#209 – Olaf Grawert, House Europe, b+: Abgeschrieben und abgerissen
Shownotes
In Europa wird jede Minute ein Haus abgerissen – ungeachtet seines vorhandenen Potenzials. Olaf Grawert, Gründungspartner des Berliner Büros b+ und Mitinitiator von HouseEurope!, fordert deshalb neue Gesetze: Steuererleichterungen für Renovierungen, neue Bewertungskriterien für Bestandsgebäude und die Anerkennung grauer Energie – gebündelt als „Right to Reuse”. Die nötige Million Unterschriften blieb aus – es wurden nur rund 100.000 gezählt. Aus der gescheiterten Bürgerinitiative wurde eine gemeinnützige Organisation. Am 1. Juli startet die nächste Runde: Right to Housing mit 14 Gesetzesvorschlägen, die in Zusammenarbeit mit 60 Partnerorganisationen erarbeitet wurden. Wir sprechen über Abriss als Gentrifizierungswerkzeug, die Ökonomisierung des Gebäudebestands und einen zweiten Anlauf in Brüssel. bplus.xyz houseeurope.org Teilnahme Heinze ArchitekturAWARD 2026
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00:00:03: Herzlich Willkommen zum Heinze-Architektur-Funk Episode twohundertneun,
00:00:10: am sechzehnten
00:00:11: April zweitausendsechsundzwanzig.
00:00:13: Mein Name ist Kerstin Kunekath und heute spreche ich mit Olaf Gravat!
00:00:17: Wir steigen ein ins Gespräch.
00:00:19: Herzlich Willkommen im Architekturfunk Olaf Gravat.
00:00:22: Du bist Gründungspartner des Kollaborativendesign-Büros B+.
00:00:26: Das sich auf die adaptive Umnutzung des Bestandes konzentriert, also Bestandserhalt, Renovation und Umnitzung stehen hier im Vordergrund.
00:00:35: du bist Mitgründer von S+, Station Plus dem Lehrstuhl für Architecture & Storytelling am Department für Architektor der ETH Zürich Auch zusammen mit Arno Brandl-Huber, zudem bist du Mitinitiator und Geschäftsführer von House Europe einer gemeinnützigen Organisation bzw.
00:00:53: Bürgerinitiative und einem Policy Lab das sich für einen grundlegenden Wertewandel im Bauwesen einsetzt in sozialer ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht.
00:01:03: Du setzt dich für eine radikale Neubewertung unseres Umganges mit dem Gebäudebestand ein.
00:01:09: Wir sprechen heute über die Initiative House Europe Nachfolgeinitiativen, wie ich eben gehört hab.
00:01:15: Und wie es entstanden ist überhaupt?
00:01:17: Welche Ziele verfolgt ihr damit und warum Abriss in Europa ein zentrales politisches Thema werden soll?
00:01:24: Und auch warum das immer noch nicht so ist beziehungsweise auch auf welcher Ebene und wie es
00:01:29: weitergehen
00:01:29: soll.
00:01:31: Ja du beschreibst in deinem TEDxTalk oder es ist TEDxBerlin vom November zwanzig fünfundzwanzig dass jede Minute irgendwo in Europa einen Haus abgerissen wird und zwar nicht durch Naturkatastrophen, sondern durch menschliche Entscheidungen.
00:01:47: Wann hast du begonnen dieses Thema systematisch zu verfolgen?
00:01:51: Und was war der Moment in dem daraus eine Initiative geworden ist?
00:01:56: Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat schon vor rund zehn Jahren begonnen.
00:02:01: Wir haben ja damals im Jahr twenty-sehntzehn unseren zweiten Film gemacht mit Christopher Roth – The Property Drama.
00:02:08: Darin ging es um die Eigentumsfrage und eigentlich wurde bei der Auseinandersetzung komplett klar, dass immer abgerissen werden muss, um mehr Ertrag- und Gewinn zu erzielen.
00:02:21: Das ist auch gar nicht so eine große Erkenntnis, vielleicht ist das mehr ein Erkenntniss für uns als Architektinnen.
00:02:27: Für Entwickler ist es einfach die Standardmethode und in ganz vielen Ländern auf der Welt wo der Druck schon größer war – der Druck auf Land oder Immobilien war eigentlich der Standardmodus wie man Immobilie entwickelt.
00:02:44: Ich glaube in Berlin, wo wir ja sitzen war das lange nicht der Fall, weil Berlin ja ganz lange als schrumpfende Stadt galt.
00:02:52: Also wie ich Architektur studiert habe... ...zweifelsen Elfer hab' ich begonnen, da bin ich im Seminar belegt in Österreich, das hieß damals Shrinking Cities und da haben wir quasi aus der Ferne über Städte und Regionen gesprochen die Schrumpfen und Berlin war eine davon also sie noch gar nicht so lange her dass nicht die Idee Vorherrschte Berlin wäre diese Boomstadt.
00:03:15: Und dann gab es einfach viele Immobilien, Leerstand aber auch Brachen die einfach... frei waren, das war ja auch der Charakter der Stadt.
00:03:24: Das ist ja heute nicht mehr der Fall.
00:03:26: Ich wollte gerade sagen also dass Buhmende hat ja schon dafür gesorgt, dass kaum etwas über war.
00:03:30: Dramatisch geschrumpft ist es ja nicht.
00:03:32: Es ist immer eher so dieses, dass plötzlich weniger Leute zuziehen.
00:03:36: Die Frage die wir damals... Also das war ein Forschungsprojekt.
00:03:39: ich glaube das war Teil eines Europans sich zu beschäftigen mit Regionen und Städten.
00:03:44: Mit der Frage muss man Infrastruktur zurückbauen?
00:03:49: das Neuastudierende, muss man Infrastruktur zurückbauen.
00:03:53: Weil zum Beispiel Abwassersysteme funktionieren ja nur bei voller Auslastung für dieses Jahr z.B.
00:03:59: schlecht wenn nicht Wasser durchläuft kann man auch drüber sprechen.
00:04:02: Auch für ein Haus ist es richtig schlecht wenn es nicht benutzt wird.
00:04:06: Also nicht nutzen
00:04:07: führt zu Verfall.
00:04:09: Das ist wie ein Auto nicht zu fahren erhält ja das Auto nicht.
00:04:12: also ist ja auch schlechten Autos in der Garage stehen zu lassen.
00:04:15: Man muss es ja benutzen.
00:04:18: Genau, funktioniert nach einer Weile nicht mehr.
00:04:20: Und in dem Sinn war Berlin.
00:04:21: damals gab es das Narrativ.
00:04:24: was macht man denn mit all den Gebietenteilen die einfach nicht genutzt werden weil sie leer stehen?
00:04:30: muss man die proaktiv rückbauen?
00:04:33: oder wie geht man damit um bevor die verfallen?
00:04:36: Das heißt selbst wenn etwas nur gleich bleibt aber nicht mehr benutzt wird Leerstand ist ein totales Problem für den Erhalt der Gebäude.
00:04:45: Ja
00:04:47: und dann Wir haben das ja dann vertieft, wir haben damals auch eine Ausgabe gemacht mit der Acht Plus.
00:04:56: Die erschien dann sogar glaube ich dreimal weil die war sehr populär, weil diese Bodenfrage einfach schon immer ein politisches Thema war.
00:05:03: Das war quasi ein Revival einer Diskussion und aus dem Wuchs heraus auf der einen Seite unsere Praxis, das hast du ja schon beschrieben als Architekturbüro Umbaurenovierung, Nachnutzung von leer stehenden Gebäuden und einen Umgang damit kann man es denn schaffen eine Alternative zu bieten.
00:05:21: Damit man nicht abreist und neu baut.
00:05:24: Und da kommt man einfach an die Grenze.
00:05:25: darüber muss man sprechen.
00:05:26: warum?
00:05:27: Man kommt einer Grenze weil wenn der Druck dann steigt und wenn immer mehr Investoren entkommen und Entwickler den Druck quasi sehen und damit auch das Potenzial mehr Geld aus einem Ort zu machen, dann beginnt es an mit Abriss und Neubau.
00:05:44: Meine nächste Frage war ja welche Erfahrungen aus deiner Praxis ausschlaggebend waren um über das einzelne Projekt hinaus politisch aktiv zu werden?
00:05:51: Das heißt also du bist schon im Studium quasi auch darauf gestoßen und wusste es, dass das ein Thema interessant
00:05:57: ist.
00:05:58: Also ich glaube auf die ökonomische Seite bin ich gestoßt, weil ich auch einen Hintergrund in Wirtschaft habe.
00:06:02: also ich hab dann Abschluss in Buchhaltung Betriebswirtschaft, aber einfach eine biografische... Ich habe das auch nicht voll bewusst gemacht.
00:06:11: Das kann man nachhören, ich hab dich ja schon vor drei Jahren interviewt Nummer achtundzwanzig Bonnetz Campus Alumni Podcast Wieso du Buchhaltung vorhergemacht hast und was du überhaupt vorher gemacht hast vor deinem Studium?
00:06:21: Und deshalb, ich glaube die ökonomische Seite, die wurde mir damals schon klar aber da habe ich dann quasi der Weiche noch nicht Architekt.
00:06:30: D. h., ich habe das aus einer anderen Richtung gesehen in der Architektor Ja... In der Architektur.
00:06:39: In dem Sinn kann man sagen, ist es in jedem unserer Projekte war es eine Entscheidung erhält man und baut man um oder reist man ab und bau neu.
00:06:49: Eigene Projekter aber auch Projekten für private Kunden die die gleichen Entscheidungen treffen ja oder nein?
00:06:56: Und da ist dann immer die Frage wie bewertet man auch eine Immobilie?
00:07:01: Ist es nur das Axelsheet?
00:07:04: das Geld als Wert, also nur monetäre Werte oder sieht man andere Werte die man erhalten möchte.
00:07:12: Aber in dem Sinn gibt es einfach eine wahnsinnige und darüber sprechen alle ich glaube dass ist auch allen bewusst eine Ökonomisierung der gebauten Umwelt.
00:07:20: also alle sprechen mittlerweile darüber das Wohnen einfach auch ein Investment ist aber es gibt auch eine Art von Verbetriebswirtschaftlichung Klingt wahnsinnig kryptisch, aber es ist ja nicht nur das Wohnen eine Ware ist sondern wie wir Architektur machen als Produkt und wie wir als Architekten arbeiten.
00:07:42: Wie ein Unternehmen das Produkte herstellt – das ist ja Teil davon!
00:07:48: Ich habe mal gehört in der Dokumentation weiß jetzt leider nicht mehr welche dass die Finanzindustrie oder die Finanzbranche sucht sich gerne andere Branchen geht da rein Stülpt die eigenen Regeln da drauf, um halt möglichst Rendite zu maximieren.
00:08:05: Und wenn sich das nicht mehr lohnt dann zieht sie ab aus diesem Bereich und geht woanders hin.
00:08:10: Und irgendwann hat es eben genau den Wohnungssektor und den Bausektor getroffen.
00:08:15: Da sind Sie jetzt noch zugange... ... eines der Hauptprobleme ist, dass das sozusagen wieder los werden muss.
00:08:20: Abschütteln muss diese Finanzbranche da drin.
00:08:23: Und am beliebtesten sind natürlich knappe Güter... ... weil mit knappen Gütern oder bei knappem Gütern kann man vorhersehen,... ...dass der Preis steigen wird, weil es knappe Güter sind.
00:08:34: Aber ich glaube was du beschreibst,... ...diese Kolonialisierung von Bereichen die eigentlich dem Gemeinwohl dienen sollten,... ...sieht man ja auch in anderen Bereichen.
00:08:43: also ich würde dann schon sagen Bildung.... Gesundheit, das wird ja alles verbetriebwirtschaftlich und plötzlich müssen Krankenhäuser ökonomisch argumentieren wie Unternehmen.
00:08:55: Und genau so Bildung und genau das Gleiche ist einfach in der Architektur passiert – und das war nicht immer so!
00:09:01: Ich glaube, das muss man einfach immer sagen….
00:09:03: Das ist ja kein Naturgesetz sondern es eine Entscheidung die wir getroffen haben gesellschaftlich und systemisch und deswegen kann man's auch ändern.
00:09:13: Ich glaube, das Ziel muss sein einen neuen Wert zu definieren.
00:09:17: Wem soll denn Wohnen dienen?
00:09:19: Ja und deine Motivation ist sozusagen im Hinblick auf die Abrissquote aus finanziellen Gründen, aus betriebswirtschaftlichen Gründen da reinzugehen und so sagen nein das muss nicht sein wie du gerade gesagt hast kein Naturgesetz sondern der Abriss muss aufhören ... auch aus Ressourcen gründen, auch aus CO-Zwei imittierenden Gründen und so weiter.
00:09:41: Das war deine Motivation dann auch zu sagen so... ... wir oder eure Motivations?
00:09:46: Du hast zusammen mit Arnold Brandlhuber die Bürgerinitiative House Europe ins Leben gerufen.
00:09:50: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, da eine Bürgerinitiative zugründen?
00:09:53: Ja!
00:09:54: Also die Idee... Da sind verschiedene Dinge parallel passiert.
00:09:58: also ich ähm... Einmal haben wir damals ein Interview geführt für die Achplus-Unternehmen Architektur.
00:10:05: Wir haben dann Jahre später noch eine Achplus gemacht zu diesem Thema Architektor als Unternehmung, also als Business.
00:10:14: Und damals haben wir ein Interview geführt mit den drei Präsidentinnen, waren das damals Andrea Gebbert, Susanne Warzeck und Ruth Schagemann.
00:10:21: Die waren quasi Präsidentinnen von der Bundesarchitektenkammer vom Bund Deutscher Architekten-Architektinnen unter europäischen Architektenkammern.
00:10:30: Der Titel ist Architektur ohne Lobby weil wir gesagt haben irgendwie kommt uns vor dass wir als Architekte keine Lobby haben.
00:10:37: Also wir haben das Gefühl alle haben eine Lobby, aber wir haben keine Lobby.
00:10:40: Wir haben auch kein Klagerrecht.
00:10:42: Architektur hat keinen Verbandsklagerecht.
00:10:45: Das heißt, wir könnten auch nicht wie jetzt zum Beispiel im Vergleich die deutsche Umwelthilfe gegen ein Neubau-Projekt klagen.
00:10:53: Da geht man dann zur deutschen Umweltheilfe und die können es tun.
00:10:56: Das heisst, wir können gar nicht argumentieren Es wäre sinnvoller einen Museum in einem leer stehenden Flughafen zu machen als ein Neubau am Kulturforum.
00:11:04: Einfach nur das Beispiel, weil man könnte ja sagen okay es macht aus ökologischer Sicht überhaupt keinen Sinn.
00:11:10: Weil es gäbe schon genug Flächen die etwas könnten.
00:11:14: nein stattdessen bauen wir neu.
00:11:16: und in dem Gespräch haben die drei einfach argumentiert warum solche Vorhaben ganz oft im Konflikt stehen mit lokalem politischen Interessen?
00:11:26: Bürgermeisterkandidaten wollen etwas bauen als Zeichen für Fortschritt oder es gibt auch lokale Bauwirtschaft, die lobbying betreibt.
00:11:35: Und dann wurde im Gespräch klar eigentlich muss man das auf europäische Ebene heben weil auf europäischen Ebene wird anders über bauen, gesprochen.
00:11:44: Nämlich schon mehr als Dienst für das Gemeinwohl an die Gemeinschaft.
00:11:49: und wenn wir es auf europäische Ebene heben dann kommt's eh in alle Mitgliedsländer weil was die EU beschließt müssen die Länder also die Nationalstaaten umsetzen.
00:11:58: Das war quasi die eine Seite.
00:12:00: Parallel dazu haben wir ganz konkret im Büro an einem Umbauprojekt gearbeitet.
00:12:04: das war der Mäusebunker Bauwerk in Berlin, das hätte abgerissen werden sollen und wir haben uns dafür eingesetzt dass es nicht abgerissens wird.
00:12:15: Da gab's eine Bürgerinnenbewegung mit der hatten wir eigentlich gar nichts zu tun.
00:12:18: die haben sich schon dafür eingesätzt bitte dieses Gebäude erhalten weil es eine Ikone des Brutalismus ist.
00:12:25: Die haben dafür auch ne Petition gestartet bei change.org Und waren eigentlich erfolgreich.
00:12:29: was wir als Büro gemacht haben Wir haben aus büronen entwurf gemacht wie man das gebäude umnutzen könnte Weil es gibt dann immer die Argumentation, ja das geht ja nicht.
00:12:39: Oder also Kritiker sagen dann ganz oft dies und jenes Gebäude kann man gar nicht umbauen und dann im Wirk sagt okay wie als Architekturbüro.
00:12:47: wir können beweisen durch Design dass eine Nachnutzung möglich wäre und haben einen Entwurf gemacht um das zu zeigen.
00:12:55: Und was dann aber interessant war anders als bei ganz vielen anderen Immobilien haben wir realisiert in den Gesprächen mit den Banken, dass obwohl unser Entwurf plausibel ist also zeigt ein Umbau wäre möglich es trotzdem mehr Gewinn bringt abzureißen und neu zu bauen.
00:13:15: Das heißt wir hatten plötzlich einen ganz anderen Gegner nicht mehr Architektur nicht mehr das Argument das geht nicht weil das konnten wir zeigen sondern plötzlich hat der Markt gesagt Das uns egal, ob ihr das umbauen könnt.
00:13:28: Wenn wir es abreißen kriegen wir ein Stück Land im Zentrum von Berlin auf dem wir neu bauen können mit sehr viel mehr Ertrag.
00:13:37: und da haben wir realisiert okay diesen systemischen Gegner in dem Sinn dafür brauchst Gesetze und Regelungen weil gegen den können wir natürlich nicht ankommen weil im freien Markt wo eben wieder monetäre Werte die Rechnung bestimmen hat man kein Argument gegen mehr Gewinn, also das ist evident.
00:13:58: Natürlich bringt es mehr Gewinnen aber für wen und was entsteht dort?
00:14:03: Und ich glaube da möchte ich noch sagen weil du vorhin gesagt hast aus ökologischen Gründen natürlich aus öko- logischen gründen aber vor allem auch aus sozialen Gründen.
00:14:13: Ich bin sehr oft in Berlin umgezogen.
00:14:15: dann bin ich in der Ecke der Stadt gezogen.
00:14:18: Da stand noch ein DDR Supermarkt an der Ecken Und der wurde abgerissen für Luxus-Neubauwohnungen Eigentum.
00:14:26: Der Supermarkt, der da reinkam ist wahnsinnig hochpreisig.
00:14:29: Das war so ein luxuriöser Edeker wie sie überall entstehen.
00:14:33: und die Menschen, die dadurch verdrängt werden weil die Nachbarschaft teurer wird.
00:14:38: Weil Menschen hinkommen mit mehr Kaufkraft, weil die Supermärkte teurer werden.
00:14:43: Abriss für Neubao ist einfach Gentrifizierung.
00:14:48: vielen Teilen Europas noch nicht so kennt.
00:14:51: und wenn man mit Menschen aus anderen Teilen der Welt spricht, dann sagen die ihr natürlich das ist Werkzeug der Entwickler um den Preis einer Nachbarschaft.
00:15:01: Den Wert einer Nachbarschaft also den monetären Wert einer nachbarschaft zu erhöhen
00:15:07: Ja und vor allen Dingen ist ja auch gut wenn man seinen Gegner kennt weiß einfach der Tatsache ins Auge schaut, unsere Lobby ist klein.
00:15:16: Unsere Mittel begrenzt und der Gegner ist groß und bächtig aber es ist kein Naturgesetz.
00:15:21: Wie ging's also weiter?
00:15:22: Die Initiative Haus Europe ist gewachsen heute ein Netzwerk von über achtzig tausend Unterstützer in den zwei Hundertfünfzig Partnern in ganz Europa.
00:15:31: Das sind Akteure aus Praxis Forschung und Politik die da zusammenkommen.
00:15:35: Also habt ihr sozusagen das Gefühl jetzt mächtiger zu sein?
00:15:41: Also wir haben das Gefühl, es besser zu verstehen.
00:15:42: Also erst einmal was wir dann realisiert haben im Gespräch da muss man sich vorstellen wen oder was braucht es alles um Häuser und die Stadt zu bauen?
00:15:53: Dann realisiert mir ja dass Architektinnen nur ein Teil davon sind ist eine ganze Kette von Menschen Und Unternehmen also Interessen die dort eigentlich zusammensitzen müssten an einem Tisch.
00:16:04: Das passiert nur sehr selten.
00:16:06: Wir haben dann auch verschiedene Formate gemacht, wir haben auch ein zweivöchiges quasi Lehrprogramm in Brüssel gemacht und da war das Ziel mit den Studierenden.
00:16:15: Das waren fünfzehn Studierende aus fünfzehnt Ländern.
00:16:18: Da haben wir zehn Tage lang jeden Tag einen dieser Stakeholder besucht also begonnen bei Architektinnen dann Ingenieure, Contractor, Baufirma, Materiallieferanten, Investor, Entwickler, Politik, Immobilienwirtschaft.
00:16:33: Wir haben die alle getroffen haben gesagt Warum reist ihr ab und baut neu?
00:16:38: Oder warum renoviert ihr schon, warum funktioniert es bei euch.
00:16:43: Und was bräuchte es von den anderen in dieser Kette damit wir nur mehr Bestand erhalten und umbauen statt abreißen und Neubau.
00:16:52: Da war's dann interessant zu realisieren dass niemand in der Kette per se abreißend und neubauen will.
00:17:01: Alle sagen, naja das ist das System in dem wir operieren.
00:17:04: Wir sind alle wirtschaftliche Unternehmen.
00:17:07: Wir müssen alle positiv bilanzieren und Gewinne machen.
00:17:10: Und manche sind dann kleine Architekturbüros GmbHs mit zehn Menschen und andere sind Fonds wo man gar nicht wirklich weiß wie viele Menschen daran beteiligt sind.
00:17:21: aber alle sind in ihrer Logik verpflichtet wirtschaftlich zu funktionieren, weil jeder muss ja seine Miete zahlen und jede muss Geld verdienen.
00:17:29: Und wenn man dann mit den Menschen spricht, mit diesem Netzwerk spricht und sagt okay könnt ihr uns die Stellschrauben benennen?
00:17:36: Dies bräuchte lokal national auf europäischer Ebene um dieses System zu ändern.
00:17:42: Dann realisiert man alle sind bereit das system zu ändern wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben ist.
00:17:50: Und es sind nur ganz wenige, die dagegen ankämpfen weil das bedeutet dass ihr Businessmodell obsolet ist.
00:17:57: und das ist glaube ich was man in vielen Bereichen der Gesellschaft heute sieht einen Widerstand von Firmen deren Geschäftsmodell infrage gestellt wird weil's nicht mehr weiter.
00:18:10: Interessant ist ja, dass diese Gruppe eher klein ist.
00:18:13: Also alle am Tisch sagen wir wollen halt Wirtschaften, wir müssen Wirtschaften überleben aber die, die richtig profitieren durch was weiß ich eben dadurch das die Bodenpreise gut sind und dann ein Stück freier Boden entsteht, das ist ja nur eine kleinere Gruppe im Endeffekt und die ist die, der dagegen ankämpft.
00:18:31: Das ist ne kleinere gruppe, aber diese kleine Gruppe hat natürlich Macht.
00:18:37: Es ist eine kleine Gruppe, die wirklich davon profitiert.
00:18:40: Aber man hat es geschafft dass ein großer Teil der Gesellschaft betroffen ist.
00:18:46: Das heißt muss man auch verstehen wer baut denn viel neu auch spekulativ?
00:18:54: und dann sieht man das ist ein Finanzprodukt wo Pensionsanlagen drin stecken.
00:19:00: und dann realisiert man auch das Architektenwerk in das viele Architektinnen einzahlen, in Neubau investiert.
00:19:09: Das heißt am Ende sind wir als Bürger, Bürgerinnen – wenn ich sage, ich bin Architektor und die zahle irgendwie Vorsorge ein, dann bin ich ja gleichzeitig auch ein Bürger dieses Landes.
00:19:19: Am Ende bin ich auch als Bürgerbetroffer weil mein Geld, das wird investiert im Neubauer.
00:19:25: Das heisst es infrage zu stellen profitieren tun nur wenige da Davon, aber Betroffer sind sehr viele und deswegen ist auch der politische... Deswegen gibt es einen politischen Widerstand.
00:19:37: Weil das wird natürlich dann zu einem politischen Thema.
00:19:40: Und dann sagen wir also um jetzt in Klischee zu sprechen.
00:19:43: Dann sagt eine Sozialdemokratie vielleicht ihr stellt den Arbeitsmarkt infrage Ihr wollt weniger neu bauen wie viele Arbeitsplätze hängen da dran?
00:19:53: Dann kann ich nur sagen okay politisch aus eurem Lager gedacht Richtiges Argument wollt die Arbeiterinnen vertreten, das ist euer Argument dagegen.
00:20:03: Dann muss man nur sagen okay aber Umbaurenovierung schafft ja auch neue Arbeitsplätze hätte es nicht mehr Potenzial.
00:20:11: und ich glaube dieses Ausverhandeln ist es komplexe und deswegen das schafft man nur in einem sehr großen Netzwerk um all diese Argumente zu hören und zu verstehen welche Argumnte hat man denn in anderen Ländern oder Städten gefunden?
00:20:26: Und so kann es dann funktionieren, weil man holt dann Argumente von woanders zum Beispiel nach Berlin oder Matau steht aus.
00:20:33: Ja
00:20:34: ich finde das gerade so erstaunlich dass du als Architekt da reingehst in diese Komplexität.
00:20:39: Zum Glück hast du auch diesen anderen Hintergrund sonst wäre's vielleicht gar nicht so.
00:20:42: die wenigsten Architekten steigen so rum in das Thema ein, wahrscheinlich.
00:20:48: Und wenn du sagst, ihr habt im Ausland auch geschaut, gab es da auch Architektinnen und Architekten, die da drin stecken?
00:20:53: In dem
00:20:54: Maß?
00:20:54: Ja ja, auf jeden Fall.
00:20:56: Ich glaube man unterschätzt es vielleicht.
00:20:58: Man trifft dann sehr viele studierte Architekten-ArchitektInnen, die einfach einen anderen Weg eingeschlagen haben und die das alle nur tun können weil sie den Architektor Hintergrund haben.
00:21:11: Und ich glaube dieses ausgesetzt sein der Bauwirtschaft und diese Abhängigkeit auch damit sein Geld zu verdienen, weil ich bin ja auch in einem Architekturbüro.
00:21:23: Und wir mussten immer bauen um einfach unseren Lebensunterhalt zu verdienten.
00:21:30: Also ich glaube es darf man nicht unterschätzen.
00:21:31: dieses Ausgesetztsein ist dann vielleicht der große Unterschied zu einer deutschen Umwelthilfe oder Greenpeace die sich auch mit dem Thema Abriss beschäftigen aber aus deren Logik froh sind, dass wir an den Tisch kommen und ihnen erklären wie das System von innen aussieht.
00:21:51: Weil sie sagen ah wow so haben wir das nie gesehen oder verstanden.
00:21:56: Ja.
00:21:57: Erzähl doch mal dann bitte was waren die Hebel?
00:22:00: Ihr wolltet eine Gesetzesänderung in Brüssel erreichen?
00:22:03: Was wolltet ihr genau erreichen?
00:22:05: Genau.
00:22:06: also dafür muss man zuerst verstehen, dass unterschiedliche Dinge auf unterschiedlichen Ebenen geregelt werden können.
00:22:12: Es gibt Dinge, die kann man lokal regeln, national oder auf europäischer Ebene.
00:22:17: Was wir vorgeschlagen haben waren Regelungen und Gesetze, Gesetzesänderungen oder auch Förderung auf europäischen Ebenen, die dann in die Nationalstaaten heruntergehen sollen.
00:22:28: Und wir haben da noch immer gesagt – und es gab zum Beispiel Parallelien Berliner Initiative von Klima-Neustart – sie hatten selbe Ziel
00:22:37: gegen
00:22:38: Abriss aber die haben nur lokale quasi Gesetzer bemüht Unsere Gesetze, es war quasi ein Paket.
00:22:44: Drei Gesetzen werden das ganze Write to Reuse genannt.
00:22:47: Das erste waren Steuererleichterungen für Renovierung und Umbau und Steuerbefreiung für wiederverwendetes Material.
00:22:55: Es gibt schon in vielen Ländern zum Beispiel in Italien.
00:23:00: zahlt man zwölf Prozent weniger Steuern für Renovierungs- und Umbauprojekte wie für Neubau.
00:23:05: Dadurch gibt es einen Anreiz für alle Menschen ganz konkret, dass man einfach mit dem Bestand arbeitet weil es günstiger wird auch die Arbeit alles daran und Steuerbefreiung für wiederverwendetes Material Weil wir alle wissen wieder verwendet das Material hat ein Problem, dass es in dem Sinn teurer ist wie neues.
00:23:23: aber man hat ja die steuer schon einmal gezahlt.
00:23:25: also haben wir gesagt wenn wir die mehrwertsteuer abschaffen würden dann wäre es plötzlich konkurrenzfähig.
00:23:32: Und vielleicht muss man auch sagen, zum Beispiel dieses Gesetz hat in Brüssel dazu geführt – im Brüssel hat die Stadt und das ist auch ein Land, also eine Kommune wie Berlin einen Steuervorteil eingeführt für Umbau vom Büro in Wohnen.
00:23:46: Die haben den wahnsinnigen Steuerreduzierung gegeben.
00:23:49: und plötzlich haben Entwickler gesagt, okay wir sehen einen Business Case.
00:23:54: Wir bauen Büro in Wohnen um weil durch den Steuervorteil wird es günstiger und es ist ein grünes Investment und wir alle wissen dass es mehr Menschen gibt die wollen das ihr Geld nachhaltig veranlagt wird.
00:24:08: Das heißt, plötzlich hatte man einen Business Case für alle die sagen ich will das mit meinem Geld etwas Nachhaltiges getan wird und dafür muss meine Kriterien erfüllen.
00:24:19: Das ist dann vielleicht der zweite Punkt was wir wollten neue Bewertungskriterien für den Bestand weil wenn wir uns heute Bestandsgebäude anschauen dann geht quasi der Ingenieur ins Gebäude mit dem Auftrag alle Risiken zu finden.
00:24:34: Das heißt, die gehen durch die Gebäude und listen alle potenziellen Risiken und Mängel auf.
00:24:42: Potenziell!
00:24:43: Und das ist aber total wichtig weil da geht es darum dass um sich selbst abzusichern, weil man muss sich vorstellen.
00:24:49: Man geht da rein als Ingenieur und am Ende gibt man Papier mit seinem Namen und dem Stempel und wir alle haften oder Architekten haben für zehn Jahre und auch diese Prüfstattiker oder Ingenieure haften.
00:24:59: das heißt die gehen da rein und kommen mit der möglichst kompletten Liste von sichtbaren aber auch potenziellen Mängeln raus.
00:25:06: Risiken.
00:25:08: Und diese lange Liste ist dann die Grundlage für eine Entscheidung der Bank.
00:25:13: Die Bank sieht an dieser lange Leste und sagt, es tut mir leid wir können euch das Geld nicht borgen weil es einfach zu riskant.
00:25:20: Versus im Neubau gibt's doch gar keine Risiken.
00:25:22: und da haben wir gesagt okay das stimmt nicht.
00:25:25: Erstmal ist es ein Problem dass wir nur die Risiken im Bestand sehen also nur das negative, dass wir niemals die Potenziale auflisten, Missverständnis eins.
00:25:35: Und man muss auch sagen, dass es nicht in allen Ländern der EU so ist.
00:25:38: Es gibt Länder wo auch die Potenziale bewertet werden.
00:25:42: und dann haben wir gesagt Die Bank muss auch die Risiken des Neubaus Mit einbeziehen, weil das war ja in einer Zeit nach der Pandemie.
00:25:52: Wir haben während der Pandemie Projekte gemacht, wenn die Projekten zwei drei Mal anpassen müssen, weil Lieferketten plötzlich nicht mehr existierten Produkte nicht lieferbar waren oder Preise explodiert sind.
00:26:04: Das heißt diese Idee man kann einfach ohne Risiken neu bauen, weil alles ist
00:26:10: Alles bedacht ist.
00:26:11: Genau,
00:26:12: und alles ist in unbegrenzter Menge vorhanden.
00:26:14: Das stimmt ja auch nicht mehr – das wissen wir hier auch!
00:26:18: Und das Dritte war die Bewertung von grauer Energie im Bestand,
00:26:23: d.h.,
00:26:24: wenn ich heute einen Life-Cycle Assessment, also eine Lebenszyklusanalyse eines Gebäudes mache und ich gebe das ganze Gebäude ein und am Ende sage ich, dass Gebäuden ist sechzig Jahre alt verschwindet der gesamte Wert des Gebäudes.
00:26:40: Und es ist eine reine Konvention.
00:26:42: wieder, das haben wir als Menschen entschieden.
00:26:45: und warum ist das so?
00:26:46: Ich glaube ich muss mal auch verstehen dann wird's komplex weil wir ein Gebäude wie ein Laptop als steuerliches Produkt sehen.
00:26:55: also ich glaub jeder der selbstständig ist oder für alle da draußen die selbstständigen werden man kauft einen Man kauft einen Laptop und der wird ja abgeschrieben, das heißt man kauft ihn im ersten Jahr.
00:27:10: Und nach vier Jahren ist er laptop Null Euro in der Buchhaltung wert.
00:27:15: Das war für mich schon damals in der Schule total schräg dieses Abschreiben von Wirtschaftsgütern.
00:27:22: Sag mal, es ist nach vier Jahren November.
00:27:24: Am einunddreißigsten zwölften wird die Bilanz gemacht.
00:27:27: im November ruft der Steuerberater an und sagt Der Laptop ist nichts mehr wert.
00:27:34: Kauf einen neuen damit du weniger steuern auf deinen Gewinnzahls am Ende vom Jahr.
00:27:40: Und dann sage ich zum Steuerberator Nein!
00:27:42: Ich will keinen neuen Laptopp.
00:27:44: Ich will nicht die Daten transferieren.
00:27:45: Nein nein nein er funktioniert ja noch.
00:27:48: aber in der Buchhaltung ist er Null Euro Wert Obwohl der Laptop ja eigentlich niemals Null-Euro wert sein sollte, weil da steckt sowieso, da stecken seltene Erden drinnen an und und.
00:27:59: Das realisieren wir hier langsam!
00:28:01: Und genauso betrachten wir Gebäude.
00:28:04: Gebäudes sind nach einer gewissen Zeit Null Euro Wert und können weggeworfen werden?
00:28:11: Man baut neu damit man wieder von vorne abschreibt, weil die Abschreibung reduziert den Gewinn und was man an Steuern zahlt.
00:28:21: Und das ist es, was ich meine mit der für Betriebswirtschaftlichung.
00:28:24: Es geht nicht nur darum dass Wohnen eine handelbare Ware ist.
00:28:27: wir betrachten Gebäude wie Objekte die man wegwerfen kann und das hat Einzug gehalten und das verstehen glaube ich viele nicht weil auch viele Architekten-Architektinnen vielleicht in ihrem Büro gar nicht diese Buchhaltungsseite machen das langweilig ist oder worum?
00:28:45: ja, aber man musste schon verstehen welche Mechanismen eigentlich Immobilien-Entwicklerinnen antreiben.
00:28:54: Kannst du um das Ganze vielleicht greifbar zu machen nochmal ein Beispiel nennen dafür?
00:28:59: Also du hast eben gesagt mehr wird Steuer weg von gebrauchten Materialien bei Punkt eins.
00:29:05: was wäre denn zum beispiel um das zu verhindern dass es dann Null Euro wert ist wie sehr dieser Hebel aus, in der Buchhaltung meine ich jetzt zum Beispiel.
00:29:14: Also was wir gefordert haben war dem bestandenen Wert zu geben, der nicht verschwindet weil wie gesagt haben eigentlich steckt er ja immer CO² drinnen und das kann ja nicht sein dass nur weil des Gebäude alt ist und wir in der Buchhaltung abgeschrieben haben wird es wegwerfen können und neu bauen.
00:29:32: Das heißt wenn wir dem einen Wert geben würden dann würde der Abriss bedeuten dass man Geldwert wegwirft.
00:29:41: Es würde aber auch bedeuten, das ich für den Neubau CO-Emmissionen und Kontingente – das wissen wir ja auch, dass es angekommen ist oder ankommt in allen Ländern.
00:29:50: Das heißt, ich müsste erst etwas dafür zahlen, dass sich eine wertvolle Ressource wegwerfe so wie man eigentlich auch für Schmutzwasser zahlt mal ja auch.
00:29:59: Man zahlt ja auch fürs Abwasser.
00:30:01: So müsste man quasi dafür zahlen
00:30:03: Und
00:30:04: man müsste für den Neubau des CO-Zweides emittiert wird beim Neubauch bezahlen.
00:30:10: Da sind wir ja schon weiter, da gibt es ja schon Ziele oder da gibt's ja schon Regelungen.
00:30:14: aber der Bestand hat niemals einen Wert.
00:30:17: wenn das Gebäude alt ist und es ist eine Konvention und wenn man in Brüssel mit Menschen spricht die versucht haben das zu ändern sagen die auch total ehrlich Wir wissen es, wir wollen es Aber es ist nicht möglich.
00:30:29: warum?
00:30:30: Weil das bedeutet dass wir anerkennen würden dass wir eigentlich schon so viel verbraucht haben.
00:30:36: Also das würde ja bedeuten, wir müssten anerkennen was wir in der Vergangenheit alles schon verbraucht und emittiert haben.
00:30:45: Was ist denn das für ein Argument?
00:30:47: Die Zeit läuft ja weiter.
00:30:48: Das ist sehr beängstigend, wenn die Politik so denkt.
00:30:52: Genau aber das ist eben die große Änderung, die es gab auch gesellschaftlich weil es ist ja total faszinierend.
00:30:57: dann habe ich Architektur... Okay, dann mache ich Wirtschaft und dann gibt's quasi die Abschreibungsjahre- und Abschrebungszeiten und alles kann man abschreiben über die Zeit.
00:31:07: Und dann studiert man Architeektur und selbst im Architektorstudium wird einem dann die Gebäude Lebensdauer irgendwie erklärt Und selbst wir in der Architektur sprechen heute von verschiedenen Fristen.
00:31:20: Zehn Jahre Haftungsfrist, dreißig bis sechzig Jahre Gebäude-Lebensdauer.
00:31:25: Das ist aber total interessant weil das ja nicht faktisch so.
00:31:30: Vor hundert Jahren wenn man gefragt hat wie alt kann er Gebäuden werden dann war die Antwort naja ein Steinhaus oder ein Haus aus Stein.
00:31:37: Das kann so alt werden solange der Stein hält und noch länger wenn man es pflegt.
00:31:43: Ein Haus aus Holz kann x-Jahr alt werden, plus wenn man es pflegt.
00:31:48: Heute argumentieren wir nicht mehr so, heute ist nicht die Logik aus dem Material und dem Gebäude oder der Instandhaltung raus.
00:31:55: Heute heißt's Gebäudeliebenszeit – dreißig bis sechzig Jahre!
00:32:00: Weil man weiß dass es danach abgerissen wird für Neubauer.
00:32:04: Und zum Beispiel Extremfall ist dann in Japan.
00:32:06: da ist man mittlerweile bei einer Gebäudenlebenszeit von achtunddreißig Jahren im Schnitt.
00:32:10: Danach wird abgerisseneu gebaut.
00:32:13: Das passt ja auch zu diesem Trend, dass es kaum Reparaturberufe gibt.
00:32:18: Genau.
00:32:18: Also Wegwerfen neu bauen wie du eben gesagt hast ist diese Wegwerfgesellschaft, Wegwerfermentalität hat sich auch im Gebäude-Sektor ausgeweitet.
00:32:26: das ist ja genau das.
00:32:27: Das heißt ihr habt Gesetzesvorschläge euch überlegt?
00:32:31: Diese drei Punkte die du gesagt hast Also was die Mehrwertstörfe gebrauchte Bauteile, neue Bewertungskriterien, potenzielle Stadt nur Risiken und drittens graue Energie mitbewerden.
00:32:43: Und was da eben noch drin ist, dass der Wert nicht verloren geht.
00:32:47: Jetzt habt ihr dann eine Aktion gestartet.
00:32:49: Ihr wolltet Unterschriften sammeln?
00:32:50: Ihr brauchtet eine Million Unterschriftungen um das sozusagen in Brüssel vorlegen zu können, damit es dort bearbeitet und besprochen wird.
00:32:58: Es ist nicht zustande gekommen.
00:32:59: Die eine Millionen Unterschiften sind nicht zusammengekommen.
00:33:03: Welche Konsequenz zieht der jetzt daraus?
00:33:06: Also es ist ja gar nicht so selten, glaube ich.
00:33:08: Dass solche Initiativen mehrere Anläufe brauchen.
00:33:11: Ihr habt da wirklich in sehr kurzer Zeit Gas gegeben, ganz Europa irgendwie zu erreichen.
00:33:17: Ist auch nicht so leicht, sag' ich mal.
00:33:19: Es ist schon recht schnell gewachsen.
00:33:21: Mir ist Haus Europe ständig begegnet.
00:33:24: Klar, ich bin auch in dieser Bubble aber trotzdem war's an sich empfunden sehr erfolgreich.
00:33:29: Viele haben davon gesprochen... So, jetzt kam es nur nicht zu den Unterschriften.
00:33:33: Wie geht's weiter?
00:33:34: Genau also du hast ja schon erwähnt dass das ist nicht ungewöhnlich.
00:33:38: Also dieses Werkzeug der europäischen Bürgerinitiative Es ist abhängig von der Ein-Millions muss man jetzt noch mal sagen, das hier natürlich total toll.
00:33:47: Dass es ein demokratisches Werkzeug gibt neben Wahlen und Politik aktiv zu beeinflussen.
00:33:53: Ich kann nur jedem raten, der etwas verändern möchte darüber nachzudenken.
00:33:57: also natürlich ist es nicht einfach aber es ist schon toll dass wir einen Werkzeug haben um ein Thema auf die Agenda zu setzen weil wir können wahr wählen gehen.
00:34:06: Da wählen wir eine Partei, die für unsere Interessen einsteht.
00:34:10: Aber eigentlich während der Legislaturperiode haben wir ja kaum die Möglichkeit zu sagen dieses Thema ist uns wichtig.
00:34:18: Eine europäische Bürgerinitiative ermöglicht das.
00:34:20: Das heißt Menschen kommen zusammen aus ganz unterschiedlichen Gründen um für ein Thema einzutreten.
00:34:26: und die eine Million Stimmen, die signalisieren ja der Politik da gibt es potenziell noch viel mehr Menschen Weil man muss sich hervorstellen, das ist eine Gruppe von Leyen die diese Initiative macht.
00:34:37: Wenn dies schaffende Millionen zu organisieren dann wird noch viel mehr Menschen geben, die sich dafür interessieren und dann wird es für die Politik interessant weil dann ist ein Wählerpotenzial und dann ist es plötzlich interessant für sie, weil Wählerstimmen sind die Währung der Politik.
00:34:53: Wir waren nicht erfolgreich, wir haben die eine Million nicht geschafft.
00:34:57: Wir sind auch noch in der Auszählung der Papierstimmen.
00:34:59: dann wären zu um die hunderttausend sein am Ende.
00:35:02: was trotzdem uns gelungen ist das es was du gesagt hast bewusst sein für das Thema zu schaffen und das haben wir während dessen realisiert.
00:35:09: deswegen sind wir heute auch nicht mehr nur unter Anführungszeichen eine Initiative sondern haben uns entschieden Schon im Herbst letzten Jahres, also nach einem halben Jahr Laufzeit der Initiative haben wir uns entschieden daraus eine gemeinnützige Organisation zu machen die dieses Ziel oder diese Ziele längerfristig verfolgen wird.
00:35:28: Also was uns gelungen ist es bewusst sein dafür zu schaffen und das war die nächste Realisierung.
00:35:33: Es ist kaum möglich neue Themen zu setzen oder zu erklären weil in unserer heutigen Aufmerksamkeitsökonomie, man natürlich in einer totalen Konkurrenz steht zu so vielen Themen die die Menschen schon kennen.
00:35:51: Und ich glaube das muss man verstehen.
00:35:53: es gab Bürgerinitiativen europäische Bürgerinitiative in der Vergangenheit wie zum Beispiel Save the Bees.
00:36:00: da wissen Menschen natürlich warum es sich lohnt Bienen zu retten.
00:36:06: Das war aber nicht immer so.
00:36:08: also es war nicht immer...
00:36:09: Es wurde lange belächelt.
00:36:11: Das wurde wahnsinnig lange belächelt, dann gab es so die ersten Dokumentationen wo man gesehen hat wie in China Arbeiterinnen Bäume mit Pinsel bestäuben.
00:36:20: Das waren dann die ersten Schockbilder.
00:36:22: aber lange Zeit hat das niemand wirklich beachtet.
00:36:26: und das ist quasi die große Frage Wie lange dauert es damit die Öffentlichkeit ein Thema wahrnimmt und versteht dass sie betrifft?
00:36:35: Und ich glaube das würde ich sagen war unsere größte Erkenntnis Dass die Menschen da draußen nicht verstehen, warum es für sie wichtig ist in ihrem Alltag.
00:36:47: Und da gibt's einen großen Unterschiede in den europäischen Ländern.
00:36:51: In manchen Ländern ist es den Leuten schon viel bewusster weil es einfach auch Teil vielleicht auch eines nationalen Traumers ist.
00:37:00: also in Frankreich wurden große Teile abgerissen für das Grand Projet für Neubau und die Bevölkerung versteht a wow des führt zu Verdrängungen auch in den Niederlanden, weil man erinnert sich dass dieser Mechanismus existiert und was danach passiert.
00:37:17: Das heißt... In diesen Ländern kann man anders darüber sprechen mit anderen Erzählungen, weil es ein Bewusstsein dafür gibt.
00:37:25: Aber in ganz vielen Ländern gibt's einfach noch kein Bewusstsein für das Thema Und da muss man bei null ansetzen.
00:37:31: und das ist die große Frage Kann man das schaffen oder nicht?
00:37:36: Was uns gelungen ist, ist in vielen Ländern eine Übersetzung national oder lokal, das ist dann ein Erfolg.
00:37:44: Einzelne Gebäude die nicht abgerissen wurden weil wir Teil davon waren dass der Druck zu groß wurde einzelne Partnerinnen die jetzt seit zwei drei Wochen in der Politik sind die tatsächlich mit dem Thema National Kampagne gemacht haben und gewählt wurden und jetzt Mitglieder von denischen Parlament oder französischem Parlament oder der Stadt Paris sind weil sie des thema Abriss Neubau, Verdrängung Emissionen Spekulation als ihr Wahlkampf Thema genutzt haben und sagen okay wir gehen mit der Agenda in die Politik selbst.
00:38:19: also wieder mehr Architektinnen die was anderes tun.
00:38:23: Oder
00:38:26: auch ganz konkret jetzt vor zwei Wochen, Montag vor zwei wochen in Deutschland der Antrag im Bundestag die Gesetzesforderungen von Haus Europe im Bundestags zu verhandeln und den Deutschland umzusetzen.
00:38:41: Also ein offizieller Antrag eingeragt im Bundestage unterstützt in dem Fall auf deutscher Ebene von den Linken, die quasi das einbringen Bundestag sich damit auseinandersetzt, was jetzt dann ein einjähriger Prozess wird.
00:38:56: Ob man es schaffen wird dass die Gesetzesvorschläge von Haus Europe in Deutschland umgesetzt werden?
00:39:02: Das ist ja eine schöner Ebene.
00:39:04: also dir da sozusagen ganz breit bespielt bei deinem Ted Talk das Publikum Da ist auch Leyen-Publikum und steigt mit Paris Hilton ein unterhaltsam erzählen einen Bezug zur weiß ich nicht, zur allgemeinen Thematik herstellen.
00:39:21: Weil sie davon spricht ihr Haus verloren zu haben und nicht nur ihr Hauseben oder ihre Verwendung im Feuer von Los Angeles.
00:39:27: In diesem Vortrag sprichst du das eben auch nochmal genau an, dass man eben nicht nur Material abreißt und Ressourcen vernichtet sondern eben auch diesen sozialen Aspekt Geschichte die da drin steckt usw.
00:39:39: Ist das ein erfolgsversprechender Versuch auch das Ganze in die Breite zu bringen?
00:39:44: Du bewegst dich wirklich auch bewusst aus der Architektur Babel raus und zu sagen, Leute es betrifft uns alle
00:39:50: quasi.
00:39:51: Ja also... Das ist der Versuch, die Einladung für diesen Talk kam.
00:39:56: Es war eine Überraschung und dann war es ein Prozess zu versuchen, eine Geschichte, also einen Script zu schreiben weil man lernt das ja auswendig.
00:40:03: Also ich muss das ja sagen.
00:40:05: Ich war auch sehr aufgeregt und man lernte es auswendigen und hat dann irgendwie so zehn Minuten Zeit einen Punkt zu machen oder?
00:40:11: Ja, ich habe gehört, die Regeln sind total streng!
00:40:13: Ja, sehr streng und sehr komplex, weil man muss das alles... Alles ist eine Behauptung, das heißt man muss für alles Quellen haben.
00:40:21: Man muss jede Aussage die so einfach scheint wie jede Minute wird ein Gebäude abgerissen.
00:40:26: Muss im Hintergrund die Rechnung liegen, die dann von drei Menschen von Ted... also das finde ich dann umgekehrt bemerkenswert dass es so streng kontrolliert wird.
00:40:34: Das ist natürlich toll aber das war die große Herausforderung.
00:40:37: kann man das übersetzen in der Erzählung, dass die Menschen verstehen Gebäudes sind auch nur unter Anführungszeichen ein Beispiel für eine Mentalitätsfrage diskutieren müssen, diese Idee von neu versus alt und warum wir neue Dinge begehren.
00:40:54: Und warum wir alte Dinge wegwerfen?
00:40:59: Bewertung mit einbeziehen und was nicht.
00:41:02: Ich war Teil von vielen Veranstaltungen im letzten Jahr mit Haus Europe, und es gab mehrfach die Situation wo Menschen am Panel dagegen gehalten haben.
00:41:11: Der Wunsch war immer Menschen am panel zu haben, die dem widersprechen Und das waren ganz oft Menschen aus der Immobilienentwicklung oder Materialwirtschaft.
00:41:20: und jedes mal wenn ich gesagt habe dann wäre's für sie okay Wenn ihr Elternhaus abgerissen wird für einen Neubau und jedes Mal haben Sie ehrlich geantwortet nein Das wäre ein anderer Fall, weil in dem Fall wird es natürlich persönlich.
00:41:32: Und ich glaube das muss man verstehen.
00:41:33: darum beginnt es auch mit den Paris Hilton Beispiel.
00:41:37: Ich habe mir das auch ausgeborgt von einer guten Freundin von Antje Stahl die das in einem Text über Haus Europe verwendet hat und ich hab gesagt sie geht es einfach perfekt Weil eine Million Menschen haben Paris Hiltens Video gelegt indem Sie sagt oh mein Gott ich habe nicht nur ein Haus verloren, also nicht nur Wände sondern all die Erinnerungen mit meinen Kindern und alles was darin steckt.
00:41:59: Und ich glaube das muss man realisieren.
00:42:02: jedes Haus ist es zu Hause von jemandem, dass da abgerissen wird und über diese Geschichten spricht niemand und dann ist implizit sofort eine Wertung da, was ist erhaltenswert?
00:42:14: Was nicht?
00:42:15: Was ist ein schönes Haus?
00:42:16: Was is'n hässliches Haus?
00:42:19: soll bleiben.
00:42:20: Das ist auch eine große Diskussion im Denkmalschutz, was sind die Kriterien?
00:42:24: Was macht etwas schützenswert?
00:42:28: und das ist natürlich interessant.
00:42:30: Warum ich glaube dass man auch raus muss aus der Architektur.
00:42:34: Ich glaube nicht, dass die Veränderung alleine aus der Architektur kommen wird.
00:42:39: Weil wir eben Teil eines System sind, das wir ja gar nicht geschaffen haben.
00:42:43: Ich glaube auch, dass viele Architekten dann gar nichts voll reflektieren weil es einfach der Status quo ist wie wir Wirtschaften und wie wir Büros betreiben.
00:42:53: Weil in dem Sinne jedes Büro dieser betrieblichen Logik ganz klar folgt eher interessiert an Neubau als an Renovierung.
00:43:02: Und ich habe auch Gespräche geführt, wo Architektinnen ganz ehrlich gesagt haben – Ich widerspreche dem Entwickler nicht!
00:43:08: Natürlich könnten wir das Gebäude erhalten aber ich verdiene oder wir verdienen am Neubaus so viel mehr es ist so viel einfacher und wir müssen einhundert Gehälter zahlen.
00:43:21: Das kann ja niemand leugnen.
00:43:24: Viele in der Bubble baschen dann auf die großen Büros und sagen, das ist gar keine Architektur.
00:43:30: Ja?
00:43:31: I don't know!
00:43:31: Aber trotzdem sind es Arbeitgeber für einhundert Menschen, die wiederum Familien ernähren.
00:43:37: Das ist ja eine Realität, die kann man nicht leugnen.
00:43:39: D. h., die Frage ist auch wie müsste man den Betrieb des Unternehmen-Archidektur umbauen... damit es eine Alternative sein könnte.
00:43:49: Und da gibt's aber schon viele Beispiele, also sie sind nicht einfach Fragen wo es keine Antworten gibt.
00:43:53: Da gibt es schon Beispiele daraus und man sieht das kann funktionieren.
00:43:56: Das ist auch unser Ziel dass wir eben in unserer Bubble diese Beispielteilen mit mehr Menschen sehen.
00:44:05: okay es ging ja anders und in einer generellen Öffentlichkeit die Bilder teilen, dass Renovierung Umbau oder Andersbauen möglich ist die generelle Bevölkerung sich denkt, das möchte ich haben und wir in der Disziplin uns denken okay wir könnten es anders machen.
00:44:26: Also ist eigentlich eine zweigleisige Sache einmal innerhalb der Bubble zeigen anderes Framing vielleicht und das Ganze auf eine andere Ebene heben, dann aber auch die Rahmenbedingungen politisch versuchen zu ändern.
00:44:37: Das ist auch unser Zweck.
00:44:38: als gemeinnützige Organisationen muss man ein Zweck definieren.
00:44:41: der wird vom Staat beurteilt ob er dem Gemeinwohl dient und wir haben Volks- und Berufsbildung es einer unserer vier Zwecke.
00:44:49: das heißt dass ganz klar Teil der Agenda.
00:44:52: sehr schön!
00:44:53: Dann die letzte Frage was hat Haus Europe in einem Jahr erreicht im Idealfall?
00:44:57: Beziehungsweise, was wäre für dich oder für die Initiative ein konkretes Zeichen von Erfolg?
00:45:02: Ja.
00:45:03: Also natürlich ... Was toll wäre, was wir uns einfach wünschen.
00:45:07: aber das ist dann auch Demokratie.
00:45:09: Das heißt es liegt nicht mehr bei unserer Leine dass Gesetze umgesetzt werden in der Praxis und zu Gesetzgebungen werden.
00:45:18: Aber wie gesagt, das ist denn auch Demokraties weil wir machen ein thematisches Angebot das nehmen dann Parteien auf.
00:45:25: auf europäischer Ebene sind Die Liberalen und die Grünen auf deutscher Ebene sind es derzeit.
00:45:31: Die Linken in anderen Ländern sind konservative, die das aufnehmen und dann politisch verhandeln.
00:45:37: Wenn dann eine demokratisch gewählte Mehrheit sich dagegen entscheidet, ist das auch Demokratie.
00:45:43: Das muss man einfach mal sagen weil dann immer alle sagen okay die Gesetze müssen umgesetzt werden.
00:45:48: Aber das ist dann schon auch eine Frage der Demokratie, da muss man dafür wählen und die Politik sich dafür einsetzen.
00:45:54: Ein konkretes Ziel innerhalb unserer Disziplin ist mehr Bewusstsein für das Thema und Alternativen zu schaffen?
00:46:01: Und darüber hinaus ein Ziel ist natürlich, Haus Europe als Organisation zu etablieren.
00:46:06: Wir sind gerade in der Vorbereitung für die nächste europäische Bürgerinitiative.
00:46:11: Wir haben die neuen Gesetzesvorschläge fertiggestellt und wir haben das diesmal ganz anders gemacht – Der Verfassung der Gesetze, den haben wir gemacht mit sechzig Organisationen gemeinsam.
00:46:25: Das heißt, wir haben gemeinsam ein Dokument aufgesetzt.
00:46:27: Das sind auch nicht mehr drei Vorschläge, das sind jetzt vierzehn Vorschlage und es geht viel weiter.
00:46:33: Das waren jetzt auch unter diesen Sechzig-Organisationen waren... keine anderen Architekturinstitutionen, das waren eigentlich Sozialverbände, Gewerkschaften und Umweltorganisationen.
00:46:47: Das heißt man ist noch mehr rausgegangen.
00:46:49: wir waren in der radikalen Minderheit.
00:46:52: die Interessen auch der Architekten in diesem Dialog immer einzubringen und alle anderen haben gesagt interessant zu haben wird es nie gesehen.
00:47:00: Und der Gesetzesvorschläge oder die Vorschläges sind jetzt fertig seit letzter Woche, werden jetzt eingereicht und die neue Stimmphase beginnt am ersten Juli.
00:47:09: Dann hat man wieder ein Jahr Zeit, die Millionen Stimmen zu sammeln.
00:47:14: Das weiterführende Thema ist Ride to Housing auch weil wir natürlich realisiert haben – das habe ich vorhin gesagt -, dass man Menschen mobilisieren kann für Themen, die sie schon verstehen Und dass die Wohnungskrise ein aktuelles Problem ist, da würden alle zustimmen in allen EU-Ländern.
00:47:34: und unser Anteil als Haus Europe an der Diskussion es jetzt den Menschen klar zu machen.
00:47:39: Dass die Wohnungskrise nicht nur eine Frage ist von habe ich eine Wohnung oder nicht?
00:47:45: Besitze ich eine wohnung oder nicht sondern auch in welchem Zustand ist die Wohnung?
00:47:50: In immer mehr Ländern der Europäischen Union, wo die Eigentumsrate super hoch ist sind die Menschen total in einer Wohnungskrise weil die Gebäude so alt sind und die Energiepreise so hoch dass egal ob sie die Wohnung besitzen Sie sich die Betriebskosten nicht mehr leisten können.
00:48:09: Das heißt am Ende diese Idee ja wenn man nur eine Eigentumwohnung hat ist man sicher nein Man muss die Wohnung entstandhalten und man muss sich das Heizen leisten können.
00:48:19: Und die französische Partnerorganisation, es ist der europäische Verband gegen Obdachlosigkeit, die haben eine riesige Kampagne gestartet vor einigen Jahren It Cannot Beheating or Eating weil in immer mehr Ländern das eine Frage ist Kann ich mir denn das Hezen noch leisten?
00:48:37: Das muss man verstehen.
00:48:38: Die Wohnungskrise finde ich eine Wohnung im Zentrum einer Stadt, wo ich leben möchte.
00:48:45: Sondern es geht viel weiter und da wird plötzlich der Zustand der Gebäude die Leisbarkeit von Gebäuden und unsere Rolle als Architektinnen, die wir darin haben total sichtbar und
00:48:57: wichtig.".
00:48:58: Das heißt hier gibt's auch um Right to Housing und Right to Renovation quasi?
00:49:02: dass das auch mal wieder auf Stand gebracht wird und nicht die alten verfallenen Häuser dann für arme Leute
00:49:07: zur
00:49:07: Verfügung.
00:49:08: Es geht es hat quasi drei Teile, wir haben eben diese große Umfrage gemacht in den siebenundzwanzig Ländern mit all diesen Organisationen, haben deren Punkte gesammelt?
00:49:16: Dann haben wir das gegliedert in drei Hauptgruppen.
00:49:20: also Wir teilen eine Krise, die Wohnungskrise in Europa.
00:49:24: Die Gründe sind unterschiedlich!
00:49:26: Die Gründer sind einmal Gebäude sind zu teuer, Gebäudes sind leer oder Gebäuden sind kaputt.
00:49:32: Das sind quasi drei Gruppen unter denen man Themen versammelt.
00:49:36: Warum sind sie zu teurer?
00:49:37: Wegen Spekulationen aber auch wegen Over Tourism.
00:49:42: also in so vielen Ländern und Städten ist einfach die Touristifizierung des Wohnungsmarkts ein riesiges Problem.
00:49:50: Neue Programme, das kennt man in Deutschland zum Beispiel auch nicht so sehr Golden Visa Programs.
00:49:55: In mehr und mehr Ländern – Spanien hat es jetzt gestoppt aber Portugal, Italien, Griechenland kann man durch ein Investment den Wohnungsmarkt einen Visum bekommen.
00:50:06: Und das führt dazu dass einfach Menschen die sich leisten können, Wohnungen kaufen und investieren um dadurch die europäische Staatsbürgerschaft zu bekommen.
00:50:18: Und es führt dazu, dass in Portugal oder in Lisbon die Miete einhundertsechzehn Prozent des Durchschnittsgehalts von Portugiesen beträgt also mehr als das was man verdient weil so einen Zuzug von außerhalb gibt.
00:50:33: Das ist die Kategorie Expensive, die kategorie Empty.
00:50:37: also Leerstand ist einmal Leerstand vom Büroflächern.
00:50:40: Es sind Themen das uns alle total beschäftigt.
00:50:42: warum wird so viel Büro gebaut wenn es so viele Leerstände gibt?
00:50:47: In Deutschland sind's jetzt dreizehn Millionen Quadratmeter Leerstandbüro.
00:50:52: Wenn ich mit der S-Bahn ins Büro fahre, fahr' ich nur an leer stehenden Büronoebauten vorbei und noch mehr werden gebaut Und Teil von dem Leer standes.
00:51:01: Warum schlafen Menschen auf der Straße, wenn eigentlich vor dem Gebäude das leer steht?
00:51:08: Es ist einfach eine Absurdität.
00:51:09: Aber auch Airbnb-Zweitwohnsitz – die Zweckentfremdung von genehmigtem Wohnraum, der nicht bewohnt wird.
00:51:18: Das ist ein Missverständnis!
00:51:20: Wir als Gesellschaft haben es ermöglicht... Die Politik hat genehmigt, dass dort Wohnraum gebaut wird.
00:51:27: Unsere gewählten Staatsvertreterinnen haben das genehmickt und die, die es gebaut haben nutzen sie nicht für was es genehmig wurde.
00:51:34: Das ist nicht okay!
00:51:37: Und der dritte Punkt des Buildings abbroken alles was mit dem Thema Renovierung und Instandhaltung zu tun hat.
00:51:43: Also die Energiekrise, das Gebäude nicht in Stand gehalten werden und dadurch die Energie-Kosten so steigen dass sich Menschen das nicht mehr leisten können aber auch der riesige also ein wahnsinniges Problem in vielen Ländern extremen Griechenland, extremen Schweden, Renoviction.
00:52:00: Das heißt Renovierungen als Werkzeug für Gentrifizierung.
00:52:05: Das heisst in einer Gesetzgebung Renovierung zu einem Muss wird, weil wir alle unsere Gebäude in Stand halten müssen und wir finden das gut aus ökologischer Sicht.
00:52:17: Wir rennovieren plötzlich zu einem Werkzeug um die Wohnungspreise zu erhöhen und dadurch wird Renovierungen zum Werkzeug für Verdrängung.
00:52:27: Und es ist auch etwas wo wir sagen okay's muss ein Right to Remain geben einen Recht am Ort zu bleiben Und wir sehen das in anderen europäischen Ländern, wo die Renovierungskosten nicht eins zu eins umgelegt werden dürfen.
00:52:40: Ich glaube es ist auch wieder ein Fall... Das kann man nachlesen und googlen.
00:52:43: In Deutschland gab's jetzt einen ersten Fall beim Obersten Gerichtshof, wo Renowierung genutzt wurde, um einem bestehenden Mietvertrag aufzulösen.
00:52:53: D.h.,
00:52:55: ein Eigentümer hat Eigenbedarf angemeldet und dann gab´s eine Klage gegen diesen Eigenbedarf unter OGH hat recht gegeben, weil sie gesagt haben diese Wohnung muss renoviert werden und um sie zu renovieren muss sie gelehrt werden.
00:53:09: Das heißt Renovierung wird auch in Deutschland ankommen als Werkzeug in den nächsten fünfundzwanzig Jahren um bestehende Mietverträge aufzulösen.
00:53:19: Und das muss man nur verstehen heute.
00:53:22: Wenn wir es heute verstehen, was da kommen wird.
00:53:24: Dann können wir heute etwas ändern, dass das nicht passiert.
00:53:27: und das ist quasi was wir versuchen in diesem Netzwerk.
00:53:30: weil all diese Themen die machen nicht an Ländergrenzen halt Die machen auch Nicht-an-Stadt-Grenzen-Halt Zweitwohnungshitze Airbnb is in österreichischen oder kroatischem Dörfern Genauso ein Problem, weil jeder Ort der Schönes ist ein potenzieller Ort für Tourismus.
00:53:51: Das heißt es sind nicht nur Probleme von Städtern das betrifft das Land genauso.
00:53:57: Ja Wahnsinn!
00:53:57: Das ist ja quasi nochmal ein ganz neues Feld dass ihr euch da erschlossen habt.
00:54:03: ich verstehe noch nicht so ganz.
00:54:04: wieso machen nicht mehr Architektinnen mit?
00:54:07: Also ich mache ja mehr Architekten bei Haus Europe mit.
00:54:10: Da sind wir ja eine große Gruppe, aber es ist jetzt nicht so einfach... Architektur sind in den unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich organisiert.
00:54:19: Die Kammern und Verbände haben unterschiedliche Selbstverständnisse.
00:54:24: Wen vertreten sie?
00:54:26: Aber auch wem sind Sie zugehörig oder unterstehen Sie?
00:54:31: Das muss man schon verstehen.
00:54:32: das sind vielen Ländern die kann man auch sehr nahe an der Politik sind und deswegen das Klagerecht zum Beispiel fehlt.
00:54:40: Das heißt, wenn man der Politik nahe ist hat man einfach einen gewissen Dienstleistungs- oder Servicegedanken und nicht die Idee die Politik mitzugestalten.
00:54:53: Es hat ja jetzt sozusagen Architektinnen als BürgerInnen gebraucht.
00:54:57: Die braucht es sowieso, die braucht es für die Millionen.
00:54:59: Und die gibt's ja auch bei uns sehr viel in der Organisation.
00:55:02: also so sind wir auch zusammengekommen und Immer die europäische Architektenkammer hat uns von Anfang an unterstützt.
00:55:10: Damals war Ruth Schagemann Präsidentin, die hat ja zwei Mandate gehabt.
00:55:15: danach muss man gehen Jetzt ist es Daniel Fügenschuh aus Österreichs.
00:55:20: ganz zu sich.
00:55:20: bei dem habe ich studiert in Innsbruck.
00:55:22: so schließt sich der Kreis und Die haben uns von Anfang an unterstützten.
00:55:26: das heißt die europäischen Architektenkammer die natürlich auf dieses Thema blickt einmal aus einem aus einem Interesse der Disziplin und dann sagt okay, da kommt ein riesiger Markt für Architektinnen.
00:55:40: Da wird ein riesigen Markt für Architektin geöffnet nämlich Renovierung und Umbau die quasi ganz klar sagen ok das ist das Berufsfeld der Zukunft weil wir wissen dass all diese Gebäude renoviert werden müssen.
00:55:52: also Europa muss bis zu zweizig fünfzig renovieren werden.
00:55:56: darauf haben sich alle Mitgliedsländer geeinigt.
00:55:59: Fünfundsebzig Prozent sind noch nicht renoviert.
00:56:01: Das heißt eigentlich, seventy-fünf Prozent der Gebäude um uns herum müssen in den nächsten fünfundzwanzig Jahren renoviert und umgebaut werden.
00:56:08: Es ist ein riesiger Markt für uns.
00:56:10: Die sind voll an Bord!
00:56:12: Ich glaube was es noch mehr braucht sind Architekten, Architektinnen als Bürger die Büros betreiben und Lehren an Unis und sagen okay dann machen wir auch mit passen unsere Lehre an und ändern auch unser Geschäftsmodell im Büro um uns vorzubereiten, auf was da kommt.
00:56:33: Also Ride to a Housing!
00:56:34: Ab Juli kann man abstimmen?
00:56:36: Kann man seine Stimme abgeben?
00:56:37: Ride To A Housing ab ersten Juli.
00:56:39: genau wir setzen auch gerade die Website auf und es ist auch ein Aufruf an alle mitzumachen aktiv weil man unterschätzt das dass man sofort etwas tun kann.
00:56:48: also jeder Architektin kann einfach an die Familie, die Freunde eine Nachricht schicken und sagen ich bitte euch zu unterscheiden.
00:56:56: es ist mir wichtig hat man sofort fünf Leute die das tun weil sie einem vertrauen.
00:57:00: Super!
00:57:01: Ich danke dir vielmals Olaf Gravat.
00:57:04: Danke fürs Gespräch
00:57:05: Und das war es für heute.
00:57:06: Die Freude ist groß, denn das neue Wettbewerbsjahr des Heinze Architektur Awards-Karateen hat begonnen!
00:57:13: Der Wettbetrieb fokussiert erneut Bauwandel und nachhaltige Architektor mit einer unabhängigen Fachjury und transparenten Preiskategorien.
00:57:22: Die ersten Projekte sind bereits im Rennen um ein Gesamtpreisgeld von ca.
00:57:26: €.
00:57:27: Wir laden euch ein eure innovativsten Projekten die ökologisch, funktional der renommierten Fachjury zu präsentieren.
00:57:37: Macht mit unter heinse.de.
00:57:39: slash award.
00:57:40: Den Link findet ihr in den Shownotes!
00:57:42: Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört – habt eine schöne Zeit!
00:57:46: Tschüss!
00:57:51: Das war der Heinze Podcast Architektur-Funk, Host, Moderation, Redaktion, Casting Cunnicutt, Executive Producer.
00:57:59: Andreas Göppel Producer, Projektmanagement.
00:58:02: Nadine Judiakis Sounddesign und Editing.
00:58:05: Kerstin Kunekath Design & Visual Assets.
00:58:09: Heinze Media Social media Content.
00:58:12: Claudia van Ravenstein Im Auftrag der Heinze GmbH.
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