#206 – Dr. Turit Fröbe, Baukulturelle Bildung.Online: Eine neue Baukultur Akademie
Shownotes
Dr. Turit Fröbe setztz sich für die Professionalisierung der Baukulturellen Bildung ein. baukulturelle-bildung.online baukulturelle-bildung.online/newsletter Spiel: SpielRaumStadt/ die-stadtdenkerei.de Buch: Architekturpolitik in Finnland udk-berlin.de/grundschule-der-kuenste
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00:00:03: Architekturfunk, der Heinze Podcast.
00:00:06: Herzlich Willkommen zum Heinze-Architekturfunk-Episode.
00:00:09: zweihundert sechs am sechsten März zwanzigzehnzeixundzwanzig!
00:00:12: Mein Name ist Kerstin Kunikatz und heute spreche ich mit Dr.
00:00:16: Turit Fröbe.
00:00:17: Wir steigen ein ins Gespräch.
00:00:26: Buchautorin, Architekturvermittlerin und Gründerin und Betreiberin der Stadtdenkerei.
00:00:32: Du engagierst dich seit Jahren praktisch, theoretisch und politisch für die baukulturelle Bildung?
00:00:39: Und jetzt hast du eine eigene Online-Akademie gegründet – und darüber würde ich gerne heute mit dir sprechen.
00:00:45: über diese Online-akademie, die heißt Baukulturelle Bildungs online.
00:00:50: Verlinke ich auch in den Shownauts.
00:00:52: Also erstmal zu deiner Motivation, du schreibst das Baukultur unsere Städte Dörfer Schulgebäude und Arbeitsräume prägt.
00:01:01: Und dennoch kein selbstverständlicher Bestandteil unseres Bildungssystems ist!
00:01:06: Das kritisierst Du?
00:01:08: Warum klafft zwischen dieser allgegenwahrts der gebauten Umwelt und ihrer geringen Sichtbarkeit im Bildungsystem überhaupt eine solche
00:01:16: Lücke?!
00:01:17: Erst
00:01:19: mal Hallo, vielen Dank für die Einladung.
00:01:21: Ich freue mich sehr dabei sein zu dürfen!
00:01:24: Ja ich habe festgestellt dass baukulturelle Themen durchaus im Schulsystem also in den Lehrplänen verankert sind durch aus einer hohen Maße.
00:01:31: Ich hab ja eine Studie durchgeführt im Auftrag des Bundesinstituts für Baustadt und Raumforschungs zur Situation der baukulturellen Bildung im deutschen Schulsystem Und da ist rausgekommen das wirklich schon viele viele Themen verankerd sind Wirklich auch in den Lehrplänen, in verschiedenen Fächern.
00:01:49: Das heißt aber nicht dass es wirklich angeboten wird und da ist so ein strukturelles Problem weil die wenigsten Lehrkräfte tatsächlich darauf vorbereitet werden Baukultur zu vermitteln.
00:02:01: also in ihrem Studium kommt das nur punktuell wenn überhaupt vor und das eher Glückssache.
00:02:08: Ja, wir müssten eigentlich dafür sorgen dass die baukulturelle Bildung richtig systematisch in alle drei Phasen der Lehrkräftebildung integriert wird.
00:02:17: Nur schon um zu gewährleisten das was jetzt schon im Lehrplan ist wirklich gut angeboten werden kann.
00:02:24: und dann ist mir aufgefallen dass vieles was in den Lehrplänen steht aber auch nicht mehr so richtig zeitgemäß ist insgesamt weit davon entfernt, also als Gesellschaft ein Bewusstsein für Baukultur zu haben.
00:02:39: Also es fehlt sowas wie eine baukulturelle Allgemeinbildung komplett und die fehlt überall.
00:02:45: Sie fehlt an den Schulen, sie fehlt in der Lehrkräftebildung aber auch in der Gesellschaft.
00:02:50: Es fehlt in den Ministerien, in den Ressorts, sie fehlten da Politik.
00:02:53: Das ist ein Themenbereich, der einfach nicht gut verankert ist in unserer Gesellschaft.
00:03:00: Und das ist eigentlich absurd weil Baukultur uns immer betrifft, also auch sehr persönlich betrifgt.
00:03:09: Wir haben ja so gut wie keine Möglichkeit uns zu entziehen.
00:03:13: wir befinden uns rund um die Uhr in Architektur oder in gestalteter Umwelt zumindest.
00:03:21: Seitens bestehen vielleicht mal am Strand und die Baukultur entscheidet ganz maßgeblich über unser Wohlempfinden Und das alleine sollte Grund genug dafür sein, dass wir als Gesellschaft viel, viel stärker uns mit diesem Thema beschäftigen.
00:03:40: Es hat natürlich auch eine hohe gesellschaftliche Relevanz.
00:03:44: Du betontest auch, dass es seit mehr als zwei Jahrzehnten vielfältige Initiativen zur Bau kulturellen Bildung gibt, deren Wissen aber oft nur lokal verfügbar ist?
00:03:53: Was hat dich denn zu der Erbezeugung gebracht, dass eine Online-Akademie der richtige Schritt ist um dieses Wissen in die Fläche zu bringen?
00:04:03: Ja, es ist genau das was du im Prinzip sagst.
00:04:05: Es ist lokal verfügbar dieses Wissen.
00:04:06: also wir haben ja seit twenty-fünf Jahren baukulturelle Bildung von den Architektenkamern und von den Denkmalinitiativen.
00:04:13: Also die leisten ganz ganz wertvolle Arbeit.
00:04:16: Die gehen in die Schulklassen arbeiten in den Schulen mit Kindern und Jugendlichen Und trotzdem habe ich festgestellt kommen wir nicht voran.
00:04:24: Wir haben uns im Prinzip in diesen fünfundzwanzig Jahren nicht ein Millimeter vom Fleck bewegt.
00:04:30: Und das ist ziemlich tragisch und das liegt meines Erachtens daran, weil die Lehrkräfte zu wenig mitgenommen werden.
00:04:37: also wenn immer bei diesen Aktionen, wenn Expertinnen und Experten in die Klassenzimmer gehen, wenn jedes mal Lehrkräften mit geschult würden und dazu befähigt würden im nächsten Jahr dieses Projekt selbst durchzuführen dann würden wir sehr viel schneller vorankommen.
00:04:53: da könnten so selbst lernende Systeme an den Schulen entstehen Aber das passiert im Prinzip nicht.
00:05:01: Dieses Wissen, dass Semester für Semester aufgebaut wird in den Schulen verpufft auch immer wieder und ich habe das Gefühl oder ich hab festgestellt, dass viele Kolleginnen wie auch ich mal dieses Gefühl haben, dass wir uns eigentlich vier Teilen achteilen, zweiunddreißig teilen müssten um diesen großen Bedarf irgendwie gerecht werden zu können.
00:05:25: und gleichzeitig ging es mir zumindest immer so, dass ich immer wieder gedacht habe.
00:05:29: Dass ich auch mal die gleichen Fortbildungen gehalten hab oder die gleichen Aktionen gemacht habe und gedacht habe... Ich kann's nicht mehr hören!
00:05:35: Wenn ich das noch einmal sagen muss dann sterbe ich.
00:05:38: Das habe ich irgendwann gedacht.
00:05:39: okay man müsste eigentlich dieses ganze Wissen schon da ist, dass er erheblich ist digitalisieren und so in die Fläche bringen.
00:05:47: Und so davor bewahren, dass es immer nur lokal verfügbar ist sondern zugänglich machen das ist diese Idee
00:05:53: eigentlich.
00:05:54: also weg davon auch das wie du eben sagst die einzelnen Akteur erinnern die von denen es gar nicht genug geben kann sondern dass man eben an die Befähigung der Lehrkräfte vorantreibt und ein Bewusstseinschaft.
00:06:04: Ja, ja aber die sollen ruhig weiter in die Schulen gehen.
00:06:07: das ist wichtig also auch wichtig dass Kinder direkt mit diesen Experten in Berührung kommen und das Lehrkräfte auch direkt diese Berührungen haben.
00:06:16: Aber es ist einfach... Es ist zusätzlich gedacht.
00:06:19: Also ich möchte im Prinzip all diesen Kolleginnen die wertvolle Konzepte entwickelt haben die schon fertig sind Die Möglichkeit geben die zu digitalisieren dann im gesamten deutschsprachigen Raum nutzbar zu machen.
00:06:35: Du schreibst auch mir, ist es wichtig zu zeigen dass es einfach ist Baukultur zu vermitteln?
00:06:41: Warum hält sich die Vorstellung Architektur sei einer Spezialdisziplin?
00:06:45: und vielleicht gibt's da auch gewisse Berührungsängste?
00:06:48: Ich glaube, das ist etwas was ich so als Mantra aus Finnland damals mitgebracht habe.
00:06:53: Ich hab ja eine Feldstudie zur Situation der baukulturellen Bildung in Finnland und habe geguckt was wir von den Finden lernen können.
00:07:01: Und im Zuge dieser Arbeit ist auch diese Akademieidee schon entstanden.
00:07:05: also damit laufe ich schon lange herum.
00:07:07: es ist keine kurzfristige Idee gewesen.
00:07:11: Die Finnen haben immer wieder gesagt, es muss einfach sein.
00:07:14: Es muss leicht zugänglich sein und man muss zeigen, dass es Spaß macht, Baukultur zu vermitteln.
00:07:18: Es ist einfach mit Kindern und Jugendlichen im gebauten Raum zu arbeiten und das man überall damit beginnen kann.
00:07:25: Wir haben gesagt wenn es nicht einfach ist dann machen die Lehrkräfte das nicht.
00:07:32: Ich habe festgestellt, dass Lehrkräften viel Respekt oft vor Architektur haben oder vor Baukultur, dass sie nicht im Rahmen des Studiums an diese Themen herangeführt worden sind.
00:07:44: Dass Sie oft denken das ist kompliziert sei, dass Sie oft gar nicht so richtig wissen wie Sie anfangen sollen und wenn Sie dann die Möglichkeit haben auszuweichen, dann tun Sie das.
00:07:54: also die meisten Lehrpläne haben diese Möglichkeiten.
00:07:57: da kann man entweder Produktdesign oder Modedesign machen Und das sind so Themen, die vielen Lehrkräften zugänglicher erscheinen.
00:08:05: Deshalb war ich nicht aus und was mir wichtig ist also auch in meinen Konzepten und Projekten es immer an diesen impliziten Wissen anzusetzen weil wir alle Menschen Kinder wie Erwachsene haben unglaublich viel wissen über Architektur über gebauten Raum über ihre Alltagsumgebung.
00:08:26: Und wenn man an diesem Wissen ansetzt, also das ist denen oft gar nicht bewusst dass sie dieses Wissen haben.
00:08:30: Das ist ihnen nicht bewusst, dass Sie die eigentlichen Expertinnen für Ihre Alltagsumgebungen sind.
00:08:36: und wenn man in diesem impliziten Wissen einsetzt dann kann man sehr gut arbeiten tatsächlich schon ohne dass man viel zusätzliches Wissen aufbauen muss.
00:08:47: damit kommt man sehr weit schon und das ist mir wichtig.
00:08:50: Also niedrigschwellig Augen öffnend und die LehrerInnen einladen auch ein AHA-Erlebnis zu erleben.
00:08:58: Ich durfte ja mal reinschauen, auch in deine Inhalte und da sagst du eben auch das ist vielleicht dann ungewohnt für die Lehrkräfte?
00:09:05: Die Antwort vielleicht selber gar nicht so wissen in dem Moment!
00:09:08: Ist es dann auch so eine Einladung eben zu sagen so lasst uns gemeinsam gucken und gemeinsamen Augenöffner erleben.
00:09:15: man muss gar nicht von oben sozusagen erzählen wie's ist konkretes Wissen vermitteln sondern eben
00:09:23: Ja, das ist genau dieses Stichwort Vermittlung.
00:09:26: Also was ich nicht mache, ist diese klassische Baukultur-Vermittlung.
00:09:31: Das könnte ich ja machen.
00:09:32: Ich bin von Haus aus Architekturhistorikerin aber ich mach es ganz bewusst nicht.
00:09:38: Bei mir geht es immer um die baukulturelle Bildung also wirklich Bildung im Sinne von Selbstbildung auch Mir sind immer wichtig.
00:09:47: Ich versuche immer, AHA-Erlebnisse zu erzeugen.
00:09:49: Das kann man ja nicht wirklich steuern, aber man kann es ein bisschen fossieren und ein gut platziertes AHAerlebnis kann alles verändern, kann für immer einen Zugang schaffen und deshalb arbeite ich so unheimlich gern in der vertrauten Alltagsumgebung den Menschen.
00:10:05: Das ist für mich so ein Schlüssel weil die Menschen dort am blindesten sind.
00:10:09: also man spricht auch von Alltagsplintheit.
00:10:10: da guckt man als letztes hin Tatsächlich, obwohl man das Gefühl hat sich genau auszukennen und da sind die Aha-Erlebnisse in der Regel am stärksten.
00:10:22: Also das ist diese Alltagsblindheit von der sprichst du auch in Sensibilisierung für die gebaute Umwelt Kurs eins.
00:10:29: was es genau heißt ist dass man also da ist ja gerade schon angerissen Du läufst aus Gewohnheit immer den gleichen Weg und siehst im Endeffekt gar nicht mehr genau Was du davor dir hast.
00:10:44: Deswegen sagst du, es ist ein idealer Ausgangspunkt um den Augenöffner vor der eigenen Tür zu erleben und zu sagen, aha da ist viel mehr als ich je vermutet habe.
00:10:51: Und dann dass das so nachhaltig nachwirkt wenn man sich dann auch woanders hin bewegt.
00:10:56: Das sozusagen
00:10:58: die Idee.
00:10:59: also ich spiele zum Beispiel zunehmend ich spiel seit vielen Jahren das Spiel regelmäßig, dass ich vor die Haustür gehe und mich frage und mir sage okay Suche wieder drei oder fünf Dinge, die mir vorher noch nicht aufgefallen sind.
00:11:13: Und das Spiel nimmt kein Ende!
00:11:16: Man sollte irgendwann denken, dass man irgendwann fertig ist... Aber es trägt über Jahre
00:11:22: und welche Mechanismen stehen genau dieser Wachenbetrachtung im Weg?
00:11:28: Also aus der architekturpsychologischen Sicht?
00:11:30: Ja, das ist das was ich ja auch in diesem ersten Kurs darstelle, da habe ich so einen Einblick in die Architekturpsychologie gegeben.
00:11:38: Unser Wahrnehmungsapparat ist einfach nicht darauf ausgerichtet und unsere Wahrnehnung allgemein nicht – wir achten auf Eyecatcher!
00:11:47: Auf das herausragende, auf das besondere und auf dieses Vertraute werden gar nicht aufmerksam.
00:11:54: Wir sind sehr aufmerksam wenn wir auf Städte reisen sind Da nehmen wir alles wahr und gucken uns Dinge an, die wir zu Hause niemals beachten würden.
00:12:04: Die Architektur hat auch Konkurrenz durch Werbung zum Beispiel, Werbeschilder
00:12:07: usw.,
00:12:08: also alles was versucht auch unsere Aufmerksamkeit.
00:12:11: Alles
00:12:13: was sich bewegt, was tönt, was leuchtet, was Geräusche macht, Geschwindigkeit hat, lenkt uns ab!
00:12:24: Also die Architektur ist ja das Einzige, was sich nicht wirklich bewegt im Stadtraum.
00:12:28: Und es ist immer das... Da können wir immer sagen okay gucke ich mir später an und das tun wir aber nicht.
00:12:32: Geht nicht weg!
00:12:34: Du sagst auch dass schlimmste, dass man Architektor antun kann, ist nicht hinzuschauen?
00:12:38: Ja
00:12:39: Wie verändert sich denn das Verhältnis zur Stadt wenn wir lernen systematisch hin zu sehen?
00:12:45: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Lebensumgebung aufzuwerten.
00:12:53: Also ich sage immer, wenn man nicht hinsieht und nur die Stadt aus dem Augenwinkel wahrnimmt dann erscheint alles hässlich.
00:13:01: Wenn man aber anfängt hinzusehen und sich wirklich mit einem ja wohlwollend auch mit einem liebevollen Blick wie ich das nenne den Architekturen öffnet oder den Gebäuden öffnt Dann werden plötzlich Dinge sichtbar, die man auf den ersten Blick gar nicht gesehen hat.
00:13:19: Und dafür braucht es eben den dritten, vierten, fünften vielleicht auch sechsten Blick und dann öffnen sich plötzlich Türen, die vorher nicht da waren.
00:13:28: Du hast gerade schon gesagt der liebevolle Blick.
00:13:30: in deinen Übungen geht das um diesen.
00:13:32: Es geht doch um Genios Loki und um das bewusste Beschreiben von Alltagswegen.
00:13:37: Wie würdest du es beschreiben?
00:13:38: Was passiert wenn Menschen beginnen ihre Umgebung eben nicht nur zu bewerten sondern zu erforschen außer dass man dann vielleicht Dinge plötzlich sieht natürlich, die man vorher nicht gesehen hat.
00:13:48: Also ich will darauf hinaus, warum machst du das?
00:13:50: Welche Bedeutung hat das?
00:13:53: Ich halte es für wichtig, dass jeder Mensch eine bewusste Beziehung zu seiner eigenen Lebensumwelt aufbauen kann weil es auch darum geht im nächsten Schritt teilhaben zu können an Veränderungsprozessen.
00:14:04: also wenn Planungsprozess in einem eigenen Lebensumfeld stattfinden, dann sollte eigentlich jeder befähigt sein mitmischen zu können.
00:14:13: Und dazu braucht es eine gewisse Sprachfähigkeit und man muss mal geübt haben das zu verbalisieren.
00:14:20: Das ist am Anfang fällt vielen im Anfang gar nicht so leicht und viele denken auch dass Architektur nicht in Erklärungsbedürftig sei weil sie ja gut Sichtbar im öffentlichen Raum steht, aber sie ist sehr erklärungsbedürftig und auch beschreibungsbedüftig.
00:14:36: Und durch das Beschreiben fangen wir eigentlich erst an richtig wahrzunehmen.
00:14:41: Also damit kann man die Sprachfähigkeit trainieren.
00:14:44: Aber langfristig geht es auch daran teilhaben zu können an der Gestaltung der gebauten Umwelt weil da müssen wir fit werden.
00:14:52: Wir müssen sehen dass wir gerade Kinder- und Jugendliche da herangeführt werden dass sie teilhaben können.
00:15:02: Deswegen setzt auch in der Schule an, also dass du sozusagen sagst das ist der entscheidende
00:15:06: Ort
00:15:07: um dort zu beginnen?
00:15:08: Ja und die ganze Gesellschaft langfristig in der gesamten Breite zu erreichen.
00:15:13: Also wir müssen wirklich... es muss sich die Allgemeinbildung verändern.
00:15:17: Hat es auch was mit der Demokratisierung öffentlicher Räume zu tun, also dass man eben eine befägte Bevölkerung hat die sagt das ist nichts was mir da hingestellt wird und was mir dann egal ist sondern ich weiß was da steht.
00:15:29: Ich kann das einordnen und ich weiß aber auch du hast es irgendwo so formuliert man lässt sich nicht mehr vor die Nase knallen?
00:15:36: Ja!
00:15:37: Es geht ja auch darum dass alle Teil haben.
00:15:40: wenn man sich überlegt ich glaube siebzehn Prozent unserer Gesellschaft sind Kinder- und Jugendliche unter achtzehn Jahren.
00:15:47: Zusammen mit ihren Eltern müssten die eine unfassbare Lobby auf die Straße bringen eigentlich.
00:15:54: Eigentlich könnte man vermuten, dass unsere Städte kinderfreundlich gestaltet werden müssen.
00:16:01: Wir sind aber weit davon entfernt Wenn du dir anguckst wie Schulen gestaltet und Schulumgebungen Spielplätze gestaltet wird.
00:16:10: Die Kinder werden zwar an Spielplatz Gestaltung häufig beteiligt Prozesse sind ganz, ganz häufig in meinen Augen fragwürdig.
00:16:20: Ich finde das muss eigentlich alles komplett neu gedacht werden auch diese Beteiligung weil wir auch lernen müssen.
00:16:28: Es bringt nichts Kinder zu fragen was wollt ihr hier?
00:16:31: Die wollen immer nur das was sie schon kennen.
00:16:33: die wissen gar nicht was möglich wäre.
00:16:34: uns Erwachsenen geht es im Prinzip auch so und deshalb müssen wir uns Gedanken über unsere gebaute Umwelt machen.
00:16:40: Kannst du vielleicht noch mal aus Finnland ein paar gute Beispiele und gutes Vorgehen nennen, damit man auch versteht was es wirklich verändert wenn man die Bevölkerung vielleicht vielleicht auch nur anscheinend mit rein nimmt?
00:16:52: Ich weiß nicht aber das ist ja ein anderes Vorgehens.
00:16:55: Da weiß ich jetzt gar nicht genau wie das aussieht mit Spielplatzgestaltung oder so.
00:16:58: dazu kann ich jetzt garnicht sagen gar nichts Aktuelles in Finnland.
00:17:01: Aber was mich in Finnlands wirklich schwer beeindruckt hat war Die Finnen haben in der Achtektur Politik veröffentlicht, denn die Baukulturelle Bildung hat eine ganz wichtige Rolle gespielt.
00:17:12: Damals haben sie gesagt, wir bringen das ins Schulsystem ein und das haben sie in Windeseile hingekriegt.
00:17:18: In dem Jahr zwei Tausend drei hatten Sie die ersten Module in der Pflichtschule.
00:17:23: Ja war die Bau- kulturelle Bindung integriert und jahrelang fehlten die Finnen nie bei Tagungen und so.
00:17:28: Wir hatten immer eine Sonderrolle.
00:17:30: Als ich zweitausend diese Feldstudie durchgeführt habe, war das allererste was ich noch bei meiner Ankunft auf dem Bahnhof in Helsinki erfahren hab dass diese ganzen Module wieder gestrichen worden sind.
00:17:47: Und ich war total schockiert.
00:17:49: und dann haben aber alle Meine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner haben gesagt, nee es ist gar kein Problem.
00:17:55: Wir wissen jetzt alle dass wir baukulturelle Bildung machen müssen und das ist total selbstverständlich für uns.
00:18:01: Wir brauchen aber diese Module nicht mehr, wir machen das anders.
00:18:04: Und die machen das inzwischen über den fächerübergreifenden Unterricht und über die Verbindung mit den Querschnittsthemen und das finde ich das aller aller aller wichtigste...
00:18:15: Kein extra Thema daraus machen sondern das Reinwähbenden!
00:18:18: Die haben noch ein paar Querschnittsthemen mehr, die haben auch so etwas wie Partizipation.
00:18:21: Aber wir haben auch ... Wir haben BNE also Bildung für nachhaltige Entwicklung, wir haben politische Bildung und das sind es ist tatsächlich so Baukultur ist prädestiniert für den Fächer übergreifenden Unterricht weil man's im Prinzip mit jedem Fach verbinden kann wirklich mit jedem und vor allen Dingen auch mit diesen Querschnitzthemen Und da gibt es bisher so gut wie nichts.
00:18:46: Das ist so ein Ansatz, der komplett fehlt und das ist etwas da möchte ich zukünftig mit dieser Akademie auch hin.
00:18:53: Dass sowas stark gemacht wird, dass das da Modelle gefunden werden, dass wir anfangen darüber nachzudenken.
00:19:00: Wir haben in Deutschland relativ schlechte Voraussetzungen für den Fächer übergreifenden Unterricht.
00:19:07: also er ist in allen Lehrplänen, wird er gefeiert und wird groß verkündet aber tatsächlich findet er de facto nicht wirklich statt.
00:19:16: Aber wir können trotzdem anfangen, weil wir überall diese Projektwochen haben die oft fragwürdig genutzt werden schon immer noch in der Woche vor den Ferien sind wenn alle schon sich verabschiedet haben.
00:19:28: also man könnte aber diese Projekt wochen dann könnte diese Wandertage man könnte all diese Formate die schon da sind wunderbar nutzen für die baukulturelle Bildung und auch den offenen Ganztag.
00:19:38: übrigens
00:19:41: Das heißt, das wäre dann also sozusagen du bist ja am Anfang der Akademie.
00:19:45: Das wären dann nächste Schritte weil was jetzt ist?
00:19:48: Das sind ja sozusagen Inhalte.
00:19:50: die sind dann auch verfügbar für Lehrkräfte.
00:19:52: Also du bist da sehr inspirierend unterwegs, stellst ein bisschen zur Verfügung und gibts eben Inspirationen und auch Anleitung wie man es integrieren kann.
00:20:03: Ja im Moment sind ja nur zwei Kurse drauf bzw.
00:20:06: ich werde jetzt über's Wochenende den dritten Kurs hochladen.
00:20:10: Im Moment sind es nur meine Kurse.
00:20:12: Ich fange mit dem Thema Sensibilisierung für die gebaute Umwelt an, das werden die ersten drei Kurse.
00:20:16: ich mache jetzt einen noch zum Thema Einführung in die Flannerie.
00:20:20: also da kann man von den großen Literaten dann lernen, also kann man flanieren wie Charles Dickens oder Edgar Elnpoe oder Walter Benjamin oder Siegfried Krakauer.
00:20:33: aber ich habe jetzt zum Beispiel ein Kurs mit einem Kollegen aufgezeichnet mit Lars Zimmermann zum Thema City Hacking.
00:20:39: oder ich werde mit einer Kollegin, mit Kirsten Winderlich an der Kindheitsforscherin einen Kurs auf entwickeln.
00:20:49: Wirklich speziell für Architektinnen, Planerinnen also Stadt- und Landschaftsplanerin die keinen pädagogischen Hintergrund haben.
00:20:57: so zum Thema Wahrnehmung für Kinder und Jugendliche.
00:21:00: Also es geht ja nicht nur um meine Kurse sondern es geht darum wirklich dieses Thema in der absolut breit möglichsten Breite darzustellen.
00:21:11: Und das ist natürlich ein langfristiges Projekt und es wird jetzt langsam sukzessive wachsen, meine nächste wenn ich mit diesem Thema Sensibilisierung fertig bin geht es zum Thema gehe ich zum Thema über Architektur lesen lernen.
00:21:26: also ich möchte so Alternativen schaffen zur Stilkunde.
00:21:33: Ich bin zwar Architektur-Historikerin, aber ich bin der Meinung, dass wir keine Stilkunde mehr brauchen in den Schulen.
00:21:38: Wir brauchen andere Möglichkeiten um über Architektor sprechen zu können und was Verständigen zu können Und Architekto lesen lernen zu können.
00:21:47: Also du meinst explizit nicht mehr Epochen auswendig lernen und welche Stile in welcher Epoche aufkommen, dass man das zuordnen kann.
00:21:55: Welche Form jetzt halt wann und wie und wo, wohin gesetzt wurde?
00:21:59: Das ist dann so einzelwissen, sondern es ist ja schön wenn man das mit auch benennen kann aber es geht insgesamt ums...
00:22:07: Ja ich bin ja Architektur-Historikerin deshalb darf ich das tatsächlich auch sagen.
00:22:12: Ich habe mich ärgert also ich hab mich immer gefragt.
00:22:17: In der Architekturgeschichte lernt man die Ikonen, immer das Herausragende und Besondere.
00:22:24: Man kann das zehn Jahre studieren, kennt sich dann auch irgendwann damit umgehen aber man kann immer noch nicht die Alltagsarchitektur lesen und deshalb bin ich immer auf der Suche nach anderen Zugängen.
00:22:36: Also ich glaube nicht, dass der Zugang über das herausragende und besondere der Einzige sein sollte.
00:22:41: Ich bin ein großer Fan von Denkmalvermittlungen natürlich – auch das wird Teil der Onlineakademie natürlich.
00:22:48: Es darf nicht hinunterfallen was nicht herausragend ist weil es da einfach neunzig Prozent der
00:22:53: Dinge... Genau wir müssen unseren Architekturbegriff erweitern bzw weg vom Architektorbegriff hin zu einem Baukulturbegriff kommen.
00:23:02: Das ist mir wichtig!
00:23:04: Meisten Menschen haben gar keine Idee, was Baukultur ist.
00:23:07: Das ist mir auch im Rahmen dieser Studie, die ich für den BBSR durchgeführt habe aufgefallen.
00:23:12: Baukultur und Baukunst wird in der Regel synonym verwendet Und es hat damals einen Referendar aus Berlin so schön auf dem Punkt gebracht.
00:23:22: Den hab' ich gefragt ob er wüsste was Bau-Kultur?
00:23:24: Es hat gesagt ja das ist etwas ganz ganz ganz Verstaubtes!
00:23:28: Das is Architekturgeschichte.
00:23:30: hoch drei Ja, aber ich war total dankbar.
00:23:38: Ja, es wird häufig synonym verwendet und Bau-Kunst meint ja eher wirklich das herausragende und besonderes ist das Werk von Architekten.
00:23:45: Aber Baukultur ist erstmal ganz ohne Wertung.
00:23:49: zur Baukultur gehört alles was wir im gebauten Raum finden ob's uns gefällt oder nicht?
00:23:55: Von der hohen Baukunst bis zu Bausünde.
00:23:58: Ich wollte nochmal zu der Studie zurückkommen und zwar... Was war denn die ist Hens dann, also ich meine du stellst Dinge fest.
00:24:06: Du stellst auch Mängelfest vielleicht oder was verbessert werden könnte.
00:24:12: wird das aufgegriffen?
00:24:14: Also diese Studie ist entstanden im Kontext des Leitlinienprozesses.
00:24:18: Wir haben baukulturelle leitliniende Bundes.
00:24:20: die sind vor einem Jahr auch veröffentlicht worden also gerade noch eine Woche nach dem nach dem Crash der Ampel sind sie noch beschlossen worden und liegen inzwischen vor.
00:24:31: In dem Kontext ist auch diese Studie ausgeschrieben worden, weil es darum ging die baukulturelle Bildung drin zu verankern.
00:24:37: Und das ist tatsächlich auch gelungen und zwar... Zwar in einem sehr positiven Maße tatsächlich.
00:24:45: Also die baukulturelle Bildung ist nicht hinten dran gehängt worden, das ist ja immer die Gefahr... also ich habe die Erfahrung gemacht, bau kulturelle bildung ist das Thema dass sofort abgespalten wird wenn es ein bisschen eng wird.
00:24:56: Wenn kein Geld mehr da ist brauchen wir keine bau-kulturellen Bildungen mehr.
00:24:59: und diese Situation haben wir im Prinzip im Moment wieder.
00:25:03: Und in diesen baukulturellen Leitlinien ist tatsächlich die bAUkulturele Bildung in den zentralen Werten in der Leitlinie Drei verankert worden, also wird zu den zentralen Werten definiert ohne die nichts geht.
00:25:19: Das ist wirklich... das ist ganz erstaunlich und beachtlich!
00:25:23: Also da habe ich mich unheimlich gefreut als ich das gesehen hab dass es tatsächlich gelungen ist Und es ist auch darin formuliert worden, dass es in die Schulen gebracht werden soll oder in die Lehrkräftebildung.
00:25:36: Ich weiß allerdings nicht wie.
00:25:38: Wir müssen eigentlich dafür sorgen, dass diese Leitlinien... auch beachtet werden, dass sie nicht in der Schublade verschwinden.
00:25:46: Dass es nicht nur so ein zahnloses Papier wird.
00:25:48: wir müssen eigentlich jede Gelegenheit nutzen um darauf aufmerksam zu machen und zu sagen hey wer haben jetzt diese Leitlinien?
00:25:55: lasst uns doch mal das wörtlich nehmen man
00:25:58: bräuchte eigentlich einen Monitoring oder sowas also dass man das auch überprüfen kann im Sinne von begleiten und eben wirklich schauen.
00:26:05: wie kann man das umsetzen?
00:26:06: Man müsste jetzt schrittweise die Ergebnisse der Studie in Angriff nehmen.
00:26:11: Wir haben ja so einen Maßnahmenkatalog am Ende veröffentlicht, da haben wir auch kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen beschrieben und was auch eine Reihenfolge eigentlich festgelegt.
00:26:24: also ganz wichtig ist dass es in alle Phasen der Lehrkräftebildung verankert wird.
00:26:33: Das ist im Prinzip illusorisch.
00:26:34: Dazu müssten auch Professoren geschaffen werden und im Moment ...
00:26:40: Für
00:26:40: die Ausbildung der Lehrkräfte?
00:26:42: Genau, das müsste... Davon sind wir weit entfernt.
00:26:46: deshalb finde ich es so wichtig dass wir zumindest auf dieser Fortbildungsebene also in dieser dritten Phase der Lehrkrafte Bildung da ist es realistisch aber auch da müsste eigentlich sehr viel mehr getan werden, um das zu unterstützen und zu fördern.
00:27:01: Und die Lehrkräfte wirklich auch da reinzubringen.
00:27:05: Das ist wichtig.
00:27:05: Was wir ganz dringend brauchen – das kann man gar nicht oft genug sagen – ist Forschung im Bereich der baukulturellen Bildung.
00:27:13: Es gibt es noch gar nicht.
00:27:15: Die ganze baukulturelle Bildung findet immer noch auf ehrenamtlicher Ebene statt.
00:27:21: Also auf weitgehend ehrenamtliche Ebene.
00:27:23: Dadurch gibt's keine Evaluierung Da kann man keine Qualitätsstandards einfordern, im Prinzip so lange das so ist.
00:27:31: Es müsste eigentlich wie jedes andere Fach was ernst genommen wird auf den Lehrplan und dann wäre sozusagen ganz klar so und so... Das muss abgedeckt sein, wie bei Mathematik
00:27:40: zum Beispiel.
00:27:41: Ja aber das werden wir nicht reinkriegen!
00:27:42: Das habe ich im Rahmen dieser Studie festgestellt also gerade des Lehramtsstudiums.
00:27:47: Verschuld kann man sagen.
00:27:49: und da die Lehrkräfte, es gibt ja nur noch zwei oder drei Bundesländer in denen es überhaupt möglich ist so ein Doppelfachkunst zum Beispiel zu studieren.
00:27:57: Die haben vielleicht noch die Möglichkeit Baukultur mit reinzunehmen?
00:28:00: Ich war gerade sagen, dass das nicht eh auch verknüpft mit bestimmten
00:28:03: Fächern
00:28:04: also Wermatte und klar es kann mit jedem Fach verknüppt werden.
00:28:09: In Geschichte ist es drehen, in Erdkunde.
00:28:11: In Sachkunde ganz stark.
00:28:13: also im Grundschulbereich ist es stärker in Sachkunder als noch in Kunst und ansonsten in Kunst natürlich.
00:28:21: Aber auch da... Es ist fast unmöglich das in die Lehrkräftebildung zu integrieren weil die Lehrkäfte inzwischen zwei oder drei Fächer studieren müssen und dadurch ist diese Zeit einfach so begrenzt.
00:28:35: Und man müsste immer was wegnehmen.
00:28:38: Das ganze Lernstudium ist ja auch darauf ausgerichtet, das ist ein wissenschaftliches Studium.
00:28:44: Die didaktik kommt eigentlich erst in der zweiten Phase im Reverentayat und es ist drauf ausgerichtet... dass die Lehrkräfte sich das Thema selbst erschließen.
00:28:55: Aber wenn sie sich die Themen selbst erschliessen, dann kommen diese Sachen dabei heraus, die im Moment ja in den Lehrplänen stehen oder auch angeboten werden und das ist nicht mehr so richtig zeitgemäß.
00:29:06: also um mal ein Beispiel zu nennen, Klassiker sind, die sogar zum Teil auch in den Leerpläne genannt werden, ist immer noch das Traumhaus im Schuhkarton.
00:29:16: Es ist die Hochhausstadt aus Klopapierrollen und Juckrottbällchen.
00:29:21: Wenn es hochkommt, sind das diese Tetraeda aus Sandstoffern, wahlweise mit Gummibärchen oder Erbsen?
00:29:28: Und wenn's ganz hoch kommt wird aus Spaghetti die Leonardo Brücke gebaut.
00:29:33: Auf theoretischer Ebene ist es die Stilkunde.
00:29:37: Ich hab immer wieder diesen Spruch gehört im Rahmen dieser Studie, dass mir lehrkräftig gesagt haben ja jede Woche eine Epoche!
00:29:45: Und das funktioniert einfach nicht.
00:29:48: Ich kann mich als Architektur Historikerin sagen, es ist... Das kann man lassen!
00:29:52: Das berührt auch überhaupt gar nicht den Kontext
00:29:56: der
00:29:56: Schülerinnen und Schülern.
00:29:57: Also das geht dann da rein nach raus und bleibt nirgendwo haften.
00:30:01: Aber so ist Schule, kann man vielleicht auch sagen.
00:30:03: So ist auch Geschichte, wird auch so unterrichtet wahrscheinlich
00:30:06: und... Ja, es wäre sinnvoll wenn Schule nicht so bleiben würde.
00:30:13: Das Schöne ist das Geniale ist dass wir im Prinzip diese Lücken schon haben in den Lehrplänen.
00:30:18: Es ist schon drin.
00:30:19: also wir müssen einfach nur dafür sorgen, dass es angeboten wird und dass es gut angebotten wird.
00:30:24: Und dann muss man vielleicht wirklich ernsthaft mal darüber nachdenken, müsste es mal Kommissionen geben müsste man sich zusammensetzen oder wirklich auch darüber forschen, was angeboten werden soll.
00:30:35: Damit
00:30:36: dieses
00:30:37: Durchwurschteln aufhört und solange wir eben keine richtige baukulturelle Bildung haben, keine professionellisierte wird es immer dieses durchwurscheln sein und das hat sich in den letzten fünf zwanzig Jahren leider nicht geändert.
00:30:52: Und es gibt auch keine Förderungen für bau kulturelle bildung weil es keine haushaltstitel gibt.
00:30:56: Das Problem ist dass die baukulturelle Baukultur überhaupt ein Querschnittsthema ist, das ganz viele Ressorts betrifft und es gibt keine Abstimmung darüber.
00:31:06: Weil alle sorgen nur, ja sollen die das doch machen?
00:31:09: Sollte auch das Bildungsministerium, solltet das Kultusministerium das machen, soll auch das, keine Ahnung, Bauministerium dass machen und solange alle das immer vom Tisch schieben können werden wir nicht weiterkommen.
00:31:20: Und das ist leider im Moment die Situation.
00:31:23: Ich meine du bist der Architektur Historikerin.
00:31:28: Hast du auch einen Anliegen, dass natürlich für Architektinnen und Architekten auch total wichtig ist?
00:31:36: Oder kennst du auch Architekte in den Architekten die sich da ähnlich stark für einsetzen oder auch so stark Interesse daran haben.
00:31:42: Natürlich, ich kenne sehr viele Vermittlerinnen und Vermittlern, denen es ein unglaublich starkes Anliegen ist.
00:31:49: Und das habe ich ja am Anfang gesagt – dieses Gefühl, dass man sich immer vier Teilen, acht Teilen, zweiunddreißig teilen müsste um da was zu verändern.
00:31:58: Nein, es ist ein unglaublicher großes Engagement schon in der Welt!
00:32:04: Das ist jetzt eben der Versuch mit dieser Akademie, dieses Wissen erst mal zugänglich zu machen.
00:32:12: Ich möchte den Vermittlerinnen eine Plattform geben, dieses Wissen und diesen Blumenstrauß darzustellen.
00:32:17: Weil wir wirklich auch alle Positionen brauchen aber im nächsten Schritt dann eben auch den Lehrkräften und allen anderen die diese Plattform nutzen, die Möglichkeit geben dass sie nach ihren eigenen Interessen auswählen können.
00:32:31: also Sie müssen nicht das nehmen was gerade zufällig in ihrer Region angeboten wird
00:32:39: Ja, und sie lernen einen ganz anderen Ansatz kennen.
00:32:41: Ja das ist mir wichtig.
00:32:42: es geht darum eine baukulturelle Bildung also wirklich als so ein Blumenstrauß zu zeigen.
00:32:47: Also eine baukulturelle bildung die wirklich den kulturellen sozialen, den ökologischen und politischen Aspekten des Themas gerecht wird.
00:32:57: Das ist so viel mehr als das Haus im Schuhkarton, das Traumhaus am Schuh-Karton.
00:33:03: Wir können ja noch ganz kurz das Statsch Stadtraum, nein.
00:33:07: Spielraumstadt.
00:33:10: Genau!
00:33:10: Ich habe ja im Kurs statt und spiel nutzt du das Spielraum-Stadkonzept darüber.
00:33:17: Das können wir mal kurz anreißen weil es macht dir auch total Spaß wie du das aufziehst.
00:33:20: Es ist ja nicht... Wir müssen über Baukultur sprechen sondern da soll gerne Spaß dabei sein damit die Saat aufgeht.
00:33:30: Ja ich muss dazu sagen für mich ist das Thema Spiel sowieso extrem wichtig.
00:33:35: Also die zweite Fortbildung heißt ja auch Stadt und Spiel, bei mir läuft fast alles über Spiel.
00:33:41: ich benutze Spiele... Ich deklariere auch Dinge als Spiel, die gar keine Spiele sind ganz gezielt um so eine spielerische Haltung zu provozieren also um Lehrkräften zum Beispiel dabei zu helfen ganz anders sich zu öffnen nicht zu bewerten Ja, andersrum zu gehen.
00:34:03: Also dafür benutze ich Spiele auch.
00:34:05: Ich deklariere regelmäßig Dinge als Spiel.
00:34:10: Diese Spielraumstadtkonzept ist ja schon vor fast zehn Jahren entstanden an der Universität der Künste damals.
00:34:18: Das habe ich in Kooperation mit meiner Kollegin Kirsten Winderlich gemacht.
00:34:22: Kirstens Winderlig ist Kindheitsforscherin und Professorin für ästhetische Bildung an der UDK Berlin.
00:34:30: also Sie hat die Grundschule der Künste aufgebaut an der UDK Berlin.
00:34:36: Und was ist das?
00:34:37: Die Grundschulle... Das ist so eine Institution, die zwischen Schule, Uni und externen Kulturinstitutionen steht und die ermöglicht den Studierenden schon sehr früh mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten also aber auch an der Schnittstelle Kulturinstitutionen zusammenzuarbeiten.
00:35:00: Also das ist eine wunderschöne Einrichtung, kann ich wirklich nur empfehlen.
00:35:03: Da können auch Kinder hin?
00:35:05: Ja da kann man sich anmelden und die Bilderbuchwerkstatt ist von Olafur Eliasson gestaltet.
00:35:12: Das ist also wirklich auch nochmal ein Tipp für den nächsten Rundgang.
00:35:17: Super!
00:35:19: Und wir haben damals dieses Spielraum statt Konzept entwickelt zusammen mit Architekturstudierenden und Lehramtsstudierende aus dem Fach Kunst.
00:35:28: Und unser Ziel war es, ja die baukulturelle Bildung oder die Architektorvermittlung haben wir es damals noch genannt komplett auf den Kopf zu stellen einfach komplett neu zu denken.
00:35:37: Wir wollten etwas finden was auf sprachlicher Ebene ansetzt und das ohne jeder Voraussetzung funktioniert.
00:35:44: also wir wollten Lehrkräften, Pädagogien Eltern die Möglichkeit geben sich gemeinsam mit den Kindern auf der Straße direkt ohne jede Vorbereitung das Thema zu erschließen und wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, nichts wissen zu müssen.
00:35:59: Und auch nichts beantworten zu müssen!
00:36:01: Das war ein unfassbar spannendes Projekt.
00:36:05: Wir haben ein ganzes Semester mit fast hundert Kindern zusammengearbeitet und es sah bis zum Ende saß so aus als würde scheitern.
00:36:12: Am Ende hatten wir dann einen Fragenkatalog mit dem so ein zweieinhalb Stunden Gespräch möglich war Und dann haben wir gesagt, hatten wir diese Herausforderungen.
00:36:20: Ja was?
00:36:22: Wie kann man das publizieren?
00:36:23: Weil wir wussten, wir müssen es publiziren weil ist wirklich so schwierig.
00:36:27: immer die sind wirklich am Ende sind's nur acht Fragen.
00:36:31: aber die zu entwickeln hat echt lange gedauert und wir haben gedacht wenn jetzt jeder erst mal anfangen muss diese fragen zu entwickelten Das müssen wir abkürzen.
00:36:39: Dann haben wir das als Spiel deklariert.
00:36:41: also wir haben es eben Stadtraumspiel spielraum statt genannt.
00:36:45: Ja, der Kern ist dieser Fragebogen.
00:36:48: Und dazu haben wir ein Kartenspiel entwickelt.
00:36:52: und dieses Kartenspiel das zielt darauf ab die Wahrnehmung im Alltag kontinuierlich zu verbessern.
00:36:58: Genau also im Prinzip daran setzt auch meine Challenge der Woche an.
00:37:02: Das muss ich vielleicht auch noch fragen.
00:37:04: Oh ja!
00:37:04: Das verlinke ich auch in den Show Notes was letzte Woche gestartet.
00:37:08: Man kann sich im Newsletter anmelden und es gibt jetzt immer eine Challenge.
00:37:11: der kurzes Format, ich glaube, vierzehn bis sechzehn Sekunden ist es nur lang ein kleines Video-Format mit so Beobachtungsaufträgen im Alltag aus verschiedenen Kategorien.
00:37:24: Das zielt eben darauf ab wirklich die Wahrnehmung zu intensivieren im Alltag und solangefristig auch eine Idee davon zu kriegen, worauf man alles achten könnte oder wo man alles hingucken könnte.
00:37:37: Und das ist in Prinzip ganz ähnlich wie dieses Kartenspiel von Spielraumstadt.
00:37:45: Und dieses Spielraum-Stadtprojekt, muss ich dazu sagen ist jetzt war fast vier Jahre lang vergriffen.
00:37:50: das war heiß geliebt und weil es so heiß gelIEb war Es ist jetzt in neuem Format und den überarbeiteter Form neu aufgelegt worden ist im Athena Verlag erschienen.
00:38:00: Das kann ich auch gern verlinken.
00:38:02: Super also dass man sozusagen da wirklich wenn man jetzt Interesse hat und aufgeheucht hat Dass man sich das mal anschauen kann alles und Zugriff direkt hat.
00:38:11: Ich durfte ja reinschauen in der Vorbereitung von unserer Gespräche und finde auch, es macht total Lust zu legen auf jeden Fall.
00:38:19: Ja dann komme ich zur letzten Frage.
00:38:21: Woran
00:38:22: wirst
00:38:22: du vielleicht in einem Jahr schon erkennen dass dieses Projekt Wirkung entfaltet?
00:38:27: oder was wünschst du dir?
00:38:30: Ich wünsche mir das in einem jahr schon viele Kurse zur Verfügung stehen und was ich mir wirklich wünsche sind Kooperationen.
00:38:41: Kooperationen, also gerade auch mit den Fort- und Weiterbildungsinstituten der Bundesländer für Lehrkräfte zum Beispiel.
00:38:48: Mit Architektenkammern ist es bekannt dass Lehrkräften nicht gerne Geld ausgeben für Fortbildung weil sie in der Regel ihre Fortbildung kostenfrei kriegen.
00:39:02: Ich bin auf der Suche nach Kooperation damit den Lehrkräftens wirklich diese Zugänge zur Verfügung gestellt werden können, kostenfrei.
00:39:12: Das würde ich mir sehr wünschen und freue mich darüber wenn sich viele Vermittlerinnen und Vermittlern an mich wenden mit Konzepten und wenn wir viel aufzeichnen würden und wirklich diesen Blumenstrauß darstellen würden.
00:39:26: das wird die Baukultur also wirklich diese Facetten der baukulturellen Bildung sichtbar machen können und deswegen Gesicht bekommt.
00:39:33: noch mehr.
00:39:34: es gibt ja auch eine Community Bildung.online, also das wäre ja auch noch eine Möglichkeit dass die noch wächst.
00:39:42: und da alle in den Austausch gehen Ja dann wünsche ich dir auf jeden Fall total viel Erfolg damit und danke dir vielmals für das Interview.
00:39:48: Turit Fröber
00:39:49: Ich danke dir
00:39:50: Und es war's für heute.
00:39:52: Wenn ihr das aktuelle Bauwendegeschehen im Blick haben wollt Dann könnt ihr auf der Seite www.
00:39:57: Bauwende-News.de alle Infos zum Thema Bauwände gebündelt finden und dem Bauwenden Newsletter abonnieren, um die aktuellen Nachrichten von Heinze direkt ins Postfach zu bekommen – den Link findet ihr in den Shownotes!
00:40:11: Ich freue mich wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört und wenn ihr eine Bewertung da lasst.
00:40:16: Habt eine schöne Zeit, tschüss!
00:40:25: Moderation, Redaktion, Casting Cunicut, Executive Producer Andreas Göppel, Producer, Project Management Nadine Schodiakis, Sound Design & Editing, Castin Cunacut, Design und Visual Assets Heinze Media, Social Media Content Claudia van Ravenstein im Auftrag der Heinze GmbH.
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