#205 – Prof. Elisabeth Endres; IB Hausladen, TU Braunschweig: Die Qualität des Einfachen
Shownotes
Elisabeth Endres forscht und plant an der Schnittstelle von Architektur und Gebäudetechnik. Im Gespräch geht es um die Frage, wann Technik vom unterstützenden Mittel zum Selbstzweck wird – und was das für Entwurf, Komfort und Verantwortung bedeutet. Wie viel Technik ist wirklich nötig? Welche Rolle spielen Grundriss, Speichermasse und Raumhöhe? Und warum kann ein Mindeststandard ein Qualitätsmerkmal sein? Ein sachliches Gespräch über Robustheit, Suffizienz und die Kunst, weniger zu wollen.
ibhausladen.de tu-braunschweig.de/elisabeth-endres klimafestival.heinze.de bauwende-news.de
Transkript anzeigen
00:00:03: Architekturfunk, der Heinze Podcast.
00:00:06: Herzlich willkommen zum Heinze-Architekturfunk.
00:00:08: Episode zweihundert fünf am neunzehnten Februar zweitausendsechsundzwanzig.
00:00:13: mein Name ist Kerstin Kunekath und heute spreche ich mit Elisabeth Endres.
00:00:18: wir steigen ein ins Gespräch.
00:00:20: herzlich Willkommen zum Heinzer Architektorfunk.
00:00:22: Elisabet Endres Du bist Architektin, Professorin für Gebäudetechnologie an der TU Braunschweig.
00:00:28: Du leitest dort das Institut für Bauklimatik und Energie der Architek-Tour.
00:00:34: Du arbeitest seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Architektor und technischen Systemen in Forschunglehre und Praxis unter anderem in der Geschäftsleitung des Ingenieurbüros Hausladen.
00:00:45: Spätestens seit deiner Rolle als Mitkuratorin für den Deutschen Parveillon auf der Architektur Bienal bist du in der Branche allen bekannt und auch darüber hinaus.
00:00:58: Wir sprechen heute über Haltung im Bauen, Low-Tech Verantwortung und darüber welche Hebel
00:01:02: und
00:01:02: Möglichkeiten du in einer Architektur siehst zukunftsgerecht und klimagerecht zu bauen.
00:01:07: Du bist dich zum ersten Mal ein Podcast.
00:01:09: das heißt diese Fragen hast du auch schon einen anderen Podcast beantwortet?
00:01:12: Auch hier schon am Heinze Architekturfunkt im Juni.
00:01:15: da ging es nämlich dann genau speziell um den deutschen Pavillon auf der Architektor Bienale.
00:01:21: Ich würde jetzt erstmal total gerne bei dir anfangen.
00:01:23: Du hast Architektur in Kaiserslautern und München studiert und bist danach direkt in die Bauklimatik eingestiegen, ist ja nicht so weit verbreitet.
00:01:33: Zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Gerhard Hausladen.
00:01:37: Was hat dich damals erst mal an der Verbindung von Architektor- und Bauklamathik so interessiert?
00:01:43: Und wie hat diese frühe Prägung deinen Blick auf Architeektur verändert?
00:01:48: Ja, erst mal schön, dass ich da sein darf.
00:01:49: Vielen Dank, Kerstin!
00:01:51: Freu mich sehr und jeder Podcast ist besonders deswegen... Ich weiß gar nicht ob ich alles schon einmal beantwortet habe.
00:01:58: Wie kommt es?
00:01:59: oder wie man so einen schönen Kommilitone von mir sagte?
00:02:02: Wie konntest du so enden in so einem Büro mit TGA?
00:02:06: Du hast doch immer gerne entworfen und warst ja gar nicht so schlecht.
00:02:10: Und ich denke auch das wichtig ist sich da dem auch nähert über die Architektur, diesem Thema.
00:02:18: Also ich habe es nicht gemacht weil mich Architektor so genervt hat sondern weil's mich interessiert hat und ich bin eben als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Gerhard Hauslein direkt aus einer studentischen Hilfskraftposition raus, weil ein Forschungsprojekt frei wurde nach meinem Diplom und dann hab' ich dort anfangen dürfen und Ich bin fertig geworden mit dem Studium in der Zeit wo Man hat immer mehrere Sachen gemacht.
00:02:41: Also ich habe auch am Lehrstuhl gearbeitet, aber auch in der Architekturbüros mitgeholfen weil man hatte so einen Job, der hat einen aber nicht ernährt und deswegen habe ich immer den Blick in die Praxis gehabt, aber eben auch in die Wissenschaft, Theorie und die Lehre.
00:03:00: Und was mich so interessiert hat, denke ich ist oder warum mich das so mitgenommen hat.
00:03:05: Es war ja eine Zeit wo Architektur viel über Signature-Architecture geredet hat oder nicht geredeht hat sondern wo einfach sehr viele vollverklasse transparente Gebäude entstanden sind.
00:03:17: Doppelfassaden!
00:03:18: Mit vielen Klappen, Arthrien... Zuluft, Abluft.
00:03:22: Alles wurde irgendwie über Klappen gesteuert und es gab so eine wahnsinnige Besessenheit auch in diese Technologie.
00:03:29: Und ich habe mich immer gefragt sind das gute Häuser?
00:03:31: Und sind es schöne Räume?
00:03:33: vor allem Ich selber bin aufgewachsen im alten Bauernhof.
00:03:37: Da war's nicht besonders warm drin Auch im Winter.
00:03:39: Trotzdem waren die Energiekosten hoch.
00:03:42: Das waren aber besondere Räumen vom Maßstab her Und das hab' ich da immer drin gesucht In diesen Architekturen.
00:03:49: Und dann eben auch diese ganze Frage der Energieeffizienz und dieser vielen Dämpakete.
00:03:55: Diese ganze Frage hat mich umgetrieben, natürlich auch angeleitet durch die Haltung von Gerhard Hausladen das zu hinterfragen.
00:04:03: So bin ich da eigentlich eingestiegen und es hat mir sehr viel Freude gemacht.
00:04:07: vor allem auch die Lehre, diese interdisziplinäre Lehre nicht zu sagen, man zeichnet jetzt etwas und schaut dann ob die Ingenieure das hinbekommen sondern eben dieses Abwägen.
00:04:19: Und wissen um die Konsequenz wenn wir in der Architektur etwas zeichnen was es dann für Luft für Licht für Temperatur aber auch Tragwerk Integration Gebäude Technik heißt.
00:04:31: Das hat mich daran am meisten gereizt Wissen um die Konsequenzen unseres täglichen Handels.
00:04:39: Und die Konsikvenzen des Entwerfens, wenn du eben sagst was so von wegen die TGA-Leute machen das schon?
00:04:44: Das ist ja so ein aus der Hand geben und den eigenen Entwurf über alles stellen dass man auch sagt nee wichtig ist dass.
00:04:50: ich verstehe als Architekt, Architekte wie das genau funktioniert
00:04:54: absolut und das ist auch etwas was mich immer wieder auch auch gerade im wettbewerbsjuris ändern So ein Entwurfter liegt, wo dann auch wahnsinnig lange Erläutungstexte zur TGA und Energie und Integration steht.
00:05:06: Aber man das im Plan nicht sieht.
00:05:08: Ich höre dann auch aufzulesen wenn kein Schacht gezeichnet ist weil der gehört auch zu einem Gebäude dazu ob ich jetzt viel Technik brauche oder wenig muss dieses Haus ja in dem Prinzip folgen wie ich vertikal und horizontal Dinge erschließe Und das kann ich ja nicht einfach erstmal ignorieren.
00:05:28: Dieser Satz ist alles heilbar, an den glaube ich ehrlich gesagt nicht.
00:05:32: Nee!
00:05:34: Das schafft ja eher wiederum verwundbare Stellen auch die das ganze Angreifer machen.
00:05:39: zum Thema Robustheit kommen wir auch noch.
00:05:42: also du hast den Studiengang energieeffizientes nachhaltiges Bauen hieß damit aufgebaut?
00:05:46: Genau und Du wurdest auch für gut leere.
00:05:50: ausgezeichnet
00:05:51: Ja.
00:05:52: Und was?
00:05:53: Schöner Preis.
00:05:54: Ja,
00:05:55: ist auch schön dass du dich so engagierst für eine gute Lehre.
00:05:58: Was war dir wichtig in der Lehre?
00:06:01: Ich arbeite einfach super gerne mit Studierenden und es hat nie aufgehört und ich war ja nun mal ein Jahr nicht an der Universität das war zwanzig achtzehn oder bis zur Hälfte zwanzich neunzehn.
00:06:12: dann kam der Ruf nach Braunschweig und ich habe das damals... ich war noch in der Akademie der Künstlerin München mit einem Lehrauftrag war ein bisschen wenig Lehre.
00:06:21: Also ich mache das wirklich gerne, weil ich auch finde wir lernen von den Studierenden und es ist auch wichtig dass uns die Fragen gestellt werden nicht nur immer warum macht ihr das sondern auch Ist es vielleicht noch zeitgemäß wie wir Architektur denken?
00:06:38: Und ist es überhaupt das was die nächste Generation gerne können muss und können möchte?
00:06:44: auch merke ich jetzt immer mehr, dass wir viele Dinge in Frage stellen die für die selbstverständlich sind.
00:06:52: Auch so die Frage der Partizipation zum Beispiel.
00:06:55: das war in meinem Studium überhaupt kein Thema und ist auch manchmal ein Büro wo man sich denkt muss es jetzt sein?
00:07:02: Und ich merke aber, dass schon den Studierenden heute sehr wichtig ist wer eigentlich über die Aufgabe entscheidet auch in einem guten Maß zu lernen, auch die Vor- und die Nachteile.
00:07:14: Und wir können ja auch nur unsere Erfahrung mit reingeben.
00:07:18: Ich finde aber auch wichtig dass wir in der Lehre nicht alle, aber doch ein Teil der Kolleginnen und Kollegen aus dem Bauwesen beibehalten.
00:07:29: Dass diese Tradition und das so bleibt, dass wir nicht zu sehr verschulen an den Universitäten sondern eben auch aus der Praxis in die Lehre die Themen einspielen können
00:07:41: finde ich auch interessant, dass dann wiederum aus dem Studierendenkreis ... du sagst die Frage ist dann wichtig.
00:07:46: Die zurückkommt?
00:07:47: Ist das noch zeitgemäß was wir machen und du sozusagen als Lehrende dann wieder um einen Impuls zurückgibst und denen eben widerspiegelst, seid kritisch
00:07:56: und
00:07:57: fragt nach ob es zeitgemäß ist?
00:07:58: auch also nicht nur du stellst die frage sondern die studieren denn dann genauso in deiner arbeit steht die frageb im zentrum welches raum klima durch passive Strategien und Materialität entstehen kann, welche Technik wirklich sinnvoll ist.
00:08:13: Wann kippt Technik vom unterstützenden Mittel zum Selbstzweck?
00:08:17: Oder wann ist sie gekippt in der Architekturverständnis?
00:08:22: Du hast eben schon von den Gläsern-Architekturen mit vielen Klappen
00:08:25: usw.,
00:08:26: kannst du das an irgendeinem Zeitpunkt festmachen, wenn es gekipptes?
00:08:32: Ich denke schon, dass es relativ viel damit zu tun hat mit der Frage, dass wir immer weiter immer mehr Glas bauen konnten und dann aber die Frage der Energiefizienz mit reinkamen.
00:08:44: An dieser Stelle ist es wahrscheinlich nicht mehr zusammengegangen oder da hat man auch versucht eben gläserne Architektur energieeffizient zu bauen.
00:08:54: Wir haben da ja sehr viele Beispiele und irgendwie sind diese Gebäude natürlich, weil sie so schnell reagieren.
00:09:01: sowohl Winter als auch Sommer brauchen sie relativ.
00:09:06: oder wenn ich dann hohe Anforderungen an den Komfort habe, dann muss sich natürlich auch genau so schnell regieren und dafür brauche ich eben Technik.
00:09:13: und diese Technik muss mit sehr kaltem oder mit sehr warmem Wasser arbeiten.
00:09:17: also Und da wird es dann regelungstechnisch schon eine Herausforderung und diese vielen Steuerungen, dass wir das alles können, suggeriert erst mal eine riesen Freiheit.
00:09:29: Die ist aber gar nicht so groß und wir haben dann schon gemerkt, dass natürlich auch die Architektur teurer wird.
00:09:36: Dass die Vierhundert der Kosten immer mehr einnehmen von der Gesamtsumme und das aber auch oft nachher.
00:09:42: die Performance ausbleibt an dieser Stelle.
00:09:44: Und dass Menschen vielleicht gar nicht gut damit zurechtkommen.
00:09:47: An dem Punkt wird sie zum Selbstzweck.
00:09:50: wenn wir ständig immer von den Nutzer unabhängiger Performance vom Gebäude sprechen.
00:09:55: Das ist für mich ... Das schließt sich aus, weil wofür bauen wir diese Häuser?
00:10:00: Wir bauen sie ja eigentlich für Menschen und dass wir da drin gut leben, gut arbeiten, gut zur Schule gehen können.
00:10:07: Und wenn dann der Eingriff des Menschen nach seinem Bedürfnis dazu führt das die Performance hängt, weil zum Beispiel ein Fenster aufgemacht wird, die Energieeffizienz sinkt, dann sind wir einen Schritt zu weit gegangen.
00:10:19: Es ist meiner Fest überzeugend!
00:10:21: Dann hat die Technik sich zum Selbstzweck ernannt.
00:10:25: passt aber auch natürlich total zu uns Menschen.
00:10:29: Also Dinge einfach nur zu tun, weil wir sie können.
00:10:32: Das ist sinnvoll oder vieles davon nicht eben, weil der Ressourcenverbrauch hierzu hoch ist.
00:10:36: das Bewusstsein dafür ist ja auch seit einigen Jahren sogar bei allen sollte es da sein.
00:10:42: Ein Backlash gibt's trotzdem.
00:10:44: also jetzt der Zeit.
00:10:46: Total.
00:10:46: Welche Haltung braucht das Bauwesen in deiner Meinung nach um der ökologischen und sozialen Realität gerecht zu werden?
00:10:54: Ich bin mittlerweile wirklich soweit, dass ich sage es gar nicht nur ein Thema des Bauwesens sondern auch ein gesellschaftsrelevantes Thema geworden.
00:11:02: und der nächste Kipppunkt der ja dann schon kam ist für mich immer noch das Gebäude von Dietmar Eberle.
00:11:08: Zweiundzwanzig sechsen zwanzig jetzt steht es natürlich nicht im urbansten Kontext in Lustenau aber es hat gezeigt Es hat so auf einmal so einen Cut gemacht und hat gesagt ich baue jetzt ein Haus In dem Fall natürlich für mich selber Und ich will das alles mal nicht mehr brauchen.
00:11:26: Natürlich hat dieses Haus viele Klappen, die auf und zu gehen um über die Lüftung auch nichts zu viel Wärme zu verlieren aber es war schon so ein ganz knallhalter Punkt des zu machen.
00:11:37: Und dann kam natürlich – und auch vorher wurden schon immer wieder bei unserem Lehrstuhl so einfaches Bauen diskutiert – und dann noch Rennm-Kohlhaars bei Fundamentals.
00:11:49: die Abhangdecke in der Kuppel.
00:11:50: Ich meine, plakativer geht es ja nicht.
00:11:53: und dann kam natürlich schon die drei Häuser von Florian Hagler und da ging das so sein Weg.
00:12:00: aber der Weg dahin war schon lange angeebnet.
00:12:05: Und jetzt ist es für mich auch durch die wissenschaftliche Begleitung Gebäude Typ E in Bayern und Hamburg Standard merke ich schon dass natürlich der Wohnstahl ist einfacher zu bauen, kostengünstiger zu bauen auch die Umwelt nicht weiter und die Ressourcen zu belasten, aber auf einem ganz hohen Komfort-Level zu bleiben.
00:12:25: Und da ist es schon die Gesellschaftsfrage mit Schallschutz zum Beispiel – das ist eine Gesellschaftsfrage, aber auch Raumtemperatur.
00:12:32: Das ist schon eine gesellschaftliche Frage.
00:12:35: Ja also wie wenig ist genug?
00:12:38: Stichwort!
00:12:39: Da komme ich gleich noch mal hin.
00:12:41: Du warst Projektverantwortlicher der Parameterstudie Low-Tech Bürogebäude an der TU München, die Thomas Auer geleitet hat oder geführt hat, initiiert hat von Transolam.
00:12:54: Was habt ihr damals konkret untersucht und welche Erkenntnisse widersprechen vielleicht noch immer dem gängigen Verständnis von Komfort?
00:13:03: Also erst mal muss man dazu sagen, Thomas Aauer ist ja Nachfolger von Gerhard Hausladen Und ich bin sehr dankbar darüber, dass ich bei ihm arbeiten durfte und auch nochmal das auch erlebt habe.
00:13:14: Dass es ein wunderbarer Übergang oder wie auch ein sehr guter Üergang von zwei Professuren sein kann.
00:13:22: Das war wirklich vorbildhaft aus meiner Sicht gesehen für uns Mittelbau und auch die Haltung sehr ähnlich sein können und trotzdem sehr unterschiedlich herangehensweisen.
00:13:33: also das mal vorweggestellt ... ist ja fürs BBSR entstanden, Zukunft Bau gemeinsam mit Puroton.
00:13:44: Und wir haben eben untersucht, wir haben versucht dieses Gebäude, ... ... Zweiundzwanzig-Sächsenzwanzig nachzubauen und zu simulieren... ... und eben genau zu schauen,... ... weil was natürlich immer dann passiert ist es dann die Kollegen und Kolleginnen der Architektur gesagt haben, eigentlich brauchen wir bald gar keine Haustechniker mehr.
00:14:00: Man hat dann gesagt das ist jetzt... Dieses Prinzip, das ist es jetzt.
00:14:05: Jetzt haben wir endlich bewiesen, dass wir das alles nicht mehr brauchen.
00:14:08: Vorher war das alles total super mit der Haustechnik und jetzt springen wir auf dieses Pferd auf und brauchen sie nicht mehr.
00:14:14: Und dem mal so das auch zu hinterfragen oder auch zu sagen was bringt denn jetzt?
00:14:19: Ist es wirklich die Fensterleibung oder wie tief ist sie?
00:14:23: Oder ist es vielleicht doch einfacher ein paar Wasser geführte Schlangen in die Betondecke zu legen den Fußboden und dann nicht diese ganze Klappensteuerung zu haben.
00:14:36: Und das auch mit Dietmar Eberle zu diskutieren, das hat schon viel Freude gemacht.
00:14:40: Und wirklich reinzuschauen und zu sagen kann es passen oder ist es nicht, schränkt es nicht auch in seinen Entwurf sehr ein?
00:14:48: Wenn wir an der Stelle sind.
00:14:50: Du hast gesagt gleiches Ziel unterschiedliche Herangehensweisen.
00:14:53: Welche Erkenntnisse habt ihr denn gewonnen?
00:14:56: Thomas Auengert Hausland sind schon unterschiedlich so vom Typ aber am Ende war die Haltung am Institut oder am Lehrstuhl sehr gleich.
00:15:04: Also es kam jetzt niemand, der auf einmal gesagt hat also die Technik wird uns aus allem rausziehen und deswegen war das schön eben auch nochmal das mit jemand anderem zu besprechen.
00:15:15: aber bei dem Parameterstudie ist einfach herausgekommen dass natürlich der Fensterflächenanteil also Verklassungsanteilen hohen Einfluss darauf hat.
00:15:24: Wir haben es auch nicht geschafft, das Gebäude im Computer wirklich nachzubilden.
00:15:28: Dass wir in diese Temperatur range kommen.
00:15:32: Das muss ich auch sagen dass wir das nicht geschafft haben.
00:15:35: Zweiundzwanzig sechsten zwanzig übers ganze Jahr.
00:15:37: aber manche Dinge muss man vielleicht auch nicht um Computer nachbilden können und das sind schon die Speichermassen im Haus, die einen sehr großen Einfluss haben.
00:15:45: Es ist der Fensterflächenanteil, es sehen die Raumhöhen uns nicht unbedingt von vielen Architekten so geliebte tief liegende Fenster.
00:15:53: Die haben nicht den größten Einfluss gehabt, wie wir es vielleicht vermutet haben.
00:15:58: Das ist jetzt so viel zur Verschattung beiträgt also trägt dazu bei aber nicht das man sagt die tiefe Leibungen.
00:16:07: Die bringt jetzt ja kann ich mir einen Sonnenschutz einfach komplett sparen sondern gehört schon da mehr dazu wenn wir jetzt auch low tech zum Beispiel Also aus unserer Erfahrung heraus ist einfach diese vielen variablen Sonnenschutzsysteme, an die alle mit einem Motor angefahren werden.
00:16:25: Das wird von viel als Low-Tech bezeichnet ist aus meiner Erfahrung nicht ganz so.
00:16:29: Also weil einfach diese ganze Steuerung, diese vielen Kabel, diese Sensorik die damit zusammenhängt, nicht unbedingt komponentenarm ist.
00:16:37: und wenn man jetzt Lotec als komponentenarm sieht dann ist es eher vielleicht ein kleineres Fenster, leichte Sonnenschutzverglasungen mit einem Vorhang direkt vor der Scheibe den ich von Hand bediene.
00:16:49: Das sind eben Zusammenhänge, wo man nicht jetzt einfach sagen kann ich mache eine tiefe Leibung vom Fenster und dann kann ich wieder tun und machen was ich will.
00:16:58: Das folgt eben ziemlich in Regeln an der Stelle.
00:17:02: Das ist ja dieses Phänomen, das wir auch durch die LED-Leuchten überhaupt nie Strom gespart haben.
00:17:06: Weil plötzlich die Masse an Beleuchtung so zugenommen hat von wegen man kann jetzt machen was man will.
00:17:11: Juhu!
00:17:12: Das ist es ja auch dieses Phenomen.
00:17:13: Der
00:17:14: Rebound Effect, meinst du?
00:17:15: Ja, da gibt's ja auch ganz interessante Studien zu des Bewohnende vom mehr geschossigen Wohnungsbau nach der energetischen Sanierung Genauso viel oder mehr Energie brauchen, weil sie einfach wärmer leben.
00:17:27: Weil man denkt ich wohne jetzt in einem energiefizienten Haus also muss sich nicht mehr so mitdenken beim Heizung auftreten und Fenster auf und zu machen Und das ist der unsichere Randbedingungen Nutzer Nutzerin Und darum ging es auch in der Parameterstudie die Abhängigkeit der unsicheren Randbedingungen, den Nutzenden und der klimatischen Veränderung.
00:17:48: Also wir haben auch extrem Daten in die Simulation eingelegt eben für Sommer vor allem und geschaut wie hoh ist der Einfluss wenn sich an diesen unsichern Randbedienungen etwas ändert?
00:18:00: Wie hoch ist dann auch der Performance Gap an der Stelle?
00:18:04: Hatte ich irgendwas da vorne überrascht also zum Beispiel das tief liegende Fenster eben nicht so sinnvoll sind oder wie auch immer, da ist das alles schon dir gedacht vielleicht.
00:18:15: Das muss ich sagen... Ich hätte mir gewünscht dass sie mehr Einfluss haben an der Stelle und das ist ja das Schöne so am wissenschaftlichen Arbeiten.
00:18:24: Am besten man vermutet aber Anfang gar nichts weil man wird man nicht negativ überrascht.
00:18:29: also ich finde den Dingen auf ein Grund zu gehen.
00:18:32: das ist auch das warum mich das sehr gerne mache.
00:18:35: wenn Wenn wir auch so eben sehen, wir haben zum Beispiel auch im Büro ein Low-Tech Studio betreut für eine Schule und da haben wir gesehen das z.B.
00:18:45: die Wärmerückgewinnung – das hat mich tatsächlich überrascht!
00:18:48: Da haben wir uns eine Schule angeschaut mit Wärmereckgewinnungen oder ohne Wärmmereckwinnungen weil es ging darum jetzt unabhängig vom Komfort welche Vorteile hat eine mechanische Lüftung an der Stelle in Schulen?
00:19:00: Und es wird ja immer die Energieeffizienz sehr vorangetrieben.
00:19:03: Jetzt gibt's in diesem Quartier eine superökologische Fernwärme oder ein Nahwärmenetz an der Stelle für das neue Quartiere und das ist ökologisch mit PV- und Geothermie zusammen, und jetzt ist sogar die natürlich gelüftete Schule im Vergleich zu der Schule mit Lüftung und Wärmerückgewinnung effizienter.
00:19:27: nur ein ganz kleines bisschen.
00:19:28: aber das is sie.
00:19:30: Das liegt da dran, dass der Strom über die Wärmepumpen durch Vier geteilt wird.
00:19:35: Den ich zum Heizen brauche und den Strom für die Lüftungsanlage ansetzen muss mit Eins in die Rechnung eingeht.
00:19:42: Und am Ende kommt ungefähr gleich heraus.
00:19:45: also das auch zu... einmal auszurechnen und sich anzuschauen.
00:19:49: Das denke ich ist immer ganz wichtig, dass wir Äpfel mit Äpfeln vergleichen, wenn wir solche Behauptungen in die Welt setzen.
00:19:56: Und im Bauen gibt es wahnsinnig viele Behauptung, viele Meinungen auch einen relativ weitreichenden Dogmatismus in einigen Themen.
00:20:05: Und das finde ich ... Es ist so wichtig, daß wir die Dinge wirklich sauber diskutieren und nicht uns dahinsetzen und sagen Wir haben Rückgewinnungs- immer energieeffizientes.
00:20:18: Die kommt sofort auf diese Behauptung und deswegen sind
00:20:22: sehr Interessen getrieben, um zu schauen warum die Zahlen wichtig.
00:20:25: Ja genau also du betontst das Bauen heute weniger eine technische als eine gesellschaftliche Frage ist auch.
00:20:33: Also Effizienzsteiger und technologische Optimierung galten ja lange als Leitziele der Architektur.
00:20:38: wir haben darüber gesprochen.
00:20:40: Heißt das eigentlich ein bisschen zurück zu den Wurzeln?
00:20:42: Wenig
00:20:43: Fensterfläche, Vorhang.
00:20:45: Also das ist ja eigentlich das was man früher auch gemacht hat.
00:20:48: Haben wir uns an einen technisch erzeugten Komfort gewöhnt der eigentlich Energieverschwendung ist?
00:20:53: und kriegt man uns wieder dahin zurück dass man sagt Ja einzelne Gebäude können so sein aber die Regel sollte sein eher traditionell zu bauen.
00:21:01: So intelligent wie früher vielleicht?
00:21:03: Wahrscheinlich ist es das, was dem Menschen eher entgegenkommt der darin lebt.
00:21:07: Also ich sage ja auch Es gibt auch Fälle von Bauherrschaften für diesen Passivhaus genau das Richtige so vielleicht im Einfamilienhausbereich.
00:21:17: Ich habe Freunde, die haben eine lüftungsanlage im Einfamilienhaus.
00:21:22: Der Mann ist Ingenieur, der macht die dauernd sauber und schaut genau.
00:21:25: Er ruft mir zum Beispiel immer nach, bitte mach die Tür zu!
00:21:29: Wir haben ne Lüftungsanlage... Also man merkt schon ich werde die falsche Person so um Haus zu leben weil ich im Sommer auch schön finde wenn die Tür offen steht.
00:21:40: Die Vögel zwitschern hört und draußen das Leben hört.
00:21:45: deswegen Es gibt nicht, glaube ich, richtig und falsch.
00:21:48: Aber es gibt eben für manche Menschen die sich nicht gerne auch von dem Gebäude dann verpflichtet fühlen müssen, sich so drum zu kümmern.
00:21:59: Da sollte es trotzdem gut funktionieren.
00:22:01: Und deswegen... Ich denke schon dass wir etwas zurück sollten von der Frage nicht mehr sein sollte was ist der maximale Komfort der mir zusteht sondern zu sagen wie viel Komfort ist gerade noch
00:22:13: genug?
00:22:15: eben zurechtzukommen, um ein Dach überm Kopf zu haben und einigermaßen warm zu sitzen.
00:22:20: Aber wir sind in einem Wohnungsbereich nicht mehr auf dem Platz.
00:22:25: Das sind schon Themen, wo wir alle mitdenken müssen.
00:22:31: Wo wir es gesehen haben, war in der Gastkrise als der Ukraine-Krieg losging.
00:22:36: Auf einmal hat das wieder funktioniert.
00:22:38: Dass wir auch verstehen, dass wenn wir gerne kühl schlafen die Tür zum Schlafzimmer zu machen und da eben nicht die Heizung auftreten und nicht bevor wir ins Bett gehen abdrehen Fenster aufmachen.
00:22:49: Das sind ja schon so Themen, dass man ein bisschen mitdenken kann und auch in den Architekturen Grundrisse zu schaffen.
00:23:00: Also wir machen ja gerade gemeinsam mit der TU Berlin und der Union Stuttgart hier in Berlin die drei Forschungshäuser, zwei Forschungshäuser sind's.
00:23:08: Holzziege leben gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
00:23:12: Wir monitoren auch noch ein drittes, eine dritte Anlage, die den Standard der Stadt und Land, die der Bauherr von diesen Häusern sind.
00:23:21: Deswegen sind es eigentlich drei Ergebnisse nachher.
00:23:25: Und da haben wir sehr lange in der Forschung Und das ist auch schon Bauchforschung daran gearbeitet, ein Grundriss zu entwickeln.
00:23:33: ... wo jeder Raum ein Fenster hat.
00:23:35: Das ist gar nicht so einfach, und nur... ...twanzig Quadratmeter war die Größe, die wir uns vorgenommen hatten pro Person.
00:23:43: Also relativ kompakte Grundrisse,... ...die aber alle erstmal einen Fenster haben um Licht-und Luft in den Raum zu lassen.
00:23:50: Und deswegen ist es einfach bauen und low tech eine wahnsinnige architektonische Aufgabe, weil's viel mit dem Grundriss und dem Schnitt von Gebäuden zu tun hat.
00:23:59: Also auch Raumhöhen!
00:24:01: Und wo sitzen Fenster?
00:24:03: Wie kriege ich auch in einem kleinen Raum mit dem kleinen Fenster eine gute Belichtung
00:24:06: haben.
00:24:07: Ja, Spiegel!
00:24:11: Ich kenne mich aus weil ich habe auch noch einen Fenster bei meiner Küche und das gilt ja natürlich als Komfort- und Luxusgroße weite Fenster zu haben und einen Weiten Ausblick usw.
00:24:22: Also braucht man da im Endeffekt so ein anderes Framing.
00:24:25: Jetzt kommen wir nämlich zu dem Punkt, wie wenig es genug.
00:24:27: Du sprichst von Suffizienz und Reduktion als Gestaltungsprinzipchen.
00:24:31: in der letzten Episode übrigens hier im Podcast die Heinze architecture Award Gewinner du bist in der Jury für den Nächsten.
00:24:39: und
00:24:39: im Letzten
00:24:40: hat das Projekt Suffizienshaus U-X gewonnen Und zu Gast waren hier im podcast Der Bauernvertreter und der Architekt und die beiden haben gesagt verzicht sein ihrem Entwurf ein Gewinn Und haben dann Sachen aufgezählt, die für einige wahrscheinlich furchtbar sind.
00:24:56: Kein Aufzug oder die Treppe ist nicht integriert ins Haus sondern eine Außentreppe.
00:25:02: also es gibt keine Treppe in diesem Haus.
00:25:04: Siehst du das auch so?
00:25:05: Wenn die Leitfrage eben ist wie wenig ist genug dass es gar nicht um Verzicht geht sondern ein Gewinn durch Reduktion
00:25:11: Absolut und das ist jetzt auch bei den Projekten.
00:25:14: Bei Gebäudetyp E haben wir es immer wieder festgestellt, sobald irgendetwas ein Mindeststandard ist, ist es immer mit Minderwertigkeit konontiert.
00:25:23: also Wir sehen schon des Weglassen immer als Verlust Und dabei kann es ein Wahnsinnsgewinn sein.
00:25:29: und die Schule in Weimar zum Beispiel mit der Montagsstiftung gemacht und dort war ja auch so der Leitgedanke Da haben wir nämlich die Treppen auch nach außen gelegt und die SchülerInnen müssen jetzt noch draußen gehen, wenn sie Mittagessen gehen zum Beispiel.
00:25:45: Die müssen auch durch die Natur gehen in ein anderes Haus.
00:25:49: Und da war schon die Frage ist es zumutbar?
00:25:52: Und was sehr, sehr gut war bei diesem Open Source-Gedanken und auch Open Source Wettbewerb.
00:25:58: Also wir hatten keinen Architektenwettbewert sondern wir haben zusammen am Tisch gesessen und es gab kein Entwurf vom Architekten, sondern es gab erstmal ganz viele unterschiedliche Rangensweisen.
00:26:08: Bauen wir eine große Maschine als Schule, bauen wir einzelne Gebäude... ...und dann wurde immer aus jeder Disziplin abgewogen!
00:26:16: Was ist für mich die Konsequenz?
00:26:17: Also wenn ich jetzt ein großes Haus baue mit ganz unterschiedlichen Nutzungen unter einem Daumen... dann gibt es vielleicht einen Grundklima und es gibt Haus in Haus, aber irgendwo brauche ich vielleicht schon mehr Technik.
00:26:27: Wenn ich mehrere Häuser mache, brauche mir Aufzüge.
00:26:30: Das sind ja ganz entscheidende Themen aus diesem ganzheitlichen interdisziplinären Prozess auch unter anderem sehr wesentlich von der Pädagogik geführt durch die Montagsstiftung, aber auch durch die LehrerInnen, die dort in Weimar unterrichten.
00:26:47: mit der Jena-Plan-Schule und dem Jena Plan-Konzept sind dann schon besondere Schulwelten entstanden.
00:26:56: Und sie sind sicherlich weit weg von den Standards, die wir heute in Schulen haben.
00:27:00: Es ist eine tolle Schule geworden!
00:27:02: Deswegen, wenn wir Mindestschallschutz sagen Uns auch daran erinnern, dass es ein guter Schallschutz in Deutschland ist der damit zusammenhängt wenn das Haus ordentlich umgesetzt ist.
00:27:15: Das sollten wir nicht als Abwertung eines Gebäudes verstehen.
00:27:18: oder auch, dass wenn Treppenhaus nicht geheizt ist im mehrgeschossigen Wohnungsbau dann sollten wir nichts sagen, es ist ein schlechtes Haus kleiner ist als in großer Wohnung, kann sie trotzdem besseren Grundriss haben.
00:27:33: Das sind so Themen wo wir nicht... Wir haben aufgehört über Qualität zu sprechen.
00:27:37: Wir reden immer über eine große Wohnung und es ist eine gute Wohnung.
00:27:40: Große Fenster sind Luxus versus kleinen Fenstern.
00:27:45: Wenige Kilowatt Stunden bezogen auf eine Solltemperatur ist ein hochwertigeres Haus als wenn ich vielleicht zwanzig gerade meiner Wohnung habe.
00:27:55: aber schöne hohe Decken oder also Wir versuchen immer über dieses auf Quadratmeter runterbrechen oder eben auf Temperaturen so Bewertungen in Gebäude zu bringen.
00:28:08: Aber wir sagen gar nicht mehr, aber ich bin in einem super Stadtteil und ich habe hohe Decken Und ich hab schöne Holztüren und ich hab einen tollen Boden und eine qualitätvolle Wand.
00:28:18: Das ist kein... Ich hab das Gefühl es ist in unseren Gebäudabetrachtung irgendwie raus Oder ich hab ein Raum ohne Gipskarton.
00:28:26: Das wäre ja auch vielleicht eine Qualität.
00:28:28: Aber wir sehen, dass Abhanddecken so selbstverständlich geworden sind.
00:28:33: Das ist gar kein... das sehen wir nicht als mindere Qualität, dass wir achtzig Zentimeter und mehr nochmal abhängen und da drunter laufen ganz viele Kabel könnte man auch sagen dann haben wir versagt in der Planung.
00:28:46: wenn wir so Schattenräume brauchen wo man die Technik nicht sieht und wo man auch nicht reingucken will manchmal weil es so ein Durcheinander herrscht
00:28:56: Wobei man natürlich auch sagen muss, wenn man jetzt, sag ich mal gute robuste Gebäude aus den Sechzigerjahren hat und die Technik hat sich seitdem ja total krass verändert.
00:29:07: Dann konnten die Architekten oder die Planner das nicht vorhersagen und deswegen wird dann überall plötzlich irgendwas abgehangen, abgekoffert, Schächte gebaut weil das sind ja irre Durchmesser von den ganzen Kabeln.
00:29:20: Ich muss gerade ans deutsche Krebsforschungszentrum denken dass seit den sechzigern Jahren existiert.
00:29:25: Also gerade so ein Haus braucht so wahnsinnig viel Technik.
00:29:27: Ja, aber grade auch Forschungsgebäude und da fängt ja die Robustheit an!
00:29:31: Was sind vertikale und horizontale Trassen?
00:29:35: Und da kann ich schon sehr viel Robust halt.
00:29:37: allein durch die Lage der Schächte, durch die Wahl der Typologie also der Kundrist-Typologie, kann ich eine gewisse Robust hat.
00:29:44: und auch Raumhöhe mit einbringen.
00:29:46: und einen Raumhöhen zu sparen ist meiner Meinung nach immer am falschen Ende gespart Weil das, auch wenn wir über natürliche Lüftungsstrategien reden ist ein hoher Raum.
00:29:57: Einfach hatten relativ guten Luftpuffer und es sind so Themen und es ist für die Belichtung besser Und es ist auch meistens schöner
00:30:06: an der Stelle.
00:30:06: Ja Würdest du auch sagen klimatische Schwankungen gehören einfach dazu?
00:30:11: Die akzeptiert man.
00:30:13: Man kann auch sagen, es sollen überall immer achtzehn Grad sein.
00:30:15: Aber dass man das mal akzeptiert, dann ist es hier einmal kälter und da war wärmer.
00:30:18: Und das muss nicht immer alles so kontrolliert sein sondern ein bisschen wie so klimatische Natur ins Haus lassen?
00:30:26: Also ich denke schon weil... ...ist sie auch nicht für jeden Menschen gleich!
00:30:31: Also gerade des Gestalturempfinden ist auch nicht vor allem gleich.
00:30:34: Ich habe mal bei einem Vortrag von einem Kollegen gehört ... ist gar nicht mehr richtig, woher kam ich?
00:30:38: Ich glaube aus Ungarn.
00:30:40: Der hat dann gesagt... Da ging es aber um Akustik, der hat dann ... ... gesagt, wenn du morgens beim Aufwachen schon gesagt bekommst,... ... du siehst heute aber neutral aus, das ist ja auch nicht positiv!
00:30:50: Und das war
00:30:52: total gut!
00:30:57: Begriff neutrales Raumklima, der ist irgendwie auch nicht besonders attraktiv finde ich.
00:31:02: Sondern er passt so für keinen richtig.
00:31:05: und deswegen auch wir haben das ja auch am Institut umgebaut mit einer Wandheizung und Kühlung und ich beobachte das ganz gut dass es eben Mitarbeitende gibt die sitzen eher an der warmen Wand.
00:31:16: uns gibt welche die sitzen mitten im Raum Und Es gibtjenigen die setzen sich dann im Winter wenn die Sonne scheint in die Küche weil sie am schönsten im Süden Mittags die Sonne scheint und arbeiten da auch.
00:31:28: Ich denke, was wichtig ist, dass wir so eine gute Raumstruktur bieten und Menschen sich dahin setzen können wo sie gerne sind.
00:31:37: Und das hat schon auch etwas mit dem Klima zu tun.
00:31:39: Deswegen schwierigst über sich finde es zu sagen Wir machen das jetzt und stellen das genau richtig ein und dann passt es für alle.
00:31:47: Das wird nie für alle passen und deswegen finde ich das total legitim unterschiedliche Klimate zu schaffen.
00:31:55: Das Absenken von Temperaturen ist schon ein wesentlicher Punkt in der Energieeffizienzfrage.
00:32:01: Ja, du arbeitest ja seit Jahrzehnteinzehn im Ingenieurbüro Hausladen und seit Jahrzeitzehnten bist du in der Geschäftsleitung.
00:32:12: Das Büro ist seit fünfunddreißig Jahren für integrale Konzepte bekannt oder steht dafür Wie verändert sich die Architektur, wenn die technische Expertise von Anfang an mit dabei ist?
00:32:23: Wir hatten das eben schon.
00:32:24: Dass die Architekten das gerne weggeben und sagen hier, dass die TGA macht es ja.
00:32:30: Wo entstehen da der Zusammenarbeit, die produktivsten Spannungen und wo Missverständnisse?
00:32:37: Also es gibt leider immer noch... Bauvorhaben, wo dann Bauphysik und Hausttechnik erst später beauftragt wird.
00:32:42: Und das merken wir, dass dann
00:32:44: nochmal
00:32:45: ein gewisser Frust auch entsteht weil dann oft natürlich gesagt wird es passt so noch nicht oder das müssen wir noch
00:32:51: ändern.
00:32:51: Ist das die Regel?
00:32:52: Oder weil du sagtest immer noch also ist die Regel eher, dass man direkt am Anfang mit dabei ist.
00:32:57: Also wir haben das Glück in so Projekten dabei zu sein.
00:33:00: Das ist natürlich, dafür steht auch das Büro.
00:33:02: deswegen kann ich das gar nicht so sagen ob es immer so schon ist also wie er selber steigen eigentlich immer nur deine Projekte ein wenn es so ist.
00:33:11: deswegen kommen wahrscheinlich auch viele Anfragen dazu zu uns auch so Phase Null und das was das Büros ja vielleicht ausmacht oder was sicherlich wichtig ist dass wir die Bauphysik genauso stark machen wie die TGA.
00:33:26: Also wir machen ja beides oder sogar noch die Energieversorgungsstrategien auch diesen Treiklang, weil eigentlich geht es erst darum, die Leistung und das Talent des Hauses mal zu besprechen.
00:33:39: Und das ist die Architektur und die Bauphysik.
00:33:41: Die sind da ganz wichtig und die Konstruktion natürlich.
00:33:44: also habe ich Speichermassen nämlich keine oder weniger Speichermaßen Fensterflächenanteile und es geht ja auch nicht darum zu sagen, ich verbiete jetzt mal ein großes Fenster zu machen.
00:33:54: Aber die Frage ist was passiert dann in dem Raum dahinter?
00:33:57: Und lässt man das zu oder lässt man es nicht zu und dass die Temperaturen eher mal schwanken?
00:34:04: Es geht ja wirklich darum, dass man bewusst Entscheidungen trifft und das kann man nur gemeinsam.
00:34:08: am Anfang, das ist er am Ende.
00:34:12: und auch mal überschläge ich schon rechnet, was ist da für eine Heizlast?
00:34:15: Ich kann nicht erst am Ende oder kurz vor der Eingabeplanung die Heizlastrechnenden nach Hawaii schulde ich sie dann.
00:34:24: Aber dann bin ich vorher schon davon ausgegangen, dass ich überall eine Heitzung brauche.
00:34:28: also wenn wir wirklich anders planen wollen und an das Häuser entwickeln wollen, dann müssen wir am Anfang gemeinsam darüber reden Architekturbüros kennengelernt, die gesagt haben.
00:34:42: Wenn wir gesagt haben also der Schacht so wie er jetzt vorgesehen ist zwischen Treppe und Aufzug mit ganz wenig Ausfädelung nach vorne der Sitze nicht so gut könnten wir da mal den Kern so und umstrukturieren Kenne ich wenige Kolleginnen und Kollegen, die gesagt haben also das geht wirklich nicht.
00:34:58: Dass du jetzt hier noch über unsere Architektur mitbestimmst sondern es ist immer dankend angenommen worden und geprüft worden und das gemeinsame Arbeiten ist schon wichtig.
00:35:10: Ich merke aber auch Jetzt bin ich natürlich Architektin Und kann das auch ganz gut kommunizieren Mit Kolleginnen und Kolleginnen.
00:35:17: und da gibt's schon auch Unterschiede in dem Wie man es gelernt hat, also gerade die Versorgungstechnik ist ein Studienfach des relativ wenig oder da gibt's kein Fach des Grundlagen des Entwerfens heißt.
00:35:31: Da gibts so nicht wie bei der Architektur wo jeder in Deutschland der Architektur studiert hat eigentlich technische Gebäudeausrüstungen und Bauphysik in irgendeiner Art und Weise hören müssen.
00:35:43: das jetzt bei den anderen Studienfechern nicht so Und deswegen fehlt auch ein gemeinsames Verständnis oft dafür und dadurch entsteht viel Konflikt.
00:35:52: Also gehört das eigentlich in die Lehre?
00:35:54: Ich finde schon, dass man auch diese... Es gibt natürlich auch viele in der Versorgungstechnik oder im Maschinenbau, die nie in dem Planungsprozess integriert werden wollen, sondern in die Industrie gehen und dann eben auch in die Produktentwicklung oder in den Vertrieb aber trotzdem So ein bisschen gespürt dafür, wo man Architekten auch ganz empfindlich auf den Fuß tritt.
00:36:18: Wäre schon gut weil das dem Puffer machen jetzt eigentlich so die Kolleginnen und Kollegen architekten bei uns im Büro da sind wir schon der puffa und lernen so gegenseitig auch unsere ja auch auch limitierende Faktoren und auch rote Linien, wo man sagt das kannst du jetzt nicht vorschlagen.
00:36:40: Das passiert schon ab und zu im Büro dass ich sage wenn du das jetzt vorschlägst dem Architekturbüro dann ist die Tür zu.
00:36:47: Und das muss...das ist so ein kulturelles Thema Planungskultur.
00:36:54: Ja irgendwie denkt man mal die andere Seite hat ein komplett anderes Mindset im Kopf.
00:37:01: Interessant finde ich aber auch, dass es nicht so gelesen wird die TGA versucht hat unser Gebäude möglich zu machen.
00:37:09: Das ist auch bei Architekturseite oft nicht so sondern das wird schon mal direkt... Also ich kann über den Witz nicht lachen, kennst du einen guten TGA-Planer?
00:37:20: Nicht wirklich in dem eigenen Büro.
00:37:23: Es gibt auch Architekturbüros, die an diesen Konflikten nicht unbeteiligt sind.
00:37:27: Das muss man auch ehrlicherweise sagen und es geht immer um Respekt- und Wertschätzung gegenseitig.
00:37:33: Und irgendwie muss ich sagen ist die Tragwerksplanung da immer in der besseren Position als die TGA.
00:37:40: vielleicht weil es per se aus dem Studium heraus schon mehr mit den Bauern zu tun hat... Man lernt
00:37:45: das halt auch ne?
00:37:46: Also Baukonstruktion gehört ja fest dazu und startet ja auch
00:37:51: Ja.
00:37:53: TGA natürlich im Prinzip auch ein bisschen... Aber
00:37:55: dieses Integrale an der TGA oder dieses, dieses sich auch das ist sehr zäh so mal zu sagen.
00:38:02: Interessant eigentlich!
00:38:03: Ich sitze am Tisch als TGA-Planer auch um sie wegzudiskutieren.
00:38:08: Das ist schon natürlich da ist auch einen Druck dahinter.
00:38:11: Das is auch etwas was wir jetzt immer wieder bei den einfach Bauernprojekten und Gebäudetypen sehen.
00:38:18: wenn wir sind als TGA-Blande sehr wichtig, wenn wir diskutieren wollen wie viel Technik brauchen wir.
00:38:26: Und am Ende ist der Erfolg das es vielleicht keine mehr braucht oder sehr wenig dann sinkt natürlich auch das Honorar
00:38:34: und schafft sich selbst ab.
00:38:37: Aber der Input ist wahnsinnig hoch!
00:38:39: Und man muss es umso besser können, um es wegzulassen.
00:38:42: Das ist vielleicht auch so das Problem und jeder will eine Daseinsberechtigung haben am Tisch.
00:38:48: Ja.
00:38:48: Und wenn dann einer da sitzt und sagt, mach mal an deinem Haustürs und das sind das besser?
00:38:53: Wir rechnen das in der Bauphysik nochmal nach und eigentlich brauchen wir's nicht.
00:38:56: Dann ist ja auch die Frage wieso sitze ich am Tisch?
00:39:01: Und ein Tragwerk braucht man immer!
00:39:03: Also halten muss das Haus immer.
00:39:06: Und ob es ein bisschen wärmer oder kälter wird, ist irgendwie vielleicht manchmal nicht so wichtig.
00:39:10: Weiß ich's nicht?
00:39:11: Das ist so... So'n bisschen in vielleicht auch so einen Jahrzehntelang aufgebautes Dilemma.
00:39:18: Ich meine, es braucht ja auch Expertise TGA wegzulassen offensichtlich und das ist dann eine Beratungsleistung also musste man sozusagen wiederum in der Honorarordnung Dinge justieren.
00:39:30: Das ist ja generell auch im Architekturberuf, also selbst bei den klassischen Planungsbüros so dass wenn die ihr Volumen reduzieren verdienen sie auch weniger.
00:39:41: das muss geändert werden.
00:39:43: Die
00:39:43: Metrik ist an der Stelle dies für manche Typologien sehr gut und da passt sie auch in Forschungsbau.
00:39:50: Da passt sie sehr gut weil es einfach auch für alle sehr aufwendig ist und viel Technik da natürlich auch eingebaut werden muss, die dann auch honoriert wird.
00:40:01: Und es ist ja nicht so das low-tech auch no tech ist sondern es geht immer darum dass Gebäude und Technik gut miteinander funktionieren.
00:40:12: Und eben aber nicht, dass man sagt es ist immer auf das maximale Optimum ausgelegt sondern so auf ein robustes Optimum.
00:40:19: und da geht man halbes Grad oder zwei Grad oder wie auch immer rauf und runter.
00:40:24: Aber es geht ja nicht darum jetzt zu sagen, wir lassen das erstmal per se alles weg egal wie das Gebäude aussieht.
00:40:30: Sondern immer ein Zusammenspiel.
00:40:32: und da geht's eben auch darum dass wir die Instrumente richtig einsetzen.
00:40:36: Und wenn ich das sehe ist für immer noch statisch Gebäuderechnen bei Minusgraden die alle elf Jahre vorkommen oder wie sich diese Temperaturen zusammensetzen in der Norm.
00:40:51: Und wir haben aber auf der anderen Seite die dynamischen Simulationsmodelle, das ist kein Rocket Science mehr und
00:40:59: sie sind
00:40:59: etabliert.
00:41:00: Wir haben sie trotzdem immer noch als besondere Leistungen und wir müssen dann sagen, wir würden es gerne simulieren, dann wird gesagt warum?
00:41:09: Was kostet das?
00:41:10: Am Ende sind alle froh wenn man's gemacht hat weil man wieder Investitionskosten sparen kann!
00:41:16: Also es bringt ja nichts, so sage ich, simuliere jetzt das was ich sowieso denke, was in dem Haus passiert.
00:41:21: Sondern es hilft dann wenn ich's relativ früh einsetze um eben so Korridore von Konzepten abwägen zu können und dann macht die Simulation wirklich sehr viel Sinn.
00:41:32: Und auch für die Diskussion weil dann sind Zahlen auf dem Tisch und keine Vermutung
00:41:38: Ja Die Simulation findet ihr im Digitalmodell statt?
00:41:43: Ja also bin orientiert
00:41:45: Ja, also ganz integriert ist es noch nicht.
00:41:47: Das macht mich immer so ein bisschen wahnsinnig im Büro, dass wenn wir TGA-Bau für sie planen... Wir bauen auch gerne mal dreimal viermal das Haus in unterschiedlichen Programmen.
00:41:58: Das ist der Stand der Dinge?
00:42:00: Schon!
00:42:01: Und seit einigen Jahren schon.
00:42:03: Also die Entwicklung ist da langsam voran.
00:42:07: Aber ich habe auch das
00:42:08: Gefühl des BIM irgendwie nicht mehr so die Rolle spielt wie nach fünf Jahren vielleicht.
00:42:12: Interessant
00:42:12: Na ja, man geht wieder zurück sozusagen.
00:42:15: Ja in dem wie es gedacht war vielleicht das mal eben diese ganzen Charakteren oder ist es schon normaler geworden aber am Ende großen
00:42:23: Tag
00:42:25: die
00:42:25: Kleinen
00:42:25: glaube ich nicht?
00:42:27: Oder den Mittleren auch nicht?
00:42:28: Aber am Ende ist es das drei D zeichnen oder dieses drei d entwickeln was schon sehr... professionell mittlerweile ist.
00:42:35: Ob man dem jetzt alle Merkmale gibt und mit diesen umfangreichen Bibliotheken arbeitet, die dann auch nachher für den Unterhalt der Gebäude da sind... Da habe ich das Gefühl es geht doch mehr um diese Schnittstelle des Tredi-Zeichnens am Ende.
00:42:50: Und da ist schon sehr viel passiert.
00:42:53: Also da lohnt sich's auch nochmal einen Blick drauf zu werfen.
00:42:56: Ja und man denkt immer genau jetzt auch mit der KI die Diskussion, die natürlich gerade sehr groß ist.
00:43:02: Und dann war es die BIM-Diskussion, was früher CAD zeichnen wahrscheinlich bleiben ist und bleiben das Instrumente und auch KI.
00:43:14: Wir werden das nicht aufhalten können da bin ich fest von überzeugt.
00:43:18: aber wir werden in unserem Urteilsvermögen sehr präzise werden müssen, um das was die KI uns vorlegt gut abwägen zu können.
00:43:27: Gut einschätzen zu können auch plausibel auf Plausibilität prüfen zu können.
00:43:32: ist es plausible was da aus dem Computer kommt?
00:43:35: und Wahrscheinlich ist es viel wesentlicher.
00:43:40: und ich frage mich immer noch, woher kriegen wir die Erkenntnis, dass wir gut urteilen können über das was vorgelegt wird.
00:43:46: Und dann auch die richtigen Entscheidungen treffen?
00:43:48: aus dem Vielmöglichen?
00:43:49: wahrscheinlich werden die Möglichkeiten noch mehr als heute die sich aus KI viel schneller generieren und man sieht es ja schon an den Studierenden arbeiten.
00:43:58: Ich habe letztens mal gefragt, haben sie das jetzt so gerendert klassisch oder aus KI?
00:44:04: Und die waren alle Bilder aus KI und es gab eben bessere und schlechtere.
00:44:08: Da muss man dann schon lernen, finde ich im Urteilsvermögen was setz' sich auf den Plan und was es nicht auf dem Plan ist.
00:44:14: Und welche Fassaden passen auch zu den Grundrissen die da nebenhängen?
00:44:18: Und da braucht's schon geschultes Auge daran!
00:44:22: Hier sind ja fünf Fenster in einem Grundriss nur vier.
00:44:24: haben Sie sehen das aufgefallen
00:44:26: oder?!
00:44:27: Das ist ja noch
00:44:28: ein verzeihbarer
00:44:29: Fehler.
00:44:30: Aber
00:44:31: wenn die Eingangstür gar nicht am anderen Ende liegt oder so, dann wird es schon schwierig.
00:44:36: Wenn Bild und Hund das gar nicht mehr zusammenpassen, dann würde es schwierig.
00:44:41: Darum wird's schon gehen, da die richtigen Entscheidungen treffen zu können.
00:44:46: Die Skepsis war wahrscheinlich ähnlich als THD aufkam?
00:44:51: Ich habe damals noch
00:44:52: gelernt, dass
00:44:54: es ganz ungut ist am Computer zu entwerfen.
00:44:57: Weil die Linie so präzise ist direkt – das ist nicht gut!
00:45:00: Ja und der Marschstab?
00:45:01: Man verliert den Blick für den Marsch ab weil des Rennscrollen und Weckscrollen...
00:45:04: Ich muss sagen meine besten Entwürfe sind am Computer entstanden.
00:45:08: Also meine ich hab da einfach... Ich bin jetzt auch nicht praktizierend Architektin geworden vielleicht deswegen aber weißt du ich meine nur also die Skepsis Die denkende
00:45:18: Hand ist schon immer noch ein Wert.
00:45:22: Ich finde beides wichtig, ich find schon eine Arbeitserleichterung dass wir heute aus der Skizze schneller dann auch in den Maßstab kommen und dann auch Abstände haben aber... Das räumliche Denken wird der Computer uns wirklich nicht abnehmen können.
00:45:38: Und was mich so wahnsinnig macht ist, wenn dann in so Wettbewerben oder bei den Studierenden man immer mit diesen drei D-Modellen aus Perspektiven in diese Häuser reinfährt die es so nicht gibt wir fahren nie durch die Bodenplatte kommen wir hinaus rein und das ist mir da manchmal ein bisschen zu virtuos was dann von meinen Augen passiert und dass das dann oft so verzerrt ist.
00:46:00: also dieses Gefühl für Proportionen Das ist schon wichtig, glaube ich.
00:46:06: Dass man das auch in der Relation vor sich mal liegen hatte auf dem Plattpapier und so ein Gespür dafür bekommt und dass man... Man isst auch nicht immer schneller mit dem Computer.
00:46:17: Man ist schon noch schneller, transparent rüberzulegen.
00:46:22: Und es ist jetzt vielleicht bisschen sehr oldschool.
00:46:24: aber wir sollten des eine können und das andere aber nicht lassen.
00:46:29: Das ist schon wichtig, dass wir am Anfang – so machen wir es auch im Braunschweig – schon noch Proportionen und auch das Modell mit dem Cutter geschnitten lernen und nicht alles in Schablonen aus dem Laser.
00:46:43: Das is ja genau so.
00:46:45: was völlig anderes... dass man dann so ein Datei zeichnet und dann sagt die, ich sag jetzt mal MDF-Platte ist so groß.
00:46:54: Und da krieg ich maximal so viele Teile rausgeschnitten.
00:46:56: Das ist ja ein ganz anderes Modellbauen als früher wo man so einen Restgrau Pappe hatte nachts und dann überlegt er auch, ich mach die Wand mal so.
00:47:03: Dann hat man so drauf geschaut und hätte gedacht es ist nicht so schlecht.
00:47:07: Also dieser Moment im Modellbau Raum zu verstehen und das dann zu prüfen... Der geht ja so ein bisschen verloren, wenn wir das alles nur noch am Computer dann lasern und dann schablonenartig zusammensetzen.
00:47:23: Und dann sprühen und dann sind es ja ganz perfekte Modelle wo man auch in der Korrektur gar nicht mehr irgendwie eine Wand rausmacht und sagt haben Sie mal überlegt ob das besser ist?
00:47:32: Man kann's gar nicht meer weil die so oder manchmal sind sie auch Tredi gedruckt Dann kann man es gar nicht ändern.
00:47:37: also dann ist es so gegossen
00:47:38: ... in Stein gemeißelt
00:47:41: gekostet.
00:47:42: Aus Kunststoff zusammengeführt.
00:47:45: Ja, wirklich interessant!
00:47:46: Auch der menschliche Maßstab geht dann natürlich vielleicht ein bisschen verloren... wenn man einfach auch fantastische KI-Bilder produziert und es geht halt schnell.
00:47:54: Und man muss gar nicht selber Hand anlegen.
00:47:57: Wir hatten da letztens wirklich eine schwierige Situation an der Uni.
00:48:01: Da ging's über geordnete Ebene, hatte das Präsidium eingeladen und da ging's um so Ökosysteme, Universität.
00:48:09: und dann wurde am Ende gesagt wir haben hier mal schnell ein Bild generiert wie unser Campus in Zukunft aussehen könnte.
00:48:17: Und dann habe ich mir gedacht jetzt gibt es eine Fakultät Architektur Bauen Umwelt.
00:48:24: und warum setzen wir uns jetzt dahin und sagen wir haben schnell einen Bild generieren?
00:48:29: damit Tritt man schon ein bisschen eine ganze Fakultät gegen das Schienenbein, die sich wirklich Gedanken macht.
00:48:35: Da fuhr dann auch so einen ICE mitten durch den Campus im Braunschweiger auf einmal und es waren ganz kläserne Häuser und da war riesen Bäume auf dem Dach und es passte alles überhaupt nicht zusammen.
00:48:47: Und dann denkt man sich, jetzt habt ihr doch eine eigentlich ganz renommierte Fakultät dafür.
00:48:53: Warum müssen wir jetzt hier mit in der ProfessorInnenrunde?
00:48:57: Da sitzt ja dann alle Fakulitäten da und alle werden wichtig genommen.
00:49:01: aber uns kann man auf Knopfdruck irgendwie ausspucken aus dem Computer.
00:49:05: das hat mich total nachdenklich gemacht.
00:49:06: ich habe es dann auch gesagt.
00:49:08: Dann wurde das auch gesagt Ja Freunde ist nur ein schnelles Bild mal von so einer Idee.
00:49:14: Dann habe ich mir gedacht, es ist schon wichtig, dass wir auch über die schnellen Bild... Das ist so wie die erste Zahl bei einem Bauprojekt.
00:49:21: Es scheut man immer zu sagen was kostet das denn?
00:49:23: Weil das bleibt einfach und der Wert eines Bildes und des Gedankens über Raum und Qualität wird ein bisschen nivelliert.
00:49:33: Ja!
00:49:35: Und da haben wir wieder die Relevanz Thematik die diesen Beruf leider auch begleitet.
00:49:40: Immer so einen latenten Verteidigungsmodus.
00:49:43: Das schnelle Bild ist nicht gut, nein!
00:49:45: Wichtig ist das wir da ganz in Ruhe drüber arbeiten was natürlich auch stimmt.
00:49:49: aber wenn es von anderen nicht erkannt wird von Ausnahmen wie ein Problem dann müssen wir irgendwie anders kommunizieren.
00:49:56: und wann reden wir auch über das Thema was ist
00:49:58: schön?
00:49:59: Was sind gute Orte?
00:50:03: Das kann man vielleicht gar nicht der KI sagen.
00:50:05: Ich habe es noch nicht ausprobiert, vielleicht muss man mal sagen generiere mir einen guten Wohnort dann könnte man mal schauen was da rauskommt.
00:50:12: Ja und man könnte auch das ganze entwaffnen indem man dieses Bild mal kurz mit den richtigen Fragen einfach demontiert.
00:50:20: Ist das ein guter Ort, wenn der ECE durchfährt?
00:50:24: Ich
00:50:25: denke es ist wirklich wichtig und deswegen ich habe keine Angst davor und sehe es als Instrument und es wird uns nicht abschaffen sondern im Gegenteil es wird die Kompetenz, die wir brauchen im Bau stärken weil diese Bilder müssen halten vom Tragwerk auch die müssen warm und kalt werden Die brauchen Qualitäten in der Umsetzung, im baukonstruktiven Detail.
00:50:51: Also ich habe da jetzt noch nicht so richtig Angst davor und das sehe ich BIM auch weiterhin und so hab' ich sehr die Zeichnen immer gesehen.
00:50:58: Das kann uns dazu führen dass wir mehr Möglichkeiten aufgezeigt bekommen.
00:51:05: nachher eine sehr gute Lösung zu finden
00:51:08: Kann ich total Nachvollziehen?
00:51:10: Ich glaube die Angst ist auch nicht nötig
00:51:12: Aber vorhanden, also wird sehr viel diskutiert.
00:51:15: Auch gerade natürlich in der Lehre und der Wissenschaft ist es schon noch mal was anderes.
00:51:19: wenn jetzt aus allen geschriebenen Papers dieser Welt auf einmal neue Paper vom Computer geschrieben werden wie wollen wir das prüfen am Ende vom Tag?
00:51:29: Ja und was natürlich auch bedrohlich ist, dass wenn die Industrie sozusagen Druck aufbaut und auf die Idee kommt Wir können das auch so regeln, wir haben schnelle Lösungen parat.
00:51:41: Da ist man in Deutschland glaube ich sehr empfänglich für und schafft dabei gerne mal ein bisschen baukulturellen Anspruch ab.
00:51:48: Da, glaube ich, müssen wir auch nochmal hinschauen und aufpassen.
00:51:51: Das ist ja tatsächlich auch eine große Diskussion.
00:51:54: unseren Kammern aktuell die Frage was es eigentlich... Ich glaub du machst da auch gerade etwas zu?
00:51:59: Was ist der Wettbewerb?
00:52:01: Was is' der Wert des Wett Bewerbs?
00:52:03: Und ich war letztens schon etwas irritiert und das ist aber das kann man auch nicht so generalisieren.
00:52:09: Da war ich auf einer Veranstaltung.
00:52:10: dann erzählte mir jemand von einem großen deutschen GÜ, dass sie jetzt sechs Wochen an der Schule gearbeitet haben und jetzt nochmals Büro muss um die letzte Kalkulation zu machen weil sich's morgen abgeben.
00:52:20: Und dann habe ich gesagt, mit welchen Architekten haben Sie das geplant?
00:52:24: Dann hat er gesagt dafür brauchen wir kein mehr, machen wir alles in Haus.
00:52:27: auch TGR-Bau versägt es brauchen wir nicht mehr und da wird einem schon heiß und kalt natürlich wenn man aus dem Planungsbüro oder hinter dem Planungspyro steht und auch hinter diesem Prozess der damit zusammenhängt.
00:52:42: Das ist schon ein Thema denke
00:52:44: ich, wie
00:52:45: entstehen eigentlich Häuser und an welcher Stelle ist auch wo es der Wert der Planung des gemeinsamen Planens unterschiedlicher Disziplinen die auch unterschiedlich verantworten und nicht nur in einem Unternehmen eine Zahl generieren müssen.
00:53:01: Also schon was anderes denke
00:53:03: ich.
00:53:04: Wie kommen sie dann darauf zu sagen wir machen alles in den Haus haben die angestellte TGA-Lauer?
00:53:11: große Unternehmen, die Projektentwicklung inklusive Planung, Fertigstellung alles unter einem Dach leisten können.
00:53:21: Ja auch wenn sie nicht die Architekten unter einem dach selber haben und die dann beauftragen weiß ich auch von Architektinnen und Architekten dass die Zusammenarbeit unangenehm ist.
00:53:32: Aber es kann auch gut gehen.
00:53:33: also wir haben auch tolle Werkstattverfahren in solchen Themen gehabt.
00:53:39: Da gibt es aus meiner Sicht sehr gutes gelungenes Beispiel.
00:53:42: Das war hoch tief gemeinsam mit Steitlerarchitekten in München, das Munich Colab haben wir so gemacht oder ich weiß auch dass so ein Konstrukt des Volkstheater München glaube ich entstanden ist.
00:53:56: Wir sind auch selber gerade im Prozess mit Reich und Florian Nagler wo ich sagen muss, das sind sehr intensive Runden.
00:54:08: Das ist halt die Frage, wiefern man das alles so leisten kann da in so vorher schon so viel zu entwerfen und zu entwickeln ohne dass man weiß ja nicht kommt es nachher oder kommt es nicht?
00:54:22: Also ich denke schon, dass auch Potenzial drin ist.
00:54:25: aber ist die Frage Wie weit geht man dann innerhalb eines Konzerns oder doch mit guten Partnern, die sich gut kennen dann das nur zu leiten, auch den Prozess und eben auch diese wirtschaftliche Variante dahinterzuhaben.
00:54:43: Und das auch einzuspielen in dem Prozess aber ist schon aufwendig
00:54:48: natürlich.
00:54:48: Ja.
00:54:49: Und diese Zwischenpräsentation finde ich auch wichtig in diesem Werkstattverfahren und dass da dann auch trotzdem noch eine Jury ist die dann auch wirklich über Architektur spricht und es nicht nur ein indikatives Angebot nachher Die Entscheidung treffen
00:55:02: kann.
00:55:03: ja super Einblick den du jetzt gegeben hast.
00:55:08: Wir haben das Skript komplett verlassen und es macht aber gar nichts.
00:55:11: Das tut mir leid!
00:55:13: Aber was war ein schönes Gespräch?
00:55:14: Es ist
00:55:14: interessanter geworden, würde ich sagen.
00:55:17: Aber lass mich noch wenigstens erwähnen... Du hast einen anderen Preis gewonnen, nämlich du bist Mitglied im BNA, im Landesdenkmalrat Berlin und im Beirat der Hafen City Hamburg und engagierst dich für den Erhalt der Baukultur.
00:55:30: Und dafür hast du in dem Kulturpreis des Ingrid-Zusäunen Stiftungen erhalten Und das ist natürlich auch total, du bist so eine preisgekrönte Person hier in diesem Podcast.
00:55:42: Das ist schön und Du bist Jury!
00:55:45: Ich bin Jury auch.
00:55:46: Ja ich mache das einfach gerne was ich mache und natürlich habe jetzt auch noch den Uli-Wort ganz frisch bekommen und das freut einen wenn es danket.
00:55:58: Freut einen einfach an der Stelle.
00:56:01: Oder auch mich freut jede Anfrage für einen Vortrag und auch für eine Jury, eine Architektur-Jury, Wettbewerbsjury oder eben Architektopreisjury.
00:56:13: Weil ich finde wenn man etwas gerne macht dann macht man das ja auch mit Freude und wenn es da noch Anerkennung findet ist es noch schöner.
00:56:22: Und das ist auch... Ich würde es auch jederzeit wieder studieren und das sage ich auch den Studierenden Architektur zu studieren.
00:56:31: Das ist nicht etwas, dass man lernt und dann wendet man es vierzig Jahre im Berufsleben an und natürlich lernen andere Disziplinen auch immer wieder dazu aber des Bauen ist so spannend und so vielfältig und der Beruf der lässt so viele Möglichkeiten offen.
00:56:45: Schau mal dein Lebensweg mein Lebensweg ganz klassische Wettbewerbsarchitekture Lebenswege alles spannend und immer wieder komplexe Aufgaben gemeinsam zu lösen.
00:56:57: Und es gibt ja wirklich nichts für mich, nichts Schöneres als nachher in den Haus zu gehen.
00:57:02: Und das sieht wirklich so aus!
00:57:04: Und die wirklich der Luftauslass sitzt da wo ich mal überlegt habe dass das sinnhaft ist und Menschen gehen gerne rein.
00:57:12: oder auch bei der Schule in Weimar war dann vor kurzem Symposium hier in Berlin im DAZ vom BDA und der Montagsstiftung.
00:57:22: Und dann war das wirklich so schön, die Schülerinnen zu hören, die dann gesagt haben wir haben die schönste Schule Frau Entriss und ich meine es ist wirklich ein Riesenkompliment weil gerade so einen Prozess auch was anders zu machen Dinge zu hinterfragen.
00:57:38: Und dann kriegt man so ein Kompliment, das ist wirklich richtig schön.
00:57:42: oder auch der Eiermann-Bau es gibt ja auch immer so Projekte die einem besonders am Herzen liegen.
00:57:47: und den Eiermanbau machen zu dürfen damals für die Iber Thüringen gemeinsam eben mit dem Team von der Iber Das ist immer noch für mich wahnsinnig toll auch zu sehen dass in so einer Gebäude des twenty fünf Jahre nicht benutzt wurde.
00:58:01: ich meine wenn diese Eierbahn Bau in Berlin stehen würde oder München hätte nie solange gestanden.
00:58:07: Aber das dann auch an so einem Ort, wo die Fläche gar nicht so richtig gebraucht wird zum Konzept mit Ergewächshäusern in ein Haus zu stellen, so angenommen wird und auch irgendwie dass es so viele kennen mittlerweile.
00:58:20: Das macht einen natürlich auch glücklich!
00:58:22: Da möchte ich doch gerade mal kurz auf den Podcast Morgenbau von Anne Isop verweisen.
00:58:27: da redest du ausführlich darüber über dieses tolle Prinzip.
00:58:31: Guck mal, ich hab noch zwei Diener Vierseiten voll mit Fragen.
00:58:35: Aber wir ... Ich glaub,
00:58:38: wir könnten das auch noch füllen!
00:58:40: Das
00:58:41: ist kein
00:58:41: Problem.
00:58:41: Wir sind ja nicht bei alles gesagt?
00:58:43: Ja genau
00:58:44: und wir haben mich zum letzten Mal gesprochen.
00:58:46: Und ich werd jetzt einfach keine Fragen mehr zum Stresstest, zum deutschen Pavillon stellen.
00:58:50: So ganz revolutionär.
00:58:52: jeder hat sich danach gefragt wie er auch schon hier im Podcast.
00:58:55: das ist Folge hundertundachtzig im Juni war die.
00:58:59: da kann
00:58:59: man nochmal nachdenken
00:59:01: Und dann danke ich dir jetzt erstmal für das Interview.
00:59:03: Elisabeth Endres, Danke
00:59:05: Kerstin!
00:59:06: Vielen Dank und
00:59:07: das war's für heute.
00:59:07: Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben wollt was das aktuelle Bauwendegeschehen betrifft Dann könnt ihr auf der Seite bauwende-news.de alle Infos zur Bauwände gebündelt finden auch alle Podcast folgen und den Bauwendennusletter abonnieren um alle aktuellen Nachrichten von Heinze direkt ins Postbach zu bekommen.
00:59:27: Ich freue mich, wer dir beim nächsten Mal wieder rein hört, habt eine schöne
00:59:30: Zeit!
00:59:43: Tschüss!
00:59:44: Producer, Projektmanagement.
00:59:46: Nadine Judiakis Sounddesign und Editing.
00:59:50: Kerstin Kunekath Design & Visual Assets.
00:59:53: Heinze Media Social media Content.
00:59:57: Claudia
00:59:57: van Ravenstein
00:59:59: Im Auftrag der Heinze GmbH.
Neuer Kommentar