer im Kopf an und dann findet man einen Weg aber es ein langsames Wachsen dieser Idee.

00:27:30: ich glaube dass Länder wie unsere nordischen Nachbarn Dänemark in denen die Verwebung der Funktionen und der Öffentlichkeit ein fester Bestandteil der Architekturplanung ist, doch ganz anders aufgebaut ist.

00:27:42: Und wir haben da noch Schwierigkeiten damit das zuzulassen.

00:27:46: Und im Falle der Königstraße bleibt abzuwarten ob es funktionieren wird oder auch so tatsächlich stattfinden wird?

00:27:53: Oder nicht?

00:27:53: Weil das hängt ja nur mit dem Gebäude zusammen.

00:27:55: Das hat etwas mit dem ganzen Gefährt zu tun!

00:27:58: Wenn die ganze Struktur des Gefirrs in Art und Weise beschaffen ist dass es eher nachteilig wirkt Dann glaube ich, muss das Gefährt erst mal langsam wachsen und sich an die neuen Gegebenheiten auch gewöhnen.

00:28:09: Und sie anders leben?

00:28:11: Das ist ja auch eine Form von Gemeinnützigkeit, die plötzlich mit ins Spiel kommt auf einer privaten Parzelle wenn man so will.

00:28:21: Das ist nicht unbedingt die Intention der Investoren oder Entwickler im

00:28:28: Dienst

00:28:29: der Öffentlichkeit zu erweisen.

00:28:30: Ich könnte mir vorstellen dass die da Fremdeln mit.

00:28:34: Es

00:28:34: ist ein Thema, das wir viel diskutieren.

00:28:37: aber jetzt muss ich auch die Fahne hochhalten und sagen dieser Bauherr unser Kunde, die Landesbank Baden-Württemberg versteht diese Themen sehr wohl.

00:28:47: sie umzusetzen wird ein Prozess sein.

00:28:50: Wir haben es nicht nur an dieser Einstelle, wir haben diese Themen an manchen anderen Stellen mit unserem Bauherren auch zusammen diskutiert und erörtert Und da gibt's eine Bereitschaft dafür.

00:29:01: denn Diese Bereitschaft voraus geht die Erkenntnis, dass es für die Stadtentwicklung was Gutes darstellt und das dieses in sich abgeschlossene Denken also im Sinne der Abgrenzung unter uns zueinander nicht die Zukunft sein kann sondern wir uns öffnen und das Miteinander wieder suchen.

00:29:22: Im gesellschaftlichen Sinne und natürlich dann eben auch in der Architektur ausgedrückt die Gesellschaft letzten Endes darstellte

00:29:29: In den letzten Jahren wurden in Europa auch einige Projekte realisiert, die wieder ein größeres Angebot an nicht kommerziellen aber geschlossenen Räumen für die Bürgerinnen und Bürger anbietet.

00:29:45: Also

00:29:45: Stichwort Bibliotheken einfach öffentliche Räume, die einfach frei nutzbar sind ohne dass es einen Konsumzwangen in Anführungsstrichen gibt, wie vielleicht in der Gastronomie und so weiter.

00:29:58: Spielen diese Themen auch eine Rolle oder ist das noch ein bisschen weiter in weiter Ferne?

00:30:03: Also ich glaube jetzt in München gesprochen es ist ein bisschen weit weg.

00:30:08: wir haben damals einen Konzept erstellt im Zuge eines großen Wettbeherbs eines internationalen Wettbehörfs zwischen an der Schützenstraße zwischen Hauptbahnhof und dem heutigen Königshof indem diesen Gedanken aufgegriffen haben und gesagt haben, der Stadtraum muss ins Gebäude reinwachsen und umgekehrt.

00:30:24: Letzten Endes ist es aber so dass dieser Raum immer irgendwie mit Konsum zu tun hat.

00:30:30: also es wurden Handel angesiedelt.

00:30:32: was du beansprüsst ist glaube ich mir ein kulturell offener Raum der Plätze abbildet Wäumlichkeiten in dem vielleicht nicht unbedingt ein Zweck dahinter steckt sondern einfach nur Begegnungsstätten Räume für Menschen angeboten werden um dort was auch immer entfalten zu lassen.

00:30:48: Und das ist schwierig, glaube ich in München oder in der Art und Weise wie ich es kenne.

00:30:54: Das hatten wir so noch nicht.

00:30:55: Vielleicht liegt's auch daran dass München selbst viele dieser Orte eben auch hat als diese ganzen Vorplätze von unseren Theatern und Museen und die Parks die wir haben.

00:31:05: also da findet das Leben statt tatsächlich und weniger in Räumen selbst.

00:31:11: Da fällt mit höchstens noch die BMW-Welt ein irgendwie abbilden möchte, aber die sei immer mit einem Produkt verhaftet.

00:31:18: Insofern vielleicht nicht ganz genau das was du gerade ansprichst.

00:31:23: Gibt es denn ein Projekt vielleicht auch aus eurem Haus?

00:31:27: Was dieses Ideal-Bild über das wir jetzt gesprochen haben die letzte halbe Stunde abbildet?

00:31:33: Ich würde sagen ja!

00:31:35: Denn wir haben eine Entwicklung eines Unicampus gerade hinter uns, wo wir Räume anbieten möchten die allgemeiner zugutekommen und eben für diese Lebendigkeit sorgen.

00:31:48: Und ich glaube das sind die Flächen von denen du sprichst also nicht die eine Gebäudefunktion sondern die ein Ensemble abbildet mit Räumen die keiner besonderer Funktionen zugedacht sind, sondern einfach nur da sind.

00:32:03: Und ich glaube solche Themen haben wir bei uns im Haus aber im Sinne eines Gebäudes das den Raum anbietet sich öffnet und einfach nur dar ist positiven Sinne.

00:32:13: Das haben wir so noch nicht weil da geht es viel um Effizienzen und um sagen mal die Ausschöpfung des Raumes zu Gunsten einer bestimmten Funktion Aber ist eine gute Frage.

00:32:24: Ist eine gute frage die du gestellt hast.

00:32:26: Ich hatte gerade damit sie glaube ich mit Nein beantworten zu müssen.

00:32:30: Das

00:32:30: Projekt, von dem du gerade gesprochen hast ist in

00:32:33: Heidelbronn.

00:32:34: Ja

00:32:35: das war ein Zuge eines Wettbewerbs muss ich sagen und da haben wir den Campus so dargestellt.

00:32:41: aber es gibt auch viele Revitalisierungsprojekte in München die ich grade nicht ganz benennen darf weil sie noch ein bisschen offen sind und wo wir diesen Gedanken... Ich brauch das Wort Campus nicht unbedingt sondern eben diese Zwischenbereiche die wir dezidiert ausbilden damit dort Leben stattfinden kann.

00:33:01: Das ist unsere Grundhaltung, nicht Idee sondern eine Haltung weil wir verstehen das Gebäude und Architektur und Städte nur dann funktionieren können.

00:33:10: ich komme immer auf den gleichen Punkt wenn sie lebendig sind.

00:33:13: Ich muss Lebendigkeit und Reibung zulassen.

00:33:15: Wunderbar.

00:33:16: Letzte Frage Out of the Box Wie geht's deinem Instagram Account?

00:33:21: Als wir uns das letzte mal getroffen haben was mir erzählt?

00:33:24: der vierte Tag ohne Instagram?

00:33:26: Jetzt sind zwei Monate vergangen.

00:33:28: Das

00:33:28: sind zwei Monate und es ist fantastisch, ich bin befreit.

00:33:32: wie es dem Instagram-Account selbst geht weiß ich nicht.

00:33:35: Ich überlasse ihn gerade seinem Schicksal.

00:33:38: Wunderbar!

00:33:39: Vielen Dank Igor Brinčić von Olivarchitekten.

00:33:43: danke für das Gespräch.

00:33:44: Danke dass ich heute hier sein durfte

00:33:46: Klaus.

00:33:46: vielen Dank.

00:33:46: Es hat mich sehr gefreut dieses Gespräch mit dir zu führen.

00:33:49: Das war die Episode twohundertelf.

00:33:52: Wenn euch der Podcast gefallen hat, lasst uns gerne eine positive Bewertung da und Klocke aktivieren nicht vergessen um keine Ausgabe mehr zu verpassen!

00:34:00: In der nächsten Folge spricht unser Host an Kathrin Saarlich mit Kathrin Mees vom Deutschen Abbruchverband über den Krampf der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.

00:34:10: Ich freue mich wenn ihr beim nächsten Mal wieder mit rein hört.

00:34:13: Der Heinze Podcast Architekturfunks ist eine Produktion der Heinze GmbH Und bevor nun wirklich Schluss ist, bis zum fünften Juni könnt ihr mit euren Projekten noch am Heinze Architektur Award teilnehmen.

00:34:25: Es gibt vierzigtausend Euro zu gewinnen aber nur wer mitmacht kann auch gewinnen!

00:34:29: Am einfachsten unter heinze.de slash

00:34:32: award

00:34:34: oder auf den Link

00:34:35: in den Shownotes klicken.

00:34:36: habt eine schöne Zeit.

00:34:37: Bis dahin tschüss und jetzt ist es aber wirklich

00:34:40: Schluss!

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