#207 – Barbara Schott, heinlewischer: Deep Dive ins Gesundheitswesen
Shownotes
Ein Krankenhaus ist kein Gebäude wie jedes andere, es ist eine Stadt im Kleinen. Barbara Schott, Architektin und Partnerin bei heinlewischer, plant seit 2008 Gesundheitsbauten – vom Zentral-OP am Humboldt-Klinikum in Reinickendorf bis zu Campusstrukturen für Vivantes. Ihr Büro setzt auf Hospitanzen vor Ort und Mock-ups in Originalgröße: In Neukölln testeten fast 20 Nutzerinnen und Nutzer aus der Rettungsstelle gemeinsam räumliche Konzepte. Denn wer ins Krankenhaus kommt, befindet sich in einer verletzlichen Situation, und genau das prägt den Entwurf. Ein Gespräch über Nutzungsvielfalt, das Managen hochkomplexer Bauten und die Frage, was Architektur für Erholung und Genesung leisten kann. heinlewischer.de Teilnehmen heinze.de/architekturaward Die Einreichfrist endet am 15. Juni 2026.
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00:00:03: Architekturfunk, der Heinze Podcast.
00:00:06: Herzlich Willkommen zum Heinze-Architekturfunk Episode twohundertsieben am neunzehnten März.
00:00:11: zwei tausend sechsundzwanzig.
00:00:13: Mein Name ist Kerstin Kunekath und heute spreche ich mit Barbara Schott.
00:00:18: Wir steigen ein ins Gespräch!
00:00:20: Herzlich willkommen im Architektorfunk Barbara Schotto.
00:00:23: Du bist Architektin und seit zwei Tausend zwanzig Partnern bei Heinle Wischer.
00:00:28: Und stellvertretende Sprecherin der Sozialität, das Büro gehört mit über dreihundert Mitarbeitenden an fünf Standorten aus mehr als dreißig Nationen zu den größten Architekturbüros in Deutschland und hat eine lange Erfahrung im Plan von Gesundheitsbauten.
00:00:42: Darüber würde ich gern heute mit dir sprechen!
00:00:45: Wir sprechen also über Krankenhausbau, weil die besondere Komplexität natürlich dieser Gebäude-Typen oder dieses Gebäudetyps.
00:00:52: Über eure Arbeitsweise bei Heinle Wischer und darüber wie sich der Krankenhausbaugerade verändert?
00:00:59: Erstmal
00:00:59: Heinle wischer... Also ich habe ja auch mal bei Heinlwischer und Partner gearbeitet.
00:01:03: so hieß es früher.
00:01:04: Ist das mit deiner Partnerschaft so gekommen dass es HeinleWischer heißt?
00:01:08: Oder seit wann heißt es Heidelwischer?
00:01:10: Das war in der Tat zeitlich Deckungsgleich, obwohl es jetzt nicht mit dem Eintritt der jungen Gesellschaft oder der.
00:01:17: nach jüngeren Gesellschaften übereinfielten.
00:01:21: Aber das war dekungsgleich.
00:01:22: im gleichen Jahr, also mit Beginn des Jahrhunderts haben wir die Sozihetät auch umformiert.
00:01:28: Du bist schon seit dem Jahrhunderteil der Beheindlöwischer und hast dort direkt am Projekt Städtisches Klinikum Brandenburg gearbeitet wo ein ganzer Klinikstandort neu strukturiert wurde und wo ihr auch neue Ansätze hattet mit Tageslicht für den OP usw.
00:01:42: Was hat dich in diesem ersten Projekt besonders geprägt?
00:01:47: für den Krankenhausbau, die er dann entstanden ist.
00:01:50: Ja mein Einstieg bei Heinle Wischer war in der Tat das Brandenburg-Projekt was ja gleich ein riesiges Projekt war.
00:01:57: ich habe davor vier Jahre lange im kleineren Büros gearbeitet das heißt es waren Projektgrößen wo man immer alles von Anfang bis Ende überblicken konnte und bin dann in ein sehr großes und gut strukturiertes Team gekommen Die Fassaden dort geplant, das heißt ich war gar nicht so ganz tief in dem Krankenhaus-Nutzungsbereich drin und habe erst mal gelernt damit umzugehen dass man einen Teilbereich eines großen Projektes plant ohne den Gesamtüberblick zu haben.
00:02:22: Das heißt es war etwas was für mich sehr neu war und wo ich erstmal mich langsam reinarbeiten musste aber natürlich anhand der Vielzahl der Themen gemerkt wie groß diese Komplexität ist und wie wichtig dieses Zusammenspiel eines guten Teams ist damit wirklich Schnittstellen beachtet werden alle Dinge betrachtet werden können und fand das einfach erstmal absolut faszinierend, also in so eine große geöltem Maschine reinzukommen.
00:02:44: Und dort sozusagen Erfahrungen zu sammeln und Einblicke zu kriegen – in ganz neue Themenfelder die ich vorher in den kleineren Projekten noch nicht so überschaut habe.
00:02:54: Ja!
00:02:54: Und seit Jahrzehntein vierzehn betreust du außerdem Projekte für den kommunalen Klinikbetreiber Vivantes?
00:03:00: Und hast du unter anderem beim Umbau eines Zentralopies begleitet?
00:03:04: Also das Projekt begleitete... Was fasziniert dich an diesem Gebäudetyp?
00:03:08: Also du hast ja gerade gesagt, du hast erst mal nur einen Ausschnitt davon gemacht und dann irgendwann den Gesamtüberblick dir verschafft.
00:03:15: Warum entscheidet man sich so stark auf Gesundheitsbauten zu spezialisieren?
00:03:20: Ja also das Vivantes Projekt, das war damals der Start mit dem Umbau des Zentral-OPs am Humboldt Klinikum in Reinigendorf.
00:03:27: Das war in der Tat der Deep Dive ins Gesundheitswesen.
00:03:29: da hat es mich dann gefangen.
00:03:32: Danach bin ich nicht mehr losgekommen.
00:03:34: Der Gesundheitsbau ist auf ganz verschiedenen Ebenen spannend.
00:03:37: Also wenn man es von der Architektur her betrachtet, fachlich... ...ist das einfach wie eine kleine Stadt!
00:03:42: Also so ein Krankenhaus ist ja oft ein Campus auch, also ein ganzes Gelände.
00:03:47: Das heißt wir haben dort natürlich die medizinischen und klinischen Bereiche Wir haben oft Schule und Lehre mit dazu.
00:03:53: Wir haben große Küchen... Also es ist wirklich ein riesiges System!
00:03:59: So ein Organismus der dort lebt Und damit gibt's natürlich vielfältige Aufgaben Strukturen Herausforderungen Die alle zusammenspielen müssen.
00:04:08: das ist fachlich finde ich einfach erstmal extrem herausfordernd und wird somit auch nie langweilig.
00:04:15: Und die zweite Ebene ist natürlich irgendwo auf einer soziale Ebene, eine soziale Komponente weil die Bedeutung von Gesundheit ist.
00:04:23: jedem von uns glaube ich klar das heißt es ist eine der wichtigsten Säulen die wir haben in unserem Leben dass es uns hoffentlich gut geht und gleichzeitig kommen wir alle immer wieder in Kontakt Mit diesen Gebäuden, mit diesem Typologien.
00:04:35: Selbst in positiven Sinne bei Geburten oder bei anderen Dingen.
00:04:39: Das heißt man hat immer wieder Austausch und Kontakt an diese Räume und Strukturen... Und ist dort aber oft auch in einer vulnerablen Situation, das ist ja ein Wort was die Corona-Krise sehr geprägt hat und was es natürlich gut ausdrückt.
00:04:52: Das heißt man ist oft ein bisschen desorientiert verunsichert also man ist eher geschwächt.
00:04:56: Man fühlt sich meistens nicht so richtig stark wenn man in so einen Krankenhaus reinkommt sondern ist eher etwas vor unsicherten Positionen.
00:05:04: Und deshalb fand ich es natürlich umso wichtiger, wie wir Räume gestalten können.
00:05:07: Die den Menschen dabei helfen das es ihnen besser geht und sie besser genesen können und dass die auch gut arbeiten können dort also wie wir sozusagen diese kleine Stadt innerhalb unserer Stadt bestmöglich gestalten kann und der die beste Qualität geben
00:05:21: kann.
00:05:21: Kam denn dieser Wunsch jetzt eher von Architektensicht oder auch von den Bauherrinnen?
00:05:28: Der kam, sag ich mal sehr stark aus der Architektensicht natürlich wie wir so eine Aufgabe, wie wir herangehen an so einer Aufgabe.
00:05:34: Wir fragen uns immer was können wir besser machen?
00:05:36: Was können wir lösen?
00:05:37: Also wir möchten ja nichts reproduzieren sondern wir möchten nach vorne gehen also in die Zukunft etwas führen.
00:05:44: Aber natürlich merken wir durch diese extrem enge Zusammenarbeit im Gesundheitsbau, was auch eines der großen Qualitäten für mich ist mit sehr vielen Nutzerinnen und Nutzern.
00:05:54: Mit sehr vielen Personen aus der Bauherrnschaft also die dort aktiv diesen Raum bespielen, dass wir diese Zusammenarbeit natürlich ganz viel herauskristallisieren konnten.
00:06:07: Also Wünsche und Bedürfnisse wahrnehmen konnten, die wir dann wiederum versuchen konnten immer wieder in räumliche Strukturen für die jeweilige Aufgabe angepasst
00:06:15: umzusetzen.".
00:06:16: Wie groß ist denn so ein Team?
00:06:18: Also du hast ja gerade gesagt, die Funktionen sind ja irre unterschiedlich.
00:06:22: Also vom Labor, OP, Kantine, Wartezimmer, Patientinnenzimmer... also das kann man sich gar nicht
00:06:29: ausmalen,
00:06:30: gerade schon umrissen wie eine Stadt.
00:06:33: und dann sind natürlich die Nutzer in den Gruppen auch total unterschiedlich, also Patientin-Patienten, Ärztinnen, Ärzte, Putzkräfte.
00:06:40: Es ist ja genauso vielfältig wie die Räume.
00:06:42: Wie geht man an so einen Projekt ran?
00:06:44: Mit wie vielen Leuten vor allen Dingen?
00:06:46: Auf unserer Seite oder auf der anderen Seite insgesamt.
00:06:48: Erst mal von
00:06:49: eurer Seite!
00:06:50: Gut, auf unserer Seite starten wir natürlich... Also so ist ja die grundsätzliche Struktur bei uns.
00:06:54: Wir starken immer mit einem Projektleitungsteam oder einer starken Projektleitung, die das Projekt sozusagen führt und strukturiert.
00:07:00: Also mehrere Projektleiter.
00:07:02: Das haben wir immer mehr.
00:07:03: Also früher hätten wir jetzt ganz klassisch gesagt, es gibt die Projektleitung und dann gibt's eine stellvertretende Projektleitungen.
00:07:08: Wir merken das gerade diese Großprojekte, dass wir eine hohe Qualität auch darin sehen da so ein kleines Projekt- leitungsteam eher aufzustellen also weniger hieratisch sondern eher vielleicht auch im Kompetenzbereich bisschen unterschiedlich von den verschiedenen Themen die bespielt werden müssen weil wir sehr technisches und hoch installiertes Gebäude haben und gleichzeitig aber auch einen sehr Anspruchsvolle Entwurfsaufgabe haben mit sehr vielen prozessualen Themen, die dann eher wieder auch das Spezialwissen aus dem Gesundheitsbau natürlich bedürfen.
00:07:42: Und so haben wir festgestellt es ist oft auch eine sehr gute Besetzung ist da eine Art Doppelspitze in diesen großen Projekten zu führen.
00:07:49: Das löst natürlich einfach auch so Themen wie Redundanzen und Vertretungen dass man einfach da wirklich immer gut aufgestellt ist an der Stelle.
00:07:56: Das ist nicht in jedem Projekt aber wenn es sich anbietet halte ich das für eine gute Form da auch die Kollegen soweit weiterzuentwickeln, dass man bei diesen großen Projekten Verantwortung übernimmt ohne aber vielleicht die Sorge zu haben, alleine so viel Verantwortung tragen zu müssen.
00:08:14: Unterdrunter, unter dieser Projektleiterebene ist dann sozusagen die Ebene der Gruppenleiter vielleicht.
00:08:21: Die Erfassaden machen oder welche Tätigkeiten fallen da so an?
00:08:26: Das ist sehr unterschiedlich.
00:08:27: natürlich.
00:08:27: das hängt jetzt sehr stark von dem Projekt auf wie man das ganze strukturiert.
00:08:31: wir haben natürlich einen großen Schwerpunkt in den ersten in den frühen Leistungsphasen sehr stark im Entwurfsprozess.
00:08:37: also spricht diese ganzen das Raumprogramm zu übertragen das Betriebsorganisation Konzept in verschiedene räumliche Strukturen zu integrieren oder weiterzuentwickeln, in die Diskussion zu gehen mit den Nutzerinnen und Nutzern.
00:08:50: Da ist ein großes Thema natürlich wie bauen wir eine modulare Grundstruktur auf?
00:08:54: Die dieses Gebäude was ja oft sehr hybrid ist das eben gesagt.
00:08:57: in der einen Ebenen ist ein OP darüber kommen Patientenzimmer dann kommen wieder ganz andere Funktionen.
00:09:02: also Wie finden wir sozusagen die optimale Struktur für diese hybriden Gebäudestrukturen die wir dort haben?
00:09:10: Das entwickeln wir sozusagen mit einem Team am Anfang eher gemeinschaftlich, um überhaupt mal die Grundlagen des Entwurfs entwickeln zu können.
00:09:18: Und dann im Laufe des Entwurfprozesses spezialisiert es sich natürlich immer mehr in verschiedene Bereiche – also sprich in die Nutzerintegration und in die Kommunikation.
00:09:27: Da sind oft auch wir Partner sehr aktiv mit drin, weil das einfach großen Erfahrungsschatzbedarf oder der natürlich sehr nützlich ist, dass man aus verschiedenen Projekten immer wieder Themen heranziehen kann um die richtigen Fragen zu stellen.
00:09:40: Um herauszufinden was wirklich das spezifische Bedürfnis in dieser Bauaufgabe ist und wie wir darauf reagieren können.
00:09:48: Und wie groß ist die Gruppe auf Bauherrnseite?
00:09:51: Du hast ja eben gefragt, welche Seite ich meine.
00:09:52: Genau!
00:09:53: Ihr habt ja auch Vorgehensweisen, die total interessant sind dass ihr jetzt zum Beispiel vor Ort hospitiert und dann auch das Raumprogramm durchaus nochmal durchspielt und auch wirklich haptisch teilweise oder Mockups baut und da muss ja also es ja sozusagen ein großes Treffen wahrscheinlich dann auch Mit Nutzer in Gruppen, keine Ahnung.
00:10:12: Die sind dann vertreten von Bauherren.
00:10:13: oder wie sieht das aus?
00:10:15: Ja wir haben ja zum einen oft die Situation dass der Bauherrn nicht gleichzeitig der Nutzer ist.
00:10:20: Das heißt es gibt Baugesellschaften
00:10:22: z.B.,
00:10:23: die den reinen Bau verantworten und dann gibt es die einzelnen Nutzergruppen.
00:10:27: Und im besten Falle... Oder es ist eigentlich sehr wichtig muss man sagen, dass im Vorfeld schon ein fester Nutzerkreis definiert wird.
00:10:35: also wer sind die Ansprechpartnerinnen über diesen ganzen Prozess hinweg?
00:10:40: möglichst konstant, ich sage schon möglichst weil wir bauen ja immer sehr lange.
00:10:43: Das heißt der eine oder andere Chefarzt-Posten wechselt da schon mal zwischendurch.
00:10:47: das macht dann etwas Unruhe im Projekt.
00:10:50: aber das heißt wir brauchen möglichst feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpatner auf Bauherren und Nutzerseite um diese einzelnen Gespräche zu führen.
00:10:57: und das sind genau wie du gesagt hast innerhalb dieses Entwurfsprozess ist die verschiedenen Schritte.
00:11:03: Ich finde am Anfang sollte immer erstmal das Zuhören und das Verstehen stehen.
00:11:07: Und deshalb hospitieren wir wirklich oft und auch sehr gerne bei den Nutzerinnen und Nutzern, weil wenn wir jetzt vielleicht schon zehn oder zwanzig OP-Abteilungen gebaut haben ist es immer wieder unterschiedlich und das ist auch unterschiedlich dass einfach das Profil was zum Beispiel was das Humboldt Klinikum hat im Vergleich zum Klinikum Neukölln uns das beides wie Wandes.
00:11:30: also es ist einfach diese Individualität dürfen wir bei allen übergeordneten Raumprogrammen und Strukturen, die natürlich erst mal gelten.
00:11:40: Diese Individualität dürfen wir nicht unterschätzen.
00:11:42: Und da brauchen wir dann auch nicht nur die Führungsebene bei den Nutzern sondern da brauchen wie auch ganz klar die Personen, die dort arbeiten und die treffen wir auch am besten wenn wir dort gemeinsam hospitieren.
00:11:54: Dann sehen wir nämlich genau was das Raumprogramm manchmal nicht abbildet.
00:11:59: Wir sehen nämlich wo Raum fehlt.
00:12:01: ich sage dass man ganz erlaubt wo steht etwas rum?
00:12:03: Also was steht im Flur, wo am besten Fall eigentlich nichts stehen sollte?
00:12:08: Und... Was sind vielleicht Räume, wo man fragt, was ist denn hier hinter dieser Tür?
00:12:12: und dann kommt die einfach aus.
00:12:13: Weiß ich auch nicht!
00:12:13: Da sind wir abgeschlossen.
00:12:14: Dann fragt man sich oh, dann braucht man den da gar nicht weil wenn der immer abgeschlossen ist, kann er nicht so wichtig sein in diesem Raum.
00:12:19: Also das heißt man kommt ganz anders ins Gespräch oder
00:12:22: er ist besonders wichtig.
00:12:24: Er ist besonders wichtig, höchst vertraulisch, streng geheim.
00:12:27: Genau, das kann auch sein aber das heißt als bestimmte Fragen kommen ja auch erst ... wenn man wirklich gemeinsam etwas macht.
00:12:35: Also wir merken einfach, dass über die Aktivität sei es bei diesem Hospitanzenseis... ...bei dem Mock-Ups später das über das Gemeinsam etwas tun... ...einfach ein ganz anderer Dialog entsteht.
00:12:45: Also wenn wir einen Plan haben, dann werden wir fragen was machen Sie eigentlich so im Arbeitsraum rein?
00:12:48: Glauben sie da reichen die zwölf Quadratmeter?
00:12:50: Das kann sich doch niemand vorstellen!
00:12:52: Die Personen haben jetzt gerade aus ihrer Arbeitswelt gerissen,... ...das heißt sie sitzen jetzt bei uns am Tisch.... Und gerade standen sie noch im OP oder haben was anderes gemacht.
00:13:01: Und dann stellen wir denen abstrakte Fragen, die Sie ja gar nicht beantworten können.
00:13:04: in einem Raum aber zu stehen und zu sagen funktioniert das eigentlich so gut?
00:13:07: Oder wie hätten Sie es denn wenn Sie's ganz anders machen können?
00:13:10: Wie würden Sie sich den Raum denn wünschen?
00:13:12: Dann kommen so viele tolle Ideen und Ansätze.
00:13:16: Das ist wirklich schön auch zum Beispiel mit den Nutzern Gebäude Beispiele anzuschauen.
00:13:20: Wir waren mit den Kollegen aus Reinigendorf, waren wir zum Beispiel bei unserem OPMDRK Mitte und haben uns ihn einfach gemeinsam angeschaut und mit dem Personen dort vor Ort gesprochen.
00:13:30: Und wie die auch fachlich miteinander gesprochen haben war wieder ein sehr schöner Austausch dass wir daraus wieder was mitnehmen konnten für unseren Entwurf.
00:13:36: Auch das ist wirklich sehr spannend!
00:13:37: Ja das kann ich mir vorstellen.
00:13:38: also das ist sozusagen unter dem Begriff User Stories
00:13:42: zu verbuchen.
00:13:43: Ich kann das auch vorstellen, wenn man mit den Menschen im Raum ist und fragt was machen sie eigentlich?
00:13:47: Hier zeigen Sie doch mal.
00:13:48: Wie ist denn der Ablauf, wenn der Patient dort liegt?
00:13:51: Wo müssen Sie eigentlich hingehen um dies und jenes zu tun?
00:13:54: Ja, weil Raum ist ja erfahrbar.
00:13:56: Raum ist dreidimensional genau!
00:13:58: Und deshalb ist es glaube ich so schwierig auch gerade natürlich für Leihen Pläne zu lesen also wirklich zu lesend nicht zu sehen da ist ein Schrank dass es natürlich möglich aber die Bedeutung dessen dieser Verordnung zu verstehen.
00:14:12: Sehr schön fand ich bei den Mockups gemerkt, die wir in Neukölln gebaut haben.
00:14:16: Recht professionell auch dort mit so einem Messewandsystem und da so Untersuchungskabinen ausprobiert haben.
00:14:22: Der Vorteil ist halt an diesem haptischen Erleben du kannst es im Team machen.
00:14:25: das heißt Wir hatten wirklich glaube ich eine Gruppe von fast zwanzig Nutzerinnen und Nutzern aus der Rettungsstelle dort Und dann hat sich keiner getraut.
00:14:33: Dann war ich also die Patientin Ich lag dann auf der Liege Und dann ging es aber so Stück für Stück.
00:14:38: Genau, ich war krank!
00:14:39: Ich war der Notfall und dann ging's aber Stück für Stück los.
00:14:42: Dann hat er erst gesagt ja... ...aber wenn ich die und die Untersuchung mache, dann wärs besser die Person leck andersrum.
00:14:47: oder was ist denn wenn die Person jetzt nicht bekleidet ist?
00:14:49: Dann guckt man von der Tür auf die Person und jemand anderes sagt naja weil wenn ich nicht auf die Personen gucke, dann nehme ich die ja nicht wahr im Vorbeigehen.
00:14:56: also das heißt man merkt Es gibt ganz viele unterschiedliche Szenarien, die ihn in einem universellen Raum stattfinden.
00:15:05: Man muss herausfinden, was sind aber die großen gemeinsamen Linien um vielleicht übergeordnete Dinge festzulegen und in welchen Bereichen können wir vielleicht auch so flexibel bleiben dass dieser Raum auch möglichst vielfältig genutzt werden kann.
00:15:18: Und das ist unglaublich!
00:15:20: Spannend und sehr erkenntnisreich.
00:15:22: Jetzt wo du gerade Flexibilität sagst, das Büro Heinlewischer ist ja auch bekannt, also mir auf jeden Fall da ich hier gearbeitet habe für eine lange Begleitung der Projekte.
00:15:34: Also jetzt mal zum Beispiel deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg ist mir am präsentesten grade in den sechziger Jahren gebaut und dann nochmal komplett neu umgestaltet in Stand gesetzt usw.
00:15:45: Dieses Büro macht sich sehr viele Gedanken darüber.
00:15:47: aber lebenszyklos Welche Ebenen sind schnell auszutauschen, welche müssen lange und ewig halten?
00:15:55: Und wie ist das denn?
00:15:56: ... Weil du eben gesagt hast Individualität zählt auch.
00:16:00: Ich hätte jetzt auch gedacht man könnte jedes Krankenhaus gleich bauen weil ja die Abläufe gleich sind.
00:16:04: aber nein es gibt auch Individualität.
00:16:07: trotzdem muss flexibel sein.
00:16:08: wo ist da die Gradwanderung?
00:16:11: Das ist richtig das ein wichtiger Punkt.
00:16:13: also Übergeordnet steht die Flexibilität aus meiner Sicht über einer persönlichen Individualität.
00:16:19: Also ich meine, die Individualität nicht nach Möglichkeit darin dass ein bestimmtes Team sich durchsetzt mit bestimmten ganz eigenen Vorstellungen wie was sein muss.
00:16:29: Individualität meine ich eher damit das zum Beispiel gerade beim Thema Operationen Dass es da auch unterschiedliche Operationsfelder einfach gibt.
00:16:38: Disziplinen Das heißt es gibt dort verschiedene Patientengruppen auch.
00:16:44: Also das heißt, habe ich jetzt einen sehr wundervollen Klientel oder ein Klientee was sehr lange... sehr intensiv betreut werden muss, dann möchte ich vielleicht mit einem Patient der schon eingeleitet ist nicht mehr einen weiten Weg machen bis in den OP-Saal.
00:17:00: Wenn ich aber sage von dem was bei uns operiert wird das sind sehr schnelle Operationen d.h.
00:17:04: ich habe hohe Wechselzahlen, dann hab' ich vielleicht andere Schwerpunkte.
00:17:07: also die Individualität eher glaube ich im klinischen Schwerpunkt als in nem persönlichen, sag' ich mal Bevorzugung weil das ist eigentlich Das ist immer schwierig, wenn man auf sehr persönliche Themen einer gewissen Nutzerschaft eingeht.
00:17:23: Dann ist es einfach sehr schwierig weil wir brauchen ja im Prinzip sechs acht Jahre bis dieses Gebäude steht und das kann dann durchaus auch passieren dass man mit niemandem mehr mit dem man die Abstimmung geführt hat das Haus nachher in Betrieb nimmt.
00:17:35: also das heißt wir haben sind sozusagen diese Konstante die dort bleibt und die deshalb glaube ich immer versuchen muss auch ein bisschen darauf einzurücken wie Individuell, also wie können wir die Balance da halten und wie können diese offene Struktur für die Zukunft auch sicherstellen?
00:17:50: Ja.
00:17:51: Also du hast nicht am Ende Bullaugen weil sich Frau Doktor das gewinnt.
00:17:55: Nein bitte nicht!
00:17:59: Also diese Spezialisierung von Krankenhäusern, da kommen wir doch mal zum Thema Krankenhausreform es ist ja schon... Auch schon zehn, fünfzehn wenn nicht gar zwanzig Jahre her.
00:18:09: Dass das schon vorausgesagt wurde.
00:18:11: Krankenhäuser wie sie heute existieren werden in Zukunft so nicht mehr existieren.
00:18:16: Es hat sich nicht ganz so drastisch sofort bewahrheitet.
00:18:20: aber trotzdem ist der Trend immer noch so.
00:18:23: und ganz klar die Zukunft von Krankenhäusern Wenn man das googelt da steht eigentlich schon dass wird weniger krankenhaus reform steht an oder bis im gange.
00:18:34: Merkt ihr das auch schon, oder wie hat sich das in den Jahren verändert seitdem du bei einem Gesundheitsbau tätig bist?
00:18:40: Der große Einfluss natürlich politischer Reform auf diese Gebäudetypologie.
00:18:45: Das ist schon eine Besonderheit glaube ich auch im Vergleich zu anderen Typologien die man hat weil es natürlich sehr so eine Reform da sehr stark greift.
00:18:53: wir haben vor allen Dingen eine gewisse Verunsicherung in den letzten Jahren natürlich festgestellt weil diese Reform jetzt sehr deutlich angekündigt ist, aber noch nicht in allen Parametern ausgearbeitet ist.
00:19:04: Das heißt es ist noch nicht ganz klar wie diese Reform durchschlagen wird.
00:19:08: Wir merken aber das zwei große Themen die aber auch schon seit Längerem im Raum sich immer weiter ausdehnen.
00:19:16: Diese Themen der Ambulantisierung und auch der Digitalisierung und der Unterstützung also der digitalen Unterstützung in Krankenhäusern dass das Themen sind die im Entwurf schon immer weiter mitgedacht werden so dass man dort natürlich darüber nachdenkt, wie kann man später die Anbindungen also wenn immer mehr Leistung und ambulant werden?
00:19:35: Wie können auch Krankenhäuser, die sozusagen effizient anbieten ohne in den großen stationären Strukturen, die wir normalerweise im Krankenhaus haben sozusagen zu ineffizient dafür zu sein um darauf reagieren zu können.
00:19:48: Das heißt dort sind diese Themen der Flexibilität und Modularität, mit denen wir die Häuser gestalten.
00:19:54: Und entwerfen natürlich sehr wichtig dass man also gerade diese Ambulanzstrukturen auch sehr stark im ambulanten Geschäft später ausweiten kann.
00:20:01: Also das ist glaube ich ein wichtiges Thema.
00:20:05: was damit aber natürlich einhergeht wenn wir sagen dass sich der Prozess immer weiter ambulantisieren wird bedeutet natürlich dass die Personen die aber ins Krankenhaus kommen wahrscheinlich schwächer, kränker, älter werden und somit immer mehr Betreuung und auch mit mehr Überwachung benötigen.
00:20:25: Das heißt ich bin davon überzeugt dass wir für die Personen, die dann noch im Krankenhaus sein werden in der Zukunft geschaut, auch Pflegestrukturen weiterentwickeln müssen also diese klassische Trennung in Deutschland das es eine Allgemeinpflege gibt, Intermediate Carepflege oder Intensivpflege.
00:20:40: also einfach gesagt Je nachdem wie schwer krank der Patient ist, umso mehr muss er überwacht und betreut werden.
00:20:47: Das sind sehr starke Strukturen in Deutschland.
00:20:49: Ich könnte mir vorstellen dass sich in Zukunft weiter auflösen wird.
00:20:52: wir werden auch Fälle haben die zwar eine Allgemeinpflege sind aber mehr Überwachung brauchen und mehr Betreuung brauchen.
00:20:58: das heißt ich glaube auch in den normalen In den verbleibenden stationären Strukturen wird es einen Wandel geben, weil sich perspektivisch einfach auch ein immer älteres Patientenklientel dort aufhalten wird und dann die stationären strukturenden Anspruch nehmen wird.
00:21:17: Und um das natürlich im gleichen Zug mit Personalmangel sicherstellen zu können und belasten zu können werden wir immer mehr über Automatisierungsstrukturen nachdenken müssen.
00:21:26: Das hat ja schon auch bauliche Auswirkungen.
00:21:28: also wenn wir sagen dass bestimmte logistische Leistungen nicht mehr nur bis zu einem Aufzug hochfahren, sondern vielleicht schon Dinge in Lagerräume räumen oder sogar irgendwann Robotik was verteilen wird, Speisen verteilen werden oder ähnliches.
00:21:44: Dann müssen ja zum Beispiel Türsysteme darauf reagieren können
00:21:47: etc.,
00:21:47: wir müssen überlegen wie kann dann Wenderadien sein?
00:21:50: Also das ist so ein Vorausschauen was wir mit im Blick
00:21:55: haben,
00:21:55: was aber natürlich immer so ein bisschen noch momentan hakt auch an verschiedenen Förderbedingungen.
00:22:00: Weil die sind natürlich nicht darauf eingestellt dass die Dinge so vorgedacht werden.
00:22:05: das heißt da gilt es immer auch hier früh den Dialog zu suchen.
00:22:08: Was sind die Schwerpunkte?
00:22:10: Was kann man vielleicht schon mal vorrüsten um dann später dort an docken zu können und die nächsten Schritte einleiten zu können.
00:22:17: Auch wenn man es jetzt noch nicht, sag ich mal in voller Gänze ausbauen kann.
00:22:21: aber um vorbereitet zu sein?
00:22:23: Es wird ja gerade der Architektur viel über Low-Tech gesprochen Reduzierung der Technik
00:22:28: usw.,
00:22:29: wie nehmt ihr das?
00:22:30: im Krankenhausbau war gibt's da zwei Ebenen einmal diese Technik die man eben braucht für diesen medizinischen Ablauf und einmal die Haustechnik die man vielleicht wirklich reduzieren kann.
00:22:40: also seid ihr auch auf Reduktion aus interessiert euch dass?
00:22:43: Das interessiert uns natürlich sehr.
00:22:45: Gleichzeitig erleben wir natürlich täglich das Spannungsfeld bei dieser Bauaufgabe oder auch bei vielen unserer komplexen Bauaufgauben, aber wenn wir beim Gesundheitsbau bleiben dann ist der einfache Ruf nach Low-Tech in Deutschland geregelten Gesetzeslage relativ schwierig weil im Krankenhaus natürlich sehr viele große Energietreiber, das ist ja sehr viel Lüftung und Kälte die dort gebraucht wird hängen an Normungen.
00:23:11: Da geht es sehr schnell um Hygiene Und das sind Themen, die natürlich dann noch mal auf einer ganz anderen Ebene mitdiskutiert werden.
00:23:17: Also wir versuchen in jedem Projekt nochmal auch mit der Bauherrschaft zu erörtern an welchen Stellen wir vielleicht Stellschrauben haben wo man auch nochmal über bestimmte Vorgaben sprechen kann, aber es ist fast alles normativ reguliert.
00:23:32: So dass wir da sagen müssen, da braucht's dann auch eine starke Bauherrschaft die vielleicht an diesen Stellen auch sagt Wir gehen damit, ne?
00:23:38: Dass wir ja auch mit einer guten Hygiene das wird ein Gesamtkonzept finden was natürlich absolut sicher ist was die hygienischen Anforderungen angeht.
00:23:46: Vielleicht aber trotzdem nochmal einen anderen normativen Bewertungsandatz hat als der ganz klassische Bereich.
00:23:52: Da ist natürlich auch zu unterscheiden, dass jetzt niemand an die Lüftungsaspekte eines OP-Bereichs herangehen möchte.
00:23:58: Aber das glaube ich dann schon, sage ich mal weniger hoch installierte Bereiche, die ja oft räumlich ein bisschen getrennt sind.
00:24:06: Also wir haben ja oft Strukturen wo zum Beispiel die Pflege dann nochmal ein bisschen aufgesetzt ist oder sich als eigener Baukörper noch einmal ein bisschen absetzt... auch Bereiche, wo wir deutlich progressiver auch Nachhaltigkeitsthemen.
00:24:18: Also dort haben wir weniger Lasten und weniger Installation.
00:24:21: Das heißt da arbeiten wir schon in diversen Projekten mit Holzbetonverbundkonstruktionen und auch mit weniger Technik, mit einer entwurflichen Resilienz um den Wärmeeintrag natürlich zu reduzieren.
00:24:33: Da merkt man einfach dass das Ansatzpunkte sind wo es jetzt zu Beginn deutlich besser gelingt da schon Punkte zu machen, während wir in den ganz hoch intensiven Bereichen weniger abweichen können von den technischen Anforderungen.
00:24:46: Sondern dann mehr daran denken müssen wie erzeugen wir aber auf dem Campus letztendlich die großen Energiemengen, die gebraucht werden?
00:24:52: und wie nutzen wir auch zum Beispiel Abwärme von vielen Großgeräten, die wir haben?
00:24:56: Also wie speisen wir diese sozusagen wieder in den Energiezyklus des Gebäudes ein um daraus sozusagen wieder möglichst effizient zu sein und auch nachhaltig zu sein.
00:25:05: Also es ist nicht so ein reines nur reduzieren, sondern eher wie können wir das Gesamtsystem so klug aufbauen dass wir natürlich trotzdem möglichst wenig fossile Energien oder auch bei einigen Projekten wirklich gar nicht mehr mit fossilen Energien des Hausbetreiben
00:25:19: also ausgleichend
00:25:20: genau
00:25:21: Und Stellschrauben suchen, die ihr betätigen könnt.
00:25:24: Wenn es bei anderen eben dann nicht möglich ist.
00:25:26: Wie da nicht in eurer Hand?
00:25:28: Ich glaube das ist auch dieser Antrieb dass man selbst wenn man jetzt so eine Gebäudetypologie hat wo's halt nicht so einfach ist mit dem ganz großen Wurf sag ich mal und jetzt machen wir alles revolutionär anders Dass wir aber diesen Antrieb haben immer wieder zu gucken wo sind die Möglichkeiten und in jeden Möglichkeitsraum reinzugehen.
00:25:44: Und zu sagen, auch wenn das hier wieder die Stellschraube ist und beim nächsten die Stell-Schraube.
00:25:48: dann hat man irgendwann aber die Referenzen um wieder zu sagen wir haben es aber schon mal gemacht und es hat funktioniert und dann kann man Stück für Stück also es braucht ein bisschen Atem bei diesen großen hochkomplexen Gebäuden Aber man kommt Stück für Stück weiter nach vorne und das macht dann auch Freude dass man das einfach sieht dass es möglich ist und dass man es immer wieder versucht, so weit wie möglich auch auszudehnen.
00:26:10: Ja das kann ich mir vorstellen, dass das auch gut ankommt wenn man sagt wir haben's dort probiert und es hat geklappt ihr seid ja auch spezialisiert auf Umbau und Bestand schon allein weil Krankenhäuser ja gar nicht so häufig mehr komplett neu irgendwo frei ins Land gestellt werden.
00:26:26: Wie verändert der Umbaub den Entwurfsprozess im Vergleich zu anderen Bauaufgaben oder ist es eigentlich relativ ähnlich sogar?
00:26:33: Also ich glaube wir denken den Umbao immer schon ein Stück weit mit.
00:26:37: Also das heißt, wir versuchen natürlich Systeme so anzulegen und aufzubauen dass sie nachrüstbar sind, dass die veränderbar sind und auch im besten Falle schon mit zu überlegen wie wir es später im laufenden Betrieb machen können.
00:26:52: also das heißt wenn ich einen Beispiel nehme dann trennen wir auch bestimmte Anlagen in Brandabschnitten sodass wir also wenn wir Anlagen außer Betrieb nehmen müssen ist dann keine komplette OP-Abteilung ausfällt, sondern dass also eine reduzierte Zahl an Sälen für eine Zeit lang außer Betrieb genommen werden müsste.
00:27:10: Also das heißt wir denken schon nicht nur jetzt im Sinne von Wartung und Weiterentwicklung oder Neuerungen die Häuser, sondern wir denken in den Grundstrukturen gerade was die technische Installation angeht schon auch sehr stark daran wie könnte man diese Systeme dann später gegebenenfalls mal umbauen?
00:27:28: oder einzelne Teile getrennt außer Betrieb nehmen.
00:27:31: Weil das eines unserer großen Probleme ist, dass früher sehr viel zusammenhängt, installiert wurde und es uns in einem Krankenhaus unter großen Schmerzen nur möglich ist einen kleinen Teilabschnitt in einer Ebene irgendwie umzubauen weil wir halt kaum etwas der Rückbau sozusagen von Medien so schwierig ist, das System nicht zu stören.
00:27:53: Diese Parallelität versuchen wir in unseren Grundstrukturen schon jetzt zu beachten.
00:27:58: Da erinnere ich mich auch ans DKFZ, diese unfassbaren Trassen die plötzlich nötig waren für Technik, die es einfach in den Sechzigerjahren nicht gab.
00:28:09: Ich war so weit voraus.
00:28:10: kann man natürlich auch nicht unbedingt das vielleicht ahnen und dann Riesenräume schon vorab... entwerfen, dass da große Kabeltrassen nachher durchführen.
00:28:22: Aber ihr müsst es jetzt schon im Hinterkopf, weil ihr's schon erlebt habt auch!
00:28:26: Genau, letztendlich ja immer so wie wahrscheinlich damals auch beim DKFZ.
00:28:30: Auch schon man nach vorne gedacht hat aber man kann natürlich.
00:28:33: dennoch ist es ja so auch da eine Abwägung und diese Diskussion haben wir öfter.
00:28:37: Ist das nachhaltig jetzt schon alles noch größer?
00:28:41: Und noch mehr zu bauen weil vielleicht in zwanzig Jahren irgendwas passiert?
00:28:44: also auch das ist ja ne Frage die man nicht außer Acht lassen darf.
00:28:48: Also wir können ja nicht immer nur größer und mehr machen weil damit errichten wir auch eine Bauma Masse, die vielleicht so auch nicht angemessen ist.
00:28:58: Das heißt es wird glaube ich nie die finale Antwort geben.
00:29:00: Es wird aber wichtig bleiben dass wir uns alle immer wieder Fragen stellen und gemeinsam ja nicht nur wir sondern auch im Team mit den Fachplanungen etc.
00:29:10: auch gemeinsam da versuchen dem best möglichen Mittelweg zu gehen.
00:29:14: Ja Deutschland hat derzeit rund ein tausend sieben hundert Krankenhäuser habe ich gelesen.
00:29:18: mir kommt fast wenig vor.
00:29:20: Ich hab die Zahl aber auch so.
00:29:22: Das ist aber auch die Frage, was dann immer genau gezählt wird.
00:29:24: Ob da alle Reha-Kliniken und so dabei sind?
00:29:28: Auf jeden Fall haben wir eben schon drüber gesprochen soll sich die Zahl reduzieren.
00:29:32: Berechnet ihr in Zukunft einfach mehr mit Umbauten?
00:29:36: Ich glaube dass sich dadurch natürlich zum einen weiterhin Umbauaufgaben ergeben werden, zum anderen aber auch sehr stark das Thema der Nachnutzung in den Fokus kommen wird.
00:29:46: Also wir haben da auch schon an verschiedenen Stellen unsere Gedanken geteilt.
00:29:53: Es wird ja darum gehen, dass es auch einfach Standorte geben wird die wahrscheinlich stillgelegt werden oder zusammen gelegt werden.
00:29:58: Und das ist natürlich gerade im ländlichen Raum regional ein Problem weil des Krankenhaus also das Krankenhaus im Ort das habe ich auch so in meiner Heimat erlebt als das zugemacht wurde Das ist halt schon eine Identifikation auch das ist so einen Punkt von Sicherheit das ist was so ne Beständigkeit das gab's halt schon lange und das ist oft auch ein großer Arbeitgeber d.h.
00:30:21: über das eigentliche Stillegen eines Hauses hinaus eine gesellschaftliche Thematik, glaube ich.
00:30:27: Also es geht nicht nur darum zu überlegen was kann da jetzt einziehen?
00:30:31: Was passt ungefähr vom Gebäude raster?
00:30:33: also ist keine reinfachliche Frage sozusagen und was kann man da jetzt raus machen sondern ich glaube in diesem Strukturprozess oder dieser Umstrukturierung wird es auch sehr stark darum gehen welche neue Identität können wir vielleicht auch dann diesen Regionen geben und das kann auch vielleicht in der Aufgabe sich mit widerspiegeln die dann in diesen Häusern unterkommen.
00:30:53: Also was könnte ein neuer Punkt sein, der dort angesiedelt werden sein kann?
00:30:56: Und dann wird man bestimmt in Teilen zurückbauen, Teilstrukturen also oft gab es da ja auch dann Entwicklungen, die vielleicht auch nicht ganz so erhaltenswert sind und für andere Teile wird man Umnutzungen finden oder halt auch in Teilbereichen vielleicht auch Spezialisierungen das dann Fachkliniken entstehen in den Zonen Psychiatrien.
00:31:15: Also, dass man sagt es wird nochmal sich vielleicht ein bisschen im Gesundheitsfeld bleiben aber vielleicht aus dem klassischen Aus der Basisversorgung heraus nicht mehr eine Krankenhausstruktur sein
00:31:27: und das würde euch inhaltlich genauso interessieren.
00:31:30: Das ist natürlich auch eine herausfordernde Aufgabe, das mitzugestalten.
00:31:34: Das ist glaube ich auf einer anderen Ebene nochmal also eher auf einer Struktur planenden Regionalplanungsebene natürlich erstmal wichtig und ein sehr politisches Thema natürlich auch bevor es dann letztendlich zur richtigen Bauaufgabe kommt.
00:31:48: Ich glaube das ist eher eine Thematik.
00:31:50: wir beschäftigen uns ja viel auch mit Masterplanungen auf großen Maßstäben sage ich mal für Campusstrukturen.
00:31:56: Also ich glaube auch dass das eher etwas ist was man immer über die ganze Region betrachten muss und dann letztendlich über die Einzelnutzungsszenarien dann in die baulichen Strukturen reinkommt.
00:32:08: Also ihr braucht keine Sorge haben vor irgendwelchen Entwicklungen durch die Krankenhausreform, es wird definitiv genug zu tun geben.
00:32:15: Es gibt
00:32:16: genug Häuser, die eure professionelle Planung brauchen.
00:32:21: Du bist wie Eingangsjahr erwähnt, wir kommen zum Abschluss.
00:32:23: Seit dem Jahr zweitausendundzwanzig Partnerinnen bei Heinle Wischer und du hast eben auch gesagt da kam eine junge Riege.
00:32:30: das Büro wird von elf Partnern mittlerweile geführt und hat wie auch Eingangst gesagt dreihundert internationale Mitarbeiter.
00:32:40: Was bedeutet es für dich persönlich Verantwortung in einem Büro dieser Größe zu tragen gerade bei so komplexen Bauaufgaben?
00:32:49: Also zuerst mal eine große Freude.
00:32:52: Auch immer noch einen gewissen gesunden Respekt vor dieser Aufgabe, weil wir sind einfach ein großes Büro mit einem tollen Team und ... können damit sehr, sehr viel gestalten.
00:33:02: Und ich glaube das ist auch dieses Hauptgefühl was für mich da ist es so eine Chance.
00:33:06: also es gibt mir einfach so eine Möglichkeit gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen etwas Neues zu machen etwas zu verbessern etwas zu entwickeln.
00:33:16: und ja das ist ein gutes Gefühl.
00:33:19: Und wie organisiert ihr in einer solchen Struktur die Führung und den Austausch gerade über mehrere Standorte hinweg?
00:33:28: Das funktioniert bei uns immer auf verschiedensten Ebenen.
00:33:30: Also wir versuchen ja da eine möglichst horizontale Struktur auch hinzubekommen, dass wir also viel Austausch zwischen den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben.
00:33:39: Wir haben das in diesem Jahr nochmal ganz intensiv verstärkt oder im letzten Jahren wieder mit gestartet.
00:33:44: Wir haben noch mal ein Führungspersönlichkeiten Entwicklungsprogramm gemacht wo wir nochmal alle Projektleitern und Projektleiter, aber auch Personen die vielleicht zukünftig in diese Rolle mit reintreten.
00:33:54: In so ein gemeinsames Programm mit aufgenommen haben und da professionell verschiedene Themen gerade über Führung und Führungen in komplexen Zeiten und mit Herausforderungen mit aufgenommen haben zum einen natürlich für den fachlichen Input, aber was ich fast noch wichtiger finde ... um auch da nochmal diese Vernetzung über die Standorte hinweg, was du gesagt hast.
00:34:16: Also um das auch noch mal zu fördern.
00:34:18: Dadurch bilden sich dann Buddies und Gruppen... ...die einfach miteinander in den Dialog gehen... ...und da sich sozusagen auszutauschen.
00:34:24: Dann haben wir dieses Konzept der Werkstätten,... ...wo wir also zu verschiedenen Fachthemen... Wir haben nächsten Monat die Digitalwerkstatt.
00:34:32: Da geht es um sehr viele Digitalisierungsthemen, KI-Nutzung... Und auch Prozessverbesserungen im Planungsprozess.
00:34:39: wo wir dann wirklich die Kolleginnen und Kollegen, die Interesse an dem Thema haben, die da schon was gemacht haben zusammenbringen.
00:34:45: Um da auch aktiv Dinge anzustoßen und zu überlegen welche Dinge wollen wir weiterentwickeln und diesen Prozess dann auch weiterzubegleiten.
00:34:52: danach?
00:34:53: Und das Akademieprogramm,
00:34:55: d.h.,
00:34:55: wir sehen so verschiedene Layer würde ich es nennen, die sich miteinander verbinden und die dann einen Austausch ermöglichen.
00:35:03: Das ist immer noch der große Wunsch beim Wissenstransfer einfach, den menschlichen Kontakt dann herstellen, wenn man ihn braucht.
00:35:11: Also die einfach sagen Mensch das hat doch bestimmt schon mal irgendwer gelöst und wen rufe ich denn mal an?
00:35:16: oder wen schreibe ich über Teams an?
00:35:17: Oder wen frage ich?
00:35:19: einfach um Hilfe?
00:35:20: weil das ist was uns wirklich wichtig ist und was wir glaube ich auch jeden Tag leben, dass dieses Wissen zu teilen.
00:35:26: Weil es ist sehr viel Wissen da, das ist toll!
00:35:28: Das ist eine ganz breite Basis auf der wir hier aufbauen und das mit allen neuen Kolleginnen und Kollegen immer wieder zuteilen.
00:35:37: Beste, was wir machen können.
00:35:39: Jetzt bist du im Moment in der ganzen Partnerschaft eures Büros die einzige
00:35:44: Frau?
00:35:46: Wie nimmst du diese Rolle wahr und was müsste sich aus deiner Sicht ändern damit mehr Frauen in Architekturbüros die Führungspositionen erreichen?
00:35:54: Das ist eine gute Frage wird mir auch relativ oft gestellt.
00:35:59: In der Tat Und also das heißt ich habe schon ein bisschen darüber nachgedacht Ich glaube ich bin weder Partnerin, weil ich eine Frau bin.
00:36:07: Noch obwohl ich eine Frauen bin, sondern ich bin einfach Partnerin und auch eine Frau.
00:36:13: Insofern spielt es auch bei uns erst mal innerhalb der Partnerschaft eigentlich keine Rolle also weder jetzt in den Sitzungen noch in irgendwelchen anderen Themenbereichen.
00:36:24: Ich glaube damit mehr Frauen Führungspositionen in Architekturberus einnehmen können ist wie überall so das an ganz verschiedenen Ebenen sich etwas bewegen muss.
00:36:35: Also wir als Unternehmen sehen einfach die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das heißt wir sehen die Potenziale, die in Personen stecken und diese möchten wir auch entwickeln und auch fördern.
00:36:46: also jetzt unabhängig vielleicht von ehemals eher so Themen wie Anwesenheiten oder Vollzeit- oder nicht Vollzeit.
00:36:53: Das heißt wir müssen uns von diesen Strukturen glaube ich lösen um wirklich als Unternehmen die Personen herauszufinden, die einfach gerne auch Verantwortung übernehmen wollen.
00:37:02: Weil das bleibt ein wichtiger Punkt, dass dieses Individuum auch die Verantwortung übernimmt und auch annimmt, die Herausforderungen Dinge zu machen.
00:37:09: Und das dann aber entsprechend einfach auch zu fördern an der Stelle.
00:37:13: Du hast ja eben schon schön gesagt, es war kurz nach meiner Elternzeit bin ich sozusagen in die Projektleitung da direkt eingestiegen.
00:37:18: Das heißt diese Chance war da damals auch in Teilzeit.
00:37:22: Das waren Dinge, die damals schon dem Büro wichtig waren.
00:37:25: Ich weiß es, dass das im Jahr ist, als ich mich beworben habe mit Dreißig.
00:37:28: Das ist durchaus recht progressiver, dass es auf der Seite von Heinle Wischer stand und man in Teilzeit arbeiten kann.
00:37:33: Heute ist es verbreiteter in Architekturbüros schon aber es müsste sich auch überall noch vielleicht dieser Mindset dann so weit ändern, dass nicht nur ein Angebot ist sondern dass für alle Hierarchie-Ebene natürlich eine Möglichkeit ist letztendlich für die Entwicklung dort weiterzukommen.
00:37:50: Und ich glaube... Das ist ein wichtiger Punkt aus Unternehmenssicht.
00:37:53: Gesellschaftlich sind wir halt in einem gesamten Wandel, der jetzt vielleicht auch gerade die Richtung so ein bisschen dreht.
00:38:00: Ich glaube da muss es einfach weitergehen dass das keine Rolle mehr spielt also dass diese Förderung einfach ganz klar ist, dass Frauen diese Position dort einnehmen können.
00:38:09: und letztendlich muss natürlich aber auch jede Frau für sich selbst.
00:38:14: Diese Frage beantworten möchte ich das und habe ich so eine Gesamtstruktur oder auch dann im persönlichen Bereich die Unterstützung, dass es natürlich dort auf der Ebene einfach eine Selbstverständlichkeit ist, dass jemand die Chancen hat Verantwortung zu übernehmen und sich dazu entwickeln und zu entfalten.
00:38:32: Ich glaube, es ist auf vielen Ebenen gibt es da Dinge zu tun.
00:38:36: Für uns habe ich erkannt, dass wir das gut angehen, um alle Mitarbeiterinnen gute Chancen der Entwicklung zu geben.
00:38:45: Wahrscheinlich hat es ja auch eine Signalwirkung für andere jüngere Frauen, die sehen... Da ist ne Frau in der Chefetage.
00:38:53: Erlebst du das?
00:38:53: Dass junge Architektinnen nicht da auch als Vorbild sehen?
00:38:57: Ja, das hat mich in der Tat ganz glücklich gemacht nachdem wir offiziell benannt waren damals dass wir jetzt in die Partnerschaft eintreten, dass wirklich ganz viele Kolleginnen und Kollegen's hat mich ganz gerührt also ganz viele junge Kolleginnen auf mich zugekommen sind angeschrieben haben und wir wirklich gesagt haben, wir finden das so toll.
00:39:17: Dass jetzt eine Frau in der Partnerschaft... Also ich habe dieses Manco vielleicht gar nicht so selbst gespürt aus dieser Position heraus aber ich hab das so erfahren danach und es hat mich wirklich sehr froh gemacht.
00:39:26: also dass insofern ja glaube ich ist es in der Tat so?
00:39:30: dass das eine Vorbildfunktion hat und das finde ich in der Tat auch wichtig, weil das soll natürlich eine Natürlichkeit haben.
00:39:36: Dass es möglich ist – das wissen ja alle!
00:39:38: Ich habe einen Sohn….
00:39:39: Also dass alles zusammen machbar ist und die Wege da offen sind, ich glaube.
00:39:44: Das zeigt einfach nochmal diese Grundhaltung, dass jedem der Weg offen steht, das zu machen und dass wir auch gerne da wo wir können unterstützen und heffen dann weg auch zu gehen.
00:39:57: Super!
00:39:58: Vielen Dank
00:39:59: für deine Zeit und für das Interview, Barbara Schott.
00:40:01: –
00:40:01: Vielen Dank, Kerstin!
00:40:02: Und das war es für heute.
00:40:04: Voller Vorfreude starten wir ins neue Wettbewerbsjahr des Heinze Architektur Awards.
00:40:11: Der Wettbetrieb fokussiert erneut Bauwandel- und nachhaltige Architektor mit einer unabhängigen Fachjury und transparenten Preiskategorien.
00:40:20: Die ersten Projekte sind bereits im Rennen, um ein Gesamtpreisgeld von rund zu ca.
00:40:24: forty-tausend Euro!
00:40:25: Wir laden euch ein eure innovativsten Projekten die ökologisch, funktional und ästhetisch überzeugen der renommierten Fachjury zu präsentieren.
00:40:36: Macht mit unter heinze.de slash award.
00:40:40: Den Link findet ihr in den Shownotes.
00:40:42: Die Einreichfrist endet am fünften Juni.
00:40:46: Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört.
00:40:48: Habt eine schöne Zeit!
00:40:50: Tschüss!
00:41:04: Producer, Projektmanagement.
00:41:06: Nadine Judiakis Sounddesign und Editing.
00:41:09: Kerstin Kunekath Design & Visual Assets Heinze Media Social media Content.
00:41:16: Claudia van Ravenstein Im Auftrag der Heinze GmbH.
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